Der Spanische Bürgerkrieg. Überblick und militärische Intervention des Deutschen Reiches


Hausarbeit, 2014

19 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhalt

1. Fragestellung

2. Forschungsstand

3. Überblick
3.1. Ursachen des Spanischen Bürgerkrieges
3.2. Kriegsverlauf
3.3. Internationale Unterstützung

4. Militärische Intervention des Deutschen Reiches
4.1. „Nacht von Bayreuth“
4.2. Die „Legion Condor“
4.3. Motive des Deutschen Reiches

5. Fazit

6. Quellen

7. Literatur

1. Fragestellung

„[…] der Krieg [war] in seinem Ursprung im wesentlichen ein innerspanischer Konflikt […], dessen Dauer, Verlauf und Ausgang jedoch maßgeblich durch die Internationalisierung des Krieges bestimmt wurden. Unumstritten ist auch die Tatsache, daß unter den intervenierenden ausländischen Mächten das nationalsozialistische Deutschland eine herausragende Rolle spielte.“1

Dieses Zitat von Walther Bernecker beschreibt sehr gut, worum es in dieser Arbeit gehen soll. Nach einer kurzen Einführung zu den Ursachen des Spanischen Bürgerkrieges, folgt ein Überblick über den Ablauf des Putsches, sowie ein, zur besseren Veranschaulichung mit Kartenmaterial unterstützter, Überblick zum Kriegsverlauf. Neben der Intervention verschiedenster ausländischer Staaten, soll das Hauptaugenmerk dieser Arbeit jedoch auf die militärische Unterstützung des Deutschen Reiches an die Putschisten gerichtet sein. Es wird geklärt wie es zu der Entscheidung zur Intervention kam und welche Rolle die „Legion Condor“ spielte. Zudem wird zu klären versucht, welche Motive zur Intervention führten und in wie weit der Spanische Bürgerkrieg vom Deutschen Reich für die eigenen Zwecke genutzt worden ist.

2. Forschungsstand

Um einen Überblick über die Thematik des Spanischen Bürgerkriegs zu erhalten, eignet sich besonders das Buch von Carlos Collado Seidel „Der Spanische Bürgerkrieg“. Darin geht er sehr ausführlich auf die Ursachen des Krieges ein, konzentriert sich im weiteren Verlauf jedoch stärker auf die Intervention europäischer Staaten. Als besonders hilfreich erwiesen sich zudem die in den einzelnen Ausführungen eingefügten Informationen zu den wichtigsten Personen der jeweiligen Periode. Aus der englisch-sprachigen Literatur ist vor allem „The Spanish Civil War“ von Hugh Thomas zu erwähnen. Dieses Buch beschäftigt sich sehr ausführlich mit dem Thema. Es befasst sich mit den Ursprüngen, dem Putsch und mit dem Kriegsverlauf. Zudem ist die Argumentation auf Kartenmaterial gestützt. Empfehlenswert ist auch der Anhang dieses Buches, denn dieser enthält unter anderem eine tabellarische Übersicht zu Wirtschaft und Export Spaniens. Ebenfalls einen guten Überblick über die Thematik bietet „Krieg in Spanien. 1936-1939“ von Walther Bernecker. Dieses Werk untersucht die verschiedenen Richtungen des Krieges, wie zum Beispiel die militärischen, internationalen und politischen Aspekte, sowie die sozioökonomischen und ideologischen Dimensionen. Zudem werden Folgen des Krieges und Tendenzen der aktuellen Forschung untersucht. Unterstützt werden die Aussagen mit Kartenmaterial. Unter dem Titel „Der Spanische Bürgerkrieg. Eine Bestandsaufnahme“ erschien im Suhrkamp Verlag ein Werk welches vor allem deshalb interessant ist, da es verschiedene Beiträge spanischer Historiker zur Problematik des spanischen Bürgerkriegs, sowie Bildquellen und Statistiken enthält. Um dann näher auf die deutsche Rolle im Spanischen Bürgerkrieg einzugehen, eignet sich „Krieg und Fliegen. Die Legion Condor im Spanischen Bürgerkrieg“ von Stefanie Schüler-Springorum. Die Autorin beleuchtet die Anfänge der deutschen Luftwaffe genauso wie die Intervention in Spanien und die Situation nach dem Krieg aus der Sichtweise der deutschen Soldaten und Piloten.

Um auf aktuelle Forschungsergebnisse und Diskussionen eingehen zu können, wurden verschiedene Artikel der Historischen Zeitschrift, der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, der Contemporary European History und des German Studies Review mit einbezogen. Hier ist vor allem „Die Deutsche Intervention im Spanischen Bürgerkrieg. Ein Diskussionsbeitrag“ von Hans-Henning Abendroth zu nennen, der sich größtenteils mit der Entscheidungsfindung zur Intervention Deutschlands in Spanien befasst. Aber auch der Beitrag von Angel Viñas und Carlos Collado Seidel mit dem Titel „Franco's Request to the Third Reich for Military Assistance“ bietet einen guten Überblick zur Anfrage Franco´s an Hitler um militärische Unterstützung und Hilfeleistung Deutschlands an Spanien, sowie der Vorkriegsverbindung beider Staaten.

3. Überblick

3.1. Ursachen des Spanischen Bürgerkrieges

Zahlreiche Ursachen führten letztendlich zum Spanischen Bürgerkrieg, wobei ein enger Zusammenhang zwischen außen- und innenpolitischen Ursachen besteht. Außenpolitisch war Spanien seit dem 16. Jahrhundert eine der wichtigsten Imperialmächte der Welt. Als dieser Status im 19. Jahrhundert zu bröckeln begann, führte dies auch innenpolitisch zu Spannungen. Mit der Niederlage im Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898 und dem damit verbundenen Verlust der meisten Kolonien, wie Kuba, Puerto Rico und den Philippinen, wurden auch die sozialen Spannungen immer größer. Es folgte eine Zeit von Aufständen und Attentaten. Nach dem ersten Weltkrieg kam es aufgrund des Verlustes ausländischer Absatzmärkte zu Massenentlassungen und Lohnkürzungen womit die Radikalisierung der Bevölkerung und Arbeiter vorangetrieben wurde. Zusätzlich kam es zu Spannungen im Militär. Zum einen drohte der Kolonialkrieg in Marokko verloren zu werden, zum anderen gab es innerhalb der Armee Unstimmigkeiten was Beförderung und Besoldung anging. Da die zivile Regierung, wegen der sozialen Unruhen, einer Konfrontation mit dem Militär aus dem Weg ging, zeigte dies welche große Machtposition das Militär bekleidete. Im September 1923 kam schließlich General Primo de Rivera durch einen Staatsstreich an die Macht. Er regierte das Land bis Januar 1930 und war anfangs in der Lage die sozialen Spannungen deutlich zu reduzieren. In den 1930er Jahren kam es nun zu einer Vielzahl von Ereignissen. Nachdem kurzzeitig wieder König Alfons XIII. an der Macht war, eskalierten die Zustände. Der König ging ins Exil und es wurde am 14. April 1931 die Zweite Republik ausgerufen. Doch die Lebensverhältnisse der Bevölkerung und der Arbeiter verschlechterten sich aufgrund von Arbeitslosigkeit weiter. Ende 1933 zerbrach die erste Koalition, aus linksrepublikanischen Parteien und der Sozialistischen Arbeiterpartei Spaniens, die sogenannte Acción Republicana, was zu Neuwahlen im November 1933 führte. Bei diesen Wahlen kam die rechtsgerichtete CEDA, Confederación Española de Derechas Autónomas, an die Macht. Doch Ende 1935 zerbrach auch die zweite Koalition. Dies hatte Neuwahlen im Februar 1936 zur Folge. Sozialisten, Republikaner, liberale Katalanisten, der stalinistische PCE und die linkskommunistische POUM schlossen sich zum Volksfront-Bündnis, der Frente Popular, zusammen. Ihr gegenüber stand die Frente Nacional, bestehend aus CEDA, Monarchisten, Carlisten und einer Grundbesitzer-Partei. Die Frente Popular, also die Republikaner, konnten die Wahl knapp für sich entscheiden. Doch das Militär wollte dieses Ergebnis nicht akzeptieren. Daraufhin planten sie unter der Führung von Emilio Mola, dem Führer der Militärprovinz Navarra, einen Putsch gegen die Regierung.2

3.2. Kriegsverlauf

Der Putsch, welcher den Spanischen Bürgerkrieg auslöste, begann am 17. Juli 1936 in Spanisch-Marokko, welches schnell unter die Kontrolle der Putschisten gebracht wurde. Auf dem spanischen Festland kam der Aufstand jedoch ins Stocken da sich mehrere Garnisonen, so etwa in Sevilla, den Putschisten nicht anschlossen. Auch in anderen Städten, wie Zaragoza und Valladolid, kam es zu Straßenkämpfen da die Regierung die Bevölkerung bewaffnen ließ. Des Weiteren konnte das 35.000 Mann umfassende Afrikaheer durch eine Seeblockade der Republikaner nicht nach Gibraltar übersetzen. Da zudem eine Vielzahl der Generäle loyal gegenüber der Republik blieben und die Aufständischen in der Hauptstadt Madrid keinen Zugriff auf die Kommandozentralen hatten, konnte mit einer schnellen Entscheidung nicht gerechnet werden. So kam es dazu, dass die Putschisten am 24. Juli 1936 eine Militärjunta unter Führung von General Miguel Cabanellas schufen, die er jedoch nur nominell anführte. Praktisch bestand die Führung der Putschisten aus Queipo de Llano mit Führung in Andalusien, Francisco Franco als Kommandeur der Afrikaheers und Emilio Mola, der den Norden des Landes kontrollieren sollte. Diese drei Putschisten-Kommandeure operierten jedoch größtenteils unabhängig voneinander.3

Laut Walther Bernecker ergab sich so zu Beginn des Krieges folgendes Kräfteverhältnis:4

Folglich zeigt sich, dass rein auf den numerischen Fakten basierend, die Ausgangssituation der Putschisten mit 143.475 Mann gegenüber den Regierungstruppen mit 112.025 Soldaten besser gestellt ist.

Anhand von Kartenmaterial soll im Folgenden der Kriegsverlauf veranschaulicht werden.5

Diese Karte zeigt die Ausgangssituation des Krieges. Helle Gebiete stehen unter der Kontrolle der Aufständischen und dunkle Gebiete werden von der Regierung kontrolliert. Ende September 1936 wurde Franco zum Oberkommandierenden sämtlicher Truppen ernannt.

Die Putschisten haben etwa 50% des Landes unter ihrer Kontrolle. Durch die Eroberung des Großteils Andalusiens und der Extremadura konnte die Nord- mit der Südarmee verbunden werden.

Im Herbst 1936 bzw. Frühjahr 1937, Schlacht von Guadalajara, versuchten die Aufständischen mehrmals Madrid einzunehmen, scheiterten jedoch. Madrid wurde mit Hilfe der Zivilisten und der Internationalen Brigaden verteidigt. Die Regierung zog aufgrund der Kämpfe in Madrid nach Valencia um. Im Februar 1937 wurde Málaga von den Franquisten eingenommen.

Die Nordprovinzen fielen ab Frühjahr 1937 in die Hände der Putschisten. 26. April 1937 bombardierte die Legion Condor die Stadt Guernica. Der Norden war aufgrund seines Wirtschaftspotentials für die Putschisten besonders wichtig.

Die Franquisten brachen im April 1938 zum Mittelmeer durch. Die Republikanische Regierung war mittlerweile nach Barcelona umgezogen. Die für den Ausgang des Krieges entscheidende Ebro-Schlacht fand vom 24. Juli bis 26. November 1938 statt. Die Aufständischen Truppen waren überlegen und schlugen die republikanischen Truppen.

Zwischen Dezember 1938 und März 1939 wurde nun Katalonien erobert, ebenfalls gelang es den Putschisten Barcelona am 26. Januar 1939 einzunehmen. Am 24. Februar trat der republikanische Staatspräsident Azaña zurück und ging ins Exil. Franco besetzte am 28. März 1939 Madrid und erklärte am 1. April den Sieg für die Putschisten. Damit war der Bürgerkrieg beendet.6

3.3. Internationale Unterstützung

Internationale Unterstützung fanden sowohl die Regierung als auch die Putschisten. Die Regierung wurde von der Sowjetunion und den Interbrigaden unterstützt. Während die Putschisten von Italien und dem Deutschen Reich unterstützt wurden. Propagandistisch wurde es in den 1930er Jahren als Kampf zwischen Faschisten und Marxisten ausgedrückt.7 Die Sowjetunion griff deshalb ein, da sie sich spätestens seit Hitlers Machtübernahme vom Faschismus akut bedroht fühlte.8 So sandte sie im Oktober 1936 Panzer und Artillerieeinheiten nach Madrid, zwei Wochen später folgten Kampfflugzeuge. Die rund zweitausend russischen Spezialisten, die während des Kriegsverlaufes in Spanien stationiert waren, dienten vor allem als Berater und Ausbilder oder betätigten die Waffensysteme.9 Des Weiteren wurde die Regierung von den Interbrigaden, einem Freiwilligenverband, unterstützt. Aufgerufen hatten dazu vor allem die kommunistischen Parteien der Länder mit der Losung „Kampf gegen den Faschismus“. Bei den Interbrigadisten handelt es sich vor allem um im Exil lebende Bürger Deutschlands, Italiens, Polens, Frankreichs, aber auch Österreichs und Belgiens. Trotz einer Stärke von ca. 45.000 Mann war ihre psychologische Wirkung weit höher als ihre militärische.10

Die Unterstützung Spaniens durch Italien ist unterschiedlich motiviert, so wurde zum einen gehofft, dass sich nach dem Bürgerkrieg ein proitalienisches Spanien bilden würde. Zum anderen hoffte man auf ein italienisch-spanisches Bündnis mit Luft- und Marinestützpunkten auf den Balearen.11 So kam es dazu, dass die Italiener in weitaus höherem Maße in den Spanischen Bürgerkrieg involviert waren als etwa die Deutschen.12 Mussolini schickte bereits Ende Juli 1936 Transportflugzeuge, um die Luftbrücke von Marokko nach Spanien zu unterstützen. Anfang August stockte er die Lieferungen noch einmal um Kampfflugzeuge, Panzer, Gewehre und Flakgeschütze auf.13 Im Verlauf des Krieges schickte Italien 80.000 Mann, Corpo di Truppe Volontarie (CTV), denen nicht nur Soldaten sondern auch faschistische Milizen angehörten. Hinzu kamen Materiallieferungen im Umfang von ca. 1.000 Flugzeugen, 2.000 Artilleriegeschützen, 1.000 Panzer sowie Gewehre und Munition.14 Mit der deutschen Intervention in Spanien beschäftigt sich der nächste Abschnitt.

[...]


1 vgl. Bernecker, Walther: Krieg in Spanien. 1936-1939. Darmstadt 1991, S. 47.

2 vgl. Collado Seidel, Carlos: Der Spanische Bürgerkrieg. Geschichte eines europäischen Konflikts. München 2006, S. 15-60.

3 ebenda S. 61-70.

4 vgl. Bernecker, 1991, S. 27. Bernecker rechnet für das Afrikaheer eine Stärke von 45.000 Mann (im Vgl. zu Collado Seidel mit 35.000). Tabelle inklusive Afrikaheer.

5 vgl. Bernecker, 1991, S. 27, S. 30-31, S. 33, S. 35.

6 vgl. Bernecker, 1991, S. 26-36.

7 vgl. Bernecker, 1991, S. 49.

8 vgl. Collado Seidel, 2006, S. 111.

9 ebenda.

10 vgl. Collado Seidel, 2006, S. 118-119. Bekanntes Mitglied: Ernest Hemingway.

11 vgl. Bernecker, 1991, S. 68.

12 ebenda, S. 69.

13 vgl. Collado Seidel, 2006, S. 100.

14 ebenda, S. 102.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Der Spanische Bürgerkrieg. Überblick und militärische Intervention des Deutschen Reiches
Hochschule
Universität Rostock
Note
2,0
Jahr
2014
Seiten
19
Katalognummer
V288496
ISBN (eBook)
9783656887713
ISBN (Buch)
9783656887720
Dateigröße
724 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spanischer Bürgerkrieg, Spanien, Bürgerkrieg, Franco, Nationalsozialismus, Legion Condor
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, Der Spanische Bürgerkrieg. Überblick und militärische Intervention des Deutschen Reiches, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288496

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