Abschreibungen als Einflussfaktor beim "Cash Value Added" und beim Ökonomischen Gewinn

Ein kritischer Vergleich


Hausarbeit, 2012

15 Seiten

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Cash Value Added
2.1 Die Grundlagen des Cash Value Added
2.2 Die Berechnung des Cash Value Added
2.3 Beispiel für die Berechnung des Cash Value Added

3. Der Ökonomische Gewinn
3.1 Die Grundlagen des Ökonomischen Gewinns
3.2 Berechnung des Ökonomischen Gewinns
3.3 Beispiel für die Berechnung des Ökonomischen Gewinns

4. Fazit in Form einer vergleichenden Gegenüberstellung der beiden Konzepte

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Intention der vorliegenden Arbeit besteht darin, den Cash Value Added und den ökonomischen Gewinn zu erläutern, anhand eines Beispiels zu illustrieren und dabei insbesondere auf die zugrunde liegende Abschreibungsmethoden und deren Wirkungen einzugehen. Die Berücksichtigung und die Auswirkungen der Abschreibungen in den beiden Performancemaßen sind im Laufe dieser Arbeit zu untersuchen, zu interpretieren und zu würdigen. Dies wird dem Leser das Verständnis der beiden Kennzahlen wesentlich erleichtern und ihm die Relevanz der vorliegenden Abschreibungsmethoden aufzeigen.

Um das besagte Ziel zu erreichen, werden die beiden Performancemaße allgemein vorgestellt, indem die einzelnen Komponenten und die Vorgehensweise bei ihrer Berechnung anhand eines beispielhaften Unternehmens verdeutlicht werden. Anschließend werden sie systematisch in einer kritischen Gegenüberstellung am Ende der Arbeit miteinander verglichen und das Resultat zusammenfassend in einem Fazit festgehalten.

2. Der Cash Value Added

2.1 Die Grundlagen des Cash Value Added

Das Cash Value Added (CVA) Konzept wurde von The Boston Consulting Group entwickelt und hat sich neben dem Economic Value Added (EVA) als eine periodisch zu ermittelnde wertorientierte Kennzahl in der Unternehmenspraxis etabliert. So entschied sich beispielsweise die Deutsche Lufthansa AG für die Verwendung des CVA als Spitzenkennzahl, da der CVA die Kriterien der Wertorientierung, der Entscheidungsorientierung, der Praktikabilität und der Kommunizierbarkeit erfüllt. Als entscheidend für die Nutzung des CVA als zentrale Kennzahl gilt jedoch die Tatsache, dass zur Ermittlung des CVA die Kapitalbasis nicht anhand der bilanziellen Werte, sondern anhand der historischen Anschaffungskosten bestimmt wird. Dies führt dazu, dass Performanceveränderungen, die aufgrund von abschreibungsbedingten Schwankungen der Kapitalbasis entstehen, nicht auftauchen.[1]

2.2 Die Berechnung des Cash Value Added

Im Allgemeinen besteht die Grundidee des Ansatzes darin, die Veränderung des Unternehmenswertes in einer vergangenen Periode auf einer Cashflow-Basis zu berechnen. Bei der Berechnung des CVA werden dem Cash Flow Return on Investment (CFROI), also der Rentabilität des eingesetzten Kapitals in einer Periode, die Kosten des eingesetzten Kapitals gegenübergestellt und die Differenz dieser mit der Kapitalbasis multipliziert.

Es werden zur Berechnung des CVA also Daten zum CFROI, zur Höhe des investierten Kapitals (Kapitalbasis) und zum gewichteten Kapitalkostensatz (WACC) benötigt. Die Berechnung dieser erweist sich in der Praxis jedoch als eine durchaus komplexe Prozedur. In den folgenden Abschnitten werden die Berechnungen der einzelnen Bestandteile dargestellt.

Quelle: In enger Anlehnung an Hirsch (2008), S. 462.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Ermittlung des CVA

„Das zentrale Element in der Berechnung des CVA ist der Cashflow Return on Investment (CFROI).“[2] „Der CFROI gibt den Cashflow an, den ein Unternehmen oder eine Geschäftseinheit eines Unternehmens bezogen auf das darin investierte Kapital, das fiktiv zu Wiederbeschaffungspreisen bewertet wird, erwirtschaftet. Er wird berechnet auf der Basis der internen Zinsfußmethode, wie sie in der Investitionsrechnung verbreitet ist.“[3] Dabei ist der interne Zinsfuß derjenige Zinsfuß, bei dessen Verwendung der Kapitalwert einer Zahlungsreihe Null wird, und damit der Barwert der Auszahlungsreihe mit dem Barwert der Einzahlungsreihe betraglich identisch ist.[4] Er stellt also sicher, dass die Rückflüsse aus der Investition gerade die Tilgung des verwendeten Kapitals, sowie die entsprechenden Zinszahlungen decken und bei dem der Kapitalwert einer Investition gleich Null ist.[5] Aus Abb. 2 wird deutlich, dass der CFROI vom Brutto-Cashflow (BCF), vom investierten Kapital (Kapitalbasis) IK, von der Nutzungsdauer der Investition n und vom nicht abschreibbaren Anlagevermögen NaA abhängt.

„Die Kapitalbasis enthält das während einer Periode im Unternehmen investierte Kapital.“[6] Sie entscheidet über die Aussagekraft der periodischen Residualgewinne und legt fest, ab welcher Höhe des Erfolgs eine positive Performance ausgewiesen wird.[7] Zur Vereinfachung wird angenommen, dass es sich hierbei um das durchschnittlich gebundene Kapital handelt, welches sich als das arithmetische Mittel des Wertes der Kapitalbasis zu Beginn und am Ende einer Periode bestimmen lässt. Die Daten für die Berechnung werden dem Jahresabschluss entnommen. Dabei wird die Bilanzsumme um einige Anpassungen korrigiert und man erhält die Kapitalbasis nach dem CVA-Konzept, wie es in der Abbildung 3 dargestellt ist.[8]

Quelle: In enger Anlehnung an Hirsch (2008), S.463.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Kalkül zur Bestimmung des CFROI

Bilanzsumme (IFRS)

Quelle: In Anlehnung an Hirsch (2008), S.464.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Ermittlung der Kapitalbasis am Periodenende

Des Weiteren benötigt man für die Berechnung des CFROI die voraussichtliche Nutzungsdauer der Investition bzw. des investierten Kapitals. Hierfür wird die durchschnittliche Dauer des Kapitalumschlags gebraucht. Das zu historischen Anschaffungskosten bewertete Sachanlagevermögen wird dann zu der jährlichen linearen Abschreibung ins Verhältnis gesetzt.[9]

„Das nicht-abschreibbare Anlagevermögen am Ende der Nutzungsdauer wird im Rahmen der CFROI-Berechnung als fiktive Einzahlung interpretiert.“[10]

Schließlich ist noch der Brutto-Cashflow zu ermitteln. Dieser bildet die Höhe der Zahlungsüberschüsse, die am Ende einer Periode für Zahlungen an die Eigen- und Fremdkapitalgeber und für Investitionen zur Verfügung stehen, nach Abzug von Ertragssteuern ab. Den Ausgangspunkt für die Ermittlung des Brutto-Cashflows bilden die Daten aus der Gewinn- und Verlustrechnung und in erster Linie der Jahresüberschuss bzw. der Jahresfehlbetrag.[11] Die vorzunehmenden Anpassungen, um vom Jahresüberschuss zum Brutto-Cashflow zu gelangen, sind in der Abbildung 4 illustriert.

Quelle: In enger Anlehnung an Hirsch (2008), S.463.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Ermittlung des Brutto-Cashflows

Sobald alle Komponenten der Gleichung in der Abbildung 2 ermittelt wurden, werden sie in die o.g. Gleichung eingesetzt und nach dem Auflösen der Gleichung nach der Variablen CFROI erhält man deren Wert. Schließlich bleibt auf dem langen Weg zur Berechnung des CVA nur noch die Frage nach dem Gesamtkapitalkostensatz (WACC). „Dieser Diskontierungssatz ist ein gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz, wobei sich die Gewichtung an den Anteilen der Finanzierungsbeiträge am Unternehmenswert orientiert und der durch Verschuldung ausgelöste Steuervorteil die Fremdkapitalkosten direkt vermindert.“[12] Bezüglich seiner Ermittlung wird die Verwendung des CAPM (Capital Asset Pricing Model) für die Bestimmung der Eigenkapitalkosten vorgeschlagen, da sich dieses Vorgehen mit den Erfahrungen aus der Unternehmenspraxis decke.[13]

[...]


[1] Vgl. Hirsch (2008), S. 462ff..

[2] Siehe Hirsch (2008), S. 463.

[3] Siehe Behringer (2007), S. 174.

[4] Vgl. Schäfer (1999), S. 153.

[5] Vgl. Hirsch (2008), S. 463ff..

[6] Siehe Hirsch (2008), S. 464.

[7] Vgl. Schöntag (2007), S. 37.

[8] Vgl. Hirsch (2008), S.464.

[9] Vgl. Hirsch (2008), S. 464.

[10] Siehe Hirsch (2008), S. 464.

[11] Vgl. Hirsch (2008), S. 464.

[12] Siehe Schöntag (2007), S. 73.

[13] Vgl. Hirsch (2008), S. 464.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Abschreibungen als Einflussfaktor beim "Cash Value Added" und beim Ökonomischen Gewinn
Untertitel
Ein kritischer Vergleich
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Veranstaltung
Strategisches Controlling
Jahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V289029
ISBN (eBook)
9783656895992
ISBN (Buch)
9783656896005
Dateigröße
588 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
abschreibungen, einflussfaktor, cash, value, added, ökonomischen, gewinn, vergleich
Arbeit zitieren
Anonym, 2012, Abschreibungen als Einflussfaktor beim "Cash Value Added" und beim Ökonomischen Gewinn, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289029

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