Das Weihnachtsfest stellt einen der wichtigsten Feiertage des Kirchenjahres dar. Für viele Deutsche, vor allem die Kinder, ist Weihnachten ein Fest der Freude, dem das ganze Jahr ungeduldig entgegengefiebert wird. Aufgrund dieser herausragenden Stellung soll in dieser Arbeit die Säkularisierung christlicher Feste am Beispiel des Weihnachtsfestes in Deutschland untersucht werden.
Hierfür erfolgt eine Einteilung in zwei Abschnitte. In einem ersten Schritt wird die Säkularisierung der Gesellschaft dargestellt. Hierfür werden einige Gründe angeführt, die funktionale Differenzierung als Merkmal der modernisierten Gesellschaft erläutert und die Rolle der Religion heute vorgestellt. Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit dem Weihnachtsfest in Deutschland.
Um dieses systematisch zu präsentieren, wird dieser Punkt in drei Unterpunkte gegliedert. So wird zunächst das Weihnachtsfest aus christlicher Sicht untersucht, wobei auf den Ursprung des Weihnachtsfestes sowie dessen Bedeutung eingegangen wird. Des Weiteren erfolgt eine knappe Darstellung des Weihnachtsfestes aus historischer Sicht. Drittens wird das Weihnachtsfest aus gesellschaftlicher Sicht dargestellt. Hierbei wird wiederum die Entstehung und Entwicklung beschrieben, zudem das Brauchtum und die Tradition erläutert und schließlich auf die Bedeutung heute eingegangen. In einem Fazit wird der relative Bedeutungsverlust des Weihnachtsfestes im heutigen säkularisierten Deutschland evaluiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Säkularisierung der Gesellschaft
2.1 Gründe
2.2 Funktionale Differenzierung
2.3 Rolle der Religion heute
3.Das Weihnachtsfest
3.1 Das Weihnachtsfest aus christlicher Sicht
3.1.1 Ursprung
3.1.2 Bedeutung
3.2 Das Weihnachtsfest aus historischer Sicht
3.3 Das Weihnachtsfest aus gesellschaftlicher Sicht
3.3.1 Entstehung und Entwicklung
3.3.2 Tradition und Brauchtum
3.3.3 Bedeutung heute
4. Evaluierung des religiösen Bedeutungsverlusts des Weihnachtsfests
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess der Säkularisierung christlicher Feste am Beispiel des Weihnachtsfestes in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie ein ursprünglich religiös begründetes Ereignis in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft primär zu einer sozialen Institution mit traditionellen und kommerziellen Prägungen transformiert wurde.
- Prozess der gesellschaftlichen Säkularisierung und Entchristlichung
- Funktionale Differenzierung moderner Gesellschaftssysteme
- Historische und theologische Wurzeln des Weihnachtsfestes
- Wandel von Traditionen und Brauchtum im 19. und 20. Jahrhundert
- Bedeutungsverlust religiöser Inhalte zugunsten sozialer und kommerzieller Aspekte
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Tradition und Brauchtum
In den verschiedenen christlich geprägten Regionen der Welt entwickelten sich, wie bereits erwähnt, individuelle Traditionen und Brauchtum, die auf dem Ereignis des Weihnachtsfestes basierten. Den größten Entwicklungsschub erfuhren diese Festformen jedoch erst im 19. Jahrhundert. Trotz des christlichen Ursprungs „gründen sie vorrangig in den säkularen (weltlichen) Veränderungen, allen voran im Aufkommen des städtischen Bürgertums als führender Klasse der gesellschaftlichen Modernisierung“, das durch seine zunehmenden finanziellen Möglichkeiten und das immer stärker werdende Nationalgefühl nun über die notwendigen Mittel verfügte, Traditionen zu begründen und zu pflegen.
Das Aufbrechen althergebrachter feudalistischer Systeme durch beispielsweise die Französische Revolution oder die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika ermöglichte nicht nur die Etablierung einer neuen Gesellschaftsschicht, dem Bürgertum in all seinen spezifischen Unterteilungen. Durch das steigende Bildungsniveau der Bevölkerung und der gesamtgesellschaftlichen Emanzipationsbewegung gewannen Traditionen erneut an Bedeutung und Brauchtum wurde zum Teil neu generiert oder wiederbelebt und fand großen Anklang. Im Folgenden werden nun einige dieser Traditionen kurz vorgestellt.
Eine der wichtigsten Institutionen an Weihnachten ist die Christmette. Für Kinder wird in beinahe allen Gemeinden am frühen Abend ein Kinderweihnachtsgottesdienst abgehalten, der fast immer mit einem Krippenspiel einher geht. Im Anschluss daran wird am späten Abend die Christmette gefeiert. Der Besuch einer dieser Gottesdienste ist für viele Deutsche der einzige Kirchgang des Jahres, was wiederum die besondere Stellung des Weihnachtsfestes betont. Für zahlreiche Familien ist es Tradition, in der Heiligen Nacht zusammen zur Christmette zu gehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die christliche Prägung Europas und führt in die Fragestellung ein, wie das Weihnachtsfest als Beispiel für Säkularisierung untersucht werden kann.
2. Die Säkularisierung der Gesellschaft: Dieses Kapitel erörtert die Gründe für die Entchristlichung, insbesondere durch die Aufklärung und die funktionale Differenzierung moderner gesellschaftlicher Teilbereiche.
3.Das Weihnachtsfest: Hier wird das Weihnachtsfest aus christlicher, historischer und gesellschaftlicher Perspektive beleuchtet, wobei besonders der Wandel der Traditionen und die heutige soziale Bedeutung hervorgehoben werden.
4. Evaluierung des religiösen Bedeutungsverlusts des Weihnachtsfests: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet den Übergang des Weihnachtsfestes von einem religiösen Hochfest zu einem von säkularen Mustern geprägten Ereignis.
Schlüsselwörter
Säkularisierung, Weihnachtsfest, Christentum, Kirchenjahr, Brauchtum, Entchristlichung, soziale Zeit, funktionale Differenzierung, Moderne, Gesellschaftswandel, Religion, Tradition, Bedeutungsverlust, Christmette, Weihnachtstradition
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Wandel und die Säkularisierung christlicher Feiertage, wobei das Weihnachtsfest als zentrales Fallbeispiel dient.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss der Aufklärung, die funktionale Differenzierung der Gesellschaft sowie die Transformation religiöser Bräuche in moderne soziale Praktiken.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den relativen Bedeutungsverlust des Weihnachtsfestes in der heutigen, säkularisierten deutschen Gesellschaft aufzuzeigen und zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die theoretische Konzepte der Säkularisierung auf das Beispiel des Weihnachtsfestes anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der säkularen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die detaillierte Analyse des Weihnachtsfestes aus christlicher, historischer und gesellschaftlicher Sicht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Säkularisierung, Entchristlichung, soziale Zeit, Tradition und gesellschaftliche Modernisierung geprägt.
Warum spielt das Bürgertum des 19. Jahrhunderts eine so entscheidende Rolle für heutige Weihnachtstraditionen?
Laut der Untersuchung war das 19. Jahrhundert entscheidend, da das aufkommende Bürgertum durch neue finanzielle Möglichkeiten und ein gestärktes Nationalbewusstsein existierende Bräuche neu definierte und popularisierte.
Wie unterscheidet sich die Bedeutung des Weihnachtsfestes heute von der ursprünglichen christlichen Intention?
Während der christliche Ursprung die Menschwerdung Gottes feiert, wird das Fest heute primär als "soziale Zeit" wahrgenommen, die durch familiäre Zusammenkünfte, Konsum und Traditionen bestimmt ist, wobei der religiöse Kern oft in den Hintergrund tritt.
- Arbeit zitieren
- M.A. Stephanie Theresa Trapp (Autor:in), 2013, Säkularisierung christlicher Feste. Das Weihnachtsfest in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288287