Individuelle Erweiterung der Spielfähigkeit in Wettkampfsituationen mit dem Fußball (Unterrichtsentwurf Sport Klasse 8)

Unter besonderer Berücksichtigung des Raum- und Gegnersehens


Unterrichtsentwurf, 2012
8 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Thema des Unterrichtsvorhabens:

Verbesserung technischer Fertigkeiten und taktischer Handlungsmöglichkeiten im Fußball als Grundlage für das DFB und Mc Donalds’s Fussball-Abzeichen.

Thema der Unterrichtsstunde:

(7. Std. in der Reihe)

Individuelle Erweiterung der Spielfähigkeit in Wettkampfsituationen mit dem Fußball unter besonderer Berücksichtigung des Raum- und Gegnersehens.

Thema der vorhergehenden Stunde:

Kooperative Weiterentwicklung und Vertiefung des Dribblings und des flachen Zuspiels in spielnahen Übungssituationen zur Erhöhung einer kontrollierten und präzisen Bewegungsausführung.

Thema der nächsten Stunde:

Vom Flachpass zum Flugball – Schulung fußballspezifischer Schuss- und Passtechniken im Stationsbetrieb.

Zentrales Stundenziel:

Die Schülerinnen und Schüler verbessern ihre koordinativen Fähigkeiten, indem sie in fußballerischen Wettkampfsituationen, ihre Fertigkeiten und Handlungsmöglichkeiten erproben, anschließend gemeinsam über die Wichtigkeit der Orientierungsfähigkeit reflektieren und Kriterien für geeignetes Handeln in Wettkampfsituationen formulieren.

Pädagogische Perspektiven und Inhaltsbereiche:

Leitende Pädagogische Perspektive:

Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrungen erweitern (A)

Weitere Pädagogische Perspektive:

Das Leisten erfahren, verstehen und einschätzen (D)

Leitender Inhaltsbereich:

Den Körper wahrnehmen und Bewegungsfähigkeit ausprägen (1)

Weiterer Inhaltsbereich:

Spielen in und mit Regelstrukturen (2)

Teillernziele:

- Motorische Lernziele (MotLZ):

- Die Schülerinnen und Schüler verbessern ihre Orientierungsfähigkeit, indem sie ihre fußballspezifischen Fähigkeiten und Fertigkeiten im Spiel „Pylonen-Haus“ und dem Fangspiel erproben. (1)
- Die Schülerinnen und Schüler verbessern ihre Reaktionsschnelligkeit, indem sie im Spiel „Pylonen-Haus“ auf akustische Signale zweckmäßige motorische Handlungen einleiten und ausführen können. (2)
- Die Schülerinnen und Schüler verbessern ihre Umstellungsfähigkeit, indem sie sich während des Spiels „Pylonen-Haus“ den Umgebungsbedingungen anpassen und auf evtl. veränderte Spielsituationen eine neue Spielhandlung anwenden.(3)
- Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihr Bewegungsrepertoire, indem sie beim Fangspiel „Ball-weg-kicken“ den Blick vom Ball lösen und so verschiedene Räume und Gegner besser wahrnehmen können. (4)

- Kognitive Lernziele (KLZ):

- Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre Beobachtungskompetenz, indem sie in der Sicherungsphase ihre eigenen Beobachtungen und die ihrer Mitschüler deuten und bewerten können, sowie auftretende Probleme mit Lösungen versehen können. (1)
- Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre Wahrnehmungskompetenz, indem sie über eigenes Handeln im Fangspiel reflektieren und dieses bewerten. (2)
- Die Schülerinnen und Schüler festigen ihre Urteilskompetenz, indem sie in der Reflektion der Stunde Kriterien für geeignetes Handeln in Spielsituationen mit Gegenspieler formulieren. (3)
- Sozial-affektive Lernziele (S-ALZ):
- Die Schülerinnen und Schüler festigen ihre Teamfähigkeitskompetenz, indem sie während der Übungsphasen mit Wettkampfcharakter Regeln akzeptieren, verstehen und adäquat zusammenarbeiten. (1)
- Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ihr Leistungsdenken, indem sie in den Übungsphasen mit Wettkampfcharakter ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten einsetzen, um zu gewinnen. (2)

Didaktisch-methodischer Kommentar

Der Lehrplan Sport für die Sekundarstufe I des Gymnasiums gibt für die Jahrgangsstufe 8 verbindlich vor, dass sechs Unterrichtsvorhaben zu den sechs verschiedenen Pädagogischen Perspektiven durchgeführt werden sollen (vgl. Lehrplan Sport für die Sek. I, S. 67).

Zu Beginn des Schuljahres formulierten die Jungs in der Klasse den Wunsch gerne Fußball spielen zu wollen, und vier waren bereit die Leitung in Form von Experten zu übernehmen. So lag der Ausgangspunkt für das Unterrichtsvorhaben bei der Lerngruppe. Die Mädchen in der Klasse waren einverstanden, wenn im Anschluss ein Unterrichtsvorhaben aus dem Bereich Tanz durchgeführt würde. Die Motivation ist in weiten Teilen der Klasse also recht hoch. Die Leistungsunterschiede sind jedoch sehr groß. So sind die vier Experten (Luis, Simon, Christopher, Tim) sehr gute Fußballer und häufig unterfordert, weswegen sie bei den heutigen Aufgaben, immer mit ihrem schwachen Fuß arbeiten sollen und auch im Aufwärmspiel „Ball-weg-kicken“ zuerst fangen müssen, um die Gruppe in Bewegung zu bringen. Speziell die Mädchen haben am Ende der letzten Stunde das Verlangen geäußert in die Aufgaben mehr Wettkampfcharakter zu bringen, weshalb heute alle Übungen in einer kleinen Wettkampfform stattfinden.

Das Ziel des aktuellen Unterrichtsvorhabens ist es mit Blick auf die Pädagogische Perspektive D, die technischen Fertigkeiten so zu verbessern, dass die Schülerinnen und Schüler erfolgreich das DFB und Mc Donalds’s Fussball-Abzeichen ablegen können.

In den ersten Stunden wurde durch die Experten eine Grundvermittlung der Basis-Fertigkeiten im Fußball übernommen. Aufbauend darauf, soll durch die Verbesserung der Spielfähigkeit auf das Fussball-Abzeichen hingearbeitet werden.

Durch das Vorwissen und die bisherigen Erfahrungen in Wettkampfspielen müssten die Schülerinnen und Schüler in der Lage sein, die entscheidenden Merkmale der Orientierungsfähigkeit für ein erfolgreiches Fußballspiel herauszufinden und in der praktischen Ausführung bewusst umzusetzen. Im kognitiven Bereich soll im Sinne einer wachsenden Spielfähigkeit die Erkenntnis erlangt werden, dass die Orientierung in einem Mannschaftsspiel mit einem Ball eine zentrale Rolle einnimmt. Dies soll in einigen wenigen grundsätzlichen taktischen Handlungsregeln fixiert und gesichert werden, die dem Sinn nach lauten könnten: „ Blick weg vom Ball; Gegner im Blick haben; Räume erkennen“.

Ein weiterer Akzent soll auf der Wahrnehmung des eigenen Spielhandelns liegen, was in der ersten kognitiven Phase mit den beiden Einschätzungsskalen erreicht werden soll. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihr eigenes Handeln reflektieren und Probleme benennen können. So lernen sie ihr eigenes sportliches Handeln mit anderen zu analysieren und zu verändern.

Mögliche Schwierigkeiten sehe ich bei der recht aufgeweckten Klasse im Verständnis des Spieles Pylonen-Haus. Die Klasse wird häufig schnell unruhig und hält sich nicht immer an gegebene Vorgaben, was ich durch eine deutliche Ansprache versuchen werde zu verhindern.

Im Bereich der Spielvermittlung soll in der heutigen Stunde der Fokus auf dem Erkennen von Räumen und Gegnern liegen. Es wird darauf verzichtet Vorgaben zum Dribbeln des Balles zu machen, ebenso wie es durch die kognitiv und motorisch sehr anspruchsvolle Übungsform des Pylonen-Hauses nicht sinnvoll erscheint, weitere live-kinetische Übungen vorzuschalten oder anzuhängen. Sicherlich wären auch weitere koordinative Fähigkeiten (Meinel/Schnabel 1987) in der Spielvermittlung denkbar, aber im Sinne der Nicht-Überforderung soll hier das Ansprechen der Reaktionsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit und Umstellungsfähigkeit genügen.

Die heutige Stunde folgt wie das ganze Unterrichtsvorhaben dem spielgemäßen Konzept (DIETRICH/ DÜRRWÄCHTER/ SCHALLER 1994), und zielt darauf, die Spielfähigkeit durch Fokussierung der Orientierungsfähigkeit zu erweitern und somit das Spiel für die Schülerinnen und Schüler attraktiver zu machen. Die zentralen Merkmale für das Fußballspiel unter dem Aspekt der Orientierungsfähigkeit (Blickrichtung, Raum, Gegner) und die Erkenntnisse bezüglich ihrer Bedeutung sollen durch induktives Vorgehen erarbeitet werden, weil den Schülerinnen und Schülern so der Lernprozess eventuell bewusster wird.

Den motorischen Abschluss der Stunde bildet ein Abschlussspiel auf zwei Feldern, wobei die inaktiven Schülerinnen und Schüler in dieser Phase - im Sinne einer Evaluation der Stunde - das Spielverhalten, mit besonderem Fokus auf den Blick, der Spielerinnen und Spieler erfassen sollen.

In einer abschließenden Reflexionsphase sollen einige Merksätze formuliert werden, wobei hier inaktive Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben sollen ihre Beobachtungen des Abschlussspiels einzubringen, sprich ob sich im Vergleich zu den vorhergehenden Stunden schon etwas verbessert hat.

[...]

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Individuelle Erweiterung der Spielfähigkeit in Wettkampfsituationen mit dem Fußball (Unterrichtsentwurf Sport Klasse 8)
Untertitel
Unter besonderer Berücksichtigung des Raum- und Gegnersehens
Hochschule
Seminar für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Bonn
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
8
Katalognummer
V288197
ISBN (eBook)
9783656911579
ISBN (Buch)
9783656911586
Dateigröße
574 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
individuelle, erweiterung, spielfähigkeit, wettkampfsituationen, fußball, berücksichtigung, raum-, gegnersehens, unterrichtsentwurf, sport, klasse
Arbeit zitieren
Andreas Bonß (Autor), 2012, Individuelle Erweiterung der Spielfähigkeit in Wettkampfsituationen mit dem Fußball (Unterrichtsentwurf Sport Klasse 8), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288197

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