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Der Türkische Nationalismus. Aufstieg und Etablierung unter dem Komitee für Einheit und Fortschritt

Title: Der Türkische Nationalismus. Aufstieg und Etablierung unter dem Komitee für Einheit und Fortschritt

Diploma Thesis , 2013 , 98 Pages , Grade: 2

Autor:in: Adem Can (Author)

Orientalism / Sinology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Thema dieser Diplomarbeit ist der Aufstieg und die Etablierung des türkischen Nationalismus unter dem Einfluss der İttihat ve Terakki Cemiyeti / İTC (Gesellschaft für Einheit und Fortschritt) in der Zweiten Verfassungsperiode 1908-1918 im Osmanischen
Reich. Die Arbeit beginnt mit einer kurzen Schilderung der politischen und gesellschaftlichen Situation bis zur Jungtürkischen Revolution 1908, die als Grundlage für
die Entstehung der İTC gesehen werden kann. Hier ist vor allem die Situation der verschiedenen Religionsgemeinschaften des Osmanischen Reiches bis zum Beginn der Tanzimatperiode 1839, die Veränderungen im Osmanischen Reich im 19. Jahrhundert, die Reformperiode zwischen 1856 und 1876, an deren Ende im Osmanischen Reich eine Verfassung verkündet wurde, die Ära Abdülhamit II. (1876-1908), schließlich die
Entstehung der İTC und die kurze Schilderung der Jungtürkischen Revolution von 1908, in deren Folge die Verfassung von 1876 wieder eingeführt und Abdülhamit II. entmachtet wurde, wichtig für den Aufstieg des türkischen Nationalismus. Die İTC, die auch unter der Bezeichnung Jungtürken bekannt ist, bestimmte die osmanische Politik zwischen 1908 und 1918. In dieser Zeit kam es im Osmanischen Reich zu tiefgreifenden Veränderungen.
Zahlreiche Aufstände und Kriege hatten für das Osmanische Reich den Verlust großer Territorien in Europa, Afrika und im Nahen Osten zur Folge. Aufgrund dieser Verluste dominierte in dem vormals multiethnischen Osmanischen Reich das türkische Element. Turksprachige Intellektuelle aus dem Russischen Reich, die im Osmanischen Reich Zuflucht vor russischer Verfolgung fanden und in Kontakt mit osmanischen Intellektuellen traten, brachten die Idee des Pantürkismus in das Osmanische Reich. Nach der Jungtürkischen Revolution von 1908 wurden viele Organisationen und Zeitschriften
eingerichtet und gegründet, in denen die İTC und einige ihrer bedeutenden Mitglieder großen Einfluss hatten, und in denen ein offener Diskurs über den türkischen Nationalismus stattfinden konnte. Einer dieser osmanischen Intellektuellen, nämlich Ziya Gökalp, der gleichzeitig ein Mitglied des Zentralkomitees der İTC war, definierte eine Theorie des türkischen Nationalismus, die nach 1923 einigen Einfluss auf die durchgeführten Reformen in der neuen Republik Türkei hatte. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Begriff Nationalismus

3 Die Lage im Osmanischen Reich bis zur Jungtürkischen Revolution 1908

3.1 Religiöse und ethnische Zusammensetzung des Osmanischen Reiches

3.2 Veränderungen im 19. Jahrhundert

3.3 Die Periode von 1856-1876

3.4 Die Ära Abdülhamit II. (reg. 1876-1909)

3.5 Die Jungtürkische Bewegung und die Entstehung der İTC

3.6 Die Jungtürkische Revolution von 1908

4 Die Zweite Verfassungsperiode (İkinci Meşrutiyet Devri) 1908-1918

4.1 Hauptlinien der politischen Entwicklung

4.2 Der türkische Nationalismus in der Jungtürkischen Ära

4.3 Der Pantürkismus

4.4 Der türkische Nationalismus nach Ziya Gökalp (1875/76 - 1924)

4.5 Die nationalistischen Organisationen und die nationalistische Presse

4.6 Die nationale Literaturströmung – Milli Edebiyat Akımı

4.7 Konflikte mit den Minderheiten

5 Die Türkische Unabhängigkeitsbewegung 1918-1923

6 Die Republik Türkei ab 1923 - Nationalismus als Staatsideologie

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Aufstieg und die Etablierung des türkischen Nationalismus unter dem Einfluss des Komitees für Einheit und Fortschritt (İTC) im Osmanischen Reich sowie die anschließende Transformation der politischen Identität nach der Gründung der Türkischen Republik bis 1938.

  • Analyse der sozio-politischen Situation im Osmanischen Reich vor der Revolution von 1908.
  • Untersuchung der Entstehung und Entwicklung der Jungtürkischen Bewegung und ihrer Rolle bei der Restauration der Verfassung.
  • Darstellung der verschiedenen nationalistischen Strömungen, insbesondere des Pantürkismus und des Konzepts von Ziya Gökalp.
  • Diskussion der Auswirkungen des Ersten Weltkriegs und der Unabhängigkeitsbewegung auf die Ideologiebildung der jungen Republik.

Auszug aus dem Buch

Die Periode von 1856-1876

Die zunehmende nationalistische Tendenz in Europa und die Auflösungserscheinungen im Osmanischen Reich konnte der osmanischen Elite und den Intellektuellen nicht entgehen. Kontakt mit Europäern und europäischen Werten wie Nation, Heimat, Freiheit und Gleichheit förderte unter den Intellektuellen und den elitären Schichten des Osmanischen Reiches die Entwicklung einer neuen Doktrin. Diese neue Doktrin, genannt Osmanlılık (Osmanismus) wonach alle Menschen im Reich ungeachtet der Religions- und Volkszugehörigkeit gleichwertige Untertanen des Sultans sein sollten und die gleichen Rechte und Pflichten genießen sollten, hielt Einzug in das politische Denken der Elite. Das Osmanische Reich sollte dadurch vor dem drohenden Zerfall gerettet werden. Diese neue Doktrin sah eine neue Art der Identifizierung mit dem Staat vor, anstelle der traditionellen Islam trat die Loyalität gegenüber dem Osmanischen Vaterland und der herrschenden Dynastie.

Eine neue Gruppe von Intellektuellen, die sogenannten Yeni Osmanlılar (Jungosmanen bzw. Neuosmanen), kämpfte in den 60er und 70er Jahren für die Verkündung einer Verfassung. Die Gruppe wurde 1865 durch eine Gruppe von sechs Beamten, die vor allem im Übersetzungsbüro der Hohen Pforte tätig waren, gegründet. Einige führende Mitglieder, wie zum Beispiel Namık Kemal (1840-1888), leisteten Pionierarbeit bei der Entstehung des modernen Journalismus. Sie waren zumeist gebildete Intellektuelle, die in den neu errichteten Schulen erzogen wurden und von den Modernisierungsmaßnahmen in Europa beeinflusst waren, aber dennoch ihre osmanische Identität behielten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik des Nationalismus im Osmanischen Reich und die Zielsetzung der Arbeit.

2 Der Begriff Nationalismus: Definition und theoretische Abgrenzung der Konzepte Nationalität, Nation, Nationalstaat und Nationalismus.

3 Die Lage im Osmanischen Reich bis zur Jungtürkischen Revolution 1908: Analyse der gesellschaftlichen und politischen Ausgangslage des Vielvölkerstaates und der Reformbestrebungen.

4 Die Zweite Verfassungsperiode (İkinci Meşrutiyet Devri) 1908-1918: Untersuchung der Ära der İTC, der verschiedenen Ideologien und der politischen Krisen während des Ersten Weltkriegs.

5 Die Türkische Unabhängigkeitsbewegung 1918-1923: Schilderung des Zerfalls des Reiches und des organisierten Widerstands unter Mustafa Kemal.

6 Die Republik Türkei ab 1923 - Nationalismus als Staatsideologie: Analyse der Umwandlung des türkischen Nationalismus in die staatliche Ideologie der neuen Republik und deren Reformen.

Schlüsselwörter

Osmanisches Reich, Jungtürken, İTC, Nationalismus, Ziya Gökalp, Pantürkismus, Mustafa Kemal, Moderne Türkei, Verfassung, Tanzimat, Osmanismus, Reformen, Unabhängigkeitsbewegung, Republik, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet den historischen Wandel des Osmanischen Reiches hin zur Türkischen Republik unter besonderer Berücksichtigung der Entstehung und Etablierung des türkischen Nationalismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Rolle des Komitees für Einheit und Fortschritt (İTC), die Einflüsse europäischer Ideen, die Auswirkungen von Kriegen auf die osmanische Gesellschaft sowie die Transformation zur modernen Staatsideologie der Türkei.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Aufstieg und die Ausgestaltung des türkischen Nationalismus als politische Kraft und später als tragende Staatsideologie zwischen 1908 und 1938 wissenschaftlich darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten historisch-analytischen Methode unter Auswertung relevanter zeitgenössischer Quellen, wissenschaftlicher Sekundärliteratur und Fachlexika.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der vorrevolutionären Phase, die Periode der Verfassungsbestrebungen, die Ära der Jungtürken, die Ereignisse des Ersten Weltkriegs, den Unabhängigkeitskampf und die konsolidierenden Reformen der Republik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Osmanisches Reich, İTC, türkischer Nationalismus, Jungtürken, Ziya Gökalp, Pantürkismus, Laizismus und Mustafa Kemal.

Inwieweit beeinflusste Ziya Gökalp die spätere Staatsideologie der Türkei?

Ziya Gökalp lieferte die soziologische Grundlage, indem er die Trennung von Kultur und Zivilisation propagierte und eine Modernisierung unter Beibehaltung nationaler Identitätsmerkmale forderte, was Mustafa Kemal in seinen Reformen aufgriff.

Welche Rolle spielten die Minderheitenkonflikte für den aufkommenden Nationalismus?

Die Konflikte, insbesondere während des Ersten Weltkriegs, verschärften die Trennung zwischen den muslimischen und nicht-muslimischen Bevölkerungsgruppen und führten zur Konzentration der nationalistischen Bestrebungen auf Anatolien als Kernland.

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Details

Title
Der Türkische Nationalismus. Aufstieg und Etablierung unter dem Komitee für Einheit und Fortschritt
College
University of Vienna  (Institut für Orientalistik)
Course
Turkologie
Grade
2
Author
Adem Can (Author)
Publication Year
2013
Pages
98
Catalog Number
V287812
ISBN (eBook)
9783656879619
ISBN (Book)
9783656879626
Language
German
Tags
Türkischer Nationalismus Komitee für Einheit und Fortschritt Ziya Gökalp Milli Edebiyat Akimi Jungtürken
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Adem Can (Author), 2013, Der Türkische Nationalismus. Aufstieg und Etablierung unter dem Komitee für Einheit und Fortschritt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287812
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