In der vorliegenden Arbeit soll der Film "Top Gun" nach verschiedenen Gesichtspunkten analysiert werden. Nach einer Übersicht über die Produktionsdaten und den Plot werden die Darsteller und die archetypischen Charaktere dargestellt. Im Rahmen der Untersuchung der dramatischen Struktur des Films werden neben der Einteilung des Films verschiedene Akte - und somit zwei trennende Plot-Points - sowie der Schlüsselsatz und der Grundkonflikt erläutert. Im Weiteren wird die Reise des Helden nach Vogler dargestellt. Anschließend werden die den Film gestaltenden visuellen und auditiven Mittel erarbeitet. Die ethische Betrachtung des Filmes Top Gun in Bezug auf Gewaltdarstellung und Einstufung durch die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) rundet die Analyse ab und leitet zum abschließenden Fazit über.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit ist zweigeteilt und liegt zum einen auf den Charakteren und zum anderen auf der – damit in engem Zusammenhang stehenden – ethischen Betrachtung. Hierbei soll insbesondere auf das durch "Top Gun" vermittelte Bild des Soldaten eingegangen werden und die Frage, ob es sich retrospektiv lediglich um einen Werbe- und Imagefilm des US-Militärs handelte, beantwortet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Imagekampagne und Werbefilm?
2. Produktionsdaten
3. Plot
4. Darsteller und Charaktere
4.1 Ambiguität: Held und Schatten
4.2 Mentor
4.3 Herold
4.4 Schwellenhüter
4.5 Trickster
4.6 Weitere Rollen
5. Dramatische Struktur des Films
5.1 Plot Points
5.2 Schlüsselsatz
5.3 Grundkonflikt
6. Die Reise des Helden
7. Visuelle Mittel
7.1 Kameraeinstellungen
7.2 Platzieren und Ernten
8. Auditive Mittel
9. Top Gun aus ethischer Perspektive
10. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert den Film Top Gun unter filmanalytischen Gesichtspunkten, wobei der Fokus auf der Charakterentwicklung und einer ethischen Betrachtung der Gewaltdarstellung sowie der Rolle des Films als Imageprojekt für das US-Militär liegt.
- Analyse der archetypischen Charaktere nach Christopher Vogler
- Untersuchung der dramatischen Struktur und Heldenreise
- Anwendung der filmischen Konzepte wie Platzieren und Ernten
- Ethische Bewertung von Militärdarstellung und Gewalt in Medien
- Historische und inhaltliche Einordnung der Filmproduktion
Auszug aus dem Buch
4.1 Ambiguität: Held und Schatten
Hauptfigur und Held des Films ist der „schwerstpubertierende[…] Mittzwanziger“ Lieutenant Pete Mitchell, ein Navy-Pilot mit dem Codenamen Maverick, der von Tom Cruise dargestellt wird. Neben einer offensichtlichen Schwäche für das weibliche Geschlecht verfügt er auch über einen „healthy disrespect for authority“ und gerät somit häufig in Konflikt mit den Dienstvorschriften. Dieses Handeln wirkte sich bereits nachteilig auf seine Karriere und seinen Ruf aus, obgleich er beeindruckende Fähigkeiten als Pilot hat. Als Held verkörpert er die „Suche des Ich nach Identität und Ganzheit“ wohingegen der Aspekt des Schattens dadurch zum Tragen kommt, dass er hier die dunkle Seite des Helden darstellt.
Denn gleichzeitig ist die Figur des Maverick auch der Feind, der Schatten. Sein oft rücksichtsloses, respektloses, egoistisches und wenig teamorientiertes Handeln ist zurückzuführen auf seine in der Navy als unrühmlich angesehene Abstammung: Sein Vater, Duke Mitchell, verschwand 1965 unter mysteriösen Umständen während eines Kampfeinsatzes im Vietnamkrieg und gilt als vermisst. Um seine Herkunft zu kompensieren und seinen Namen reinzuwaschen, versucht Maverick alles, um der beste Pilot der Navy zu werden und steht sich dabei selbst im Weg. Sein Copilot Goose beschreibt Mavericks Verhalten, als ob er gegen einen Geist anfliege. Im Verlauf des Films werden die persönliche Entwicklung Mavericks und seine Bemühungen, mit diesem Erbe umzugehen beschrieben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Imagekampagne und Werbefilm?: Einführung in die Thematik der militärischen Selbstdarstellung durch den Film Top Gun und Definition der Zielsetzung der Arbeit.
2. Produktionsdaten: Überblick über die Entstehungsgeschichte, das Produktionsteam und den finanziellen Erfolg des Films.
3. Plot: Zusammenfassende Darstellung der Handlung rund um die Ausbildung der Navy-Kampfpiloten.
4. Darsteller und Charaktere: Detaillierte Analyse der Rollencharaktere unter Anwendung der Archetypenlehre von Christopher Vogler.
5. Dramatische Struktur des Films: Erläuterung der filmischen Dreiteilung, der entscheidenden Wendepunkte, des Schlüsselsatzes und des zentralen Konflikts.
6. Die Reise des Helden: Anwendung des Modells der Heldenreise auf die Entwicklung des Protagonisten Maverick.
7. Visuelle Mittel: Analyse der Kameraeinsatz-Strategien und der Methode des Vorankündigens von Motiven.
8. Auditive Mittel: Untersuchung der Bedeutung von Musik, Geräuschen und Sprache als dramaturgische Gestaltungselemente.
9. Top Gun aus ethischer Perspektive: Kritische Auseinandersetzung mit der Darstellung von Gewalt, Krieg und Militär sowie der Rolle der Freiwilligen Selbstkontrolle.
10. Fazit: Abschließende Zusammenfassung der Analyseergebnisse bezüglich der Wirkung und des Erfolgs des Films.
Schlüsselwörter
Top Gun, Maverick, Heldenreise, Christopher Vogler, Film- und Fernsehanalyse, US-Militär, Charakterarchetypen, Medienethik, Gewaltdarstellung, Platzieren und Ernten, Filmanalyse, Kampfpiloten, Dramaturgie, Imagefilm, Hollywood
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Hollywood-Film Top Gun aus einer filmanalytischen und medienethischen Perspektive, wobei insbesondere die Charakterdarstellung und der Einfluss der militärischen Unterstützung hinterfragt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten zählen die archetypische Rollenverteilung, die dramatische Struktur nach dem Heldenreisen-Modell, filmische Gestaltungsmittel sowie die medienethische Einordnung von Gewalt und Militärwerbung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, die Entwicklung der Hauptfigur Maverick zu analysieren und zu beantworten, ob es sich bei Top Gun retrospektiv betrachtet um einen Image- und Werbefilm für das US-Militär handelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt Methoden der klassischen Filmanalyse, stützt sich auf die Theorie der Heldenreise nach Christopher Vogler und zieht medienethische Konzepte zur Beurteilung der Wirkung auf das Publikum heran.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Charakteranalyse, die Untersuchung der dramatischen Struktur, die Anwendung des Heldenreisen-Modells, die Analyse visueller und auditiver Mittel sowie die ethische Bewertung des Militärbildes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Top Gun, Heldenreise, Maverick, Charakterarchetypen, Medienethik, militärische Selbstdarstellung und Filmanalyse.
Wie interpretieren die Autoren die Rolle von Gooses Erkennungsmarken?
Die Marken fungieren als wichtiges filmisches Symbol (Platzieren und Ernten), das Mavericks persönliche Entwicklung und die Verarbeitung seiner Schuldgefühle nach dem Unfalltod seines Copiloten verdeutlicht.
Warum wird der Film aus Sicht des Autors als Imagefilm für das Militär eingestuft?
Die Unterstützung durch das US-Verteidigungsministerium, die durchgehend positive und heldenhafte Darstellung der Piloten sowie die motivierende Message des Films lassen den Schluss zu, dass der Film der US Navy aktiv bei der Nachwuchsgewinnung diente.
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- Stephanie Theresa Trapp (Author), 2013, Top Gun. Werbe- und Imagefilm des US-Militärs?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288285