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Systemische Sozialarbeit am Beispiel der Arbeit des Jugendamtes

Title: Systemische Sozialarbeit am Beispiel der Arbeit des Jugendamtes

Term Paper , 2013 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Gino Felsch (Author)

Social Work
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In Deutschland gibt es rund 600 Jugendämter, die sich auf verschiedenste Weise für Kinder und Jugendliche einsetzen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter beschreibt das Spektrum der Leistungen „von der Organisation einer qualitätsvollen Kinderbetreuung über die Erziehungsberatung, den Schutz des Kindeswohls und die Förderung von Jugendlichen bis hin zur Schaffung einer kinder- und familienfreundlichen Umwelt“.
Besonders den Schutz des Kindeswohls, als eine der Hauptaufgaben der Jugendämter, finde ich sehr spannend, weshalb ich auch den Entschluss gefasst mich in dieser Ausarbeitung genauer damit auseinanderzusetzen. Dabei wird die Arbeit des Jugendamtes nicht nur untersucht, sondern auch unter dem Gesichtspunkt der Systemischen Sozialarbeit betrachtet. Für mich ist die Systemtheorie, die die Probleme zwischen den Menschen lokalisiert und demnach von konflikthaften sozialen Beziehungen ausgeht, bedeutend zugänglicher als andere Theorien, weshalb ich mich auch dafür entschieden habe. Im Fokus steht also die Betrachtung der Arbeit des Jugendamtes im Rahmen der Systemtheorie als eine der Handlungstheorien Sozialer Arbeit. Dies ist gleichzeitig auch das Ziel der Arbeit, herauszufinden wie viel Theorie in den Praktiken der Jugendämter zu finden ist. Dabei geht es weniger um allgemeine Aspekte der Tätigkeit des Jugendamtes, sondern um eine konkrete beispielhafte Situation, an der die Ansätze der systemische Arbeit besser verdeutlicht werden können. Dieses erdachte Fallbeispiel handelt von einer Kindeswohlgefährdung. Das Augenmerk liegt somit auch auf dem Berater im Zwangskontext, also dem Zwiespalt zwischen Hilfe und Kontrolle.
Im Anschluss an die Einleitung wird das Thema noch genauer umrissen. Der Begriff Soziale Arbeit wird definiert, von anderen Berufsgruppen abgegrenzt und das Handlungskonzept des Umgangs mit Klienten im Zwangskontext wird vorgestellt. Danach geht es im zweiten Abschnitt des Hauptteils um die Systemtheorie, aus der sich die Handlungskonzepte überhaupt erst ableiten. Der Bezug zur Sozialen Arbeit wird hergestellt und Techniken bzw. Verfahren der systemischen Arbeit genauer erläutert. Das folgende praktische Beispiel im letzten Teil wird mit den organisatorischen Rahmenbedingungen des Arbeitsfeldes, der Zielsetzung und der allgemeinen Ausgangssituation eingeleitet. Abgerundet wird dieser Abschnitt durch eine methodische Reflexion.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Hinführung zum Thema

2.1) Definition Soziale Arbeit

2.2) Abgrenzung zu anderen Berufen

2.3) Soziale Arbeit im Zwangskontext

3.) Das Handlungskonzept der systemischen Sozialarbeit

3.1) Die Systemtheorie

3.2) Bezug zur Sozialen Arbeit

3.2.1) Systemzugehörigkeit

3.2.2) Systemfunktionalität

3.2.3) Systembeziehung

3.2.4) Fazit

3.3) Fragen der systemischen Sozialarbeit

3.3.1) Zirkuläres Fragen

3.3.2) Fragen, die Unterschiede verdeutlichen

3.3.3) Die Wunderfrage

4.) Fallbeispiel

4.1) Rahmenbedingungen und Zielsetzung

4.2) Ausgangssituation

4.3) Konkretes Beispiel

4.4) Methodische Reflexion

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel der Arbeit ist es, die theoretischen Ansätze der systemischen Sozialarbeit auf ihre praktische Anwendbarkeit im Arbeitsfeld des Jugendamtes hin zu untersuchen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie viel systemtheoretische Theorie tatsächlich in der konkreten Fallarbeit mit Klienten im Zwangskontext wiederzufinden ist.

  • Systemtheoretische Grundlagen der Sozialen Arbeit
  • Methodik und Techniken der systemischen Beratung
  • Die Rolle des Sozialarbeiters im Zwangskontext (Hilfe vs. Kontrolle)
  • Analyse einer Kindeswohlgefährdung als Fallbeispiel
  • Vergleich von systemischem Denken und praktischem Handeln

Auszug aus dem Buch

3.3.1) Zirkuläres Fragen

Entscheidendes Element der zirkulären Fragen ist die Kommunikation. Diese wird dann nicht nur als Ausdrucksmittel von Gefühlen und Gedanken gesehen, sondern auch als Definitionsmöglichkeit für Beziehungen. Die kommunikative Bedeutung der Beziehungsdefinition kann mit Hilfe der zirkulären Fragen sichtbar gemacht werden.

Die Beziehung zwischen zwei Person bzw. deren Einschätzung der Beziehung kann hilfreicher sein als ein bloßes Statement zur aktuellen Gefühlslage. Ein Beispiel im Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung veranschaulicht dieses Prinzip sehr gut. Es geht um die Ehepartner Helmut und Hannelore sowie deren Sohn Stefan.

D. h. die Frage „Helmut, warum weinst du?“ müsste als zirkuläre Frage „Was denkst du, Helmut, was dein Weinen für Hannelore bedeutet?“ lauten. Natürlich ist es nicht verkehrt seine Gefühle und Gedanken einfach so zu schildern, aber für das zirkuläre Fragen ist dies nicht von größerer Bedeutung. Diese zirkuläre Frage deckt also den kommunikativen Aspekt der Beziehungsdefinition ab, der sonst eher nicht berücksichtigt wird. Denn Hannelore weiß, dass Helmut weint und es wäre wohl verschwendetes Potenzial Helmut nicht zu fragen, was er davon hält. Nun kann man auch noch Dritte mit einbeziehen, die Beziehung der beiden anderen besser zu verstehen: „Was denkst du Stefan, was es bei deiner Mutter auslöst, deinen Vater weinen zu sehen?“.

Durch diese Fragetechnik entstehen neue Informationen, die bei den Beteiligten neue Sichtweisen und Denkprozesse hervorrufen sollen. Insgeheim wünscht sich sicherlich jeder zu wissen, was der andere von seinem Verhalten hält. Letztendlich hilft diese Fragetechnik Beziehungsmuster zu verstehen und der Klient wird gezwungen die Außenperspektive auf sein eigenes soziales Leben einzunehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Arbeit führt in die Tätigkeit der Jugendämter ein und begründet die Anwendung systemtheoretischer Ansätze zur Untersuchung von Fällen im Zwangskontext.

2.) Hinführung zum Thema: Dieses Kapitel definiert Soziale Arbeit, grenzt sie von anderen Professionen wie der Therapie oder dem Ehrenamt ab und beleuchtet die besonderen Herausforderungen der Arbeit im Zwangskontext.

3.) Das Handlungskonzept der systemischen Sozialarbeit: Es werden die systemtheoretischen Grundlagen, die Bedeutung von Systemzugehörigkeit und -funktionalität sowie spezifische systemische Fragetechniken erläutert.

4.) Fallbeispiel: Anhand einer Kindeswohlgefährdung wird die theoretische Systematik praktisch angewandt, reflektiert und das Handeln des Sozialarbeiters methodisch bewertet.

Schlüsselwörter

Systemische Sozialarbeit, Jugendamt, Systemtheorie, Zwangskontext, Kindeswohlgefährdung, Soziale Arbeit, Handlungstheorie, Zirkuläres Fragen, Wunderfrage, Systemfunktionalität, Fallarbeit, Hilfe zur Selbsthilfe, Interventionsmethoden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung systemischer Konzepte in der Sozialen Arbeit, speziell am Beispiel der Tätigkeit des Jugendamtes.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Systemtheorie, die Rolle des Sozialarbeiters bei Pflichtklienten sowie verschiedene systemische Kommunikationstechniken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die theoretischen Annahmen der Systemtheorie mit der konkreten Arbeitspraxis im Jugendamt zu verknüpfen und zu überprüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie die methodische Analyse eines konstruierten Fallbeispiels einer Kindeswohlgefährdung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl theoretische Kategorien wie Systemzugehörigkeit als auch praktische Werkzeuge wie zirkuläre Fragen und die Wunderfrage detailliert dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind systemische Sozialarbeit, Jugendamt, Zwangskontext, Kindeswohlgefährdung und Interventionsmethoden.

Welche Bedeutung hat das "doppelte Mandat" in dieser Arbeit?

Das doppelte Mandat beschreibt den grundlegenden Konflikt des Sozialarbeiters, der zwischen dem Interesse des Klienten und dem gesetzlichen Kontrollauftrag des Staates vermitteln muss.

Warum wird im Fallbeispiel die Methode der zirkulären Frage eingesetzt?

Die Technik wird genutzt, um die Mutter dazu zu bringen, die Perspektive des Vaters einzunehmen, was den Beziehungszusammenhang innerhalb der Familie verdeutlicht und neue Lösungsansätze ermöglichen soll.

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Details

Title
Systemische Sozialarbeit am Beispiel der Arbeit des Jugendamtes
College
Fachhochschule Lausitz
Grade
1,7
Author
Gino Felsch (Author)
Publication Year
2013
Pages
23
Catalog Number
V288804
ISBN (eBook)
9783656891505
ISBN (Book)
9783656891512
Language
German
Tags
systemische sozialarbeit beispiel arbeit jugendamtes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gino Felsch (Author), 2013, Systemische Sozialarbeit am Beispiel der Arbeit des Jugendamtes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288804
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