Der narzistische Führungsstil in der öffentlichen Verwaltung


Essay, 2013
50 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Standortbestimmung

2. Der Narzisstische Führer
2.1. Merkmale des Narzissmus
2.2. Narzisstische Persönlichkeitsstörung und pathologischer Narzissmus
2.3. Narzisstische Führung in der öffentlichen Verwaltung

3. Narzisstische Führertypen
3.1. autoritär aufgabenorientiert oder autoritär emotional
3.2. produktiv oder unproduktiv
3.3. gesund oder destruktiv
3.4. transformierend

4. Mitarbeiter und Mitläufer
4.1. Das Phänomen des Mitläufertums
4.2. Transferenz und Interaktion – Vorbild und Leistungsbereitschaft

5. Der Narzissmuskult am Arbeitsplatz

6. Der Gegenentwurf - authentisch und ideal

7. Anmerkungen und Quellen

8. Anhang

1. Standortbestimmung

Die Führungskultur, mithin die Beziehung zwischen Vorgesetzten und Untergebenen hat in Deutschland eine lange Tradition der Simplifizierung des Verhältnisses zwischen Befehlsgebern und Befehlsempfängern. Heinrich Mann konnte mit dem gesellschaftskritischen Roman „Der Untertan” (1918) auf eine typische Gewachsenheit nicht hinterfragter, gleichwohl schädliche Folgen geradezu herausfordernder Unterordnungsbeziehungen bei Deutschen hinweisen. Diese als Literatur verpackte Analyse erwies sich wenige Jahre später unter der Nazidiktatur als prophetisch korrekt. Es gibt Historiker, die den Untertanengeist für einen kennzeichnenden Aspekt des deutschen Wesens halten.

Bekannt ist auch, dass die Konstrukteure Nachkriegsdeutschlands meinten, teilweise auf Strukturen und personale Bestandteile der Nazizeit zurückgreifen zu müssen, damit der neu geründete Staat überhaupt funktionieren konnte. Der Hauptbestandteil, der übernommen wurde, war der Personalkörper. Die Entnazifizierung erfolgte, nicht überraschend, sehr zügig. Für einen deutschen Richter war es leicht sich auf das Legalitätsprinzip zu berufen, zuerst unter dem Naziregime, dann auch in der Bundesrepublik. Er machte ja nicht die Gesetze. Und so war es selbstverständlich, dass ein deutscher Richter, der noch in den letzten Kriegstagen Todesurteile verhängte, weil das das „geltende Recht” war, sich im Nachkriegsdeutschland zum Ministerpräsidenten eines Bundeslandes hocharbeiten konnte.

Erst in jüngster Zeit scheint man - auch in der öffentlichen Verwaltung - nicht nur erkannt zu haben, dass zu Führung mehr dazugehört als nur jemand, der oben ist und viele, die ihm günstigenfalls folgen, sondern auch verstanden zu haben, dass es Optimierungsmöglichkeiten der Beziehungen zwischen Vorgesetzten und Untergebenen gibt, die unweigerlich auch zu einer verbesserten Aufgabenwahrnehmung führen können. Möglichkeiten erkannt, bedeutet jedoch noch nicht die Gefahr einer Führungskultur in Schieflage gebannt.

Es gibt in der Tat Anzeichen dafür, dass die öffentliche Verwaltung in nicht unerheblichem Maße von einem Führungstypus bedroht wird, der in der Fachliteratur als narzisstischer Führer (künftig abgekürzt NF, auch für die Pluralform)1* bezeichnet wird. Bei NF handelt es sich um Führungskräfte, die stets auf ihr eigenes Fortkommen und auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Das eigentliche Ziel von Führung, möglichst stark motivierte und zufriedene Mitarbeiter zu höchster Leistung im Sinne der Aufgabenerfüllung zu bringen, steht nicht im Hauptinteresse dieser NF.

Zwar können mit narzisstischer Führung (künftig abgekürzt nF) zum Teil beeindruckende Erfolge erzielt werden, jedoch wirkt sich nF auf Dauer für alle Beteiligte, einschließlich für den NF selbst, schädlich aus.

Das kann nur verhindert werden, wenn man die nF rechtzeitig unterbindet. Dies kann wiederum nur gelingen, wenn die NF über sich Vorgesetzte haben, die selber keine NF sind. Gerade darin liegt in manchen Fällen das Problem.

Als Paradebeispiel für einen NF wird in der Fachliteratur über Psychologie immer wieder Alexander der Große angeführt. An seinem Beispiel möchte ich illustrieren was nF bedeutet, was es verursachen kann und warum man es verhindern soll.

Alexander der Große hat alle Merkmale eines NF, noch dazu war er in relativ kurzer Zeit sehr erfolgreich. Er eroberte mit seiner Armee beinahe die gesamte damals im Mittelmeerraum bekannte Welt. Jedoch geschah das ohne Rücksicht auf seine „Mitarbeiter”, die zu einem großen Teil im eigentlichen Wortsinn auf der Strecke blieben. Von den Dreißigtausend Soldaten, die Alexander zu Beginn seines Eroberungszuges mit sich führte, sahen nur ein geringer Bruchteil ihre Heimat wieder.

Unter Narzissmus versteht man eine übertriebene, in vielen Fällen pathologische Form der Selbverliebtheit und Ichbezogenheit. Forscher sind sich einig, dass das auf Alexander den Großen zutraf. Der NF setzt alles was ihm untergeordnet ist rigoros dafür ein, seiner eigenen Zielverwirklichung zu dienen. Er ist gegenüber Vorgesetzten hingegen geradezu hingebungsvoll servil, soweit das für seine Zielerreichung dienlich ist. Hat er niemand über sich, ist er nicht mehr zu bremsen. Nicht anders war es bei Alexander dem Großen. Nachdem er König von Mazedonien geworden war, brach er zu seinen Eroberungszügen auf. Da er noch dazu ein geschickter Feldherr war und von der Heeresreform seines Vorgängers im Amt profitierte, die ihm auch fähige Unterführer an die Hand gegeben hatte, brachte das überwältigende militärische Erfolge ein, so dass ihm niemand Einhalt gebieten konnte, zumal seine Gegner meist dekadent und schlecht organisiert waren.

Als Alexander die Regierung nach der Ermordung seines Vaters übernahm, „säuberte” er den Hofstaat von denen, die ihn der Beteiligung am Mord verdächtigten und die ihm vorher schon opponiert hatten, offiziell weil er sie nicht für seine „Führungsgeschäfte“ als geeignet hielt. Dann ging er daran, Kleinasien zu erobern. Gegnern, die sich unterwarfen, zeigte er sich freundlich und großzügig und setzte sie als Stattverwalter oder in seiner eigenen Armee als Mitstreiter ein, achtete aber darauf, dass er ihnen fähige „Mitarbeiter” zur Seite stellte. Gegner, die sich nicht unterwarfen, schlug er mit erbarmungsloser Härte. Auch Kritiker in den eigenen Reihen, ließ Alexander aus dem Weg räumen, selbst wenn das auf Kosten der Schlagkraft seiner Armee ging. Zu seinen Kritikern gehörten zwei seiner tüchtigsten Generäle und etliche andere, die ehemals Vertraute waren. Im günstigsten Fall ließ er diejenigen, die bei ihm in Ungnade gefallen waren, als Besatzer im Niemandsland zurück, ohne Aussicht die Heimat wiederzusehen. Dieser Art Verhaltensweisen sind bei NF nicht selten sondern die Regel. Da man heute niemand mehr hinrichten muss, kann man ihn aber „verbannen”, indem man ihn z.B. strafversetzt oder bei Beurteilungen * (s. Anhang, Exkurs zum Thema Beurteilungen) abserviert.

Wem hier bereits auffällig wird, dass ihm etliches aus eigenem Erleben bekannt vorkommt, wird erstaunt sein wie sehr sich Weltgeschichte im Kleinen wiederholt.

2. Der Narzisstische Führer

2.1. Merkmale des Narzissmus

Sigmund Freud (1931) definierte eine narzisstische Persönlichkeit als ein Individuum, dessen Hauptinteresse die Selbsterhaltung und Selbstachtung ist. Er dachte an den mythischen Held der Griechen Narcissus, der eine pathologische Obsession für sich selbst entwickelte, die ihm am Ende das Leben kostete.

Ein solcher Mensch braucht Selbstachtung durch Erfolg auf den Gebieten, die den gesellschaftlicher Status, die Beachtung durch andere und die eigenen Möglichkeiten der Machtausübung betreffen. Gerade wer die Macht hat, hat die besten Voraussetzungen, alles in seinem Sinne steuern und einrichten zu können. Das ist auch der Grund, warum man in Führungspositionen relativ häufig stark narzisstisch veranlagte Personen vorfindet. Demgegenüber steht oft eine schwach ausgebildete Selbstkontrolle und Indifferenz gegenüber den Bedürfnissen anderer. *2)

Narzisstische Tendenzen resultieren nach Meinung der Psychologen aus der Kindheit, in der das Kind von den Eltern zurückgewiesen oder emotional unterversorgt belassen wurde. Kinder, die von ihren Eltern nicht geliebt worden sind, neigen eher zu Narzissmus. Sie wollen sich so ihren Nachholbedarf stillen.

Kohut (1971) kommt zu dem Schluss, dass solche Individuen die Tendenz haben, zu glauben, dass sie sich nicht auf die Zuneigung oder Loyalität anderer verlassen können und um das auszugleichen und ihren Status zu verbessern, konzentrieren sie sich darauf Macht und Kontrolle über andere auszuüben. *3)

Es ist leicht einzusehen, dass Alexander, der in einem bereits intriganten Königshaus aufwuchs, günstige Startvoraussetzungen für die Entwicklung narzisstischer Tendenzen hatte. Als Führer haben diese narzisstischen Individuen dann den Wunsch, ihre Vorstellungen über die Machtausübung und ihren persönlichen Erfolg zu verwirklichen. Dabei entwickeln sie ein überzogenes Gefühl ihrer Wichtigkeit und wenig Interesse für die Befindlichkeiten anderer.

Das wirkt sich z.B. darin aus, dass solche Menschen nicht auf die privaten Verhältnisses ihrer Zuarbeiter eingehen und selber keine Familienmenschen sind. Nicht selten haben sie gar kein eigenes ausgeprägtes Privatleben. Sie haben sich „mit Leib und Seele“ oder doch zumindest mit ganzer Schaffenskraft der Firma, genauer gesagt, dem persönlichen Erfolg in der Firma verschrieben. In Wahrheit dient die Firma jedoch nur dazu, sich die Selbstbestätigung zu verschaffen, die in der Kindheitsentwicklung auf der Strecke geblieben ist. *4) Narzissmus ist so gesehen ein Zeichen nicht bewältigten Reifewachstums.

Solche inhärenten Eigenschaften sind dann auch das Antriebsmittel zur Ausbeutung und Manipulation anderer. Dadurch soll das Selbstwertgefühl bereichert werden. Es ist allerdings eine Bereicherung, die nie satt macht und da es auf Kosten anderer aufgebaut wird, kann es nichts Dauerhaftes oder Tragfähiges sein und fällt irgendwann einmal zusammen. Das war bei Alexander nicht anders als bei anderen NF wie beispielsweise Nero, Napoleon, Hitler, Stalin.

Der despotische Narzissmus erwartet persönliche Gunsterweise ohne zugleich das Recht anzuerkennen, dass man nun selber in der Bringschuld wäre. Narzissten neigen dazu Beziehungen und Motive zu vereinfachen, weil alles in ihr Wunschbild passen muss. Sie haben eine extrem polarisierte Sicht der Dinge. Ihr Wunsch und Wille ist das eine, alles was dagegen ist, ist das andere. Dementsprechend können die, die zustimmen, nur Freunde, und die, die sich dagegen stellen, nur Feinde sein, die es zu bekämpfen gilt, wobei man dabei auch ins Extrem geht. *5) Bei Alexander dem Großen ist das exemplarisch klar ersichtlich. Die bekannteste deutsche Variante hat sich in einem Bunker eine Kugel gegeben als letztes Bekenntnis des Scheiterns. Alexander kannte nur ergebene Freunde oder erbitterte Gegnerschaft. Auf die Befindlichkeit seiner Generäle und Soldaten nahm er keinerlei Rücksicht.

Wie Alexander, können auch unsere zeitgenössischen NF „chaotisch und unvorhersehbar“ werden und letztendlich in ihrer Selbstzerstörung andere mitreißen.*6)

Alexander hatte die fachlichen Kenntnisse, die ein militärischer Führer benötigt, aber es mangelte ihm an menschlichen Qualitäten. Dieser Mangel wird charakterisiert durch das egoistische Streben nach Macht und Anerkennung. NF haben jedoch nicht immer eine fachliche Qualifikation, die ihrem Amt entsprechen würde. Dann wird es für sie umso schwieriger mit lauteren Mitteln an die Macht zu kommen und zu bleiben. Sie brauchen immer das Volk, das ihnen folgt.

NF brauchen die Selbstbestätigung, insbesondere auch in einer gesteigerten Form, die als Kompensation für Defizite in sozialen Bereichen herhalten müssen. Bei Alexander war es das Kriegswesen, das ihm Selbstbestätigung verschaffte, während er im menschlichen Bereich unberechenbar und launisch blieb. NF sehen vielfach ihren Beruf als Ausgleich für sonstige soziale Defizite. Sie sind menschlich Zu-kurz-Gekommene.

Typisch für den nach Selbstbestätigung strebenden Narzisst Alexander ist der Versuch auch Indien zu erobern, wofür es keinerlei militärische Notwendigkeit gab. Auch Hitler schickte seine Armeen in den Osten zur Eroberung von Lebensraum für sein Ego. Erst als die Armee Alexanders meuterte, ließ er von seinem Vorhaben ab. Das zeigt, nur wenn sich eine Mehrheit findet, die entschieden Front macht, ist dem Machtmissbrauch beizukommen. Hätten sich in der Zeit der Herrschaft der Nazis über Deutschland genügend Menschen gefunden, die gegen die Deportation der Juden auf die Straße gegangen wären, wäre es vielleicht nicht zum Holocaust gekommen.

Wegen der großen Verluste hatte Alexander längst schon die makedonischen und griechischen Soldaten nach und nach durch Perser ersetzt. Bei der Belegschaft einer Firma oder einer Verwaltung werden verschlissene Mitarbeiter dann einfach durch andere ersetzt. Kritisch wird es nur, wenn immer weniger übrig bleiben, die die Arbeit leisten sollen.

Alexander hat zunehmend den Persern den Vorrang über Griechen gegeben, was von Griechen und Makedoniern als Affront verstanden wurde, da die Perser seit Jahrhunderten die Erzfeinde der Griechen waren und eine völlig andere Kultur hatten. Griechenland hatte die Demokratie, wo es auf die Befindlichkeiten von Mehrheiten ankam, die Perser die Monarchie, wo es auf die Befindlichkeit Einzelner ankam. Kein Wunder, dass Alexander persische Gewohnheiten annahm. Denn die persische Großkönigtum und gottgleiche Verehrung entsprach seiner Selbstreflektion. Dass NF oft auf das Pferd „neue Besen kehren besser“ setzen, liegt daran, dass sie aufgrund ihrer nF sich die Gefolgschaft der „alten Besen“ schon verscherzt haben oder wiederum einmal die Gelegenheit wahrnehmen, zu zeigen, wer das Sagen hat.

Das ist ein typischer Zug des narzisstischen Führungswesens. Anstatt Dankbarkeit für Gefolgschaft zu erweisen, werden diejenigen, die einem die Gefolgschaft aufkündigen, abgestraft, indem man sie durch andere ersetzt, auch wenn die anderen, die man nun machen lässt, bisher sogar als Gegner einzustufen waren.

Was jahrelang geleistet wurde, ist vergessen, man setzt auf das neue Pferd, ohne zu wissen, ob es den Reiter nicht schon bald abwirft, nur weil das alte Pferd einmal – wohl auch zu Recht – gebockt hat.

Alexander reagierte auf den zunehmenden Widerstand der Untergebenen mit Strafversetzungen, Hinrichtungen und Marschbefehlen. Und teilweise auch durch unsinnige oder nicht erfüllbare Befehle.

Parallelen zur öffentliche Verwaltung könnte man in nicht erfüllbaren oder kontraproduktiven Zielvorgaben sehen, die aber mit nF direkt nichts zu tun haben müssen, wohl aber indirekt, wenn NF ihre Mitarbeiter darauf ansetzen, Ziele zu erfüllen, die alle als überzogen betrachten oder für sinnlos halten. Jeder macht mit, weil jeder „mitmarschieren“ muss, damit er nicht aus der Reihe fällt. *7)

Alexander hat im Verlauf seines Feldzugs die Bevölkerung ganzer Städte und Landstriche massakrieren lassen, wenn sie sich nicht freiwillig ergaben oder einen Aufstand probten. Seine persönliche Erfolgsgeschichte mit dem Preis eine Berühmtheit und als Mensch-Gott verehrt zu werden und Machthaber über sein Weltreich zu sein, hat Hunderttausenden das Leben gekostet. Einst friedliche, blühende Landstriche wurden verwüstet.

Das Urteil schon seiner Zeitgenossen viel überwiegend ungünstig für Alexander aus. Seine Lebensweise stand in einem zu deutlichen Kontrast zu den Idealen ethisch verantwortlichen Handelns. Hinzu kam grenzenloser Hochmut. Alexander hatte sich zu einem Halbgott erklären lassen. Besonders vernichtend fiel das Urteil des Stoikers Seneca aus. Er bezeichnete Alexander als: „wahnsinnigen Burschen, zum Bersten aufgeblasenes Tier, Räuber und Plage der Völker“. *8) Alexander starb jung. Vermutlich wurde er von seinen eigenen Leuten vergiftet. Der Grund dafür wird von Historikern in der Verweigerung Alexanders gesehen, auf die Wünsche seiner „Mitarbeiter“ einzugehen. Der Standort seines Grabs ist unbekannt und sein eilig zusammengeflicktes Weltreich zerfiel schnell nach seinem Tod („ein Grab muss ihm genügen, ihm, dem ein Weltreich nicht genug war“).

2.2. Narzisstische Persönlichkeitsstörung und pathologischer Narzissmus

Bereits Jones beschrieb Narzissten als Menschen mit einem „Gottesähnlichkeitskomplex“, entsprechend der Selbstwahrnehmung, obwohl sie göttlicher Komponente gänzlich mangeln, denn die ständige Suche nach Ruhm und ein übersteigertes Anerkennungsbedürfnis ist nur zu menschlich.*9) Sie erreicht aber bei Narzissten ungeahnte Höhen.

Mitunter gelingt es den Narzissten sich durch falsche Bescheidenheit zu tarnen. Das geht oft einher mit der Ausprägung von verborgenen Süchten, die wiederum am Selbstwertgefühl der Narzissten nagen. (Reich, 1933). Dem widerspricht nicht, dass sich Narzissten für etwas Besonderes halten und auf eine Bedrohung des eigenen Standes besonders empfindlich reagieren. (Tartakoff, 1966)

Bei Hitler kam noch die Neigung unvorteilhafter Geschehnisse umzudeuten und aus der nationalen Katastrophe einen Endsieg zu prognostizieren dazu. *10)

Außerdem spielt ein ausgeprägter Hang zu Wut immer eine Rolle und die Fähigkeit sie verborgen zu halten *11)

Allen Narzissten ist es eigen, dass sie sich für großartig halten und es lieben, das von anderen bestätigt zu bekommen. Verständnis und Mitgefühl für andere fehlt ihnen, da sich ja alles um sie zu drehen hat. Die Mazedonier Alexanders hielten sich ebenso für etwas Besonderes wie die hochentwickelte Rasse der Nazis. Und doch steckte in tieferen Persönlichkeitsschichten bei den Mazedoniern die Furcht, den hellenischen Griechen unterlegen zu sein. Über das Deutsche Minderwertigkeitsgefühl ist schon viel geschrieben worden. Bei den Nazis könnte man eine gewisse Berechtigung für dieses Gefühl vermuten, denn wer Massenvernichtung als Gebot des Anstands bezeichnet, hat eine minderwertige Moral. Und so wie Alexander sich als Halbgott präsentierte, so wandelte der Führerkult den Gefreiten in den Messias der Deutschen, den die Vorsehung berufen hatte.

Sigmund Freud schrieb über den Narzisst: „Er liebt nur sich selbst, oder andere Leute nur insofern als sie seinen Bedürfnissen dienen […] Die Persönlichkeit des Narzissten ist so ausbalanciert, dass er nicht einmal einen Anflug einer oder einen Mangel an Zustimmung tolerieren kann.“ *12) Freudschüler Fromm bezeichnete Hitler als malignen Narzissten. Als einen geistig gestörten Fehlschlag, er habe eine Herrschaft „aus Rauch und Spiegeln“, ohne wahre Substanz, die mehr aus Scheinbarem und Täuschung besteht. *13) Das was nach etwas aussah, bricht nach dem Verschwinden des NF zusammen, weil es um seine Person herum gezimmert ist. Alexanders Weltreich ist in die Diadochenreiche seiner Nachfolger übergegangen und so schnell Hitlers Armeen auch Europa – dank deutscher Tüchtigkeit – eroberten, so schnell verschwanden die Nazispuren auch wieder, nachdem der Rauch der Trümmer verzogen war, war bereits nichts mehr zu sehen. Die Nazigrößen endeten erbärmlich oder gleich am Galgen. Bei Alexander und den Seinen stehen wenigstens ein paar Städtegründungen zu Buche.

Was die Erforschung des NF erschwert und damit stückweit auch sein unbehelligtes Entfaltungspotential erleichtert, ist ein Umstand den Maccoby so ausgedrückt hat: „Psychoanalytiker kommen gewöhnlich nicht nahe genug (an die NF – Anmerkung des Verfassers) heran, im Besonderen an ihre Wirkstätte, um über sie schreiben zu können.” *14)

Daher müssen das Herangehen und Analysieren durch “Insider” besorgt werden.

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung wird in der Literatur auch als pathologischer Narzissmus oder Megalomania bezeichnet. Ihm liegt die Obsession zugrunde, nur die eigenen Ziele gelten zu lassen und ihre Verfolgung notfalls mit allen verfügbaren Mitteln zu erreichen. Der pathologische Narzissmus ist machtgeil, geltungssüchtig und überambitiös.

Im Unterschied zu einer gemäßigten Selbstwertschätzung, die jeder hat, verursacht der pathologische Narzissmus erheblichen Abweichungen vom Normalen bis zu normalfunktionalen Beeinträchtigungen. Die Über-Konzentration auf das eigene Ich führt ausnahmslos zu einem mangelnden Mitgefühl und verringertem Interesse für die Belange anderer. Dementsprechend können auch NF an diesem Merkmal erkannt werden, dass ihnen die Befindlichkeiten anderer grds. gleichgültig sind. In ihrer Selbstsicherheit und im Bewusstsein ihrer Machtfülle scheuen sie sich auch nicht, das unverblümt zu äußern. Oder sie verraten sich, wenn sie mit sozialen Situationen konfrontiert werden, durch ihr Verhalten oder durch verbale Entgleisungen.

Pathologischer Narzissmus ist eine Form der Selbstliebe, die „Nächsten“-liebe so weit erschwert, dass die Narzissten in auffälliger Weise gar nicht mehr für empathische Signale und Handlungsweisen empfänglich sind.

Man spricht dann von einer Unfähigkeit und Unwilligkeit die Befindlichkeiten anderer überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Während der Normalmensch sich in Acht nimmt, die Gefühle anderer nicht zu verletzen, die Nöte und Wünsche anderer nach Möglichkeit zu berücksichtigen, rutschen sie beim Narzisst in der Werteskala so weit nach unten, dass er sie gar nicht mehr wahrnimmt.

Pathologischer Narzissmus wurde erstmals von Sigmund Freud in seinem Aufsatz „Über Narzissmus“ (1915) beschrieben. Folgende Merkmale werden in der Literatur für die pathologische Variante des Narzissmus immer wieder genannt:

Selbstüberhebung einschließlich bewusster Darstellung von Unwahrheiten (Alexander gefiel sich in der Rolle des Halbgottes, dazu behauptete er göttlicher Herkunft zu sein).

Versessenheit einen bestimmten Status zu erreichen (Alexander wollte zuerst König Mazedoniens werden, dann der Befreier Griechenlands, dann Weltherrscher)

Forderung nach uneingeschränkter Anerkennung und Loyalität durch andere (Alexander bekämpfte alle mit großer Härte, die sich ihm nicht unterwarfen)

Ausbeutung der Kompetenzen anderer (Alexander verlangte von seinen Soldaten den äußersten Einsatz) Diese Merkmale sind immer vorhanden. Übertragen auf die weniger ambitiösen Führungsmöglichkeiten in der öffentlichen Verwaltung könnte das bedeuten, dass ein pathologischer Narzissmus bei Führungskräften nur dann vorliegt, wenn mindestens auch diese Merkmale vorhanden sind:

- Versuch sich und den eigenen Zuständigkeitsbereich gut darzustellen, auch auf Kosten anderer und notfalls auch mit Unwahrheiten
- Versessenheit in der Hierarchie ziemlich weit und auch möglichst schnell nach oben zu kommen, dies auch mit Mitteln, die ohne Transparenz stattfinden
- Forderung nach uneingeschränkter Loyalität und Einschüchterung oder Beseitigung von Abweichlern durch „Kaltstellen“, „Absprechen von Qualifikation“
- Forderung nach bedingungsloser und möglichst kritikloser Leistungserbringung

Es fällt auf, dass die von oben abgeleiteten Merkmale auf das denkbare Szenario der öffentlichen Verwaltung (und jeder anderen Verwaltung mit ähnlicher Behördenstruktur) umgemünzt, auch die grundsätzlichen Erwägungen bei Entscheidungsfindungen beeinflussen oder bilden können. Eine solche Entscheidungsfindungsinstanz ist das Beurteilungsgremium.

In ihm werden die beiden letzten oben genannten Punkte thematisiert. So ist die Frage, ob neben der berechtigten Forderung nach Loyalität, noch eine unberechtigte Forderung einfließt. Loyalität wird immer dann zu unrecht eingefordert, wenn die Führung krumme Pfade beschreitet, denen nachzufolgen verlangt wird.

Die Frage ist außerdem, ob die Beurteilung nicht auch als Gelegenheit zur „Abrechnung“ verstanden wird. Es wäre naiv anzunehmen, dass dies nicht vorkommt. Unter der Rubrik „Positionierung“, ein weniger anrüchiger Begriff, besteht die Möglichkeit zu sagen „demjenigen“ oder „derjenigen“ werde nicht zugetraut, die Position auszufüllen. Er sei nicht oder weniger als andere geeignet, dieses oder jenes Amt auszufüllen oder für die oder jene Verwendung geeignet zu sein. Positionierung ist dann nichts Weiteres als die Verteilung des vorhandenen Personals nach dem Gusto derer, die die Verteilung vornehmen können. Solange Postenzuteilungsmanöver nach objektiven Kriterien ablaufen, ist daran nichts auszusetzen. Das ist leider sicher nicht immer so. *15)

Der ungesunde oder pathologische Narzissmus darf auch nicht mit Selbstwertschätzung verwechselt werden. Die Selbstwertschätzung ist ein Bestandteil der Menschenwürde. Der Pathologische Narzissmus leidet unter einer unreifen Selbstschau, die sowohl das Selbst überhebt, als es auch zugleich unterbewertet. Machtgehabe und Machtmissbrauch sind dann oft Ausfluss aus diesem inneren Zerwürfnis. Das Selbst erfährt dadurch beides, sowohl weitere Erniedrigung, weil es von denen, die unter dem Machtmissbrauch leiden, Verweigerung und Nichtakzeptanz erfährt - und das umso mehr, desto stärker der Machtmissbrauch ausgefallen ist - als auch eine Selbsterhöhung, wenn niemand die Macht hat, diesen Machtmissbrauch zu verhindern. Man könnte das einen doppelten Verlust der Bodenhaftung nennen, wie es überdeutlich bei Alexander, Nero, Stalin oder Hitler wurde. Dies sind Leute aus der Geschichte. Der Durchschnittsmensch kennt ähnliche Figuren eher aus dem Showgeschäft. Oder – viel schlimmer – vom Berufsleben.

Der Narzisst hat tatsächlich keinen Sinn für einen Selbstwert, der ihm eigen ist. Er bezieht das Psycho-Konstrukt seiner eigenen Persönlichkeit aus den Signalen der Umwelt. Für ihn ist entscheidend, wie ihn die anderen sehen. Als die Soldaten Alexanders ihn als einen der ihren betrachteten, tat er es ebenso umgekehrt. Das war am Anfang seiner Laufbahn. Doch nach und nach eroberte er den Orient. Perser und Ägypter warfen sich ihm zu Füßen und brachten ihm, auf die den Orientalen typische Art, Ergebenheitsbezeugungen bis hin zur Halbgottverehrung dar. Bei einem Narzisst bewirkt das, dass er sich selber in dieser Rolle seinen Wert gibt, obwohl er weiß, oder wissen müsste, dass er ihn nicht hat. Er bezieht also immer seinen Selbstwert aus externen Impulsen. Beraubt man so einen Menschen all seiner Habseligkeiten, der tatsächlichen und der vermeintlichen, wird er erst recht ein dringender Fall für einen Seelenheiler oder er bricht zusammen.

Pathologische Narzissten brauchen ein Publikum. Ohne Publikum fallen sie zusammen. Alexander und Napoleon liebten es von der Armee, Nero und Hitler vom Volk umjubelt zu sein. Sie gehen deshalb oft in ihrem Beruf auf und haben keine Verwendung für Freizeit. Narzissten haben daher oft kein oder doch nur stark reduziertes Privatleben. Sie fühlen sich nur sicher auf ihrem eigenen Grund. Narzisstische Führer brauchen das Umfeld, in dem sie führen können, wobei ihre Vorstellung von Führung mit einer elaborierten Führungskultur oder bewährten Führungsgrundsätzen nichts zu tun hat.

Paradoxerweise sind es die sozialen Dysfunktionen, die den Narzissten erlauben zu funktionieren. Die Verzeichnungen, Übertreibungen, Unwerte und Unarten liefern den Ausgleich für die Mängelbelastungen, obwohl sie doch selbst Mängelbelastungen sind.

Pathologische Narzissten haben eine Obsession sich durch Überlegenheitsdünkel und Großmächtigkeitsgehabe am Laufen zu halten. Auf andere machen sie daher oft den Eindruck von Getriebenheit oder Besessenheit. Das verhilft ihnen stückweise auch nach oben zu kommen. Um diesem Weg nach oben etwas auf die Sprünge zu helfen, schrecken sie daher auch oft nicht zurück, unlautere Mittel anzuwenden. Eines der häufigen Mittel ist die Intrige.

Wo Transparenz nicht gepflegt wird, kann dies ein Zeichen für Intrigantentum und Vetternwirtschaft sein. Transparenz und Intrige schließen sich natürlich gegenseitig aus. Auffällig ist in der öffentlichen Verwaltung, dass die Beurteilungspraktiken zur Einstufung der Mitarbeiter nicht transparent sind. Dies hat aber meist einen anderen Grund. Man möchte sich möglichst nicht angreifbar machen für Entscheidungen, wo man mit Übereinstimmung nicht rechnen kann. Das wiederum deutet jedoch darauf hin, dass es eine erhebliche Masse an Fällen gibt, wo die Wahrnehmung der Mitarbeiter eine andere ist, als die „Wahr-Gebung“ der Beurteiler. Dennoch ist klar, dass gerade in Verwaltungen, wo Dienstleistungen unabhängig von notwendigen Produktionszahlen erbracht werden, die Vetternwirtschaft und das Intrigantentum schon aus dem Grunde gedeihen kann, weil man sich die Zeit dazu nehmen kann.

Das sind günstige Bedingungen für einen Narzisst, denn er ist ein gewohnheitsmäßiger Unaufrichtiger. Er vermeidet nicht nur Transparenz, er lügt auch. Diese Lügen sind weniger im Dienst der Ziele aufgrund der Aufgaben als im eigenen Dienst. Daher sind sie erst recht abzulehnen. „Der Narzisst lügt mir nichts, dir nichts, unnötigerweise und beinahe unaufhörlich.“ *16)

Dass er noch dazu oft auch unnötigerweise lügt, liegt daran, dass er nicht immer gleich erkennt, dass seine Interessen gar nicht wirklich sondern nur vermeintlich gefährdet sind. Wird er beim Lügen ertappt, geht er in die Offensive und streitet alles ab. Wer ihn bloßgestellt hat, bekommt es zu spüren. Dabei wird der Narzisst oft maßlos.

Er lügt aber auch um die Grandiositätslücke zu schließen. Sie umfasst den Unterschied zwischen Anspruch und Selbstwahrnehmung auf der einen und Wirklichkeit und Fremdwahrnehmung auf der anderen Seite.

Wenn andere auf die Lücke stoßen, füllt der pathologische Narzisst sie mit Lügen. Er lügt, um seine Fassade aufrechterhalten zu können.

Das Lügen macht ihm deshalb nichts, weil sein Selbst auf Lüge und Täuschung aufgebaut ist.

2.3. Narzisstische Führung in der öffentlichen Verwaltung

Was hat das nun alles mit der öffentlichen Verwaltung zu tun? Gibt es wirklich NF in der öffentlichen Verwaltung? Den Kundgebungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des mittleren und gehobenen Verwaltungsdienstes zufolge zweifellos ja.

Es ist möglich, dass das überwiegend nur solche Angehörige der öffentlichen Verwaltung anzweifeln, die selber NF sind oder auf einer Führungsebene schweben, wo sie den Kontakt zur massenreichen Basis weitgehend verloren haben. Was ist beispielsweise von der Belegschaft eines Hauptzollamtes zu erwarten, wenn der Finanzpräsident einmal im Jahr der Personalversammlung beiwohnt? Will sie die Phalanx der Leitungsebene durchbrechen, die ein Interesse daran hat, nichts Unerfreuliches an den Besucher heranzulassen? Das gilt umso mehr, wenn einerseits die Leitung meint, ihren Vorgesetzten dahingehend zu kennen, dass es besser ist, ihn nicht zu behelligen und andererseits die Geleiteten ihrer Leitung genau das gleiche zugute halten. Auf jeder Stufe wird nach dem gleichen Prinzip gehandelt. Und außerdem gilt, „nach mir die Sintflut“.

Wo steht die öffentliche Verwaltung? Als Alexanders Truppen an der Grenze zu Indien standen, meuterten sie. Bis hierher und nicht weiter! Es gibt unzweifelhaft vieles am „Führungsstil“ Alexanders was den „Geführten“ der öffentlichen Verwaltung bekannt vorkommen muss, was aber nur selten in Führungskreisen thematisiert wird. Allerdings sollten sich Führungskräfte bewusst sein, dass Führungsqualität nicht delegiert werden kann. Führungskräfte müssen in der öffentlichen Verwaltung wieder mehr Vorbilder sein, weniger Angepasste.

Es ist zwar lobenswert, dass die öffentliche Verwaltung ihrem Führungspersonal zahlreiche Seminare und Lehrgänge anbietet, wie sie ihre Führungsqualitäten verbessern und auch hinterfragen können; die Umsetzung und die Wirklichkeit sieht jedoch leider zu oft anders aus. Das liegt einesteils natürlich daran, dass es alten „Führern“ nur sehr schwer fallen wird, eingefahrene Führungsstile und Verhaltensweisen in später Lebensstunde noch abzuändern. Andererseits darf man nicht übersehen, dass es in Wirklichkeit darum geht, grundlegende Charakteristiken und Eigenschaften der Führungspersonen auf den Prüfstand zu stellen. Ohne Änderung, und zwar radikale Änderung von Eigenschaften kann man in vielen Fällen gar nicht eine Veränderung der Verhaltensweisen erwarten. Mit anderen Worten, ist einmal einer Führer, bleibt er es auch (denn Mord wie in der Antike scheidet als Lösungsansatz aus). So gesehen war es ein Glück für die Armee Alexanders, dass ihr „Führer“ bereits in jungen Jahren einem Sumpffieber erlag. Es wäre alles nur noch schlimmer geworden (Deutschland hatte dieses Glück des vorzeitigen Ausscheidens ihres größenwahnsinnigsten Führers aller Zeiten im letzten Jahrhundert leider nicht).

Alexander hat, wie die großdeutsche Variante auch, gezeigt, dass wenige Jahre genügen, die Welt so gründlich auf den Kopf zu stellen, dass es Verderben und Untergang vieler mit einschließt. NF, die nicht in unmittelbarer Konkurrenz zueinander stehen, werden sich gegenseitig eher nicht in Frage stellen, da man selber von dem System profitieren möchte. Daher gilt: Wer ein Narzisst ist, wird sich immer wie ein solcher verhalten, daran ändert auch ein Seminar nichts.

Wer selber an Führungsseminaren teilgenommen hat wird, wie mir mehrfach mitgeteilt wurde, mit – vermutlich wenig - Erstaunen festgestellt haben, dass es dabei bei den Teilnehmern durchaus zur weitgehenden Zustimmung über bestimmte „Gos“ und „No-Gos“ zum Thema „wie führe ich meine Mitarbeiter“ kommt, obwohl die betreffenden Personen in der Praxis genau diese „Gos“ missachten und die „No-Gos“ zelebrieren. Man beherrscht die Theorie viel öfters, als dass man sie beherzigt!

Man kann sich darüber Gedanken machen, ob es nicht zielführender ist, wenn man Nägel mit Köpfen macht und zu ein und denselben Führungsseminaren die Führer und ihre Gefolgsleute schickt. Da weiß der Führer, dass er das, was er lernt, umsetzen muss, da seine Gefolgsleute wissen, was er wie umsetzen muss.

Führer, die besser bezahlt werden als ihre Untergebenen müssen diesen Stress-Crash-Kurs aushalten können. Wenn sie gute Führer sind, brauchen sie sich nicht vor der Konfrontation fürchten! Wenn sie nicht bereit sind, gute Führer zu werden, sind sie nicht qualifiziert, zu führen. Aber wer entscheidet über solche Konfrontations - Wahrheits – Kurse? Führungskräfte natürlich!

Es ist eine bedauerliche Feststellung, die aber leider der Wirklichkeit eher entspricht als schönfärberischen Optimierungsbekundungen, dass die Führungskräfte in der öffentlichen Verwaltung die besten sind, die wir in der Führung haben, nicht weil es keine besseren gibt, sondern weil wir es versäumt haben, die noch besseren Führungskräfte in die Führung zu lassen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten

Details

Titel
Der narzistische Führungsstil in der öffentlichen Verwaltung
Autor
Jahr
2013
Seiten
50
Katalognummer
V289243
ISBN (eBook)
9783656895343
ISBN (Buch)
9783656895350
Dateigröße
512 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
narzisstischer Führungsstil, Führungsstil, Deutschland, Verwaltung
Arbeit zitieren
Dipl. Finanzwirt (FH) Roman Nies (Autor), 2013, Der narzistische Führungsstil in der öffentlichen Verwaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289243

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