Unternehmensethik aus Sicht der katholischen Soziallehre


Hausarbeit, 2012

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung und Methodik

2 Die Sozialenzykliken seit Rerum Novarum bis Caritas in Veritate
2.1 Einleitung
2.2 Rerum Novarum und Quadragesimo Anno
2.3 Mater et Magistra, Pacem in Terris und Gaudium et Spes
2.4 Laborem Exercens und Centesimus Annus
2.5 Caritas in Veritate
2.6 Zwischenfazit

3 Die Prinzipien der katholischen Soziallehre
3.1 Einführung in die katholische Soziallehre
3.2 Personalität
3.3 Solidarität
3.4 Subsidiarität
3.5 Ergänzungsvorschläge zu den drei klassischen Sozialprinzipien
3.5.1 Retinität
3.5.2 Gemeinwohl
3.5.3 Authentizität – Wahrhaftigkeit – Kohärenz
3.6 Zwischenfazit

4. Wolfgang Ockenfels: 10 Gebote für die Wirtschaft
4.1 Die 10 Gebote
4.2 Analyse und kritische Auseinandersetzung

5 Fazit

1 Einführung und Methodik

Dass der christliche Glaube keine Privatsache ist, die man im stillen Kämmerchen mit sich selbst ausmacht, ist jedem Gläubigen offenbar. Vielmehr ist es ja gerade der Auftrag eines jeden, seinen Glauben öffentlich zu leben, ihn nach Außen zu tragen, ihn demonstrativ vorzuleben.1

Schwierig wird es jedoch für den Einzelnen, wenn aus dem Glauben heraus gewachsene Ansichten mit dem Zeitgeist kollidieren. Das Anpassen an den Zeitgeist kann keine befriedigende Lösung darstellen. Denn gerade wenn es um wirtschaftliche Aspekte geht, ist die Botschaft der hl. Schrift nicht eindeutig. So sehen mache in Jesus einen sozialistischen

Revolutionär, manche einen Kapitalisten.2 Hinzu kommt, dass viele Aussagen nicht so einfach auf unsere heutige Zeit zu übertragen sind.

Um Gläubigen auf neu auftauchende Probleme eine Antwort zu geben, verfassen die Stellvertreter Christi päpstliche Rundschreiben und Enzykliken. Seit Leo XIII. gibt es auch Sozialenzykliken, die sich vornehmlich mit sozialen, politischen und eben auch wirtschaftlichen Themengebieten beschäftigen. Doch können diese von Klerikern verfassten Schreiben wirtschaftlichen Entscheidungsträgern mit Rat und Tat zur Seite stehen? Lässt sich mit ihrer Hilfe die Spannung zwischen christlicher Ethik und Marktwirtschaft überwinden? Inwiefern lässt sich in ihnen eine speziell katholische Unternehmensethik herauslesen? Und erlaubt diese ein erfolgreiches Wirtschaften?

Um auf die Antworten dieser Fragen zu stoßen wollen wir zunächst die Sozialenzykliken seit Leo XIII. betrachten. In ihnen wir das Grundgerüst der katholischen Soziallehre gelegt, das sich in drei Prinzipien manifestiert, auf die im Anschluss genauer eingegangen wird. Im dritten Teil dieser Arbeit werden wir eine an Unternehmer adressierte Erneuerung der biblischen 10 Gebote betrachten, in der konkrete Anforderungen an Unternehmensgestaltung formuliert werden.

2 Die Sozialenzykliken seit Rerum Novarum bis Caritas in Veritate

2.1 Einleitung

Am Ende des 19. Jahrhunderts sah sich die katholische Kirche ihrer ehemaligen politischen und ökonomischen Macht beraubt und sie hatte ihren Standpunkt innerhalb der Gesellschaft verloren. Sie kehrte jedoch mit der systematischen Erneuerung ihrer Soziallehre an ihren Platz zurück.3 Die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts litt unter der Ausbeutung durch gierige Kapitalisten und die „Soziale Frage“ kam auf.

Die Erneuerung der Soziallehre und die Beantwortung der Sozialen Frage standen im Mittelpunkt der ersten Sozialenzyklika Rerum Novarum. Sie wurde am 15. Mai 1891 von Papst Leo XIII. veröffentlicht.

Die Aussagen der Sozialenzykliken beruhen methodisch auf einer stringenten Verbindung von humanwissenschaftlicher Sachanalyse (Sozialwissenschaften), ethischer Wertanalyse (Sozialethik) und theologischer Sinnanalyse (theologische Anthropologie).4

Im Laufe der Zeit kristallisierten sich drei wesentliche Felder heraus, auf denen die Päpste ihre Sozialenzykliken entfalten: der modernen Wirtschaftsgesellschaft, der modernen politischen Gesellschaft und der globalen Gesellschaft.5 Die Entwicklung soll nun in einzelnen Schritten anhand der wichtigsten Sozialenzykliken deutlich gemacht werden.

2.2 Rerum Novarum und Quadragesimo Anno

Mit seiner Sozialenzyklika Rerum Novarum (RN) gab Leo XIII. gleich zu Beginn eine richtungsweisende Entscheidung vor. In Anbetracht der liberal-kapitalistischen Wirtschaftsordnung wurden innerhalb der Kirche zwei Positionen vertreten: die „katholische Romantik“ kritisierte das System und forderte eine Erneuerung der mittelalterlichen Ständegesellschaft; im Gegenlager wurde das System per se auch kritisiert aber eine

Rückschritt wurde nicht gefordert.6 Leo XIII. folgte letzterer Bewegung. Zu Beginn seiner

Enzyklika kritisiert er das vorherrschende kapitalistische Klassengesellschaft7, kehrt sich aber im nächsten Schritt auch gleich vom Sozialismus ab und malt dessen Folgen aus.8 Er macht so deutlich, dass weder das eine Extrem noch das andere eine Lösung anbietet.

[...]


1 Eine detaillierte Einführung in das Christentum würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen; gewisse Grundkenntnisse werden vom Autor vorausgesetzt.

2 Vgl. Berger 2004: S. 206f.

3 Vgl. Roos 2010a: S. 17

4 A.a.O.: S. 15f.

5 Vgl. A.a.O.: S. 17

6 Vgl. A.a.O.: S. 18

7 Vgl. RN 1-2

8 Vgl. RN 3 & 12

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Unternehmensethik aus Sicht der katholischen Soziallehre
Hochschule
Universität Bayreuth
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V288300
ISBN (eBook)
9783656885528
ISBN (Buch)
9783656885535
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unternehmensethik, sicht, soziallehre
Arbeit zitieren
B.A. Ludwig Hollmann (Autor), 2012, Unternehmensethik aus Sicht der katholischen Soziallehre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288300

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