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Argumente für die Vernünftigkeit des religiösen Glaubens. Gott als die Gesamterfahrung bei Pannenberg und als transzendentale Erfahrung bei Rahner

Titel: Argumente für die Vernünftigkeit des religiösen Glaubens. Gott als die Gesamterfahrung bei Pannenberg und als transzendentale Erfahrung bei Rahner

Hausarbeit , 2014 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jennifer Stockum (Autor:in)

Theologie - Systematische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Der Christ von morgen wird ein Mystiker sein oder er wird nicht mehr sein.“ Diese Worte Karl Rahners verdeutlichen, wie wichtig Gotteserfahrungen in unserer heutigen Zeit sind, einer Zeit, in der Traditionen ihre Selbstverständlichkeit verloren haben und somit persönliche religiöse Erfahrungen besonders wichtig sind, den Glauben zu erhalten. Glauben kann nur noch derjenige, der die Gegenwart Gottes spürt, der sich von ihm berührt fühlt, dem er sich offenbart hat. Die Gotteserfahrung wird damit zur Prämisse des Glaubens überhaupt. Gott ist empirisch nicht nachweisbar, umso wichtiger sind demnach andere Wahrnehmungsmöglichkeiten, um ihm zu begegnen, ihn zu erfahren. Zudem müssen sich Gläubige heute oftmals für ihren Glauben rechtfertigen. Es wird ihnen vorgeworfen, dass ihr Glaube gegen die Vernunft sei angesichts des hohen Stellenwerts der Naturwissenschaften. Es stellt sich also die Frage, welche Argumente dagegen gehalten werden können, die die Vernünftigkeit des religiösen Glaubens zumindest nahe legen könnten. Dabei lässt sich zwischen Argumenten unterscheiden, die sich auf die theoretische z. B. der Bezug auf Tradition und Autorität oder auf die praktische Vernunft z. B. der Verweis auf die Nützlichkeit der Religion beziehen. Zu den Begründungen der theoretischen Vernunft gehören auch erkenntnistheoretische Argumente aus der Erfahrung, mit denen sich Wolfhart Pannenberg und Karl Rahner in ihren Arbeiten beschäftigt haben.
Um zum Glauben zu gelangen oder um ihn zu stärken sind Erfahrungen ein wichtiges Mittel. Immer wieder berichten Menschen von intensiven Erlebnissen, die sie mit Gott in Verbindung bringen und religiös deuten. Im Christentum werden solche Menschen als Mystiker bezeichnet. Allerdings wird nicht allen Menschen ein solches außergewöhnliches Erlebnis zu teil. Jedoch können auch alltägliche und banale Erfahrungen religiös interpretiert werden. Auch die Gesamtheit der Erfahrungen können auf diese Weise mit Gott in Verbindung gebracht werden. Hier setzt Wolfhart Pannenberg mit seiner Theorie an, die im ersten Teil der Arbeit erläutert wird. In Anlehnung an Bultmann definiert er Gott als die „alles bestimmende Wirklichkeit“, die sich dem Menschen im Verlauf der Geschichte offenbart. Eine Sonderform stellt die transzendentale Erfahrung Karl Rahners da, die Gegenstand des zweiten Teils ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Wolfhart Pannenberg: Gott als die „alles bestimmende Wirklichkeit“

1.1 Die alles bestimmende Wirklichkeit

1.2 Gottes Offenbarung in der Geschichte

1.3 Offenbarung in Jesus Christus

2. Karl Rahner: „Der Vorgriff auf das Sein“ und die „transzendentale Erfahrung“

2.1 Menschliche Erfahrung als Ausgangspunkt der Gotteserfahrung

2.2 Die „transzendentale Erfahrung“ und der „Vorgriff auf das Sein“

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Argumente für die Vernünftigkeit des religiösen Glaubens in einer säkularisierten Welt, wobei der Schwerpunkt auf der Analyse menschlicher Erfahrung als Brücke zu Gott bei Wolfhart Pannenberg und Karl Rahner liegt.

  • Theoretische Begründungen für die Vernünftigkeit des Glaubens
  • Gott als „alles bestimmende Wirklichkeit“ bei Wolfhart Pannenberg
  • Die „transzendentale Erfahrung“ und der „Vorgriff auf das Sein“ nach Karl Rahner
  • Religiöse Erfahrung als subjektive Deutung in der Geschichte
  • Das Verhältnis von christlichem Glauben und menschlicher Vernunft

Auszug aus dem Buch

Die „transzendentale Erfahrung“ und der „Vorgriff auf das Sein“

Der menschliche Geist kann unterscheiden zwischen Irrtum und Wahrheit und ist bestrebt, die Dinge so umfassend wie möglich zu verstehen. Die über einen Gegenstand gewonnenen Erkenntnisse werden auch weiterhin hinterfragt, um noch weitere, bisher unentdeckte Merkmale zu erschließen. Dabei kann sich der Geist auch in die Richtung bewegen, dass gefragt wird, welche Eigenschaften nicht vorhanden sind, also negative.

Die menschliche Erkenntnis sagt Rahner, sei auf das absolute Sein Gottes hin ausgerichtet. In der Beschreibung eines Gegenstandes wird demnach auf dieses Sein vorweggegriffen, da sie immer nur vorläufig ist. Die Erfüllung der Dynamik der menschlichen Erkenntnis kann nach Rahner kein innerweltlicher Gegenstand sein, sondern das absolute Sein Gottes. Somit wird in jedem Erkenntnisakt implizit die Existenz Gottes anerkannt, sei es unbewusst oder bewusst. Das Sein Gottes bildet den Horizont der Erkenntnisdynamik des menschlichen Geistes. Das Erkenntnisstreben gehört zum natürlichen Wesen des Menschen, weshalb es nicht einfach ins Leere laufen kann. Seine Erfüllung muss möglich sein, sonst wäre es nicht natürlich. Daraus ergibt sich die notwendige Existenz Gottes, der entweder nötig oder unmöglich sein muss. Der Vorgriff auf das Sein im Erkennen stellt für Rahner eine Form der Gotteserfahrung dar.

Nimmt der Mensch in der Gegenstanderkenntnis seine Umwelt war und beginnt mit ihr zu interagieren, verliert er sich nicht in der Wahrnehmung, sondern ist sich dabei seiner eigenen erkennenden Subjektivität gewahr. Er weiß nicht nur um die Begrenztheit des sinnlich Gegebenen, sondern auch um die Begrenztheit seiner eigenen Erkenntnis. Zwar stößt er durch seine eingeschränkte Erkenntnismöglichkeit irgendwann an eine Grenze, da er sich dieser jedoch bewusst ist, gelingt es ihm zugleich, sie zu übertreten, eben zu transzendieren: „Das einzelne gegenständlich und genannt Gewußte wird immer erfaßt in einem weiteren unbenannten, schweigend gegenwärtigen Horizont möglichen Wissens und möglicher Freiheit überhaupt.“ Der Mensch ist also aktiver „Ausgangspunkt des Über-sich-Hinausgreifens“ in die „absolute Weite des Erkennbaren“ und ist sich dessen auch bewusst. Die Dynamik des menschlichen Geistes ist damit grenzenlos, ebenso wie seine Freiheit und der Horizont, in dem sich die Erkenntnis vollzieht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Wolfhart Pannenberg: Gott als die „alles bestimmende Wirklichkeit“: Das Kapitel definiert Gott als das ordnende Prinzip der Wirklichkeit und beschreibt die Offenbarung als einen geschichtlichen Prozess, der sich im Handeln Gottes zeigt.

1.1 Die alles bestimmende Wirklichkeit: Hier wird dargelegt, dass Gott als notwendige Instanz zur Erklärung der Sinntotalität der Welt fungiert, an der sich menschliches Verständnis bewähren muss.

1.2 Gottes Offenbarung in der Geschichte: Der Autor erläutert, wie sich Gott durch geschichtliche Taten indirekt offenbart und dass die menschliche Vernunft diese Ereignisse zur Erkenntnis Gottes nutzen kann.

1.3 Offenbarung in Jesus Christus: Dieses Unterkapitel thematisiert die Auferstehung Jesu als Vorwegnahme des Endes der Geschichte und als universale Selbstoffenbarung Gottes für alle Menschen.

2. Karl Rahner: „Der Vorgriff auf das Sein“ und die „transzendentale Erfahrung“: Der Ansatz Rahners wird vorgestellt, der die menschliche Erfahrung und das menschliche Geistwesen in den Mittelpunkt stellt, um von dort auf das absolute Sein Gottes zu schließen.

2.1 Menschliche Erfahrung als Ausgangspunkt der Gotteserfahrung: Es wird erklärt, dass das menschliche Subjekt aufgrund seiner Existenz stets auf ein absolutes Geheimnis verwiesen ist, was die Basis für jede Gotteserfahrung bildet.

2.2 Die „transzendentale Erfahrung“ und der „Vorgriff auf das Sein“: Dieses Kapitel vertieft, wie der menschliche Geist durch den Vorgriff auf das absolute Sein Gottes seine eigenen Erkenntnisgrenzen überschreitet und darin Gott begegnet.

Schlüsselwörter

Gotteserfahrung, Vernünftigkeit, Religion, Offenbarung, Wolfhart Pannenberg, Karl Rahner, Transzendenz, Geschichte, Vorgriff auf das Sein, christlicher Glaube, Mystik, Erkenntnistheorie, Selbstoffenbarung, Subjektivität, Sinntotalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage nach der Vernünftigkeit des religiösen Glaubens in einer säkularisierten Welt und untersucht hierzu theologische Argumentationsmodelle.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Gotteserfahrung, das Verhältnis von Glaube und Vernunft, die Rolle der Geschichte sowie die Transzendenz des menschlichen Geistes.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ausgehend von menschlicher Erfahrung Modelle entwickelt werden können, die den religiösen Glauben als vernünftig und sinnstiftend begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theologische und religionsphilosophische Analyse der Werke von Wolfhart Pannenberg und Karl Rahner vorgenommen, um deren Konzepte der Gotteserfahrung herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Pannenbergs Verständnis von Gott als „alles bestimmende Wirklichkeit“ und Rahners Konzept der „transzendentalen Erfahrung“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Gotteserfahrung, Offenbarung, Vernunft, Geschichte, Transzendenz, Subjektivität und Sinntotalität.

Wie unterscheidet sich die Offenbarung bei Pannenberg von der bei Rahner?

Während Pannenberg die Offenbarung primär im geschichtlichen und öffentlichen Handeln Gottes sieht, fokussiert sich Rahner auf die innere, transzendentale Dynamik des menschlichen Geistes, in der der Mensch Gott begegnet.

Was bedeutet der „Vorgriff auf das Sein“ bei Rahner?

Er beschreibt die Dynamik, mit der der menschliche Geist in jedem Erkenntnisakt implizit auf das absolute Sein Gottes als Horizont seiner Suche nach Wahrheit ausgerichtet ist.

Warum ist die „Deutungsoffenheit“ von Erfahrungen laut der Arbeit ein „Glücksfall“?

Sie garantiert die Freiheit des Menschen im Glauben, da Gott sich nicht als empirisch zwingende Notwendigkeit aufdrängt, sondern die freie Entscheidung des Einzelnen ermöglicht.

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Details

Titel
Argumente für die Vernünftigkeit des religiösen Glaubens. Gott als die Gesamterfahrung bei Pannenberg und als transzendentale Erfahrung bei Rahner
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
1,3
Autor
Jennifer Stockum (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V288336
ISBN (eBook)
9783656885122
ISBN (Buch)
9783656885139
Sprache
Deutsch
Schlagworte
argumente vernünftigkeit glaubens gott gesamterfahrung pannenberg erfahrung rahner
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jennifer Stockum (Autor:in), 2014, Argumente für die Vernünftigkeit des religiösen Glaubens. Gott als die Gesamterfahrung bei Pannenberg und als transzendentale Erfahrung bei Rahner, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288336
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Leseprobe aus  17  Seiten
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