Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Musicology - Miscellaneous

Frühe Meistersinger-Rezeption und ihre Auswirkungen auf die komische Oper in der Wagner-Nachfolge

Title: Frühe Meistersinger-Rezeption und ihre Auswirkungen auf die komische Oper in der Wagner-Nachfolge

Research Paper (postgraduate) , 2012 , 31 Pages

Autor:in: Prof. Dr. Peter P. Pachl (Author)

Musicology - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Mit seiner komischen Oper ohne Gattungsbezeichnung hat Richard Wagner im Jahre 1868 die Latte hoch gelegt. Waren drei Jahre zuvor, bei der Uraufführung der musikalisch extrem schwierig zu realisierenden Handlung von Tristan und Isolde im Hof- und Nationaltheaters die kleinen Theater mit ihren Parodien dem Original zuvor gekommen, so war dies bei den Meistersingern von Nürnberg nicht der Fall, denn hier hatte Richard Wagner bereits die Parodie selbst mitgeliefert. Zunächst einmal die Parodie auf seinen eigenen Sängerkrieg auf Wartburg, als dessen „Satyrspiel“ er seine Meistersinger bezeichnet hat, dann aber auch in der Meistersinger-Handlung selbst. Wie Alfred Lorenz trefflich nachgewiesen hat, ist bereits der zweite Akt eine Parodie auf den ersten, und dies nicht nur in musikalischer Hinsicht, sondern bis in szenische Details hinein. Und im Schlussakt, beim Sängerwettstreit auf der Festwiese, parodiert Beckmesser den Wortlaut von Walthers Preislied. Im Sinne eines modifizierten musikalischen Parodieverfahrens verändert aber auch Walther von Stolzing textlich und musikalisch sein in Sachsens Schusterstube erstmals vorgetragenes Preislied.
Weitere szenische Parodien der an Parodieverfahren und -Strukturen in sich bereits überreichen Handlung der Meistersinger von Nürnberg schienen also wenig sinnvoll, wenn nicht ganz ausgeschlossen.
Erst das nachfolgende Jahrhundert wagte sich an Parodien auf Wagners Die Meistersinger von Nürnberg.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Wendelin Weißheimers „Meister Martin und seine Gesellen“

Anton Urspruchs „Das Unmöglichste von Allem“ nach Lope de Vega

Scheintod als soziale Rettung – Max von Schillings’ Oper Der Pfeifertag

Ludwig Thuilles Lobetanz und Gugeline

Lobetanz

Gugeline

Siegfried Wagners Herzog Wildfang

Richard Strauss’ Feuersnot

„Die Schneider von Schönau“, Komische Oper von Jan Brandts-Buys

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption von Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ und deren vielfältige Auswirkungen auf die Entwicklung der komischen Oper im deutschsprachigen Raum nach Wagner. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie verschiedene Komponisten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts durch Parodien, thematische Anleihen oder formale Adaptionen auf Wagners Werk reagierten und versuchten, sich innerhalb oder außerhalb dieses übermächtigen Vorbilds als eigenständige Künstler zu etablieren.

  • Rezeptionsgeschichte und künstlerische Auseinandersetzung mit Wagners Musikdramen.
  • Analyse der Gattungsbezeichnungen und ihrer Bedeutung in der Wagner-Nachfolge.
  • Untersuchung von dramaturgischen und motivischen Parallelen zu Wagners „Meistersingern“.
  • Einfluss soziokultureller Kontexte und zeitgenössischer Strömungen auf die Opernproduktion.

Auszug aus dem Buch

Wendelin Weißheimers „Meister Martin und seine Gesellen“

Die Johannis-Nacht im zweiten Aufzug der Meistersinger von Nürnberg ist nichts Anderes als die Mittsommernacht, der aus Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ bekannte Topos, der in Martin Wielands Übersetzung auch „Ein St. Johannes Nachts-Traum“ heißt. Mit dem hilfreichen Kobold, den Hans Sachs im dritten Aufzug der Meistersinger anspricht, könnte also durchaus auch Puck gemeint sein. Der „tolle Spuk“ des zweiten Aufzugs kulminiert in einem vergeblichen Versuch der Frauen, die Keilerei der Männer auf der Straße zu unterbinden, indem sie ihre Nachttöpfe auf die Straße kippen. Neben dem Spuk der Mittsommernacht bei Shakespeare, war für Wagner das Jugenderlebnis einer Rauferei in Nürnberg stilbildend, und E. T.A. Hoffmanns Skurrilitäten, wie er sie in der Novelle „Des Vetters Eckfenster“ schildert, haben durchaus auch Pate für Die Meistersinger von Nürnberg gestanden.

E. T. A. Hoffmanns Novelle Meister Martin der Küfner und seine Gesellen, in Die Serapionsbrüder, bildet die Vorlage für eine Oper der direkten Meistersinger-Nachfolge, Wendelin Weißheimers dreiaktige Oper Meister Martin und seine Gesellen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel legt den theoretischen Rahmen dar, indem es Wagners „Meistersinger“ als Maßstab für spätere komische Opern definiert und die Versuche der Nachfolger beschreibt, sich von Wagners übermächtigem Einfluss abzugrenzen oder ihn zu parodieren.

Wendelin Weißheimers „Meister Martin und seine Gesellen“: Die Analyse konzentriert sich auf die literarische Vorlage von E.T.A. Hoffmann und zeigt auf, wie Weißheimer traditionelle Opernstrukturen mit wagnerianischen Einflüssen und eigener kompositorischer Versiertheit kombiniert.

Anton Urspruchs „Das Unmöglichste von Allem“ nach Lope de Vega: Hier wird Urspruchs Versuch beleuchtet, trotz des wagnerianischen Zeitgeistes eine eigene, komische Oper zu schaffen, wobei die Rezeption seiner Arbeit und die Problematik des Librettos im Vordergrund stehen.

Scheintod als soziale Rettung – Max von Schillings’ Oper Der Pfeifertag: Dieses Kapitel befasst sich mit Schillings' zweiter Oper, deren stoffliche und musikalische Nähe zu Wagners „Meistersingern“ thematisiert wird, sowie mit der Rolle des Scheintods als zentralem Handlungselement.

Ludwig Thuilles Lobetanz und Gugeline: Die Untersuchung widmet sich Thuilles beiden Bühnenwerken, wobei die Einflüsse von Topoi aus Wagners Werken und der Einfluss des Jugendstils auf die Libretti und die Musik analysiert werden.

Siegfried Wagners Herzog Wildfang: Hier wird untersucht, wie Siegfried Wagner versucht, sich durch eine direkte Parodie auf die „Meistersinger“ von seinem Vater zu distanzieren, und welche Rolle diese Oper für sein eigenes künstlerisches Selbstverständnis spielt.

Richard Strauss’ Feuersnot: Das Kapitel analysiert Strauss’ „Sinngedicht“ als Abrechnung mit seiner Heimatstadt München und als gezielte Persiflage auf wagnersche Diktion und Leitmotivik.

„Die Schneider von Schönau“, Komische Oper von Jan Brandts-Buys: Diese abschließende Analyse zeigt auf, wie in einem späten Beispiel der Rezeption wagnerianische Topoi wie der „Meister“-Wunsch oder die Mauer-Symbolik aufgegriffen und in einem komischen Kontext variiert werden.

Schlüsselwörter

Wagner-Nachfolge, Die Meistersinger von Nürnberg, komische Oper, Parodie, Musikdrama, Jugendstil, Libretto, Komposition, Bühnenwerk, Musiktheorie, Gattungsgeschichte, Richard Wagner, Opernrezeption, Leitmotivik, Musikgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die musikalische und dramaturgische Rezeption von Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ bei seinen direkten Nachfolgern im Bereich der komischen Oper.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Auseinandersetzung mit Wagners Erbe, die Frage nach Originalität versus Nachahmung sowie der Einfluss des Zeitgeistes, insbesondere des Jugendstils, auf das Musiktheater um 1900.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die vielfältigen künstlerischen Strategien der „Wagner-Nachfolger“ aufzudecken, mit denen sie versuchten, sich gegenüber dem übermächtigen Vorbild zu behaupten und gleichzeitig eine eigene, moderne Form der komischen Oper zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine vergleichende Musik- und Textanalyse, um Parallelen in Libretti, musikalischer Struktur und dramatischer Anlage zwischen Wagners Werk und den untersuchten Opern aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Einzelanalysen spezifischer Opern (u.a. von Weißheimer, Urspruch, Schillings, Thuille, Siegfried Wagner, Strauss und Brandts-Buys), in denen die jeweilige spezifische Wagner-Rezeption dieser Stücke detailliert betrachtet wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wagner-Nachfolge, komische Oper, Parodie, Musikdrama, Gattungsgeschichte und Opernrezeption.

Welche Rolle spielt der Scheintod in Schillings' Oper „Der Pfeifertag“?

Der Scheintod dient dem Protagonisten Velten als Mittel, um seinen verdienten Ruhm bereits zu Lebzeiten zu erleben und eine vorteilhafte Ehe zu erreichen, was als „Spielmannsscherz“ bezeichnet wird.

Inwiefern beeinflusste der Jugendstil die Opern von Ludwig Thuille?

Der Jugendstil prägte sowohl die Libretti als auch die musikalische Ausgestaltung Thuilles, wobei Handlungen oft ornamental-dekorativ angelegt wurden und die Musik eine Tendenz zum Raffinierten und Floralen aufweist.

Warum empfand die deutsche Kaiserin Strauss’ „Feuersnot“ als unanständig?

Die Kaiserin störte sich an der expliziten Symbolik und dem Libretto von Ernst von Wolzogen, welches sie als obszön interpretierte, was schließlich zu einem Aufführungsverbot am Berliner Königlichen Opernhaus führte.

Excerpt out of 31 pages  - scroll top

Details

Title
Frühe Meistersinger-Rezeption und ihre Auswirkungen auf die komische Oper in der Wagner-Nachfolge
Author
Prof. Dr. Peter P. Pachl (Author)
Publication Year
2012
Pages
31
Catalog Number
V287765
ISBN (eBook)
9783656883050
ISBN (Book)
9783656883067
Language
German
Tags
frühe meistersinger-rezeption auswirkungen oper wagner-nachfolge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Prof. Dr. Peter P. Pachl (Author), 2012, Frühe Meistersinger-Rezeption und ihre Auswirkungen auf die komische Oper in der Wagner-Nachfolge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287765
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  31  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint