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Wie das Hermannsdenkmal Sinnbild germanischer Tugenden wurde. Die Nutzung des Heldenepos für die nationalsozialistische Rassenideologie

Title: Wie das Hermannsdenkmal Sinnbild germanischer Tugenden wurde. Die Nutzung des Heldenepos für die nationalsozialistische Rassenideologie

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 18 Pages

Autor:in: Sylvia Reidemeister (Author)

Cultural Studies - Holocaust Studies
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Das die Nationalsozialisten die Kultur des deutschen Volkes für ihre Zwecke missbrauchten, ist allgemein bekannt. Sie nahmen Einfluss auf die Musik, Literatur, Kunst und Architektur. Sie beeinflussten sogar das private Leben.

Wie gingen die Nationalsozialisten aber mit Heldenepen um?
Ein wichtiges Beispiel hierfür ist das Hermannsdenkmal in Detmold. Es zeigt den Cheruskerfürsten Arminius, oder auch Hermann genannt. Er ist die Gestalt in der Mythologie, die am ehesten mit Kampf für Freiheit in Verbindung gebracht wird. Zum Einen, weil er die römische Armee, welche von Varus angeführt wurde, auf eigenem Gebiet geschlagen hat und somit die Germanen vor den Feinden „gerettet“ hat. Zum Anderen, war er der Erste, der es geschafft hat, die untereinander verfeindeten germanischen Stämme zu vereinen und gemeinsam gegen einen Feind zu kämpfen.

Das war ein Grundgedanke dem sich die deutsche Bevölkerung immer wieder ausgesetzt sah. In der Zeit des Humanismus fanden interessierte Sucher immer wieder Heldenepen, welche sie auf die derzeitige politische Lage beziehen konnten.
Unter anderem wurde der Bericht über Arminius wiederentdeckt, den die Humanisten in den „Annalen des Tacitus“ fanden. Dadurch bekamen sie eine beglaubigte Ursprungsgeschichte und das ausgerechnet von einem Römer.
Weiterhin berichtet Tacitus über zahlreiche Tugenden, wie ihre
Kriegstüchtigkeit. Die Humanisten bemühten sich Arminius zum ersten deutschen Helden zu machen. Er wurde zum strahlenden Führer eines deutsch - germanischen Freiheitskampfes. Dieses Bild setzte sich bis in die Gegenwart fort. Martin Luther machte „Arminius“ in seinen Tischreden „Hermann“. Daraus wurde der Held „Hermann der Cherusker“
Dieser Hermann wurde im 17. Jahrhundert fester Bestandteil der deutschen Helden. Viele Schriften wurden verfasst, welche ihn als kämpferisches Vorbild und Garant für die deutschen Freiheit und Unabhängigkeit lobpreisten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Das Hermannsdenkmal

2.1) Die Baugeschichte

2.2) Der Erbauer

3) Der Historische Hintergrund

4) Die Rassenideologie der Nationalsozialisten

4.1) Die Germanen

4.2) Die Forschungsgemeinschaft deutsches Ahnenerbe

4.3) Der Ariernachweis

5) Der Bedeutungswandel des Denkmals während der NS – Zeit

6) Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Instrumentalisierung des Hermannsdenkmals sowie des Arminius-Mythos durch die Nationalsozialisten. Dabei wird analysiert, wie eine historische Identifikationsfigur gezielt in die rassenideologische Propaganda des Dritten Reiches integriert wurde, um deutsche Tugenden, nationale Stärke und das Feindbild des „Anderen“ zu festigen.

  • Die historische Genese des Hermannsdenkmals und dessen Bedeutungswandel.
  • Die Integration der Germanen-Ideologie in die rassistische Staatslehre der Nationalsozialisten.
  • Die Rolle der „Forschungsgemeinschaft deutsches Ahnenerbe“ als wissenschaftliches Propagandainstrument.
  • Die bürokratische Umsetzung der Rassenideologie durch den Ariernachweis.
  • Die rhetorische Verknüpfung der „Dolchstoßlegende“ mit dem Arminius-Mythos.

Auszug aus dem Buch

4.3) Der Ahnennachweis

Der Ahnennachweis sollte dazu beitragen das deutsche Volk in „Arier“ oder „Nichtarier“ einzuteilen. Im September 1935 wurde eine Sondernummer des Reichsgesetzblattes veröffentlicht, in welchem NS – Anthropologen festgelegt hatten, wie viele Generationen die Bevölkerung nachzuweisen hat, um als „Arier“ eingestuft zu werden. Dieser Nachweis spaltete die Bevölkerung in zwei Hälften. Zur Gruppe A zählten Staatsangehörige „deutschen oder anverwandten Blutes“. Diese wurden eingeteilt in nordische, westische, fälische, ostbaltische oder dinarische Rassen. „Staatsbürger kann nur sein, wer deutscher Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen oder artverwandten Blutes ist, ohne Rücksicht auf die Konfession.“

Kurz nach ihrer Machtergreifung im Januar 1933 machten die Nationalsozialisten ernst mit ihrem Gesetz. Am 1. April 1933 rief die SA zum Boykott von Geschäften, Kanzleien und Arztpraxen mit „nichtarischen“ Besitzern auf. Es stellte sich aber heraus, dass weder Propaganda, noch Verhetzung allein nicht genügen, um das erwünschte „rassische Bewusstsein“ der Deutschen zu wecken. An einer Vielzahl von Beschwerden merkten die neuen Machthaber, dass die Doktrin von der „Reinheit der Rasse“ nur von einer Minderheit geteilt wurde. Auf diesem Weg konnten die Nationalsozialisten ihren Weg nicht erreichen. Sie mussten anders durchgreifen.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die ideologische Vereinnahmung deutscher Kulturgüter durch die Nationalsozialisten am Beispiel des Hermannsdenkmals und führt in die mythische Bedeutung des Arminius ein.

2) Das Hermannsdenkmal: Dieses Kapitel behandelt die Baugeschichte des Denkmals auf der Grotenburg sowie das Wirken seines Erbauers Ernst von Bandel.

3) Der Historische Hintergrund: Hier wird die Etablierung des Arminius-Mythos vom Humanismus über die Befreiungskriege bis hin zur Reichsgründung 1871 nachgezeichnet.

4) Die Rassenideologie der Nationalsozialisten: Das Kapitel analysiert die pseudowissenschaftliche Einteilung in „höherwertige“ und „minderwertige“ Rassen, die Gründung des Ahnenerbes und die Implementierung des Ariernachweises.

5) Der Bedeutungswandel des Denkmals während der NS – Zeit: Die Analyse zeigt auf, wie das Denkmal und der Arminius-Mythos zur Stützung der Dolchstoßlegende und zur Heroisierung Hitlers instrumentalisiert wurden.

6) Schlussbetrachtung: Das Fazit reflektiert die Aufarbeitung nach 1945 und betont die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit nationalen Mythen.

Schlüsselwörter

Hermannsdenkmal, Arminius, Nationalsozialismus, Rassenideologie, Ahnenerbe, Ariernachweis, Germanen, Dolchstoßlegende, Blut und Boden, Antisemitismus, Mythos, Identität, NS-Propaganda, Dritte Reich, Nationalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie das Hermannsdenkmal und die mythologische Figur des Arminius von den Nationalsozialisten ideologisch umgedeutet und für ihre rassenideologischen Ziele instrumentalisiert wurden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen die Baugeschichte des Denkmals, die Entwicklung rassistischer Lehren im NS-Staat, die Gründung des „Ahnenerbes“ und die psychologische Bedeutung nationaler Heldenmythen für die Diktatur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie historische Symbole von einem ursprünglichen Freiheitsgedanken hin zu einer rechtfertigenden Rhetorik für Ausgrenzung und Diktatur manipuliert wurden.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse historischer Quellen und Sekundärliteratur, um die politische Instrumentalisierung von Geschichte und Mythen nachzuvollziehen.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Baugeschichte, die rassenideologische Unterwanderung der germanischen Identität und die strategische Nutzung von Mythen wie der Dolchstoßlegende zur Stabilisierung des NS-Regimes.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den Kernbegriffen zählen Hermannsdenkmal, Rassenideologie, Arminius-Mythos, Ahnenerbe, Ariernachweis und NS-Propaganda.

Wie genau funktionierte der Ariernachweis in der Praxis?

Der Ariernachweis erforderte von den Bürgern die urkundliche Offenlegung ihrer Familiengeschichte über mehrere Generationen. Unterschieden wurde zwischen dem „kleinen Ariernachweis“ für einfache Bürger und dem „großen Ariernachweis“ für SS-Mitglieder und Funktionäre.

Welche Rolle spielte die Forschungsgemeinschaft „Ahnenerbe“?

Das „Ahnenerbe“ diente als staatlich gefördertes Institut dazu, die behauptete Überlegenheit der „nordisch-arischen“ Rasse pseudowissenschaftlich zu untermauern und das germanische Erbe als Rechtfertigung für die NS-Politik zu legitimieren.

Inwiefern hat sich das Bild des Hermannsdenkmals nach 1945 gewandelt?

Nach 1945 wurde die ideologische Aufladung des Denkmals schrittweise entfernt; es wandelte sich von einem politisch besetzten Identitätssymbol zu einer weitgehend unpolitischen Touristenattraktion.

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Details

Title
Wie das Hermannsdenkmal Sinnbild germanischer Tugenden wurde. Die Nutzung des Heldenepos für die nationalsozialistische Rassenideologie
College
University of Hagen
Course
Politische Kultur- und Sozialgeschichte
Author
Sylvia Reidemeister (Author)
Publication Year
2013
Pages
18
Catalog Number
V289023
ISBN (eBook)
9783656893943
ISBN (Book)
9783656893950
Language
German
Tags
Hermannsdenkmal Germanen Tugenden Heldenepos Rassenideologie Nationalsozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sylvia Reidemeister (Author), 2013, Wie das Hermannsdenkmal Sinnbild germanischer Tugenden wurde. Die Nutzung des Heldenepos für die nationalsozialistische Rassenideologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289023
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