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Zar Peter der Große von Russland und die Länder Europas

Titel: Zar Peter der Große von Russland und die Länder Europas

Seminararbeit , 2012 , 29 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Dr.med.univ. Christian Lechner (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Den Mächtigen im heutigen Russland werfen die Opposition und der Westen in regelmäßigen Abständen Machtmissbrauch und eine Rückkehr zu alten totalitären Strukturen vor. Allerdings steht Russland bei solcherlei Verfehlungen alles andere als alleine da und oftmals sind es gerade die lautesten Kritiker, die im Keller mindestens gleich viel Leichen liegen haben. Der Stil der russischen Politiker ist nun aber geprägt durch die einzigartige Geschichte dieses riesigen Staates. Man denke nur an die verschiedenen Herrschaftssysteme allein im Verlauf des 20. Jahrhunderts. Zu Beginn finden wir eine absolute Monarchie mit unumschränkter Macht und äußerster Reformfeindlichkeit vor. Das russische Volk scheint nun zwar in unserer europäischen Vorstellung so stark und zäh im Leben wie es stoisch gegenüber den Obrigkeiten und deren radikalen Herrschaftsformen ist, doch irgendwann wird der Bogen immer überspannt. Die Zaren (bzw. die Kaiser) und ihre Günstlinge waren immerhin seit der „Krönung Iwans IV. zum Zaren von ganz Rußland“ im Jahre 1547 bis zur Februarrevolution 1917 an der Macht. Am Ende entlud sich dabei ein Zorn des Volkes gegenüber ihren Herrschenden, der in der Geschichte immer wieder nur durch besonders widrige Lebensumstände für die Mehrheit des Volkes verursacht wird. Der für die Russen als perfekte Staatsform scheinende Marxismus sollte nun zu einem angenehmen Leben und Wohlstand für das gesamte Volk führen. Wie so oft ließen sich die Oberen aber schnell von ihrer Macht korrumpieren und von der noblen Idee blieb dann nicht mehr viel übrig. Kurz nach Machtergreifung der Bolschewiken wurde klar, dass das Schlaraffenland für alle noch auf sich warten ließ. Erst Michail Gorbatschow hat durch seine Glasnost- und Perestroika-Politik und dem damit verbundenen Abschaffen des Kommunismus, der russischen Form des Marxismus, diese Utopie als nicht auf diesem Wege erreichbar beendet. Gleichzeitig öffnete er damit ein neues Kapitel und zeigte neue Chancen und Wege auf. Das Streben nach einem Wohlfahrtsstaat ging damit in eine neue Runde. Man darf gespannt sein, wie sich die russische Politik und der russische Staat in den nächsten Jahren weiterentwickeln werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte

3. Kindheit und Jugendjahre Peters

4. Von der Machtübernahme zur Großen Gesandtschaft

5. Peters legendäre Reformtätigkeiten und der Große Nordische Krieg

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den politischen Aufstieg Russlands unter Zar Peter I. sowie die Konsolidierung der Romanow-Dynastie und die für das Zarenreich prägenden Reformen. Zentrales Forschungsinteresse ist dabei die Analyse der Transformation Russlands zu einer europäischen Großmacht durch die persönliche Regentschaft Peters und die damit verbundene Öffnung des Reiches nach Westen.

  • Die politische Vorgeschichte und die Etablierung der Romanows
  • Biographische Einflüsse auf die Herrschaft von Peter I.
  • Die Modernisierung des russischen Staates und seine Reformfreude
  • Der Große Nordische Krieg und die Sicherung des Ostseezugangs

Auszug aus dem Buch

3. Kindheit und Jugendjahre Peters

Aufgrund der öffentlich bekannten mentalen Beeinträchtigung Iwans, wurde Peter anschließend an Fjodors Tod vom Patriarchen, der Bojarenduma und einer Moskauer Delegiertenversammlung zum Zar ausgerufen, womit seine Mutter Natalja die Regentin wurde. Aber Peters Halbschwester Sofja wartete nicht lange und organisierte einen Aufstand der Strelitzen, einer von Iwan IV. gegründeten und mit Feuerwaffen ausgerüstete Eliteeinheit, denen als Hauptaufgabe die Bewachung des Kremls oblag. Diese Abteilung wurde während der Regentschaften Michails und Alexeis bei Modernisierungen und Solderhöhungen weitestgehend ausgelassen, dementsprechend erklärte Sofja ihnen, dass die dafür Verantwortlichen im Kreml säßen und dazu auch noch ihren Bruder Iwan umgebracht hätten. Am 15. Mai 1682 zogen die Strelitzen gegen den Kreml und verlangten beide Zarensöhne zu sehen, aber trotzdem Natalja mit Iwan und Peter auf der Roten Treppe erschien, fingen die Strelitzen daraufhin an zu wüten und Günstlinge und Parteigänger der Naryschkins vor den Augen Peters und Iwans zu ermorden. Auch Peters Onkel Iwan Naryschkin und Matwejew, einer der engsten Vertrauten und Berater Alexeis, starben einen grausamen Tod. Die überlebenden Naryschkins wurden aus dem Kreml verbannt. Natalja, völlig am Boden zerstört, und ihr zehnjähriger Sohn Peter waren alleine. Diese Chance nützte nun Sofja um durch die Strelitzen am 23. Mai 1682 die Wahl Iwans zum Mitzaren durchsetzen zu lassen. Einige Tage später ging die ehrgeizige Zarentochter sogar noch weiter und ließ sich zur Regentin für ihren minderjährigen Bruder ausrufen. Damit hatte sie durch den Aufstand der Strelitzen genau das bekommen, was sie wollte, die Macht für sich und ihren Bruder und die Verbannung der verhassten Naryschkins.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung gibt einen Überblick über die historische Entwicklung Russlands, die Herausforderungen bei der Regierungsführung des größten Landes der Erde und die thematische Eingrenzung der Arbeit.

2. Vorgeschichte: Dieser Abschnitt behandelt die Zeit der Wirren (Smuta) nach dem Ende der Rjurikiden-Dynastie und den anschließenden Aufstieg der Romanows auf den Zarenthron.

3. Kindheit und Jugendjahre Peters: Das Kapitel beschreibt Peters schwierige Kindheit, den Aufstand der Strelitzen sowie die Regentschaft seiner Halbschwester Sofja.

4. Von der Machtübernahme zur Großen Gesandtschaft: Hier liegt der Fokus auf Peters eigenständigem Regierungsantritt, seinen militärischen Bemühungen gegen das Osmanische Reich und der Bedeutung seiner Europareise.

5. Peters legendäre Reformtätigkeiten und der Große Nordische Krieg: Dieses zentrale Kapitel analysiert die weitreichenden gesellschaftlichen Reformen Peters und den entscheidenden Konflikt mit Schweden.

6. Schluss: Das Fazit fasst das Vermächtnis Peters als Modernisierer Russlands und Begründer der europäischen Großmachtstellung zusammen.

Schlüsselwörter

Peter der Große, Russische Geschichte, Romanow, Zarentum, Großer Nordischer Krieg, Strelitzen, Modernisierung, St. Petersburg, Osteuropa, Außenpolitik, Reformen, Russland, Großmacht, Machtübernahme, Herrschaftslegitimation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Wesentlichen?

Die Arbeit analysiert den Aufstieg und die Modernisierung des russischen Reiches unter der Herrschaft von Zar Peter I. sowie die stabilisierenden und verändernden Faktoren innerhalb seiner Regentschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden in dem Text behandelt?

Zu den Schwerpunkten gehören die Vorgeschichte der Romanow-Dynastie, Peters biographischer Hintergrund, die umfassende staatliche Modernisierungspolitik und die militärischen Auseinandersetzungen, insbesondere der Große Nordische Krieg.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Peter der Große durch kluges Handeln und eine bewusste Öffnung nach Europa Russland von einem traditionellen Zarentum in eine europäische Großmacht transformierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Untersuchung verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen biographischen und historisch-analytischen Ansatz, der sich auf eine fundierte Literaturrecherche bekannter Fachhistoriker stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert erläutert?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Konsolidierung der frühen Romanows, Peters Kindheit unter dem Druck der Strelitzen, seine Große Gesandtschaft in Europa und die tiefgreifenden administrativen sowie militärischen Reformen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Peter der Große, Russische Geschichte, Modernisierung, Großer Nordischer Krieg und Romanow-Dynastie definiert.

Welche Bedeutung hatte die "Große Gesandtschaft" für Peter I.?

Die Reise ermöglichte Peter den direkten Zugang zu westlichem technischen und militärischen Wissen, was seine Begeisterung für Europa festigte und seine späteren Modernisierungsversuche in Russland maßgeblich beeinflusste.

Wie verlief die Machtübernahme durch Peter I. konkret?

Nach den traumatischen Erfahrungen mit dem Aufstand der Strelitzen und der Regentschaft seiner Halbschwester Sofja gelang Peter durch das zunehmende Vertrauen des Adels und loyaler Offiziere die schrittweise Festigung seiner alleinigen Macht.

Welche Rolle spielten die Strelitzen für die frühe Herrschaft Peters?

Die Strelitzen waren eine Eliteeinheit, die mehrfach gegen Peter rebellierte; ihre endgültige Entmachtung und Zerschlagung bildete die brutalste Phase in Peters Regentschaft und ebnete den Weg für eine modernisierte Armee.

Was war der "Große Nordische Krieg" für die russische Entwicklung?

Dieser Krieg war der entscheidende militärische Konflikt, durch den Russland den Zugang zur Ostsee gewann und seine Position als europäische Großmacht festigte.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zar Peter der Große von Russland und die Länder Europas
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck  (Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie)
Veranstaltung
Österreichisch-Russische Beziehungen - Von der Monarchie zur Nachkriegszeit
Note
1.0
Autor
Dr.med.univ. Christian Lechner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
29
Katalognummer
V288121
ISBN (eBook)
9783656882824
ISBN (Buch)
9783656882831
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte Russland Zar Peter der Große Europa Zarentum Reformen St. Petersburg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr.med.univ. Christian Lechner (Autor:in), 2012, Zar Peter der Große von Russland und die Länder Europas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288121
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Leseprobe aus  29  Seiten
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