The Graduate - die Reifeprüfung: Behandlung einer Filmszene im Englischunterricht


Unterrichtsentwurf, 2002

12 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Fragen zum Inhalt:
Describe the setting of the scene.
Describe what is happening in the scene.
How does Benjamin’s father act?
Describe Benjamin’s reaction and have a look at his body language. What does it tell you about his feelings?

Fragen zu den filmischen Mitteln und zur Sprache des Films:
Give a brief description of the line of action categorized by shots.
What field sizes and camera angles are used? Can you remember which camera movement was applied? What do you think, why the director chose these means?
Describe the soundtrack and what effect it has on the spectator.

Fragen zur Interpretation:
Throughout the film there are shots through glass. In how far does the image glass play a role in this particular scene and what could be its metaphorical meaning?
In how far can this scene be seen as a central metaphor for the theme of the movie as a whole?
In how far can this scene be seen not only as a scene about Ben and his life but as a piece of social criticism?

Bedeutung der Unterrichtseinheit für den Schüler
Alltagsrelevanz für den Schüler
Förderung der analytischen Kompetenz

Literaturverzeichnis

Einleitung

Diese Hausarbeit ist der Entwurf einer Unterrichtsstunde, in der eine Szene aus dem Film „The Graduate“ analysiert werden soll. Diese Szene dauert im Film von 20’00’’ bis 23’30’’ und zeigt Benjamins Geburtstagsparty. Ben hat von seinen Eltern einen Taucheranzug bekommen und soll diesen nun im Gartenpool der Familie vorführen.

Die Analyse beschäftigt sich mit dem vermittelten Inhalt, der Art und Weise dieser Vermittlung auf der Ebene filmischer Mittel und mit der Interpretation der Szene sowie ihrer Einordnung in den Gesamtkontext des Films. Zu jedem dieser Gebiete werden einige Fragen gestellt, die den Schülern beim Erarbeiten der Ergebnisse helfen sollen.

Ich möchte mich hierbei auf relativ kurze und weniger komplexe Fragen beschränken, als dies in einer Klausur üblich wäre. Im folgenden präsentiere ich die Aufgabenstellung, so wie ich sie in der Stunde stellen möchte. Hier bemühe ich mich um eine induktiv heranführende Fragestellung, in der die Schüler zuerst das Gesehene beschreiben und dann interpretieren sollen. Im Anschluss an die Fragen schreibe ich jeweils, was ich mir als Ergebnis wünsche, das hauptsächlich durch Wortmeldungen der Schüler zusammengetragen werden soll.

Das Unterrichtsgespräch stelle ich mir als Lehrer-Schüler-Gespräch auf Englisch mit der gesamten Klasse als Gruppe vor. Jedoch können einige Aufgaben auch gut in Kleingruppen erst diskutiert und dann der gesamten Klasse vorgetragen werden. Hierfür eignen sich vor allem Aufgaben, bei denen Eindrücke geäußert werden sollen, die sich von Schüler zu Schüler wahrscheinlich unterscheiden. (z. B. “Describe the soundtrack and what effect it has on the spectator .”)

Bei dieser Analyse wird vorausgesetzt, dass der Film (oder zumindest das Buch) bekannt ist und bereits vorbesprochen wurde und die Schüler mit dem Grundvokabular der Filmanalyse vertraut sind. Die Szene wird in einem Stück gezeigt, da sie nicht länger als 5 Minuten dauert (3:30 Minuten). Laut Statistik gibt es bei dieser Länge einen Behaltenseffekt von ca. 90%[1] und eine Pause bei der Vorführung ist demnach nicht nötig. Die Schüler sollen sich während der Vorführung, wo sinnvoll, Notizen machen.

Fragen zum Inhalt:

Beim ersten Anschauen ist die Aufmerksamkeit der Lerner stark auf Handlung und kaum auf Sprache gerichtet.[2] Daher steht nach der ersten Vorführung besonders der Inhalt im Vordergrund.

Hier wird sichergestellt, dass die Handlung verstanden wurde. Die Schüler sollen „ein erstes Verständnis des Films formulieren, in dem auch Missverständnisse und Nichtverstehen deutlich werden“[3]. Von ihnen wird erwartet, die action, das setting und die Verhaltensweisen der einzelnen Charaktere zu erkennen und zu deuten.

Hier sollen die Schüler durch recht einfache Fragen, die hauptsächlich auf die Beschreibung des Gesehenen abzielen, zur Konversation in Englisch angeregt und an die Szene herangeführt werden.

Die letzte Aufgabe beschäftigt sich mit der Frage wie der Film Gefühlslagen verdeutlicht. Die Schüler sollen erkennen, dass der Film als anderes Zeichensystem, als z. B. ein Buch, auf einige Techniken der Vermittlung (z. B. Third-Person-Narrator) verzichten kann bzw. muss und stattdessen andere Methoden hat, um beispielsweise Stimmungen darzustellen.

Describe the setting of the scene.

The scene takes place in the Braddock’s garden. It is a sunny day and there is a grill and a small swimming pool. Gathered around the pool are adults, some of them with children. Obviously they are guests at Ben’s birthday party (“Today he is 21 years old!”).

Benjamin is waiting behind a glass door that leads from the kitchen into the garden.

Describe what is happening in the scene.

Mr. Braddock announces his son to the party guests. The party guests invited seem to be friends of Benjamin’s parents rather than his own. Benjamin is supposed to present his new birthday gift: a diving suit his parents have bought him; but he doesn’t want to. When his father finally makes him, he is hardly able to move in the tight suit.

The party guests laugh at him and his ridiculous appearance. Benjamin steps into the pool and dives to the bottom, where he stays.

How does Benjamin’s father act?

Mr. Braddock wants to show off by presenting his son and the expensive equipment he bought for him. He doesn’t refer to him as a human being or by his name, but as the “featured attraction”. Mr. Braddock is so obsessed with impressing his guests that he hardly listens to what Benjamin is saying and has no understanding for Benjamin’s feelings. He persuades his son to come out of the kitchen (“You’re disappointing them, Ben.”). When Benjamin is in the water he tries to reach the edge of the pool but his parents won’t let him hold onto it and push him back in.

Describe Benjamin’s reaction and have a look at his body language. What does it tell you about his feelings?

With an uncertain voice Benjamin tries to tell his father that he is afraid to step out in front of the people in his get-up and doesn’t want to be ridiculed. (“I’d like to discuss this.”) He tells his father again and again but in such a meek way that his father hardly notices.

When the door opens Benjamin is standing still at the back of the room. His body is very stiff and he constantly holds his harpoon in the same position. After a while he finally realizes that he can’t get out of the situation and slowly takes one step after the other walking through the garden heading for the pool. He is hardly able to walk and unwilling to go through with this procedure. When he is under water he doesn’t move at all. It seems like he wants to escape from his parents and the audience.

Fragen zu den filmischen Mitteln und zur Sprache des Films:

Nachdem der Inhalt geklärt ist, wird die Szene ein zweites Mal gezeigt. Nun sollen die filmischen Mittel und ihre Anwendung genauer betrachtet werden. Die Schüler sollen erkennen, wie der Film Charaktere und ihre Beziehungen zueinander darstellt.

Hierzu werden anschließend drei Einstellungen aus der Szene in Standbild gezeigt (eventuell auch als Handout ausgegeben). Die Schüler werden gebeten, diese Bilder zu kommentieren. Hierbei soll das Grundvokabular für Filmtechniken angewendet werden. Je nach Erfahrung der Lerngruppe können die Einstellungen und Effekte auch ungeordnet vorgegeben und durch die Schüler zugeordnet werden.

Die Schüler werden angewiesen, bei der wiederholten Vorführung auch besonders auf den Soundtrack zu achten und Auffälligkeiten herauszufinden und zu überlegen, welche Funktion diese im Film haben. Der Soundtrack lässt sich auf drei Ebenen betrachten: Geräusche, Musik und Sprache. Der J-cut am Anfang bzw. Ende wird hier nicht berücksichtigt, da in diesem Abschnitt die Szene als isoliert von der restlichen Handlung betrachtet werden soll.

Eventuell ist zu dieser Frage eine nochmalige Vorführung der Szene ohne Bild angebracht, da hierbei der Wechsel in der Mitte der Szene deutlicher registriert wird: Der Ton gibt tatsächlich nur noch die Geräusche wieder, die Benjamin wahrnimmt und das innere Auge des Zuhörers beschränkt sich viel mehr auf Benjamin und seine subjektive Wahrnehmung, da keine Anhaltspunkte für sein Umfeld mehr zu hören sind.

[...]


[1] Liebelt, Wolf, Tips für den Einsatz von Videofilmen

[2] Liebelt, Wolf, Tips für den Einsatz von Videofilmen

[3] Hickethier, Knut, Film- und Fernsehanalyse

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
The Graduate - die Reifeprüfung: Behandlung einer Filmszene im Englischunterricht
Hochschule
Universität zu Köln  (Englisches Seminar)
Veranstaltung
Hauptseminar: Fachdidaktik
Note
2
Autor
Jahr
2002
Seiten
12
Katalognummer
V28874
ISBN (eBook)
9783638305334
Dateigröße
575 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit liefert den Unterrichtsentwurf für die Behandlung eine Filmszene im Englischunterricht. Grundlage ist der Film "The Graduate" (Die Reifeprüfung) von Mike Nichols.
Schlagworte
Graduate, Reifeprüfung, Behandlung, Filmszene, Englischunterricht, Hauptseminar, Fachdidaktik
Arbeit zitieren
Benjamin Althaus (Autor), 2002, The Graduate - die Reifeprüfung: Behandlung einer Filmszene im Englischunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28874

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