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Die weibliche Beschneidung in der afrikanischen Gesellschaft

Title: Die weibliche Beschneidung in der afrikanischen Gesellschaft

Pre-University Paper , 2012 , 25 Pages , Grade: 15 Punkte

Autor:in: Jenny In (Author)

African Studies - Culture and Applied Geography
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Summary Excerpt Details

Die Frauenbeschneidung ist ein Ritual, das in Afrika weit verbreitet ist. Auch in Deutschland sollte man davon wissen und nicht nur verurteilen, sondern auch bemüht sein, die Tradition im gesellschaftlichen Kontext zu verstehen.
In dieser Arbeit sollen die kulturellen Hintergründe der Frauenbeschneidung näher beleuchtet werden.

Vor allem die Folgen der Frauenbeschneidung für das Leben einer betroffenen Frau stehen im Fokus der Seminararbeit. Da es meist in Afrika vor allem Befürworter der Tradition gibt, ist die Arbeit von einer Fragestellung begleitet: Die weibliche Beschneidung in der afrikanischen Gesellschaft ist eine tief verwurzelte Tradition, deren Verständnis in westlichen Ländern schwer fällt, und über die wenig gesprochen wird. Doch ob die weibliche Beschneidung als Tradition gewissermaßen respektiert werden muss oder ob sie ein klarer Verstoß gegen die Menschenrechte ist, wird die Seminararbeit als zentrale Frage begleiten. Nach der Beleuchtung mehrerer Aspekte soll am Ende eine Entscheidung getroffen werden, was und ob überhaupt etwas gegen die weibliche Beschneidung getan werden muss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die weibliche Beschneidung in der afrikanischen Gesellschaft

2.1 Definition und Formen der Beschneidung

2.2 Entstehung der Tradition der Beschneidung

2.2.1 Ursprung und Begründung

2.2.2 Ursprung in christlicher oder islamischer Religion?

2.3 Die Verbreitung der Frauenbeschneidung

2.3.1 Verbreitung in Afrika anhand einer Statistik

2.3.2 Die Frauenbeschneidung in Deutschland

2.4 Folgen für die Frau

2.4.1 gesellschaftlich

2.4.2 in einer Partnerschaft

2.4.3 gesundheitlich

2.4.4 psychisch

2.5 Aufklärungsarbeit gegen die weibliche Beschneidung

2.5.1 Ein Projekt von Terre des femmes

2.5.2 Erfolge

2.5.3 Ausblick auf zukünftige Entwicklung

3. Nachwort: Akzeptanz einer Tradition oder Verstoß gegen Rechte der Frau

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die kulturellen Hintergründe und die weitreichenden Folgen der weiblichen Beschneidung in der afrikanischen Gesellschaft. Das zentrale Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Tradition zu schaffen und kritisch zu erörtern, ob diese Praxis trotz ihrer tiefen gesellschaftlichen Verwurzelung einen unzulässigen Verstoß gegen grundlegende Menschenrechte darstellt.

  • Kulturelle und religiöse Hintergründe der Beschneidungspraxis
  • Statistische Verbreitung in Afrika und Situation in Deutschland
  • Gesellschaftliche, gesundheitliche und psychische Folgen für die betroffenen Frauen
  • Ansätze und Erfolge der internationalen Aufklärungsarbeit
  • Ethische Bewertung im Kontext von Tradition und Menschenrechten

Auszug aus dem Buch

2.4.3 gesundheitlich

Nach einer Beschneidung ist mit sofortigen gesundheitlichen Schäden, aber auch mit Spätfolgen zu rechnen. Insgesamt 25% der betroffenen Frauen sterben laut der WHO an den unmittelbaren oder den Spätfolgen. Bei dem Ritual selbst verlieren die Mädchen sehr viel Blut. Viele von ihnen werden ohnmächtig, einige überleben den hohen Blutverlust nicht. Aber auch nach der Beschneidung sind die Mädchen nicht wohlauf. Bis zur Abheilung können sie wochenlang nicht normal laufen, das Urinieren schmerzt und es treten häufig Infekte auf, an denen viele auch noch in den Wochen nach der Beschneidung sterben können. Es kann durch die verunreinigten Messer sogar zur Übertragung von HIV kommen. Folgen können außerdem Inkontinenz oder Unfruchtbarkeit sein, der Mythos der erhöhten Fruchtbarkeit durch eine Beschneidung trifft also definitiv nicht zu. Bei einer Infibulation ist die Öffnung so klein, dass das Urinieren bis zu einer halben Stunde dauern kann und eine Menstruation circa zwei Wochen länger dauert als es normal ist. Um zu testen, ob die Öffnung die gewünschte Größe hat, bleibt die Beschneiderin bei den Mädchen, bis sie uriniert haben. Tropft zu viel auf einmal heraus, so wird das Mädchen von der Beschneiderin noch mehr verschlossen. Die Somalierin Fadumo Korn beschreibt das Urinieren als „Feuer, Feuerhölle [durch] meinen Körper. Und dann bin ich ins Koma gefallen. Eine Woche [lang].” Diese Betroffene hat die Beschneidung fast nicht überlebt. Sie hat eine körperliche Behinderung, Rheuma und Polyarthritis durch die schwere Infektion davongetragen. Die Folgen begleiten sie ein Leben lang.

Es kommt zu Beschwerden beim Sexualverkehr und oft zu Komplikationen bei Geburten für die Mutter und das Kind, da viele Frauen zu eng zugenäht sind und ein Kind nicht durch den Geburtskanal passt. Die gesundheitlichen Folgen können von unheimlichem Ausmaß sein, doch viele Betroffene nehmen sie als normal hin. Vor allem Frauen, die wenig Aufklärung erfahren haben oder sich von dieser angegriffen fühlen, schützen sich und ihren Stamm oft dadurch, dass sie die Tradition verteidigen. Doch letztendlich bleibt es dabei, dass all diese Frauen auch ohne all die körperlichen Probleme hätten leben können und sie von einer einfachen Tradition für ihr Leben gezeichnet sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Die Einleitung führt in das sensible Thema ein, betont die Bedeutung des kulturellen Verständnisses und definiert die zentrale Fragestellung zur Vereinbarkeit der Tradition mit Menschenrechten.

2. Die weibliche Beschneidung in der afrikanischen Gesellschaft: Das Kapitel bietet eine fundierte Übersicht über Definitionen, historische Entstehung, die weite Verbreitung sowie die vielfältigen gesellschaftlichen und gesundheitlichen Auswirkungen.

2.1 Definition und Formen der Beschneidung: Hier werden die verschiedenen medizinischen und kulturellen Abstufungen der Beschneidung sowie die internationale Terminologie erläutert.

2.2 Entstehung der Tradition der Beschneidung: Dieses Kapitel hinterfragt die religiösen und soziokulturellen Mythen, die den Fortbestand der Praxis in patriarchalen Strukturen stützen.

2.3 Die Verbreitung der Frauenbeschneidung: Die Analyse der Verbreitung liefert statistische Daten zu Afrika und beleuchtet die aktuelle Situation von betroffenen Frauen in Deutschland.

2.4 Folgen für die Frau: Die verschiedenen Facetten der Folgen – von gesellschaftlichem Druck über Partnerschaftsprobleme bis hin zu massiven gesundheitlichen und psychischen Leiden – werden detailliert aufgezeigt.

2.5 Aufklärungsarbeit gegen die weibliche Beschneidung: Dieses Kapitel präsentiert die Arbeit von Hilfsorganisationen wie Terre des femmes und diskutiert Erfolgsfaktoren für einen langfristigen kulturellen Wandel.

3. Nachwort: Akzeptanz einer Tradition oder Verstoß gegen Rechte der Frau: Die Schlussbetrachtung wägt zwischen dem Respekt vor kulturellen Traditionen und der universellen Geltung von Menschenrechten ab und plädiert für einen sensiblen, aber konsequenten Einsatz gegen die Praxis.

Schlüsselwörter

Weibliche Beschneidung, FGM, Menschenrechte, Afrika, Tradition, Klitoridektomie, Infibulation, Aufklärungsarbeit, Gesundheitliche Folgen, Patriarchat, Migration, Prävention, Terre des femmes, Psychische Traumata, Empowerment

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Tradition der weiblichen Genitalbeschneidung, deren Hintergründen sowie den gravierenden Folgen für betroffene Frauen und Mädchen in Afrika und Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der kulturellen Begründung des Rituals, der gesundheitlichen und psychischen Beeinträchtigung der Opfer sowie den Möglichkeiten der Aufklärung und staatlichen Prävention.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die weibliche Beschneidung als kulturelle Tradition respektiert werden kann oder ob sie einen klaren, nicht tolerierbaren Verstoß gegen die Menschenrechte darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Statistiken und Berichten internationaler Organisationen und betroffener Frauen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben der Definition der Beschneidungstypen auch die sozialen und religiösen Mythen, die gesundheitlichen Langzeitschäden und die Auswirkungen auf die Partnerschaft sowie erfolgreiche Aufklärungsprojekte beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind FGM (Female Genital Mutilation), Menschenrechte, kultureller Kontext, gesundheitliche Schäden, soziale Determination und Aufklärungsarbeit.

Warum wird die Beschneidung in Deutschland als ein besonders schwieriges Thema für Migrantinnen beschrieben?

Für viele Migrantinnen stellt die Konfrontation mit der westlichen Ablehnung der Beschneidung eine schwere Belastung dar, da sie in ihrer Heimat mit der Tradition aufgewachsen sind und sich oft durch die westliche Art der Aufklärung diskriminiert oder missverstanden fühlen.

Inwiefern spielt Bildung eine Rolle beim Abbau der Tradition?

Bildung ermöglicht es Frauen, wirtschaftlich unabhängiger von einem Ehemann zu werden, wodurch der soziale Druck, die eigene Tochter beschneiden zu lassen, um ihre Heiratschancen zu sichern, langfristig abnimmt.

Welche Rolle spielt die Religion bei der Verbreitung der Beschneidung?

Entgegen landläufiger Meinungen gibt es keine religiöse Forderung nach Beschneidung in Bibel oder Koran. Dennoch wird die Religion oft instrumentalisiert, wobei Hilfsorganisationen Religion nun zunehmend nutzen, um die Menschen durch theologische Argumente von der Praxis abzubringen.

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Details

Title
Die weibliche Beschneidung in der afrikanischen Gesellschaft
Grade
15 Punkte
Author
Jenny In (Author)
Publication Year
2012
Pages
25
Catalog Number
V288304
ISBN (eBook)
9783656885566
ISBN (Book)
9783656885573
Language
German
Tags
FGM weibliche Beschneidung Wüstenblume Frauenbeschneidung Afrika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jenny In (Author), 2012, Die weibliche Beschneidung in der afrikanischen Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288304
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