Die Sprache ist die wichtigste Grundlage menschlichen Zusammenlebens. Nur wenn die Sprache beherrscht wird ist es möglich Freunde zu finden, sich in der Arbeitswelt zurechtzufinden, Kontakte zu pflegen oder Erfolg in der Schule zu haben.
Für Menschen mit Migrationshintergrund ist Sprache die wichtigste Voraussetzung, um am gemeinschaftlichen Leben teilzuhaben und dieses aktiv mitzugestalten.
Laut dem statistischen Bundesamt lebten im Jahr 2011 in Deutschland 16,0 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. 19,5 % der Gesamtbevölkerung von Deutschland sind also Menschen mit Migrationshintergrund.
Das Beherrschen der deutschen Sprache ist eine Grundvoraussetzung für das Bestehen in schulischen Bereichen. Wichtig hierbei ist die ständige Förderung und Schulung der deutschen Sprache im Unterricht.
In meiner Arbeit beschäftige ich mich generell mit dem „Schreiben“ an sich. Konkret gehe ich auf das Schreibmodell nach Flower und Hayes ein, welche das Schreiben als psychischen Prozess untersucht haben und erläutere, wie man dieses Modell methodisch im Unterricht einsetzen und SchülerInnen im Schreibprozess unterstützen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Schreibprozessmodell nach Flower und Hayes
3. Methodische Anwendung im Unterricht
3. 1 Das Langzeitgedächtnis
3.2 Das Aufgabenumfeld
3.3 Der Schreibprozess
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Schreibprozessmodell von Flower und Hayes als psychologischen Prozess und leitet daraus konkrete didaktische Methoden zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern im Unterricht ab. Dabei liegt der Fokus insbesondere darauf, wie Lehrkräfte die verschiedenen Phasen des Schreibens – Planen, Formulieren und Überarbeiten – methodisch begleiten können, um Schreibhemmungen abzubauen und die Schreibkompetenz gezielt zu fördern.
- Analyse des Schreibprozessmodells nach Flower und Hayes
- Bedeutung der Komponenten Langzeitgedächtnis und Aufgabenumfeld
- Didaktische Strategien zur Unterstützung der Schreibphasen im Unterricht
- Methoden zur Fehleranalyse und Überarbeitung von Texten
- Förderung der Schreibmotivation und des Schreibflusses
Auszug aus dem Buch
3. Methodische Anwendung im Unterricht
Hierbei stellt sich nun die Frage, wie man die einzelnen Prozesse methodisch im Unterricht unterstützen kann. Bevor ich auf den Schreibprozess an sich, und somit auf dessen Unterkomponenten eingehe, möchte ich auch noch die methodische Unterstützung der Phase des Aufgabenumfelds und des Langzeitgedächtnisses erläutern.
3. 1 Das Langzeitgedächtnis
Anfangs möchte ich auf das Langzeitgedächtnis eingehen. Mögliche Probleme im Unterricht können sein, dass das Wissen über das Thema (des Textes) kaum oder gar nicht vorhanden ist. Auch zu wenig Wissen über das Thema des Textes kann problematisch werden. Betroffene Schüler wissen dann oft nicht, worüber sie schreiben sollen oder worum es in dem Text überhaupt geht. Oftmals gelingt es den SchülerInnen auch nicht Wissen oder bestimmte Aussagen in Worte zu fassen.
Unterstützung kann man bieten, in dem man im DdaZ-Unterricht Texte über ein aktuelles Unterrichtthema, wie beispielsweise den Klimawandel durchnimmt. Hierbei sind die SchülerInnen vorentlastet und verfügen (meist) über einen bestimmten Anteil an Wissen und Informationen, was Ihnen die Schreibarbeit erleichtert. Ebenso kann man eine Art Interview-Spiel machen, bei welchem die Schüler sich gegenseitig über das Thema des Textes interviewen und sich Notizen machen. Anschließend werden vorhandene Lücken gemeinsam in der Klasse besprochen und Wissen vermittelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet die Bedeutung der deutschen Sprache als Schlüssel zur Integration und zum Bildungserfolg bei Schülern mit Migrationshintergrund.
2. Das Schreibprozessmodell nach Flower und Hayes: Führt das 1980 entwickelte Modell ein, das Schreiben als einen kognitiven Problemlösungsprozess definiert, welcher aus Langzeitgedächtnis, Aufgabenumfeld und Schreibprozess besteht.
3. Methodische Anwendung im Unterricht: Präsentiert praktische Ansätze zur Unterstützung des Langzeitgedächtnisses, des Aufgabenumfelds sowie der drei zentralen Phasen Planen, Formulieren und Überarbeiten.
4. Fazit: Resümiert, dass das Modell von Flower und Hayes wertvolle Impulse für die pädagogische Praxis bietet, um Schreibprozesse in der Schule strukturiert und motivierend zu begleiten.
Schlüsselwörter
Schreibprozess, Flower und Hayes, Deutsch als Zweitsprache, Schreibkompetenz, Didaktik, Lernunterstützung, Sprachförderung, Textplanung, Überarbeitung, Fehleranalyse, kognitive Prozesse, Schreibmotivation, Unterrichtsmethoden, Bildungsgrad, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einbettung und praktischen Anwendung des Schreibprozessmodells nach Flower und Hayes im schulischen Kontext, insbesondere zur Förderung von Schülern beim Schreiben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf den kognitiven Aspekten des Schreibens, der methodischen Gestaltung von Schreibanlässen im Unterricht und der Unterstützung beim Umgang mit Schreibschwierigkeiten.
Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?
Ziel ist es, das komplexe Modell von Flower und Hayes verständlich aufzuarbeiten und konkrete methodische Hilfestellungen für Lehrkräfte abzuleiten, um den Schreibprozess ihrer Schüler gezielt zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird hier angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte theoretische Analyse des Schreibprozessmodells sowie die didaktische Reflexion von Anwendungsmöglichkeiten im Unterricht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Modell von Flower und Hayes detailliert erläutert und anschließend methodische Ansätze zur Unterstützung der drei Phasen Planen, Formulieren und Überarbeiten sowie der Komponenten Langzeitgedächtnis und Aufgabenumfeld vorgestellt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Schreibprozess, Flower und Hayes, didaktische Unterstützung, Schreibförderung und kognitive Schreibphasen.
Warum spielt das Langzeitgedächtnis beim Schreiben eine so wichtige Rolle?
Es dient als Wissensspeicher für Themenwissen, Adressatenwissen und Schreibpläne, auf die der Schreiber aktiv zugreifen muss, um einen kohärenten Text zu verfassen.
Wie kann eine Lehrkraft den Überarbeitungsprozess bei Schülern konstruktiv gestalten?
Durch die Schaffung einer angstfreien Atmosphäre, den Einsatz von individuellen Checklisten und eine zielgerichtete Fehleranalyse, die nicht nur Schwächen, sondern auch Fortschritte würdigt.
Welchen Stellenwert nimmt die Fehleranalyse laut dem Autor ein?
Fehleranalyse wird als ein notwendiger Teil des Lernprozesses begriffen, der – bei entsprechender Begleitung durch die Lehrkraft – das Bewusstsein für die Sprache schärft und Vermeidungsstrategien der Schüler aufdeckt.
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- Nadja Middendorf (Author), 2013, Das Schreibprozessmodell nach Flower und Hayes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288780