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Süddeutschland in den Revolutions- und napoleonischen Kriegen

Ein erster Überblick

Title: Süddeutschland in den Revolutions- und napoleonischen Kriegen

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 43 Pages , Grade: gut

Autor:in: Nadine Wörner (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Süddeutschland bekam die Revolutions- und napoleonischen Kriege schwer zu
spüren. Weniger die Kampfhandlungen hatten gravierende Folgen für die
Bevölkerung, sondern vielmehr die Begleiterscheinungen der durchziehenden
Heere. Es galt Armeen in einer Größe zu versorgen, wie es sie in der Geschichte
noch nie zuvor gegeben hatte. Oft nahmen sich die durchziehenden Soldaten
auch einfach das, was sie gerade brauchten: Nahrung, Kleidung, Reittiere,
Wagen oder die Sexualität der Frauen. Es blieb aber nicht nur beim „Mundraub“.
Kunst- und Kirchenschätze, sowie durch Brandschatzung oder andere dubiose
Methoden erpresstes Geld sollten außerdem die leeren Staatskassen Frankreichs
wieder auffüllen. Auch die Kriege außerhalb Süddeutschlands betrafen Baden,
Bayern und Württemberg. Sowohl von napoleonischer, als auch von alliierter
Seite wurden Soldaten in Süddeutschland rekrutiert und auf Schlachtfeldern in
halb Europa eingesetzt.
Die militärischen Auseinandersetzungen in Süddeutschland Ende des
18. / Anfang des 19. Jahrhunderts lagen in der Französischen Revolution
begründet.
Geprägt von den Ideen der Aufklärung griff die Französische Revolution den
Absolutismus an. Die Jahrzehnte nach 1789 waren bestimmt von einer
Konfrontation des Ancien régime mit einer modernen Herrschafts- und
Gesellschaftsordnung. Dieses Aufeinandertreffen brachte zwangsläufig eine
Erschütterung des europäischen Staatensystems und der internationalen
zwischenstaatlichen Beziehungen mit sich. Es entwickelte sich ein Konflikt, der
nicht mehr mit traditionellen Mitteln der Gleichgewichtspolitik zu lösen war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 „Ruhe vor dem Sturm“

1.1 Wirtschaftliche Lage

1.2 Politische Machtverteilung

1.3 Lebensgefühl der Süddeutschen

1.4 Französische Revolution in Süddeutschland

2 Schlachten und Soldaten

2.1 Erster Koalitionskrieg

2.2 Zweiter Koalitionskrieg

2.3 Dritter Koalitionskrieg

2.3 Süddeutsche unter Napoleon

2.4 Süddeutsche in den „Befreiungskriegen“

3 Ein neues Kapitel Militärgeschichte

3.1 Motivsuche auf französischer Seite

3.2 Levée en masse

3.3 Novum: Entscheidungsschlachten

3.4 Exkurs: Ein Blick auf Österreich

3.5 Vom Tross zu Requisitionen

4 Alltag und Lebenswelt

4.1 Eine Zeit des Umbruchs für den Südwesten

4.1.1 Emigrantenkolonien

4.1.2 Truppenbewegungen

4.1.3 Kontributionen und Kriegssteuern

4.1.4 Handelssperren

4.2 Der Südwesten wird Kriegsschauplatz (1796)

4.2.1 Hoffnungsvolles Entgegenkommen

4.2.2 Große Enttäuschung und Erschrecken über Kriegsrealität

4.3 Süddeutschland nach 1796

5 Süddeutsche im Krieg

5.1 Rekrutierungen in Süddeutschland

5.2 Reaktionen auf die Wehrpflicht

5.2.1 Einsteherwesen

5.2.2 Heiraten

5.2.3 Desertionen

5.2.4 Rekrutierungsunruhen

5.2.5 Militär als Chance für Aufstieg

6 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit bietet einen historischen Überblick über die Situation Süddeutschlands während der Revolutions- und napoleonischen Kriege. Im Fokus steht dabei weniger die rein militärische Strategie, sondern vielmehr die Erfahrungsgeschichte der breiten Bevölkerung, die durch Durchmärsche, Rekrutierungen und ökonomische Belastungen massiv in ihrem Alltag beeinträchtigt wurde.

  • Militärische Transformation und das Ende der Kabinettskriege
  • Die Auswirkungen von Requisitionen und Plünderungen auf die Zivilbevölkerung
  • Soziale und ökonomische Folgen der Kriegsführung im Südwesten
  • Reaktionen auf die allgemeine Wehrpflicht und Möglichkeiten der Dienstvermeidung
  • Die Wahrnehmung des „Fremden“ und der Wandel politischer Loyalitäten

Auszug aus dem Buch

3.2 Levée en masse

In den frühen Revolutionsjahren bestand das französische Heer aus Freiwilligen, die sich für acht Jahre verpflichtet hatten. Im Anschluss daran konnten sich die Soldaten freiwillig auf weitere zwei Jahre verpflichten.

Nach der Hinrichtung Ludwigs XVI. musste die französische Armee eine Niederlage nach der anderen hinnehmen, als die Alliierten nach Frankreich vorstießen, sah die Nationalversammlung das „Vaterland in höchster Gefahr“, daraufhin strömten Truppen nach Paris. Es kam zur berühmten „levée en masse“. Daraus wurde ein allgemeines Gesetz gemacht und damit die alte Linienarmee in eine nationale Armee umgewandelt. Verheiratete Männer sollten nun Waffen schmieden, Frauen Uniformen nähen, der „totale Krieg“ wurde proklamiert.

Carnot und Barras führten schließlich die allgemeine Wehrpflicht ein, damit erfasste Frankreich prinzipiell alle jungen Männer. 1791 wurde das Gesetz ergänzt durch das Einsteherwesen: wohlhabende Bürger müssen nicht an die Waffe, sondern können einen Ersatzmann bezahlen. Diese Wehrgesetzgebung wurde bis 1871 erhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 „Ruhe vor dem Sturm“: Analysiert die wirtschaftliche und politische Ausgangslage Süddeutschlands am Vorabend der Kriege und beleuchtet das Lebensgefühl der Bevölkerung.

2 Schlachten und Soldaten: Dokumentiert den Verlauf der verschiedenen Koalitionskriege und deren räumliche Ausdehnung sowie die militärische Einbindung süddeutscher Truppen.

3 Ein neues Kapitel Militärgeschichte: Beschreibt den methodischen Wandel der Kriegsführung von den Kabinettskriegen hin zu Massenheeren und Entscheidungsschlachten.

4 Alltag und Lebenswelt: Untersucht die unmittelbaren Folgen des Krieges für die Zivilbevölkerung, insbesondere durch Requisitionen, Einquartierungen und körperliche Gewalt.

5 Süddeutsche im Krieg: Analysiert die Rekrutierungspraktiken, die Reaktionen auf die Einführung der Wehrpflicht sowie das Militär als potenziellen Aufstiegsfaktor.

6 Schluss: Fasst die Erkenntnisse über die tiefgreifenden mentalen und sozialen Umbrüche zusammen, die durch die napoleonischen Kriege ausgelöst wurden.

Schlüsselwörter

Süddeutschland, Revolutionskriege, napoleonische Kriege, Militärgeschichte, Levée en masse, Rekrutierung, Wehrpflicht, Zivilbevölkerung, Plünderungen, Alltagserfahrungen, Rheinbund, Kontributionen, Französische Revolution, Österreich, Sozialgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation der süddeutschen Staaten Baden, Württemberg und Bayern während der Revolutions- und napoleonischen Kriege mit einem Fokus auf die Auswirkungen auf die Bevölkerung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören der Wandel der Militärgeschichte, die Belastungen der Zivilbevölkerung durch den Krieg und die Reaktionen der Untertanen auf die militärische Mobilisierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, einen Überblick über die Ergebnisse jüngerer Forschungen zu liefern, die stärker sozial- und alltagsgeschichtliche Fragestellungen in den Vordergrund rücken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung von Sekundärliteratur und ergänzt diese durch zeitgenössische Quellen wie Tagebücher, Chroniken und Berichte aus Archiven.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die militärische Entwicklung, den alltäglichen Alltag der Bevölkerung unter dem Druck der durchziehenden Heere und die spezifischen Rekrutierungsmaßnahmen der Rheinbundstaaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Süddeutschland, napoleonische Kriege, Sozialgeschichte, Rekrutierung, Zivilbevölkerung und der Wandel der Kriegsführung.

Wie wirkten sich die französischen Requisitionen auf die ländliche Bevölkerung aus?

Die Requisitionen führten zu einer erheblichen wirtschaftlichen Belastung, da Nahrungsmittel, Vieh und Ausrüstung entschädigungslos beschlagnahmt wurden, was oft in Plünderungen ausartete.

War die Wehrpflicht in der Bevölkerung populär?

Nein, die allgemeine Wehrpflicht stieß auf breite Ablehnung, da das Söldnerdasein als schändlich empfunden wurde. Viele Bürger versuchten durch Desertion, Einsteherwesen oder Flucht zu entgehen.

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Details

Title
Süddeutschland in den Revolutions- und napoleonischen Kriegen
Subtitle
Ein erster Überblick
College
University of Tubingen  (Abteilung Neuere Geschichte)
Course
HS: Süddeutschland in den revolutions- und napoleonischen Kriegen
Grade
gut
Author
Nadine Wörner (Author)
Publication Year
2004
Pages
43
Catalog Number
V28820
ISBN (eBook)
9783638305006
ISBN (Book)
9783640286515
Language
German
Tags
Süddeutschland Revolutions- Kriegen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Wörner (Author), 2004, Süddeutschland in den Revolutions- und napoleonischen Kriegen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28820
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