In dieser Hausarbeit wird das Lerntempoduett als eine Methode des kooperativen Lernens am Beispiel einer Unterrichtsstunde ausführlich dargestellt. Es folgt eine ausführliche Reflexion aus Sicht der Lehrkraft sowie aus Sicht der Schüler.
Das kooperative Lernen verfolgt das Ziel des „Lernen durch Lehren“. Dadurch werden sowohl die leistungsschwächeren, als auch die leistungsstärkeren Schüler nachhaltig effektiver gefördert. So erreicht man eine individuelle Förderung einzelner Schüler bzw. Schülergruppen.
[... ]Aßmann beschreibt kooperatives Lernen als besondere Form des gemeinsamen Lernens und schafft dadurch eine Abgrenzung zur traditionellen, einfachen Gruppenarbeit. Durch gezielte kooperative Maßnahmen übernehmen die einzelnen Lerner die Verantwortung für alle. Dies geschieht durch die Aufteilung einzelner Aufgaben in der Gruppe. Dadurch werden in jeder Arbeitsphase des kooperativen Lernens die sozialen Fähigkeiten gefördert. Am Ende dieser Arbeitsphasen sollten nach Aßmann neben dem Lernstoff zusätzlich auch die Gruppenprozesse reflektiert und bewertet werden. Dies ist wichtig, da Lernen nach Aßmann nicht als reine Wissensaneignung verstanden wird, sondern als Prozess, der soziale und kognitive Fähigkeiten gleichermaßen fördert.
Inhaltsverzeichnis
1 Kooperatives Lernen
2 Differenzierung und Individuelle Förderung
3 Die Methode „Lerntempoduett“
4 Beschreibung des Unterrichts
5 Reflexion aus Sicht der Schüler
6 Reflexion aus Sicht der Lehrkraft
8 Anhang
8.1 Unterrichtsverlaufsplanung:
8.2 Das Experiment
8.3 Informationsblatt „Markt und Marktformen“
8.4 Aufgabenblatt Schüler
8.5 Lösungsschema zu Aufgabe 1:
8.6 Lösungserwartungen:
8.7 Bushaltestellensymbole:
8.8 Schülerfragebogen zur Evaluation des Lerntempoduetts
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das „Lerntempoduett“ als kooperative Lehrmethode, um individuelle Differenzierung im Unterricht zu ermöglichen und Schüler bei unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten bestmöglich zu fördern. Ziel ist die kritische Auseinandersetzung mit der Methode anhand eigener Unterrichtspraxis sowie die Reflexion ihrer Vor- und Nachteile aus Sicht von Schülern und Lehrkraft.
- Grundlagen des kooperativen Lernens und der Differenzierung
- Theoretische Fundierung und praktischer Ablauf des Lerntempoduetts
- Praxisbeispiel: Analyse von Marktformen und Wettbewerb
- Evaluation der Lehrmethode durch Schüler-Feedback
- Reflexion der Lehrkraft über Planung, Organisation und Stolpersteine
Auszug aus dem Buch
3 Die Methode „Lerntempoduett“
Das Lerntempoduett kann als Form des kooperativen Lernens bezeichnet werden. Genauer gesagt fällt es unter die WELL (wechselseitiges Lehren und Lernen) Methode. Diese verbinden aktive Auseinandersetzungsphasen mit aktiven Vermittlungsphasen (Wahl, 2006, S. 96). Neben dem Partnerpuzzle, dem Gruppenpuzzle und der strukturierten Kontroverse, ist Lerntempoduett eine besonders ausgewogene Form des kooperativen Lernens (ebd., S. 155). Auf die anderen Methoden wird aus Platzgründen in dieser Arbeit nicht weiter eingegangen.
Nach Henseler und Möller (2008) ermöglicht das Lerntempoduett die Förderung des selbstbestimmten Lernens und die Differenzierung während des Unterrichts. Der große Vorteil ist, dass alle Lernenden in ihrem eigenen Lerntempo und ohne Zeitdruck arbeiten können (Hepting, 2008, S. 79). Dadurch wird das selbstbestimmte Lernen gefördert und es werden unterschiedliche kognitive Niveaus angesprochen (Henseler & Möller, 2008).
Die Einsatzmöglichkeiten des Lerntempoduetts sind unterschiedlich. Sie kann zum Wissenserwerb, zur Problemlösung, zum Üben und zur Erarbeitung von Texten eingesetzt werden (Henseler & Möller, 2008).
Das Lerntempoduett als Methode wechselt zwischen Einzel- und Partnerarbeit. In der Phase der Einzelarbeit haben die Schülerinnen und Schüler Zeit, sich mit einem Text oder einer Übungsaufgabe zu beschäftigen (Wahl, 2006, S. 160). In dieser Phase arbeiten die Schülerinnen und Schüler, wie schon erwähnt, in ihrem eigenen Lerntempo. In der Phase der Partnerarbeit erfolgt dann die Wissensvermittlung (ebd., S. 163; Hepting, 2008, S. 73). In der Praxis sieht das ganze dann wie folgt aus: Ein Schüler, der die erste Aufgabenstellung erledigt hat, findet sich an einem festgelegten Ort im Klassenzimmer ein. Dieser wird oftmals als „bus stop“ oder Bushaltestelle bezeichnet, was sich zugleich als Visualisierung des Treffpunkts im Klassenzimmer anbietet. Hier wartet der Schüler, bis der nächste mit der Aufgabenstellung fertig ist. Beide suchen sich einen freien Platz im Klassenzimmer und tauschen sich in Partnerarbeit über ihre Erkenntnisse oder Ergebnisse aus. Die Anzahl der Treffpunkte hängt dabei von der Anzahl der Aufgaben oder Arbeitsschritte ab (Henseler & Möller, 2008).
Zusammenfassung der Kapitel
Kooperatives Lernen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des kooperativen Lernens, insbesondere das Prinzip des „Lernens durch Lehren“ und die Think-Pair-Share-Methodik.
Differenzierung und Individuelle Förderung: Hier wird die Herausforderung thematisiert, Unterricht so zu gestalten, dass unterschiedliche Lerntempi innerhalb einer Klasse berücksichtigt werden.
Die Methode „Lerntempoduett“: Dieser Abschnitt beschreibt die theoretischen Aspekte, den Ablauf und die Vorteile der Methode des Lerntempoduetts innerhalb des WELL-Konzepts.
Beschreibung des Unterrichts: Hier wird der konkrete Praxiseinsatz der Methode zum Thema „Marktformen und Wettbewerb“ einschließlich des spielerischen Einstiegs durch ein Experiment erläutert.
Reflexion aus Sicht der Schüler: Dieses Kapitel analysiert das Feedback der Schüler zur angewandten Methode mittels eines Evaluationsbogens.
Reflexion aus Sicht der Lehrkraft: Die Lehrkraft bewertet den Unterrichtsverlauf, die Herausforderungen bei der Organisation und die Notwendigkeit detaillierterer Planung bei der Wiederholung.
Anhang: Der Anhang enthält die praktischen Materialien, darunter die Unterrichtsverlaufsplanung, Spielunterlagen, Infotexte, Aufgabenblätter sowie Evaluationsbögen.
Schlüsselwörter
Kooperatives Lernen, Lerntempoduett, Binnendifferenzierung, Individuelle Förderung, WELL-Methode, Unterrichtsplanung, Reflexion, Marktformen, Wettbewerb, Sozialkompetenz, Think-Pair-Share, Schülerfeedback, Diagnosekompetenz, Lernpsychologie, Aktives Lernen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Einsatz des „Lerntempoduetts“ als kooperative Lernform, die es Schülern ermöglicht, in eigenem Tempo Aufgaben zu bearbeiten und anschließend in Partnerarbeit zu reflektieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind kooperatives Lernen, individuelle Differenzierung und die praktische Anwendung didaktischer Methoden zur Vermittlung wirtschaftswissenschaftlicher Inhalte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Praxistauglichkeit des Lerntempoduetts zu evaluieren, um zu prüfen, wie unterschiedliche Lerntempi und Kompetenzniveaus in einer Schulklasse effektiv bedient werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?
Es handelt sich um eine handlungsorientierte Reflexionsarbeit, die auf Basis einer praktischen Unterrichtserprobung in zwei Klassen sowie einer anschließenden schriftlichen Evaluation durch Schüler-Feedback durchgeführt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in die Methode, die detaillierte Beschreibung des Unterrichtsdesigns zum Thema „Marktformen“ sowie die kritische Reflexion der Stärken und Schwächen der Methode aus Sicht von Lernenden und Lehrenden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Lerntempoduett, Kooperatives Lernen, Differenzierung, Individuelle Förderung und Unterrichtsreflexion.
Warum wird das Lerntempoduett im wirtschaftswissenschaftlichen Unterricht eingesetzt?
Die Methode eignet sich besonders gut, um komplexe abstrakte Themen wie „Marktformen“ durch Einzel- und Partnerphasen zu strukturieren, wodurch das „Trittbrettfahren“ vermieden und die individuelle Auseinandersetzung gestärkt wird.
Welche Schwierigkeiten ergaben sich bei der praktischen Durchführung?
Zu den Herausforderungen gehörten die Organisation des Klassenraums, die Lärmentwicklung, die Gruppenzusammenstellung bei unterschiedlichen Leistungsniveaus sowie die Notwendigkeit für die Lehrkraft, bei homogen schwachen Gruppen unterstützend einzugreifen.
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- Anonym (Author), 2014, Das Lerntempoduett als Methode kooperativen Lernens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288873