Gewalt in der Schule

Erklärungsansätze, empirische Befunde und Möglichkeiten der Prävention und Intervention


Vordiplomarbeit, 2004

23 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Definitionen
2.1 Aggression
2.2 Gewalt
2.3 Gewalt in der Schule
2.4 Gewaltarten
2.4.1 Physische Gewalt
2.4.2 Psychische Gewalt
2.4.3 Bullying

3. Theoretische Erklärungsansätze
3.1 Aggression als Folge eines Triebes
3.2 Aggression als Reaktion auf Frustration
3.3 Aggressives Verhalten und Lernprozesse
3.4 Physiologische Bedingungen aggressiven Verhaltens
3.5 Aggressionsmodell nach Weiß

4. Empirische Studien und ihre Ergebnisse
4.1 Gewalt in der Schule am Beispiel von Bochum
4.2 Studie an hessischen Schulen
4.3 Gewalt in Schulen im Ost-West-Vergleich
4.4 Auswertungen der polizeilichen Kriminalstatistik

5. Gewaltintervention nach Olweus
5.1. Ziele des Interventionsprogramms
5.2 Ebenen des Interventionsprogramms
5.2.1 Maßnahmen auf der Schulebene
5.2.2 Maßnahmen auf der Klassenebene
5.2.3 Maßnahmen auf der persönlichen Ebene

6. Gewaltprävention in der Schule
6.1 Mediation/Streitschlichtung

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema Gewalt in der Schule nimmt in unserer heutigen Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert ein. Seit dem Attentat in Erfurt 2002 und des erst kürzlich bekannt gewordenen brutalen Mobbing eines siebzehnjährigen Berufsschülers in Hildesheim wird dieses Thema immer aktueller. Eltern, Lehrer und Schüler stellen sich immer öfter die Frage, wie sicher man noch in der Schule ist. Was ist Gewalt und wie entsteht sie? Was gibt es für Ursachen und Erklärungsmodelle für Gewalt? Gibt es Möglichkeiten Gewalt in der Schule entgegenzuwirken und vorzubeugen? Das sind die zentralen Fragen, die in dieser Arbeit beantwortet werden sollen. Um einen Einstieg in das Thema zu bekommen, werden die Begriffe „Gewalt“, „Aggression“ und „Gewalt in der Schule“ definiert. Danach folgt die Beschreibung der unterschiedlichen Gewaltarten, die sich in physische und psychische Gewalt, sowie Mobbing unterteilen lassen. Um zu wissen wie Gewalt entsteht, werden einige theoretische Erklärungsansätze erläutert. Näher eingegangen wird dabei auf das Modell-Lernen, das physiologischen Modell, das Trieb-Instinkt- und das Frustrations-Aggressions-Modell, sowie das Aggressionsmodell von Weiß, wobei auch Ursachen für Gewalt erläutert werden. Anschließend werden noch empirische Studien mit ihren Auswertungen vorgestellt, um zu erörtern, ob und wie die Gewalt an den Schulen angestiegen ist. Dabei werden Statistiken aus Hessen, Bochum, Niedersachsen und im Ost-West-Vergleich dargestellt. Da gerade bei Gewalt in der Schule Intervention und Prävention eine große Rolle spielen, wird das Interventionsprogramm von dem Norweger Dan Olweus, mit den dazugehörigen drei Ebenen erläutert. Abschließend wird dann auf die Präventionsmöglichkeit Mediation eingegangen. Im Fazit werden dann noch einmal die wesentlichen Aspekte dieser Arbeit wiedergegeben.

2. Definitionen

In diesem Punkt werden die Begriffe Aggression, Gewalt und Gewalt in der Schule näher erläutert, da sie in der folgenden Arbeit immer wieder erwähnt werden und den Begriffsgebrauch eingrenzen. Um einen Einblick in die verschiedenen Gewaltarten zu bekommen, werden außerdem die Begriffe physische und psychische Gewalt, sowie Bullying erklärt,

2.1 Aggression

Der Begriff Aggression wird übersetzt mit Streitsüchtigkeit und Angriffslust. Er beinhaltet das „ Austeilen schädigender Reize gegen Lebewesen (auch gegen die eigene Person), Institutionen und Sachen. Eine Aggression kann offen (körperlich, verbal) oder verdeckt (fantasiert) sein. Sie kann positiv (von der Kultur gebilligt) oder negativ (missbilligt) sein.“[1] Die Psychoanalyse sieht die Ursache für Aggressionen in der Auswirkung des Todestriebes (Thanatos), dem der Lebens- beziehungsweise Sexualtrieb (Eros) nach Siegmund Freud gegenübersteht. Aggressionen sind eng mit Frustrationen verbunden. Sie sind also Folgen dieser.[2]

2.2 Gewalt

Der Begriff Gewalt wird übersetzt mit Zwang, Kraft, unrechtmäßiges Vorgehen, Macht, Befugnis zu herrschen, Machtbereich, Heftigkeit, Wucht und Ungestüm.

Im Strafrecht gibt es, neben der Drohung des Tatbestandsmerkmals verschiedener Delikte, auch Einwirkungen gegen die persönliche Freiheit (z. B. Nötigung). „Unter Gewalt fällt sowohl die absolute Gewalt, d. h. das Unmöglichmachen der Willensbildung oder -betätigung, wie die kompulsive Gewalt, d. h. das Zufügen gegenwärtiger Übel, um einen psychischen Zwang auszuüben.“[3] Jedoch muss gesagt werden, dass Aggressionsforscher die Begriffe Aggression und Gewalt mit der gleichen Bedeutung verwenden und aggressives und gewalttätiges Verhalten nicht mehr unterschieden werden. Der Begriff Gewalt wird mehr oder weniger als Oberbegriff eingeführt. Er kann jedoch differenziert werden in psychische und physische Gewalt, beziehungsweise in psychische und physische Aggression.[4]

2.3 Gewalt in der Schule

„Der Begriff Gewalt in der Schule tritt in Kraft, wenn ein Schüler, oder eine Schülerin, wiederholt und über einen längeren Zeitraum negativen Handlungen und Gewalt, durch einzelne oder mehrere anderer Schüler ausgesetzt ist.“[5]

2.4 Gewaltarten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Abbildung 1: vgl.: Schwind/Roitsch/Ahlborn/Gielen, Gewalt in der Schule, 1997, S.4)

2.4.1 Physische Gewalt

Bei der physischen Gewalt stehen der körperliche Zwang und die physische, also körperliche Schädigung einer Person im Vordergrund. Sie umfasst dabei die körperliche Gewalt gegen Personen, also Gewalttätigkeiten und Gewalt gegen Sachen, auch bezeichnet als Vandalismus. Es handelt sich um physische Gewalt, wenn zwei oder mehrere Personen miteinander in Konflikt stehen. Dabei muss mindestens eine Person physische Mittel, wie zum Beispiel Waffen oder Körperkraft anwenden, um der anderen Person zu schaden, oder ihr auch nur körperliche Gewalt androhen. Sie bezieht sich vor allem auf bewusste, also vorsätzliche und gewollt herbeigeführte Körperverletzungen. Vandalismus liegt

dagegen dann vor, wenn sich Gewalt nicht gegen Personen sondern gegen Sachen richtet. Sie wird deshalb auch als mittelbare Gewalt bezeichnet.[6]

2.4.2 Psychische Gewalt

Diskriminierung, Beleidigung, Abwertung, Erniedrigung, sowie die emotionale Erpressung einer Person werden als verbale Attacken und psychische Schädigungen verstanden. Diese Form von Gewalt ist oft schlimmer für die Betroffenen, als körperliche Gewalt. Sie ist nicht mehr so klar sichtbar, wie körperliche Schädigung, sondern meist nur Interpretationssache. In den meisten Fällen ist die psychische Gewalt Vorläufer für die physische Gewalt.[7]

2.4.3 Bullying

Bullying bedeutet auch Mobbing und hat eine besondere Ausprägungsform von Gewalt. Sie umfasst die physische und psychische Gewalt. Hierbei werden die Opfer von einem oder mehreren Schülern dauerhaft körperlicher Gewalt ausgesetzt und unter psychischen Druck gesetzt. Diese Gewaltform schließt körperliche und verbale Attacken genauso ein, wie indirekte Strategien, zum Beispiel Gruppenausschluss oder Verbreitung von Gerüchten. In den meisten Fällen sind die Opfer dabei unterlegen, da das Bullying oft von mehreren Schülern, aber auch von Lehrern ausgeführt wird, so dass sich die Opfer aus Angst vor weiterer Peinigung nicht zur Wehr setzen können. Somit ist Mobbing als Teilmenge von körperlicher, sowie verbaler Gewalt zu verstehen, wobei ein Ungleichgewicht zwischen Opfer und Täter besteht.[8]

[...]


[1] wissen.de Lexikon

[2] vgl.: Martin: Gewalt in Schule und Erziehung, 1999, S. 8

[3] wissen.de Lexikon

[4] vgl.: Bäuerle/Moll-Strobel/Reinert/Wehr: Gewalt in der Schule, 1999, S.8-9

[5] Olweus: Gewalt in der Schule, 1997, S. 22

[6] vgl.: Schwind/Roitsch/Ahlborn/Gielen: Gewalt in der Schule, 1997, S.4;

vgl.: Tillmann/Nowitzki/Holtappels/Meier/Popp: Schülergewalt als Schulproblem, 1999, S.19-20

[7] vgl.: Schwind/Roitsch/Ahlborn/Gielen: Gewalt in der Schule, 1997, S.5

vgl.: Tillmann/Nowitzki/Holtappels/Meier/Popp: Schülergewalt als Schulproblem, 1999, S.20-21

[8] vgl.: Tillmann/Nowitzki/Holtappels/Meier/Popp: Schülergewalt als Schulproblem, 1999, S.20-21

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Gewalt in der Schule
Untertitel
Erklärungsansätze, empirische Befunde und Möglichkeiten der Prävention und Intervention
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
23
Katalognummer
V28889
ISBN (eBook)
9783638305440
ISBN (Buch)
9783638906814
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gewalt, Schule
Arbeit zitieren
Nicole Budzinski (Autor), 2004, Gewalt in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28889

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