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Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung in der stationären Altenpflege in Hinblick auf die Gewinnung und Gesunderhaltung von Pflegekräften

Titel: Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung in der stationären Altenpflege in Hinblick auf die Gewinnung und Gesunderhaltung von Pflegekräften

Bachelorarbeit , 2014 , 68 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Olivia Gracia Kukawska (Autor:in)

Führung und Personal - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Aufgrund des demografischen Wandels in der Bundesrepublik Deutschland sinkt die Anzahl der erwerbstätigen Menschen stetig. Im Gegensatz dazu steigt der Anteil der pflegebedürftigen Personen. Diese Situation findet nahezu deckungsgleich auch bei den Beschäftigten im Gesundheitswesen statt.Die Mitarbeiter werden immer älter und es fehlt an Nachwuchs. Für den mangelnden Nachwuchs in der Altenpflege ist nicht nur der demografische Wandel verantwortlich. Die Arbeit als Pflegekraft wird zudem noch durch
psychische, physische und soziale Belastungen geprägt. Diese Belastungsfaktoren wirken sich oft negativ auf die Gesundheit der Mitarbeiter aus und führen zu arbeitsbedingten
Erkrankungen. Zudem haben auch die Faktoren häufig einen Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit, den Krankheitsstand, die Fluktuationsneigung oder die Pflegequalität.
Aufgrund dieser speziellen Gegebenheiten müssen die vorhandenen Pflegekräfte unterstützt und entlastet werden, damit die Arbeitskraft der stationären Altenpflege langfristig
gewährleistet und somit der Macht des Nachwuchsmangels entgegensetzt werden kann. Ein geeignetes Mittel ist die Einführung einer betrieblichen Gesundheitsförderung. Nicht nur für die Mitarbeiter ist die betriebliche Gesundheitsförderung ein geeignetes Mittel, sondern auch für das Unternehmen. Die Pflegebranche ist eine Dienstleistungsbranche, daher ist der Erfolg eines Unternehmens mit der Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter eng gekoppelt. Unzufriedene Mitarbeiter wirken sich negativ auf die Qualität und Produktivität aus und somit auf den
Erfolg. Auch um qualifiziertes Fachpersonal anzuwerben und langfristig zu halten, könnte die Einführung von betrieblichen Gesundheitsmaßnahmen notwendig sein, denn heutzutage
werden Aspekte des Work-Life-Balances und ein gesunder Arbeitsplatz für das Personal immer wichtiger. Eine nachhaltige Implementierung gesundheitsfördernder Maßnahmen wird
für Arbeitgeber wesentlich bedeutender.
In dieser Arbeit wird untersucht, welche Bedeutung eine betriebliche Gesundheitsförderung in der stationären Altenpflege hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

2.1 Gesundheit

2.2 Salutogenese nach Aaron Antonovsky

2.3 Gesundheitsförderung

2.3.1 Betriebliche Gesundheitsförderung

2.3.2 Rechtsgrundlagen der betrieblichen Gesundheitsförderung

2.4 Stationäre Altenpflege

3. Ursachen des Pflegekräftemangels in der stationären Altenpflege

3.1 Demografischer Wandel und seine Auswirkungen auf die stationäre Altenpflege

3.2 Arbeitsplatzsituation

3.2.1 Physische Belastung

3.2.2 Psychische Belastung

3.2.3 Soziale Belastung

4. Maßnahmen der Gesundheitsförderung

4.1 Verhältnisorientierte Maßnahmen

4.1.1 Führungsstil

4.1.2 Arbeitszeitgestaltung/Schichtplanung

4.1.3 Arbeitsplatzgestaltung

4.2 Verhaltensorientierte Maßnahmen

4.2.1 Rückenschule

4.2.2 Stressbewältigung

4.2.3 Ernährung

5. Implementierung der Maßnahmen in den Betrieben

6. Empirische Untersuchung

6.1 Experteninterviews mithilfe eines Leitfadens

6.1.1 Auswahl der Interviewpartner

6.1.2 Aufbau und Inhalt des Interviewleitfaden

6.1.3 Datenauswertung

6.2 Ergebnisse

6.2.1 Gesundheitsförderliche und gesundheitsgefährdende Faktoren/Einflüsse in der Altenpflege

6.2.2 Umgang mit den Belastungen

6.2.3 Wahrnehmung von gesundheitsförderlichen Maßnahmen

6.3 Diskussion der Ergebnisse

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Bedeutung und Wirksamkeit der betrieblichen Gesundheitsförderung in der stationären Altenpflege. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob eine betriebliche Gesundheitsförderung in diesem Bereich sinnvoll ist und unter welchen Bedingungen eine Implementierung erfolgreich umgesetzt werden kann, um den Fachkräftemangel zu mindern und die Gesundheit des Pflegepersonals nachhaltig zu schützen.

  • Analyse der Ursachen für den Fachkräftemangel in der Altenpflege
  • Untersuchung der physischen, psychischen und sozialen Arbeitsbelastungen
  • Evaluierung von verhältnis- und verhaltensorientierten Interventionsmaßnahmen
  • Prozessmodell zur Implementierung betrieblicher Gesundheitsförderung
  • Empirische Validierung durch Experteninterviews mit Fachkräften

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Physische Belastung

In der stationären Altenpflege beschreiben die Pflegekräfte die körperliche Belastung als gravierend. Denn besonders in der stationären Altenpflege müssen die Mitarbeiter häufig Patienten bzw. Heimbewohnern heben, tragen, umsetzen und mobilisieren. Dabei wird die Wirbelsäule stark belastet, da die Druckkraft auf die Wirbelsäule zwischen 4,4 und 5,0 Kilonewton beträgt. Bei diesen Kräften können die Bandscheiben beschädigt werden. Diese Belastung führt bei vielen Beschäftigten zu einem Lendenwirbel-(LWS)Syndrom. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens dieses Syndroms ist bei Altenpflegekräften 4,5 bis 6,5 mal häufiger als bei Büroangestellten ohne diese Wirbelsäulenbelastung.

Laut der NEXT-Studie geben in der stationären Altenpflege weit mehr als die Hälfte (56%) der Pflegekräfte in Deutschland an, dass sie sich in ihrer Arbeitszeit in einer unbequemen Körperhaltung befinden. Neben der unbequemen Körperhaltung geben dazu 65% der Pflegekräfte an, dass sie mehr als 6 Stunden am Tag stehen. Mit diesem Wert liegt Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern auf einen sehr hohen Rang. Vor Deutschland liegen mit 68% nur noch Polen und Frankreich.

Die Erwerbstätigenbefragung von 2006 gab zudem noch an, dass 68,2% der Pflegekräfte das schwere Heben, also bei Frauen mehr als 10 kg und bei Männern mehr als 20 kg, zum Berufsalltag gehört. Dabei empfanden ca. dreiviertel diese Tätigkeit als sehr belastend. Auch das Arbeiten in gebückter, hockender oder liegender Position kommt in der Tätigkeit als Altenpfleger bei 35,8 Prozent der Befragten vor.

Diese Belastungen und auch die damit verbundenen Beschwerden werden an den Krankschreibungen deutlich. Altenpfleger werden im Durchschnitt 21,3 Tage krankgeschrieben. Im Vergleich dazu werden im Branchendurchschnitt nur 17,7 Tage krankgeschrieben und in anderen Branchen nur 11,8 Tage. Von den 21,3 werden knapp 27% der Altenpfleger aufgrund Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems krankgeschrieben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel sowie die hohe Belastungssituation in der Altenpflege und leitet die Forschungsfrage nach der Relevanz betrieblicher Gesundheitsförderung her.

2. Begriffsbestimmung: Hier werden zentrale Begriffe wie Gesundheit, das salutogenetische Modell nach Antonovsky sowie die Konzepte und Rechtsgrundlagen der betrieblichen Gesundheitsförderung definiert.

3. Ursachen des Pflegekräftemangels in der stationären Altenpflege: Dieses Kapitel analysiert den demografischen Wandel sowie die physischen, psychischen und sozialen Arbeitsbelastungen, die zum Fachkräftemangel in der Pflege beitragen.

4. Maßnahmen der Gesundheitsförderung: Es werden konkrete verhältnis- und verhaltensorientierte Strategien vorgestellt, darunter Führungsstile, Arbeitszeitgestaltung sowie Rückenschulen und Stressbewältigung.

5. Implementierung der Maßnahmen in den Betrieben: Dieses Kapitel beschreibt einen vierstufigen Prozess zur erfolgreichen Einführung von Gesundheitsförderungsmaßnahmen, von der Vorbereitung bis zur Evaluation.

6. Empirische Untersuchung: Die Ergebnisse aus Experteninterviews mit Pflegekräften und Führungskräften werden präsentiert und diskutiert, um die Theorie mit der Praxis abzugleichen.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit betriebswirtschaftlich durchdachter Gesundheitsförderung zur Sicherung der Arbeitskraft.

Schlüsselwörter

Altenpflege, Betriebliche Gesundheitsförderung, Fachkräftemangel, Demografischer Wandel, Salutogenese, Arbeitsbelastung, Physische Belastung, Psychische Belastung, Schichtarbeit, Rückengesundheit, Stressbewältigung, Gesundheitsmanagement, Mitarbeiterbindung, Arbeitszufriedenheit, Implementierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung für stationäre Altenpflegeeinrichtungen, insbesondere im Kontext der Gewinnung und dauerhaften Gesunderhaltung von qualifiziertem Pflegepersonal.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Kernbereichen gehören die Analyse des demografischen Wandels, die Identifikation spezifischer Arbeitsbelastungen im Pflegealltag sowie die Vorstellung effektiver verhältnis- und verhaltensorientierter Gesundheitsmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel ist zu klären, ob die Implementierung betrieblicher Gesundheitsförderung in der stationären Altenpflege sinnvoll ist und unter welchen Bedingungen sie erfolgreich gelingen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die empirische Untersuchung verwendet?

Die Verfasserin nutzt leitfadengestützte Experteninterviews mit Fachkräften aus dem stationären Pflegebereich, um praxisnahe Einblicke in die Belastungssituation und die Wahrnehmung existierender Maßnahmen zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Stress- und Gesundheitsmodellen, eine Darstellung der spezifischen Belastungsfaktoren der Pflegekräfte sowie die Ausarbeitung konkreter Handlungskonzepte für Betriebe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Altenpflege, betriebliche Gesundheitsförderung, Fachkräftemangel, physische und psychische Belastungen sowie Implementierung und Arbeitszufriedenheit maßgeblich geprägt.

Welche Rolle spielt der Rücken für die Pflegenden in dieser Arbeit?

Rückenbeschwerden werden als gravierendster physischer Belastungsfaktor identifiziert, weshalb Maßnahmen wie die Rückenschule und ergonomische Hilfsmittel als zentrale Interventionsansätze hervorgehoben werden.

Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung der Gesundheitsmaßnahmen in kleinen versus großen Unternehmen?

Die empirische Analyse deutet darauf hin, dass größere Unternehmen aufgrund besserer Ressourcenlage häufiger systematische Gesundheitsstrukturen und Arbeitsgruppen implementieren als kleinere Einrichtungen.

Welche Bedeutung haben Ernährung und Stressbewältigung für das Pflegepersonal?

Obwohl aktuell der Fokus oft auf Rückenmaßnahmen liegt, unterstreicht die Arbeit die Relevanz von Ernährungskursen und Antistressseminaren, um ganzheitlich gegen Burnout und emotionale Erschöpfung vorzugehen.

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Details

Titel
Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung in der stationären Altenpflege in Hinblick auf die Gewinnung und Gesunderhaltung von Pflegekräften
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
2,3
Autor
Olivia Gracia Kukawska (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
68
Katalognummer
V289187
ISBN (eBook)
9783656894841
ISBN (Buch)
9783656894858
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung gesundheitsförderung altenpflege hinblick gewinnung gesunderhaltung pflegekräften
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Olivia Gracia Kukawska (Autor:in), 2014, Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung in der stationären Altenpflege in Hinblick auf die Gewinnung und Gesunderhaltung von Pflegekräften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289187
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Leseprobe aus  68  Seiten
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