Die Eignung des Bruttoinlandsproduktes als Wohlstandsindikator


Hausarbeit, 2013
11 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Bruttoinlandsprodukt
2.1 Definition und Berechnung
2.2 Ländervergleich

3 Kritik am Bruttoinlandsprodukt

4 Andere Indikatoren
4.1 Human Development Index
4.2 Happy Planet Index

5 Ausblick

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Um die Wirtschaftsleistung eines Landes oder einer Region zu messen, ist die Wissenschaft seit vielen Jahrzenten auf Indikatoren angewiesen. Anhand dieser Messgrößen soll eine Vergleichbarkeit zwischen den Volkswirtschaften geschaffen werden. Das am weitesten verbreitete und am längsten genutzte Konzept ist das des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

In den letzten 20 Jahren hat sich jedoch in der Literatur die Frage gestellt, wie zeitgemäß das BIP zur Berechnung des Wohlstands eines Landes ist. Um der Frage nachzugehen und dem Leser einen Überblick über die Anwendbarkeit des BIP und anderer Indikatoren zugeben, soll in dieser Hausarbeit der Sachverhalt der Wohlstandsmessung durch das Bruttoinlandsprodukt dargestellt werden. Aufgrund der Kürze der Hausarbeit, kann dem Leser allenfalls ein Einstieg bzw. ein Überblick zur Thematik gegeben werden. Eine vollständige Betrachtung des komplexen Sachverhalts wäre in diesem Rahmen nicht möglich.

Zunächst wird der Begriff des BIP definiert und die Berechnung bzw. Zusammensetzung des Indikators gezeigt. Im Ländervergleich soll anschließend dem Leser gezeigt werden, wie ein Ranking nach dem Bruttoinlandsprodukt vorgenommen werden kann. Im darauffolgenden Kapitel werden einige Kritikpunkte genannt, die die Problematik des BIP als Indikator für Wohlstand aufzeigen. In Kapitel vier werden ausgehend von der Kritik am BIP weitere Indikatoren vorgestellt, die den Wohlstandsbegriff aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Schließlich wird am Ende der Hausarbeit ein kurzes Fazit gezogen und ein Ausblick über zukünftige Indikatorensysteme gegeben.

2 Das Bruttoinlandsprodukt

Zunächst soll der Begriff des Bruttoinlandsprodukts näher erläutert werden. Hierzu wird der Begriff gemäß Literatur definiert und die Berechnung formal dargelegt. Im dritten Abschnitt kann anhand eines Ländervergleichs gesehen werde, dass mithilfe des BIP ein Ranking möglich ist.

2.1 Definition und Berechnung

Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges gab es keine verlässlichen Daten zur wirtschaftlichen Aktivität einer Volkswirtschaft. Erst in den 1950er Jahren begannen die Industriestaaten mit einer systematischen Aufzeichnung der Wirtschaftsdaten. Dies erfolgt im System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Hierzu wurden Konzepte entwickelt, um bestimmte statistische Daten greifbar zumachen (vgl. Blanchard u. Illing 2006, 45f).

Eine zentrale Rolle spielt hier das Bruttoinlandsprodukt, das als „[…]Maß für die gesamtwirtschaftliche Produktion in der VGR“ (Blanchard u. Illing 2006, 46) genannt werden kann.

Seit den 1990er Jahren ist das Bruttoinlandsprodukt einer der wichtigsten Indikatoren für die Volkswirtschaften. Zuvor wurde das Bruttosozialprodukt als „Schlüsselindikator“ verwendet. Eng verbunden mit dem Begriff des BIP ist das Wachstumskonzept. Zur Lösung gesellschaftlicher Probleme wird wirtschaftliches Wachstum als unabdingbar angenommen. Mit hohen Wachstumsraten einhergehend, wird sich dann auch der Wohlstand einer Volkswirtschaft erhöhen, so die Theorie (vgl. WSR 2011, 8).

Das Bruttoinlandsprodukt ist in der Literatur definiert, als:

„Der Marktwert aller für den Endverbrauch bestimmten Waren und Dienstleistungen, die in einem Land in einem bestimmten Zeitabschnitt hergestellt wurden“ (Mankiw u. Taylor 2012, 600).

Die Berechnung des BIP kann über die Entstehungsrechnung, die Verwendungsrechnung oder die Verteilungsrechnung erfolgen, was im Folgenden kurz skizziert werden soll:

Bei der Entstehungsrechnung werden vom Produktionswert die Vorleistungen subtrahiert, so dass man die Bruttowertschöpfung erhält. Diesen Betrag addiert man die Gütersteuern hinzu und zieht die Gütersubventionen davon ab. Als Ergebnis erhält man das Bruttoinlandsprodukt.

Eine weitere Möglichkeit der BIP-Berechnung ist die Verwendungsrechnung. Hier werden Private Konsumausgaben und die Konsumausgaben des Staates addiert, hinzu kommen Ausrüstungsinvestitionen, Bauinvestitionen, Vorratsveränderungen und Nettozugänge an Wertsachen sowie der Export von Waren und Dienstleistungen abzüglich des Imports von Waren und Dienstleistungen. Als Ergebnis erhält man auch hier das BIP.

Die dritte Variante das BIP zu errechnen, ist die Verteilungsrechnung. Dem Nettonationaleinkommen werden Abschreibungen hinzugefügt, so dass sich das Bruttonationaleinkommen ergibt. Hiervon wird der Saldo der Primäreinkommen der übrigen Welt subtrahiert, so dass auch hier als Ergebnis das Bruttoinlandsprodukt festgehalten werden kann (vgl. Brümmerhoff 2002, 52).

Das BIP lässt sich desweiteren nach zwei Ausprägungen unterscheiden. Es kann einerseits zu laufenden Preisen (nominelles BIP) oder zu Preisen des Vorjahres (reales BIP) berechnet werden. In der Literatur wird unter dem nominellen BIP, „[…] die Summe aller, mit ihren aktuellen Preisen multiplizierten Mengen der Endnachfragegüter“ verstanden (Wildmann 2010, 40).

Problematisch an dieser Berechnung ist, dass zwei Ursachen für einen Anstieg des BIP in Frage kommen. Eine BIP-Erhöhung kann einerseits aus einer höheren Produktion und andererseits auch aus einem Preisanstieg resultieren. Um den Effekt der gestiegenen Preise zu umgehen, wird das reale Bruttoinlandsprodukt genutzt. Zur Berechnung werden konstante Preise verwendet. Dies kann zum Beispiel der Preis der Vorperiode sein. So ist gewährleistet, dass nur eine reine Produktionssteigerung Ursache für die Erhöhung des BIP-Wertes ist und der korrekte intertemporale Vergleich der Produktion somit möglich wird (vgl. Blanchard u. Illing 2006, 52 f)

Mithilfe des BIP lassen sich somit Werte für unterschiedliche Jahre eines Landes vergleichen. Die wirtschaftliche Entwicklung wird so deutlich. Abbildung 1 zeigt dies für die Bundesrepublik Deutschland.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Entwicklung des BIP der BRD von 2000 - 2012

Quelle: http://www.crp-infotec.de/01deu/wirtschaft/grafs/bip_entw_2000_ff_nom.gif (26.02.2013)

2.2 Ländervergleich

Nicht nur der intertemporale Vergleich in einem Land ist mit dem BIP möglich, auch der Vergleich unterschiedlicher Länder zu einem Zeitpunkt kann gezeigt werden. Um jedoch eine Vergleichbarkeit unabhängig von der Bevölkerungszahl eines Landes zu schaffen, bedient man sich des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf als Indikator für die wirtschaftliche Aktivität eines Landes. Die Berechnung hierzu erfolgt, in dem das gesamte BIP eines Landes durch dessen Bevölkerungszahl geteilt wird (vgl. Blanchard u. Illing 2006, 55)

Für das Jahr 2007 bedeutet dies für die Bundesrepublik Deutschland ein BIP pro Kopf von 39.979 US-Dollar. Im internationalen Vergleich reicht es für Deutschland somit nur zu Rang 18. Angeführt wird die Rangliste von Luxemburg, dass mit 102.145 US-Dollar einen mehr als 2,5 fach höheren Wert vorweisen kann als Deutschland. Abbildung 2 stellt diesen Sachverhalt auch graphisch dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ausgewählter Staaten

Quelle: http://www.bpb.de/cache/images/0/52660-1x2-orginal.gif%3FC5BD9 (26.02.2013)

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Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Eignung des Bruttoinlandsproduktes als Wohlstandsindikator
Hochschule
Universität Osnabrück  (Institut für Empirische Wirtschaftsforschung)
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
11
Katalognummer
V287912
ISBN (eBook)
9783656880813
ISBN (Buch)
9783656880820
Dateigröße
450 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eignung, bruttoinlandsproduktes, wohlstandsindikator
Arbeit zitieren
Jens Konermann (Autor), 2013, Die Eignung des Bruttoinlandsproduktes als Wohlstandsindikator, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287912

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