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Schillers Rezension - "Über Bürgers Gedichte!"

Title: Schillers Rezension - "Über Bürgers Gedichte!"

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 21 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Björn Erichsen (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Schiller hat mit seiner Rezension „Über Bürgers Gedichte“ unter seinen Zeitgenossen eine beachtliche Resonanz erzielt. So schrieb er in einem Brief vom 3. 3. 1791 an Körner: „In Weimar habe ich durch die Bürgerische Recension viel Redens von mir gemacht; in allen Circeln las man sie vor, und es war guter Ton, sie vortrefflich zu finden, nachdem Goethe öffentlich erklärt hatte, er wünsche Verfasser davon zu sein.“1 Jedoch fand die Schrift Schillers nicht nur Beifall. Die Rezension hatte stark emotionale Debatte ausgelöst, die zum Teil zu heftigen Angriffen gegen Schiller geführt hat. Die Bandbreite reicht hierbei von übertriebener Stränge und Maßlosigkeit in seiner Kritik, bis zu dem nicht haltbaren Vorwurf, Schiller hätte Bürger in den frühen Tod getrieben.2
Diese Arbeit kann sich aber nur am Rande mit einigen dieser Argumentationsstränge befassen. Ebensowenig kann in dieser Ausarbeitung eine Erörterung und Bewertung der Kritik Schillers an einzelnen Werken Bürgers vorgenommen werden. Einerseits würde eine derartige Vorgehensweise den vorgegebenen Rahmen bei weitem übertreffen. Zum anderen erlangte die Rezension ihre besondere Bedeutung nicht wegen der eigentlichen Kritik an Bürger, sondern aufgrund der grundsätzlichen Äußerungen Schillers, für die ihm Bürgers Dichtung lediglich als Negativbeispiel diente. So sollen hier in erster Linie die in der Rezension formulierten literaturtheoretischen und philosophischen Ansätze Schillers im Mittelpunkt stehen.[...]
1 F. Schiller: Brief an Körner vom 3.3. 1791, in: F. Jonas (Hg): Schillers Briefe - Kritische Gesamtausgabe, Band III, Stuttgart 1892-1896, S. 135f.
2 Siehe: W. Müller-Seidel: Schillers Kontroverse mit Bürger und ihr geschichtlicher Sinn, in: W. Müller-Seidel; W. Preisendanz (Hg.): Formenwandel – Festschrift zum 65. Geburtstag von Paul Böckmann, Hamburg 1964, S. 294-318, hier: 295.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte der Rezension

2.1. Begegnung von Schiller und Bürger

2.2. Die Rezensionsstrategie Schillers

3. Schillers Forderung nach zeitadäquater Dichtung

4 Volkstümlichkeit

4.1. Das Popularitätsideal Bürgers

4.2. Die Kritik Schillers

4.3. Die Gegenkonzeption Schillers

4.3.1. Individualität

4.3.2. Idealisierende Stilgebung

5. Schlußbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit analysiert Schillers Rezension „Über Bürgers Gedichte“ aus literaturtheoretischer und philosophischer Perspektive, um zu untersuchen, wie Schiller die Rolle des Dichters in einem philosophisch geprägten Zeitalter definiert. Dabei steht die Abgrenzung von Bürgers Popularitätsideal und Schillers eigene Forderung nach einer Dichtung, die ästhetische Erziehung vermittelt, im Vordergrund.

  • Historische Einordnung der Rezension im Kontext der Weimarer Klassik.
  • Kontrastierung von Schillers ästhetischer Theorie mit dem Popularitätskonzept Bürgers.
  • Bedeutung der Begriffe Individualität und Idealisierung für die Dichtkunst.
  • Untersuchung des Verhältnisses zwischen Dichter, Publikum und Zeitgeist.
  • Diskussion um Volkstümlichkeit und den Anspruch der ästhetischen Erziehung.

Auszug aus dem Buch

4.3.1. Individualität

Ein zentraler Punkt in Schillers hier entworfener Literaturtheorie ist die Person des Dichters. Dementsprechend sagt Schiller: „ Alles, was der Dichter uns geben kann, ist seine Individualität.“ Diese Aussage darf nicht als Hang zum Biographismus verstanden werden, da es Schiller gerade nicht um einen persönlich-biographischen Sinn geht. Denn Schillers Kritik an Bürger richtet sich gerade dagegen, daß dieser in seiner Dichtung nur sein eigenes Ich mit allen Schlacken und Bildungsmängeln zur Schau gestellt habe. Individualität in diesem persönlich-biographischen Sinne verstanden, reicht also nicht aus, um Schillers Ansprüchen zu genügen.

So knüpft er seine Vorstellungen von der Individualität an die Bedingung, daß „...diese es wert sein (muß), vor Welt und Nachwelt ausgestellt zu werden“. Grundvoraussetzungen hierfür sind Bildung und Reife. Nur wenn der Dichter über ein Höchstmaß an Bildung verfügt, ist er in der Lage ein Werk zu schaffen, daß den höchsten Ansprüchen gerecht wird. Bemerkenswert ist hier, wie dicht Schillers Bildungsbegriff mit dem von ihm geforderten Zeit- und Gegenwartsbewußtsein verwoben ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt das Thema der Rezension vor und umreißt den literaturtheoretischen Fokus der Arbeit auf Schillers philosophische Ansätze.

2. Vorgeschichte der Rezension: Beleuchtet den persönlichen Kontakt zwischen Schiller und Bürger sowie Schillers formale Rezensionsstrategie als Ausgangspunkt der Kritik.

3. Schillers Forderung nach zeitadäquater Dichtung: Analysiert Schillers Einschätzung der Epoche als „philosophierendes Zeitalter“ und den Bedarf nach einer modernen Dichtung.

4 Volkstümlichkeit: Untersucht die unterschiedlichen Konzepte von Volkstümlichkeit und Popularität bei Bürger und Schiller im Detail.

4.1. Das Popularitätsideal Bürgers: Arbeitet Bürgers Streben nach einer Dichtung für das „Volk im Ganzen“ heraus, die sich an der natürlichen Wirklichkeit orientiert.

4.2. Die Kritik Schillers: Erörtert Schillers Vorwurf, dass Bürger ein veraltetes Zeitbild projiziert und an der Trennung der Geisteskräfte festhält.

4.3. Die Gegenkonzeption Schillers: Beschreibt Schillers Ideal eines Volksdichters, der durch ästhetische Erziehung zur Einheit von Mensch und Kultur beiträgt.

4.3.1. Individualität: Definiert Schillers Verständnis von Individualität des Dichters als eine durch Bildung geläuterte, allgemeingültige Instanz.

4.3.2. Idealisierende Stilgebung: Erläutert die notwendige Distanz des Dichters zum Gegenstand durch den Prozess der Idealisierung.

5. Schlußbetrachtung: Führt die Bedeutung der Rezension für die Etablierung der Weimarer Klassik und die literaturtheoretische Relevanz zusammen.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Gottfried August Bürger, Volkstümlichkeit, Rezension, Weimarer Klassik, Ästhetik, Individualität, Idealisierung, Zeitgeist, Literaturtheorie, Popularität, Bildung, Dichtkunst, Aufklärung, Sturm und Drang

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Schillers bekannte Rezension „Über Bürgers Gedichte“ und nutzt diese, um Schillers literaturtheoretische und philosophische Position zu erarbeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen künstlerischem Anspruch und Publikumsgeschmack, die Bedeutung der ästhetischen Erziehung sowie der Begriff der Volkstümlichkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Schillers Forderung nach einer modernen, zeitadäquaten Dichtung herauszuarbeiten und seine Abkehr vom Sturm-und-Drang-Ideal der Unmittelbarkeit zu erläutern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Textanalyse der Rezension sowie auf eine Einordnung in den zeitgenössischen Diskurs der deutschen Klassik unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Schillers theoretische Konzepte — insbesondere Popularität, Individualität und Idealisierung — in direktem Kontrast zu Bürgers Dichtungsverständnis gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Schiller, Bürger, Volkstümlichkeit, Klassik, Idealisierung und ästhetische Bildung.

Warum kritisierte Schiller Bürger so scharf?

Schiller sah in Bürger einen Vertreter einer veralteten Kunstauffassung, die den Anforderungen der Zeit nicht gerecht wurde und die Geisteskräfte des Menschen eher spaltete als einte.

Wie definiert Schiller den Begriff der Individualität in der Dichtung?

Schiller versteht die Individualität des Dichters nicht als persönliche Subjektivität, sondern als eine durch Bildung und Reife geläuterte, allgemeingültige menschliche Stimme.

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Details

Title
Schillers Rezension - "Über Bürgers Gedichte!"
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien)
Course
Hauptseminar: Ausgewählte Lyrik des "Sturm und Drang"
Grade
1,5
Author
Björn Erichsen (Author)
Publication Year
2000
Pages
21
Catalog Number
V28864
ISBN (eBook)
9783638305259
ISBN (Book)
9783640783953
Language
German
Tags
Schillers Rezension Bürgers Gedichte Hauptseminar Ausgewählte Lyrik Sturm Drang
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Björn Erichsen (Author), 2000, Schillers Rezension - "Über Bürgers Gedichte!", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28864
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