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İsmail Bey Gasprinskii. ‚Nation-maker‘ oder ‚Nation-breaker‘?

Titel: İsmail Bey Gasprinskii. ‚Nation-maker‘ oder ‚Nation-breaker‘?

Seminararbeit , 2014 , 26 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Hannes Blank (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Osteuropa
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Am 11. September diesen Jahres jährte sich der 100. Todestag des krimtatarischen Intellektuellen, Pädagogen, Verlegers und Politikers İsmail Bey Gasprinskii (auch İsmail Gaspıralı, al-Gasfari), der im Alter von 63 Jahren in Bachtschyssarai/Krim starb. Als Vertreter der panturkistischen Idee strebte er die Wiedervereinigung der „turaniden Rasse“, eines aus dem mythisch verklärten, in Zentralasien gelegenem Urland Turan stammenden Volkes, an. Unter dem Motto dilde, fikirde ve işte birlik (Einheit in Sprache, Denken und Handeln) wollte er eine Vereinheitlichung auf den Ebenen der Erziehung, der Kultur und Gesellschaft schaffen. Um seine Vorstellungen in die Tat umzusetzen, entwickelte er eine allen Turkvölkern verständliche Sprache, reformierte das Schulwesen und gründete mit der Zeitung Tercüman ein Medium zur Verbreitung seiner Ideen und Förderung der Sprache.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. İsmail Bey Gasprinskii

3. Theorien

3.1 Nationbuilding

3.2 Panturkismus

3.3 Djadidismus

4. Dilde, fikirde ve işte birlik. - Einheit in Sprache, Denken und Handeln

4.1 Sprache - Sprachreform

4.2 Denken - Schulen

4.3 Handeln - Tercüman/Переводчик

5. Nationale Utopie - Adaptionen

5.1 Krimtataren

5.2 Russisches Reich

6. Resumee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Rolle von İsmail Bey Gasprinskii im späten Osmanischen Reich und dem Russischen Reich, wobei die zentrale Forschungsfrage lautet, ob er als Wegbereiter ("Nation-maker") oder als Destabilisierer ("Nation-breaker") der nationalen Identität der Turkvölker zu klassifizieren ist.

  • Biographische Einordnung und Wirken von Gasprinskii
  • Theoretische Grundlagen zu Nationbuilding, Panturkismus und Djadidismus
  • Konkrete Umsetzung der Reformen in Sprache, Erziehung und Publizistik
  • Analyse der Rezeption durch Krimtataren und die russische Staatsmacht

Auszug aus dem Buch

4.1 Sprache - Sprachreform

„There is no educated Russian who does not read and write his own native tongue, no educated Austrian, Pole, Georgian, or Armenian who is not literate in his own national language. Unfortunately, this is not the case with our people.“ I.B. Gasprinskii

Auf diese Weise formuliert Gasprinskii die Gründe für die Kreation einer eigenen Sprache für sein Volk. Veröffentlicht wurde diese Forderung 1881 in der russischsprachigen Zeitung Tavrida, Ausgabe 43-47. Später fasste man sie noch zu einem kompletten Text zusammen und veröffentlichte diesen als Beilage des Tercüman. Damit trat Gasprinskii erstmalig mit seinen Ideen an die Leserschaft heran und wurde einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Neben der aktuellen Situation des Islams in Russland geht er explizit auf die Sprache als Hilfsmittel zu einer Modernisierung dessen ein. Ihm geht es allerdings nicht darum, eine komplett neue Sprache zu erfinden, sondern er vertritt die Annahme, dass es eine grundsätzliche sprachliche Einheit aller Turkvölker gebe, „die aufgrund der historischen Entwicklung, der Trennung in zahlreiche nationale Subgruppen und der darauf aufbauenden dialektalen Einwirkungen verloren gegangen sei.“ Besagte gemeinsame Sprache dient ihm sowohl aus vergangenen als auch zukünftigen Gesichtspunkten: einerseits als historischer Beweis einer seit altersher bestehenden Zusammengehörigkeit, andererseits zur Festigung einer kulturellen Einheit. Auch soll seine Kreation nicht die alleinige Ausdrucksweise sein, er plädiert durchaus für die Beherrschung des Russischen „Незнание русской речи изолирует его [мусульманство] от русской мысли и литературы, не говоря уже о полнейшей изолированности в отношении общечеловеческой культуры.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von İsmail Bey Gasprinskii als krimtatarischen Intellektuellen vor und formuliert die Forschungsfrage zur Einordnung seines Wirkens.

2. İsmail Bey Gasprinskii: Dieses Kapitel zeichnet den biographischen Werdegang Gasprinskiis nach, von seiner Kindheit auf der Krim über seine Ausbildung in Russland bis hin zu seinen Tätigkeiten als Reformer.

3. Theorien: Hier werden die theoretischen Konzepte des Nationbuilding, des Panturkismus und des Djadidismus erläutert, die den Rahmen für Gasprinskiis Handeln bilden.

4. Dilde, fikirde ve işte birlik. - Einheit in Sprache, Denken und Handeln: Dieser Abschnitt analysiert die konkrete Umsetzung von Gasprinskiis Visionen durch Sprachreformen, das Schulwesen und die Gründung der Zeitung Tercüman.

5. Nationale Utopie - Adaptionen: Dieses Kapitel untersucht die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Reaktionen auf Gasprinskiis Reformideen innerhalb der krimtatarischen Gemeinschaft und im russischen Staatsapparat.

6. Resumee: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle Gasprinskiis als unfreiwilligen "Nation-maker".

Schlüsselwörter

İsmail Bey Gasprinskii, Nationbuilding, Panturkismus, Djadidismus, Krimtataren, Tercüman, Sprachreform, Usul-i cedid, Russisches Reich, Islamische Moderne, Identität, Turkvölker, Moderne, Reformpolitik, Nationalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Rolle von İsmail Bey Gasprinskii und seinem Einfluss auf die nationale Identitätsbildung muslimischer Turkvölker im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die Modernisierung des islamischen Bildungswesens, die Schaffung einer einheitlichen Literatursprache und die Verbreitung dieser Ideen durch die Zeitung Tercüman.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, ob Gasprinskii aufgrund seiner Aktivitäten eher als "Nation-maker" oder als "Nation-breaker" in den Kontext der nationalen Bewegungen im russischen Imperium einzuordnen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine biografische Analyse gepaart mit der Anwendung politikwissenschaftlicher Theorien zum Nationbuilding nach Deutsch und Hroch, um die praktische Umsetzung der Reformen historisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung sowie die detaillierte Untersuchung der drei Säulen von Gasprinskiis Reformwerk: Einheit in Sprache, Denken und Handeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Nationbuilding, Panturkismus, Djadidismus, Gasprinskii, Tercüman, Krimtataren und die Modernisierung der muslimischen Welt.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Gasprinskii als "Nation-maker"?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass er als eine Art "unfreiwilliger Vater der Nation" fungierte, da er durch seine Bildungs- und Sprachreformen die notwendigen Voraussetzungen für nachfolgende nationale Bewegungen schuf.

Wie reagierte das Russische Reich auf Gasprinskiis Aktivitäten?

Die russischen Behörden betrachteten seine Aktivitäten mit Misstrauen und sahen darin ein Gefahrenpotenzial für die Stabilität des Reiches, weshalb sie seine Reformen durch Zensur und eigene konkurrierende Bildungsinitiativen einzudämmen versuchten.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
İsmail Bey Gasprinskii. ‚Nation-maker‘ oder ‚Nation-breaker‘?
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Seminar für osteuropäische Geschichte)
Veranstaltung
Religion und Identität im späten Osmanischen Reich (1800-1923)
Note
1,3
Autor
Hannes Blank (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
26
Katalognummer
V288512
ISBN (eBook)
9783656888505
ISBN (Buch)
9783656888512
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gasprinskii
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hannes Blank (Autor:in), 2014, İsmail Bey Gasprinskii. ‚Nation-maker‘ oder ‚Nation-breaker‘?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288512
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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