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Die Frau im Wächterstand des idealen Staates. Die Feminismus-Frage in Platons "Politeia"

Titel: Die Frau im Wächterstand des idealen Staates. Die Feminismus-Frage in Platons "Politeia"

Seminararbeit , 2013 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: B.A. Vanessa Mühlhausen (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Kontext der Entstehung des idealen Staates diskutieren Sokrates und Glaukon die Tauglichkeit der weiblichen Natur für den Wächterstand zur Verteidigung der πόλις. Schon im vierten Jahrhundert vor Christus muss Platon für viel Gesprächsstoff gesorgt haben, da die Einbeziehung der Frau in das öffentliche Leben, geschweige denn die Erwägung einer für Männer und
Frauen gleichgestellten Zuteilung staatlicher Aufgaben höchst ungewöhnlich im athenischen Stadtleben war. Es besteht heutzutage vor allem die Frage, ob Platon sich damit als ein
Feminist in gegenwärtiger Bedeutung auszeichnet. Darüber existieren allerdings äußerst verschiedene Meinungen. Einige AutorenInnen wie John Lucas sind überzeugt von der Annahme, dass sich Platon damit als ein Feminist im modernen Sinne beweist, andere ForscherInnen hingegen, wie
beispielsweise Julia Annas weisen darauf hin, dass Platons Motivation hier allein vom Gemeinwohl des Staates abhing und das Potential der Frauen hier beizutragen lediglich nicht brach lassen wollte, ohne individuelle Vorteile für die Frau im Auge gehabt zu haben. Warum die Feminismus-Frage in bezug auf Platon so kontrovers ist, ist wahrscheinlich in der Vielzahl widersprüchlicher Äußerungen in seinen Werken, was das weibliche Geschlecht angeht, begründet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Feminismus

3. Die Stellung der Frau im klassischen Athen

4. Platons Vorstellungen der physischen und psychischen Beschaffenheit der Frau in der Politeia

5. Weitere hilfreiche Textstellen

6. Rezension zu Platons Vorstellung von Frauen im Wächterstand

6.1 Aristoteles als vermutlich erster Kritiker

6.2 Ein neuzeitliches Beispiel: Jean-Jacques Rousseau

6.3 Moderne Feminismus-Debatte um Platon

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kontroverse Frage, inwiefern Platon als Feminist im modernen Sinne verstanden werden kann, basierend auf seinen Ausführungen im fünften Buch der Politeia zur Einbeziehung von Frauen in den Wächterstand.

  • Historische Analyse der Rolle der Frau im klassischen Athen.
  • Untersuchung der platonischen Argumentation zur Gleichstellung der Geschlechter im Wächterstand.
  • Vergleichende Analyse antiker (Aristoteles) und neuzeitlicher (Rousseau) Kritiken.
  • Diskussion moderner akademischer Positionen zur Frage von Platons Feminismus.
  • Reflexion über die Bedeutung von Platons Ansatz im Kontext heutiger Chancengleichheit.

Auszug aus dem Buch

Platons Vorstellungen der physischen und psychischen Beschaffenheit der Frau in der Politeia

Die Ausgangssituation zeigt Sokrates und seine Gesprächspartner darüber diskutierend, welche Aufgaben die Frauen im idealen Staat übernehmen, wenn die Männer im Stand der φύλακες der wichtigen Tätigkeit nachkommen den Staat zu schützen und zu bewachen.

Eine Analogie des Wachhundes soll zeigen, dass es allein an der Art und Weise der Erziehung und der Gewohnheiten liegt, ob Frauen denselben Aufgaben nachkommen können wie die Männer, denn der weibliche Schäferhund soll die Herde ebenso hüten wie der männliche und nicht nur das Haus hüten und Nachkommen versorgen. Widersprüchlich scheint aber dennoch der Gedanke zu sein, dass beide Geschlechter dieselben Tätigkeiten ausüben, da ja Sokrates zuvor dafür plädierte, dass ein Staat nur gerecht sein kann, wenn jeder τὸ τὰ αὐτοῦ πράττειν. Können Mann und Frau von Natur aus dieselben Aufgaben zugeteilt bekommen haben, obwohl sich ihre φύσις so sehr unterscheidet? Problematisch ist, dass eine eindeutige Bestimmung für die Art dieser Verschiedenheit noch aussteht und somit nicht festgelegt werden kann, ob diese Verschiedenheit einen Einfluss auf die Tätigkeiten hätte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die zentrale Fragestellung und den Kontext des fünften Buches der Politeia sowie Vorstellung der methodischen Vorgehensweise.

Feminismus: Klärung des Begriffs Feminismus und Erläuterung der Schwierigkeit, diesen modernen Begriff auf antike Denkweisen zu übertragen.

Die Stellung der Frau im klassischen Athen: Historische Kontextualisierung der rechtlichen und gesellschaftlichen Unterordnung der Frau im antiken Griechenland.

Platons Vorstellungen der physischen und psychischen Beschaffenheit der Frau in der Politeia: Analyse der Argumentation Platons zur Gleichstellung der Geschlechter bei der Ausbildung im Wächterstand.

Weitere hilfreiche Textstellen: Untersuchung weiterer Werke Platons zur Ergänzung des Frauenbildes jenseits der zentralen Stelle in der Politeia.

Rezension zu Platons Vorstellung von Frauen im Wächterstand: Kritische Auseinandersetzung mit Aristoteles und Rousseau sowie moderner Forschungsliteratur zur Frage der platonischen Position.

Fazit: Zusammenfassende Bewertung der feministischen Ambitionen Platons im Kontext seiner Zeit und des gesamten Werkes.

Schlüsselwörter

Platon, Politeia, Feminismus, Wächterstand, Geschlechterrollen, antikes Athen, Gleichstellung, Chancengleichheit, Aristoteles, Rousseau, politische Philosophie, Frauenbild, Erziehung, Gemeinwohl, Geschlechterdifferenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob Platon auf Basis seiner Texte zur Politeia als ein Feminist im modernen Verständnis bezeichnet werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung umfasst die historische Stellung der Frau im antiken Athen, Platons spezifische Argumentation im Wächterstand und die kontroverse moderne Debatte über seine Absichten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den Interpretationsweisen, die Platon mit der Integration von Frauen in den Wächterstand eröffnete, und ob dies als feministischer Ansatz oder rein pragmatische Erwägung für das Gemeinwohl zu bewerten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturanalytische Methode, indem sie Primärtexte von Platon, Aristoteles und Rousseau heranzieht und diese durch das Prisma moderner Forschungspositionen diskutiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert neben der Politeia auch weitere Werke wie die Nomoi, den Timaios und das Symposion, um ein differenziertes Bild von Platons Ansichten zu erhalten, und bewertet Rezeptionen von Autoren wie Okin, Vlastos und Lucas.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Feminismus, Wächterstand, Geschlechterrollen, Gleichstellung und politische Philosophie geprägt.

Wie unterscheidet sich Platons Frauenbild in der Politeia von dem in den Nomoi?

Während die Politeia weiterreichende Gleichheitsansätze und militärische Mitwirkung für Frauen im Wächterstand vorsieht, zeigen die Nomoi ein deutlich konservativeres Bild mit stärkerer Einschränkung auf den häuslichen Bereich.

Welche Rolle spielt die Figur der Diotima im Symposion für die Argumentation?

Diotima dient als literarisches Mittel, durch das Platon einer Frau eine weise Führungsfunktion im Dialog zuweist, was als mögliches Symbol für seine Sympathie gegenüber weiblicher Vernunft gedeutet wird.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Frau im Wächterstand des idealen Staates. Die Feminismus-Frage in Platons "Politeia"
Hochschule
Universität zu Köln  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Platons Staat
Note
1,0
Autor
B.A. Vanessa Mühlhausen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
31
Katalognummer
V287836
ISBN (eBook)
9783656880189
ISBN (Buch)
9783656880196
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Platon Frau Wächterstand Feminismus Rousseau Athen Philosophenherrscher Politeia Timaios Symposion Émile Aristoteles
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Vanessa Mühlhausen (Autor:in), 2013, Die Frau im Wächterstand des idealen Staates. Die Feminismus-Frage in Platons "Politeia", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287836
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Leseprobe aus  31  Seiten
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