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"Umb daz sü deste me harkoment". Das städtische Kaufhaus im Wirtschaftsleben des spätmittelalterlichen Straßburg

Entstehung, Verwaltung, Funktion

Titel: "Umb daz sü deste me harkoment". Das städtische Kaufhaus im Wirtschaftsleben des spätmittelalterlichen Straßburg

Examensarbeit , 2014 , 81 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christoph Heckl (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Einrichtung von städtischen Kaufhäusern wurde in der Forschung als die „wichtigste wirtschaftstopographische Veränderung“ der mittelalterlichen Stadt bezeichnet. Auch in Straßburg markiert die Errichtung des Kaufhauses im Jahr 1358 einen zentralen Einschnitt. Die vorliegende Arbeit stellt einen Versuch dar, die konkrete Bedeutung herauszuarbeiten, die dem Kaufhaus im Gefüge der Straßburger Wirtschaft im Spätmittelalter zukam. Eine Hauptursache der Entstehung von Kaufhäusern – die im ersten Kapitel beschrieben wird – war die Ausweitung des Fernhandels im späten Mittelalter. An diese die wichtigsten Faktoren zusammenfassenden Präliminarien schließt sich ein Überblick über den Handel Straßburgs im Spätmittelalter an. Der folgende Hauptteil der Arbeit spürt zunächst – anhand der wenigen vorhandenen Quellen – der Entstehung des Straßburger Kaufhauses im 14. Jahrhundert nach, um dann seine Baugestalt sowie seine sukzessiven Erweiterungen darzustellen.
Daran anschließend wird in Kapiteln zum Kaufhauspersonal und seinen Aufgaben sowie der Kontrolle durch das Stadtregiment die Verwaltung des Kaufhauses erläutert. Vor diesem Hintergrund rekonstruieren die nächsten Kapitel anhand der verschiedenen überlieferten Zolllisten die unterschiedlichen Handelsabgaben und das Warenangebot. Da mehrere Zolllisten aus dem 15. Jahrhundert vorliegen, lassen sich auch Rückschlüsse auf die Entwicklung des Warensortiments ziehen.
Der Organisation des Handels mit diesen Waren im Kaufhaus widmet sich das folgende Kapitel. Dabei stellt sich als zentrale Frage, ob es in Straßburg einen Kaufhaus- und/oder einen Feilbietungszwang gegeben hat, und weiterhin, inwiefern das Kaufhaus und sein Personal Kontrollaufgaben bei der Erhebung der städtischen Handelsabgaben ausübten. Die Erörterung der Funktion, die dem Kaufhaus in der Messezeit zukam, schließt diesen Teil der Arbeit ab.
In einem letzten Kapitel wird auf Grundlage der Reglementierungen des Kaufhaushandels der Versuch unternommen, Tendenzen in der Handelspolitik der Stadt aufzuzeigen. Von besonderem Interesse ist dabei die Frage, ob sich diese eher handelsförderlich oder eher handelshemmend gestaltete. Die Beantwortung dieser Frage versteht sich als Beitrag, dem Kaufhaus im Gefüge der Straßburger Wirtschaft einen gebührenden Platz zuzuweisen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Forschungsstand

1.2 Quellen

2. Entstehung und Funktion von Kaufhäusern

3. Straßburg als Handelsstadt im Spätmittelalter

4. Das Straßburger Kaufhaus

4.1 Errichtung

4.2 Baugestalt

4.2.1 Ursprungsbau und Erweiterung

4.2.2 Einrichtung

4.3 Das Kaufhauspersonal und seine Aufgaben

4.3.1 Hausmeister und Schreiber

4.3.1 Unterkäufer

4.3.2 Knechte

4.4 Aufsicht und Kontrolle

4.5 Der Kaufhaushandel und seine Organisation

4.5.1 Öffnungszeiten

4.5.2 Handelsabgaben

4.5.3 Warensortiment

4.5.4 Kaufhauszwang

4.5.5 Stapelrecht und Verkaufszwang

4.5.6 Handelskontrolle

4.5.7 Kaufhaushandel in der Messe

5. Die Reglementierung des Handels im Kaufhaus als Ausdruck der Handelspolitik des Straßburger Rates

5.1 Handelsförderliche oder -hemmende Zollpolitik?

5.2 Der handelspolitische Reflexionshorizont des Rates

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die konkrete wirtschaftliche Bedeutung des Kaufhauses für Straßburg im Spätmittelalter, indem sie dessen Organisation, das Personal sowie die handelspolitischen Strategien des Straßburger Rats analysiert und dabei die Frage klärt, inwieweit diese Politik handelsfördernd oder -hemmend wirkte.

  • Bau- und Entstehungsgeschichte des Straßburger Kaufhauses
  • Organisation von Kaufhauspersonal und Kontrollinstanzen
  • Entwicklung des Warensortiments und fiskalische Bestimmungen
  • Analyse handelspolitischer Tendenzen und Marktregulierungen
  • Besonderheiten des Messehandels und dessen Einfluss auf den Kaufhausbetrieb

Auszug aus dem Buch

4.1 Errichtung

Vor der Errichtung des Kaufhauses konzentrierte sich der Handel in Straßburg an verschiedenen Orten. Darunter waren unter freiem Himmel stattfindende Spezialmärkte sowie bestimmte Hallen und Lauben für unterschiedliche Gewerbezweige, etwa spätestens Ende des 13. Jahrhunderts solche für die Kürschner sowie die Gerber. Tuchlauben, vielleicht sogar eine Tuchhalle, existierten bereits vor dem Jahr 1298. Seit 1353 gab es einen Schlachthof. Im 1321 errichteten Rathaus diente das Untergeschoss dem Verkauf.

Was fremde Kaufleute nicht sofort auf den Märkten verkauften, wurde in speziell dafür vorgesehenen ‚feilen‘ Wirtshäusern gelagert, wo die Gäste auch logierten. Dies änderte sich im Jahr 1358, als, so berichtet der Straßburger Chronist Closener (1362), daz koufhus (...) an dem Saltzhove errichtet wurde. Jakob Twinger von Königshofen fügt in seiner Chronik (1419) der von Closener übernommenen Nachricht hinzu, dass dies erbaut wurde, weil den Gästen in den Wirtshäusern dicke schade von stelende und von andern dingen widerfahren war. Mit dem Kaufhaus bot man den Kaufleuten nunmehr einen Ort, in dem sie ihre teilweise wertvollen und empfindlichen Waren trocken und diebstahlsicher lagern konnten und in dem kaufinteressierte Straßburger Kaufleute die Ware begutachten konnten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über das Thema und die Quellenlage, insbesondere zur Rolle des Kaufhauses in der Straßburger Wirtschaft des Spätmittelalters.

2. Entstehung und Funktion von Kaufhäusern: Das Kapitel erläutert die allgemeinen Faktoren für die Entstehung von Kaufhäusern als Zentren für den Fernhandel und die fiskalische Kontrolle.

3. Straßburg als Handelsstadt im Spätmittelalter: Es wird die wirtschaftliche Bedeutung Straßburgs als Freie Stadt und bedeutender Umschlagplatz am Rhein skizziert.

4. Das Straßburger Kaufhaus: Dieses umfangreiche Hauptkapitel behandelt Baugestalt, Personalstruktur, Kontrollmechanismen, Handelsregeln und die Spezifika des Messehandels.

5. Die Reglementierung des Handels im Kaufhaus als Ausdruck der Handelspolitik des Straßburger Rates: Das Kapitel analysiert die handelspolitische Ausrichtung des Rates, insbesondere die Zollpolitik im Hinblick auf ihre handelsfördernde oder -hemmende Wirkung.

6. Schluss: Die Arbeit resümiert die Bedeutung des Kaufhauses als zentrales Instrument, das nicht nur der Kontrolle, sondern auch der aktiven Förderung des Handels diente.

Schlüsselwörter

Straßburg, Kaufhaus, Spätmittelalter, Fernhandel, Handelspolitik, Zollwesen, Rat, Kaufhauspersonal, Unterkäufer, Tuchhandel, Messehandel, Stadtwirtschaft, Fiskalismus, Warensortiment, Kontrollapparat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle des Kaufhauses als zentrales Element der spätmittelalterlichen Straßburger Wirtschaft und als Instrument städtischer Handelspolitik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des Bauwerkes, die Verwaltung durch Personal (Hausmeister, Unterkäufer), die Organisation des Warenflusses und die handelspolitische Steuerung durch den Rat.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die konkrete Bedeutung des Kaufhauses im Straßburger Wirtschaftsgefüge zu bestimmen und die Frage nach dem Charakter der städtischen Handelspolitik (handelsfördernd vs. fiskalisch) zu klären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer systematischen Auswertung zeitgenössischer Kaufhausordnungen, städtischer Ratsbeschlüsse, Zolllisten und chronikalischer Aufzeichnungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil rekonstruiert die Entstehung und Erweiterung des Kaufhauses, beschreibt das Personal und dessen Aufgaben sowie die Reglementierung des Handels durch Zoll- und Kontrollmaßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Straßburg, Kaufhaus, Fernhandel, Zollwesen, Handelspolitik, Tuchhandel und Messewesen.

Welche Rolle spielten die "Dreier auf dem Pfennigturm"?

Sie bildeten das oberste Finanzorgan der Stadt und überwachten die Einnahmen des Kaufhauses sowie die Aktivitäten des Hausmeisters und der Zollbeamten.

War die Handelspolitik des Rates tatsächlich fiskalisch geprägt?

Die Arbeit widerspricht der älteren Forschungsmeinung einer rein fiskalischen Ausrichtung und zeigt auf, dass der Rat gezielt handelsfördernde Maßnahmen ergriff, um die Standortattraktivität für fremde Kaufleute zu sichern.

Wie wurde der Messehandel im Kaufhaus geregelt?

Während der Messezeit wurde der Kaufhauszwang temporär aufgehoben, um den großen Andrang zu bewältigen, wobei die Stadt weiterhin ein hohes Interesse an der Kontrolle und Förderung des Textilhandels zeigte.

Ende der Leseprobe aus 81 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Umb daz sü deste me harkoment". Das städtische Kaufhaus im Wirtschaftsleben des spätmittelalterlichen Straßburg
Untertitel
Entstehung, Verwaltung, Funktion
Hochschule
Universität zu Köln  (Historisches Institut)
Note
1,0
Autor
Christoph Heckl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
81
Katalognummer
V287902
ISBN (eBook)
9783656880509
ISBN (Buch)
9783656880516
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kaufhaus wirtschaftsleben straßburg entstehung verwaltung funktion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Heckl (Autor:in), 2014, "Umb daz sü deste me harkoment". Das städtische Kaufhaus im Wirtschaftsleben des spätmittelalterlichen Straßburg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287902
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Leseprobe aus  81  Seiten
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