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Nationale Ratifizierungsprozesse internationaler Menschenrechtskonventionen

Der Mehrwert der vergleichenden Methode

Titel: Nationale Ratifizierungsprozesse internationaler Menschenrechtskonventionen

Hausarbeit , 2014 , 23 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Julian Ostendorf (Autor:in)

Politik - Methoden, Forschung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit schlägt ein Forschungsdesign zur Analyse von Ratifizierungsprozessen vor. Dabei wird das Politikfeld Menschenrechte ausgewählt, um anhand einer Vergleichsanalyse die unterschiedlichen Ergebnisse von Ratifizierungsprozessen zu erklären. Es liegt dabei zunächst nahe, die Theorie Putnams der „Two-Level-Game“-Logik aufzugreifen. Die Delegationsschwierigkeiten einer verhandelnden Regierung und die Antizipation von innerstaatlichen Interessen stehen hierbei im Blickpunkt. Es soll jedoch im Folgenden deutlich gemacht werden, dass dieser Ansatz der hier gewählten Fragestellung nicht hilfreich ist. Die simple Fragestellung lautet: Warum ratifizieren Staaten einen Vertrag und warum ratifizieren andere Staaten nicht?

Der Two-Level-Game-Ansatz ist damit relativ unbrauchbar, da bereits die innerstaatlichen Interessen antizipiert wurden. Das hier verfolgte Forschungsdesign soll sich eben nicht um die Verhandlungsstrategie der Regierungen auf internationaler Ebene beziehen, sondern auf den Gesetzgebungsprozess zu einem internationalen Vertrag, damit dieser nach nationalem und internationalem Recht implementiert werden kann.
Da der Ansatz Putnams kein anknüpfbares theoretisches Grundgerüst für die Analyse bietet, muss auf andere Theorien Bezug genommen werden. Da es sich um die Analyse nationaler Verfahren handelt, die zumindest in „liberalen Demokratien“ durch Parteienwettbewerb bestimmt sind, beziehe ich die Vetospielertheorie ein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konzeptionalisierung der Forschungsfrage

2.1 Forschungsstand

2.2 Theoretische Grundlagen des Forschungskonzepts

3. Konzeptspezifizierung und methodisches Design

3.1 Variablen

3.2 Fallauswahl

3.3 Operationalisierung und Messung der Variablen

3.4 Vergleichende Fallstudie als methodisches Design

4. Ausblick

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit entwickelt ein Forschungsdesign zur Analyse von Ratifizierungsprozessen internationaler Menschenrechtskonventionen in liberalen Demokratien. Das Ziel ist es, mithilfe der Vetospielertheorie zu erklären, warum Staaten Verträge unter unterschiedlichen Bedingungen ratifizieren, ablehnen oder diese mit Vorbehalten versehen.

  • Analyse der Bedeutung institutioneller Vetospieler für Ratifizierungsergebnisse.
  • Untersuchung des Einflusses von parteipolitischen Präferenzen und Mehrheitsverhältnissen.
  • Methodischer Vergleich zwischen präsidentiellen und parlamentarischen Regierungssystemen.
  • Identifikation kausaler Mechanismen durch ein „most-similar-case-design“.
  • Erklärung von Abweichungen im Ratifizierungsverhalten trotz ähnlicher Regimetypen.

Auszug aus dem Buch

3.4 Vergleichende Fallstudie als methodisches Design

Es handelt sich um eine Vergleichsstudie mit einer kleinen Fallzahl (n=4). Die jeweiligen Fälle weisen gleiche institutionelle Muster, jedoch unterschiedliche Ergebnisse auf. Der Grund darin muss daher in der unterschiedlichen Wirkung der Vetospieler gesucht werden. Die anzuwendende Differenzmethode muss nun den kausalen Mechanismus identifizieren, der bei Land A (Argentinien/Deutschland) zu einem positiven Ergebnis führt und bei Land B (USA/Finnland) negativ ist. #

Die Analyse der Präferenzen der Vetospieler sowie ihrer Polarisierung wird über Zeit beobachtet. „Zeit 1“ markiert die Mehrheits- und Präferenzbedingungen zum Zeitpunkt der Unterzeichnung. Jeder Regierungs- bzw. Mehrheitswechsel im Parlament wird als weiterer Zeitabschnitt gerechnet. Die Bedingungen zur Abstimmung über die Ratifizierung bildet die letzte Zeiteinheit der Analyse. Die veränderten Präferenzmuster bestimmen das „winset“ und geben dadurch Aufschluss darüber, wann ein Kompromiss im parlamentarischen Aushandlungsprozess möglich ist. Die Gegenüberstellung der Ratifizierungsprozesse unter der Bedingung von Unsicherheit der Regierung, die Präferenzen der anderen Vetospieler zu antizipieren, wird demnach die Wirkung von Polarisierung und Vetospieleranzahl herausarbeiten. Im Anschluss kann darüber hinaus die Wirkung von Vetospielerkonstellationen in parlamentarischen und präsidentiellen Systemen erklärt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, warum Staaten internationale Verträge unterschiedlich ratifizieren, und stellt die Vetospielertheorie als zentralen Erklärungsrahmen vor.

2. Konzeptionalisierung der Forschungsfrage: Dieses Kapitel arbeitet den Forschungsstand auf, identifiziert Lücken in der bisherigen Literatur und leitet auf Basis der Vetospielertheorie die zentralen theoretischen Annahmen und Arbeitshypothesen ab.

3. Konzeptspezifizierung und methodisches Design: Hier werden die Variablen operationalisiert, das „most-similar-case-design“ begründet und die Kriterien für die Fallauswahl (USA, Argentinien, Deutschland, Finnland) dargelegt.

4. Ausblick: Der Abschnitt skizziert die empirische Anwendung des Forschungsdesigns anhand der konkreten Fallvergleiche und setzt die Ereignisse in eine zeitliche Abfolge.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und bekräftigt die Eignung der gewählten qualitativen Vergleichsmethode für die Analyse von Ratifizierungsprozessen.

Schlüsselwörter

Ratifizierung, Menschenrechtskonventionen, Vetospieler, Liberale Demokratien, Forschungsdesign, Parteienwettbewerb, Institutionelles Design, Politische Polarisierung, Vorbehalte, Regierungssysteme, Fallstudien, Politische Präferenzen, Gesetzgebungsprozess, Internationale Verträge, Vetospielertheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse nationaler Ratifizierungsprozesse von internationalen Menschenrechtskonventionen und untersucht, warum Staaten diese Verträge unterschiedlich behandeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die institutionellen Voraussetzungen in liberalen Demokratien, der Einfluss politischer Vetospieler und die Bedeutung von parteipolitischen Präferenzen für den Erfolg einer Ratifizierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, unter welchen Bedingungen (z.B. Vetospieleranzahl, Polarisierung) Staaten eine Ratifizierung vollziehen, diese ablehnen oder nur unter Vorbehalten durchführen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein qualitatives, vergleichendes Forschungsdesign („most-similar-case-design“) verwendet, um anhand von vier Fallbeispielen kausale Mechanismen zu identifizieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Hypothesen, die Operationalisierung der Variablen sowie die detaillierte Fallauswahl und methodische Gestaltung des Vergleichs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Vetospieler, Ratifizierungsprozess, liberale Demokratien und institutionelles Design geprägt.

Warum wird die "Two-Level-Game"-Logik von Putnam als nicht hilfreich erachtet?

Die Autorin argumentiert, dass dieser Ansatz auf die Verhandlungsstrategien auf internationaler Ebene fokussiert, während die Forschungsfrage das innerstaatliche Gesetzgebungsverfahren adressiert.

Wie unterscheidet sich die Ratifizierung in präsidentiellen und parlamentarischen Systemen laut der Arbeit?

Präsidentielle Systeme wie die USA sind häufig von einer höheren Polarisierung und geringeren Parteidisziplin geprägt, während in parlamentarischen Systemen die Regierung die Präferenzen der Mehrheit im Parlament meist besser antizipieren kann.

Welche Rolle spielen Vorbehalte in der Analyse?

Vorbehalte werden als ein Mittel der Vetospieler identifiziert, um einen internationalen Vertrag näher an die eigene Präferenzzone zu rücken, falls dieser sonst außerhalb des akzeptablen "winsets" liegen würde.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Nationale Ratifizierungsprozesse internationaler Menschenrechtskonventionen
Untertitel
Der Mehrwert der vergleichenden Methode
Note
1,7
Autor
Julian Ostendorf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
23
Katalognummer
V288560
ISBN (eBook)
9783656887539
ISBN (Buch)
9783656887546
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nationale ratifizierungsprozesse menschenrechtskonventionen mehrwert methode
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julian Ostendorf (Autor:in), 2014, Nationale Ratifizierungsprozesse internationaler Menschenrechtskonventionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288560
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Leseprobe aus  23  Seiten
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