Unternehmensplanung Mitschrift


Vorlesungsmitschrift, 2014
18 Seiten

Leseprobe

Unternehmensplanung

Unternehmensplanung: Managementfunktion zur Ausrichtung zukünftiger Unternehmensprozesse auf die Unternehmensziele.

Planung: Strukturierter Prozess der Entscheidungsfindung über einen Handlungsrahmen, der durch weitere unmittelbar ausführbare Detailentscheidungen ausgefüllt wird.

Kennzeichen einer effektiven Planung sind: (Analyse von Ist-Zuständen)

- Sachlichkeit (Nachvollziehbare Daten für die Planung/Begründungen der Daten müssen vorhanden sein)
- Kompetenz (kompetentes Planungsteam, die die Planung durchführen)
- Kreativität (bei der Umsetzung der Ziele)
- Problem- bzw. Problemlösungsorientierung
- Zukunftsorientierung (Planung ist immer Zukunftsorientiert)

Notwendigkeit der Planung:

- gesättigte Märkte (z.B. Automobilindustrie: zu oft und zu viele Modelle)
- Zunehmende Komplexität und Dynamik
- Globalisierung
- Beschleunigter technischer Fortschritt
- Übergang „Manpower“ ~ „Brainpower“ ( weniger körperliche Arbeit)
- Kürzere Produktlebenszyklen
- Digitale Revolution (alle Geräte digitalisiert, kaum noch Mechanik)
- Allianzen, feindliche Übernahmen (Märkte verändern)
- Abnehmende Stabilität der Unternehmensumwelt

Generelles Problem

- Komplexität (Unternehmensziele stehen zu verschiedenen Beziehungen zueinander)
- Unsicherheit (mangelnde Info, Unvollkommende Infos)
- Unschärfe (riesiges Problem, irgendetwas ist nicht vernünftig definiert, Ziele nicht richtig definiert, wenn die Ziele nicht richtig definiert, dann können sie nicht gemessen werden)

Mit Planung kann man mehr erzielen. Probleme die auftreten können, können so frühzeitig erkannt werden.

- Planung ist essentielles Element zielstrebiger Unternehmensführung
- Kontrolle des Erreichen ohne Planung unmöglich
- Planung schafft Problembewusstsein und Handlungsmöglichkeiten
- De facto ist Unternehmensführung ohne Planung bei relativ konstantem wirtschaftlichem Umfeld möglich, wenn
- Inputverfügbarkeit gesichert
- Keine bzw. nur geringe technologische Änderungen existieren
- Outputs zu passablen Konditionen absetzbar bleiben
- Planung bleibt notwendig, bei
- Schwankenden Umweltbedingungen und zielstrebigem Selbstbehauptungswillen des Unternehmens
- Als Koordinationsinstrument vor allem in großen Unternehmen

Rolle der Planung im Unternehmen:

- Erkennen und Strukturieren von Problemen
- Planung zwingt zu wirtschaftlichem Denken und sachlichem Vorgehen
- Planung veranlasst, Erwartungen und Einstellungen zu bilden, kritisch zu hinterfragen bzw. zu überprüfen
- Planung bewirkt, dass das Unternehmen nicht als Summe einzelner Teilbereiche, sondern als ganzes betrachtet wird.
- Planung bewirkt Identifikation von Mitarbeitern mit dem Unternehmen und wichtigen Aktionen
- Planung veranlasst zum Denken in Zeitabschnitten, zu längerfristigem Denken
- Planung trägt zu kreativem Denken bei
- Planung fördert problemorientierte bzw. Problemlösungsorientierte Vorgehensweisen
- Planung hilft, Ziele zu entwickeln und zu variieren
- Planung ist Entscheidungsvorbereitung
- Motivation der Mitarbeiter zur Zielerreichung
- Förderung der Kommunikation auf horizontaler und vertikaler Ebene
- Planung koordiniert Ziele und Maßnahmen einzelner Bereiche
- Planung zwingt zum Überdenken von ad-hoc Entscheidungen
- Planung schafft Kontrollmöglichkeiten(Soll-Ist-Vergleiche)
- Planung ermöglicht schnelles Reagieren auf neue Situationen

Gefahren der Planung im Unternehmen:

- Ausgehen von nicht erreichbaren Zielen
- Unrealistische Annahmen
- Planung von „nicht-planbarem“ (z.B. ein Schirmproduzent kann das Wetter nicht planen)
- Falsche Planansätze durch nicht vorhersehbare Ereignisse und Entwicklungen
- Frustration durch Enttäuschungen aufgrund von Fehleinschätzungen; dadurch mangelnde Bereitschaft für weitere Planungen
- Z.T. hoher Aufwand der Planung

Planung nach dem Zeitraum:

- langfristige Planung > 5 Jahre
- mittelfristige Planung 2-5 Jahre
- kurzfristige Planung < 1 Jahr

Planung nach dem hierarchischen Überordnungsverhältnis der Planungsstufen:

- Strategische Planung (Richtungsweisende Planung /Welche Zielgruppe will ich ansprechen? Erfolgsfaktoren festlegen) (langfristig)
- Taktische Planung (Ressourcenplanung, Ableitung der strategischen Planung, Standortwahl, organisatorische Maßnahmen, Investitionen, strategische Ziele konkretisieren) (mittelfristig)
- Operative Planung (laufende Disposition wie z.B. in der Arbeitsvorbereitung) (kurzfristig)

Je höher der Detailierungsplan, desto geringer die Unsicherheit.

Planung nach dem Bereich:

- Beschaffungsplanung
- Lagerplanung
- Produktionsplanung
- Absatzplanung
- Finanzplanung
- Personalplanung

Planung nach dem Integrationsgrad:

- Totalplanung (Unternehmensgesamtplan)
- Partialplanung ( Planung in Teilen, Bereichen)
- Sukzessivplanung ( zeitlich ablaufende Planung/Reihenfolge der Planung)
- Simultanplanung (gleichzeitige Planung aller Bereiche, man braucht eine Zentralsteuerung)
- Integrierte Gesamtplanung (alle Unternehmensbereiche werden geplant)
- Nichtintegrierte Gesamtplanung (Unternehmensbereiche werden getrennt geplant)
Partial- und Sukzessivplanung werden in den Unternehmen durchgeführt.

Planung nach der Datensituation:

- Planung bei Sicherheit
- Planung bei Unsicherheit

Planung nach dem Inhalt:

- Grundsatzplanung
- Zielplanung
- Strategieplanung
- Maßnahmenplanung

Anpassungsfähigkeit der Planung:

- Starre Planung (Plan wird nicht verändert, ist fest)
- Rollierende Planung (nur ein kleiner Teilplan wird realisiert, ständige Fortschreibung des Plans, permanenter Prozess der Planung)
- Flexible Planung (Planung in Alternativen, zu Grunde Legung unterschiedlicher Prämissen pro Alternative, hoher Sicherheitsgrad bei hohem Aufwand, Nutzung des Zustandsbaums zur Darstellung unterschiedlicher Entwicklungen)

Planungsträger:

Definition der Planungsträger abhängig von

- der Art der Planung
- der organisatorischen Struktur des Unternehmens

Planungsträger:

- Einzelne Funktionsträger
- Übergeordnete Funktionseinheiten
- Bereichsleitungen
- Zentrale Planungsbereiche und Planungsstäbe
- Controller
- Planungsteams
- Ausschüsse und Kommissionen
- Planungsinstanzen von Unternehmenszusammenschlüssen
- Externe Stellen

Grundsätze der Planung

- Langfristigkeit der Planung
- Vollständigkeit der Planung
- Anpassungsfähigkeit der Planung
- Stabilität der Planung
- Verbindlichkeit der Planung
- Kontrollierbarkeit der Planung
- Realisierbarkeit der Planungsvorhaben

Planung: legt fest, welche Entscheidungen getroffen werden müssen, damit künftige Ereignisse eintreten.

Prognosen: sagen voraus, das mit dem Eintreten bestimmter Ereignisse wahrscheinlich zur rechnen sein wird.

Planung und Prognose beziehen sich beide auf die Zukunft.

Informationen als Grundlage der Planung

Unterscheidbar nach:

- der Informationsquelle
- der Häufigkeit des Anfalls
- dem zeitlichen Abstand
- dem Informationszustand
- der hierarchischen Stellung der Empfänger
- der Rolle im Rahmen des Entscheidungsprozesses
- Ihrem Charakter (Tatsacheninfos, Prognoseninfos, Trendinfos)
- Ihren Objekten (Finanzinfo, Marketing, Personal)

Informationsquellen:

- Interne Informationsquellen
- Finanzbuchhaltung
- Kostenrechnung
- Statistik
- Investitionsrechnung, Kapitalbedarfsrechnung, etc.
- Marktforschung
- Externe Informationsquellen
- Staat, statistische Bundesämter, Wirtschaftsverbände
- Institute, Geschäftsberichte, Medien, Literatur, Datenbanken, etc.

Deckung des Informationsbedarfs durch:

- klassische Medien wie Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen, Radio
- CD-ROM, PC, Standleitungen
- Kommerzielle Datenbanken wie PIMS, TELEDA-TA Report, Trade and Industry Index, Reuter Business Briefing, Reuters Wirtschaftsnachrichten
- Weitere Informationssysteme

Entwurf von Planungsrichtlinien (sind dafür da, das alle wissen wie geplant wird, Ziele Absichten…)

- Aufbau der Planung
- Planungsträger und ihre Funktionen
- Teilpläne und ihre Koordination
- Ablauf der Planung
- Planungsrichtung
- Inhaltliche Planungsablauf
- Zeitlicher Planungsablauf
- Planungstechniken

Aufbau der Planung: Planungsträger, -funktionen

Entwicklung eines Aufgaben- und Kompetenzbildes

- Def. Der zu erfüllenden Aufgaben
- Def. Des Inhalts
- Def. Von Kompetenzen
- Entscheidung
- Planung
- Kontrolle
- Ausfürhung
- Bzw. Informations-, Entscheidungs-, Kontrollrechte
- Def. Der Schnittstellen (hierarchische Ebene bei der Partialplanung, klare Schnittstellen definieren)

Aufbau der Planung: Teilpläne und ihre Koordination

- Berücksichtigung von Abhängigkeiten in der Unternehmensplanung
- Je nach Berücksichtigung der Interdependenzen:
- Isolierte Bereichplanung (keine Interdependenzen)
- Simultanplanung
- Hierarchische Unternehmensplanung mit vertikaler bzw. horizontaler Dekomposition(Zerlegung)
- Festlegung des Detaillierungsgrades der Planung
- Festlegung der Richtlinien zur Koordination und Integration der Teilpläne

Methoden zur Koordination(Planungsrichtung):

- Top- down- Methode: Retrograde Planung, Unternehmensleitung gibt den strategischen Plan vor, Vorteil: Kompetenzen klar gesetzt, Koordinierungsaufwand begrenzt
- Bottom - up – Methode: Progressive Planung, auf der untersten Ebene werden die Pläne erstellt und an die höhere Ebene weiter gegeben, Mitarbeiter sind motivierter, Nachteil ist, das strategische Ziele schwer zu verfolgen sind.
- Gegenstromverfahren: Kombination von Top- down und Bottom - up. Man startet immer bei der top- down- Methode um die strategischen Ziele sicher zu stellen. Sehr hoher Aufwand, Vorteil ist, das die Mitarbeiter den Plan mit erstellen.

Inhaltlicher Planungsablauf

Zentrale Planungsarbeiten: Initiierung, Entwurf von Formularen, Festlegung von Ober-/Untergrenzen der Planinhalte; Koordination der Teilpläne und Korrektur von Planwerten; Konkretisierung von Planungsgrundsätzen

Dezentrale Planungsarbeiten: Ausarbeiten der Planentwürfe, Teilnahme an Koordinierungsmaßnahmen; Teilnahme an der Planrevision; Anregungen und Verbesserungsvorschläge

Zeitlicher Planungsablauf:

Definition von Aktivitäten, Verantwortlichen und Terminen

Welche Aktivitäten zu welchem Termin und wer ist der Verantwortliche?

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Unternehmensplanung Mitschrift
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V288192
ISBN (eBook)
9783656912361
ISBN (Buch)
9783656912378
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mitschrift, Unternehmensplanung
Arbeit zitieren
Diplomkauffrau Sabine Wittek (Autor), 2014, Unternehmensplanung Mitschrift, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288192

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