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Hat Platons "Theaitetos" am Schluß eine Lösung?

Titel: Hat Platons "Theaitetos" am Schluß eine Lösung?

Hausarbeit , 2013 , 14 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Karsten Kleber (Autor:in)

Gräzistik - Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dem wichtigen erkenntnistheoretischen Dialog "Theaitetos" setzt sich Platon mit der Flußontologie Heraklits und dem Homomensura-Satz des Protagoras auseinander.

Unter Sokrates' Führung versuchen die Dialogpartner, eine akzeptable Definition des Begriffs des Wissens (epistéme) zu erarbeiten. Dabei setzen sie sich auch mit den Begriffen "Wahrnehmung" (aísthesis) und "Meinung" (dóxa) auseinander, wobei Definitionsvorschläge entstehen, die noch heute in der analytischen Philosophie diskutiert werden.
Der Dialog endet vordergründig in einer Aporie.

Die vorliegende Arbeit fragt, ob diese Aporie ernst zu nehmen ist, indem sie die Motive zu rekonstruieren versucht, die Platon zur Abfassung des "Theaitetos" bewogen haben. Es zeigt sich, daß in diesem Zusammenhang der Logos-Begriff von herausragender Bedeutung ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Überblick über den Dialog Theaitetos

3. Sokrates, Theaitetos, Theodoros und der λόγος

4. Argumentum e silentio: Wo ist die Ideenlehre geblieben?

5. Die Makrostruktur des Dialogs. Wissen vom Wissen

6. Ein vorsichtiges Fazit – Wissen und λόγος

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophische Fragestellung, ob Platons Dialog Theaitetos tatsächlich in einer reinen Aporie endet oder ob er implizite Lösungsansätze zur Bestimmung des Wissensbegriffs bietet. Im Fokus steht dabei die Analyse der dramatischen Komposition sowie der verschiedenen Deutungsansätze, die den Dialog entweder als semantische Analyse oder als kritische Auseinandersetzung mit epistemologischen Positionen verstehen.

  • Der Wissensbegriff und seine Definitionsversuche bei Platon
  • Die Rolle der dramatischen Komposition und der Exkurse
  • Das Verhältnis des Dialogs zur platonischen Ideenlehre
  • Der Stellenwert des Begriffs λόγος im Wissensdiskurs

Auszug aus dem Buch

4. Argumentum e silentio: Wo ist die Ideenlehre geblieben?

Von Natorp und Cornford wurde der Deutungsansatz begründet, der Theaitetos diene der Bekräftigung der platonischen Metaphysik ex negativo. Sein aporetisches Ende erweise die Unmöglichkeit des Wissens von Erfahrungsgegenständen und verweise den mitdenkenden Leser auf die eigentlichen Gegenstände des Wissens: noumena, Ideen.

Tatsächlich ist das Schweigen, mit dem im Theaitetos die Ideenlehre bedacht wird, kaum zu überhören. Man könnte versucht sein, das vollständige Fehlen jedes Rekurses auf dieses Kernstück der platonischen Metaphysik dem Thema des Dialoges zuzuschreiben. Es geht um die adäquate Definition eines alltagspraktisch ebenso wie philosophisch höchst relevanten Begriffes, den des Wissens. Ginge es nur um eine Definition, bewegten wir uns gleichsam auf rein sprachanalytischer Ebene, so könnten metaphysische Argumente als Themenverfehlung wirken. Doch dies würde dem Theaitetos eine eigentümliche Sonderstellung unter den übrigen Werken Platons anweisen. Ausgehend von thematisch verwandten Argumenten etwa der Politeia wäre mit dem Fallen des Stichwortes „Ideen“ dringend zu rechnen gewesen. Im Liniengleichnis der Politeia wird von Platon/Sokrates der Gegenstandsbereich genuinen Wissens bekanntlich auf jene intelligiblen Entitäten namens Ideen beschränkt. Wissen von empirischen Gegenständen, selbst Wissen von mathematischen Größen und Relationen, ist demgegenüber abgeleiteter Natur und minderer Dignität. Weshalb, so muß man daher fragen, erwähnt der Theaitetos die Ideen nicht einmal?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit hinterfragt das aporetische Ende des Dialogs und betont die Notwendigkeit, den Theaitetos im Gesamtzusammenhang und unter Berücksichtigung seiner dramatischen Struktur zu interpretieren.

2. Überblick über den Dialog Theaitetos: Es wird eine inhaltliche Übersicht der drei Definitionsversuche des Wissens gegeben, eingebettet in den Kontext der Trilogie mit Sophistes und Politikos.

3. Sokrates, Theaitetos, Theodoros und der λόγος: Dieses Kapitel analysiert die Rollenverteilung und die Gesprächsdynamik zwischen den Protagonisten sowie die besondere Bedeutung des λόγος als fast eigenständiger Teilnehmer.

4. Argumentum e silentio: Wo ist die Ideenlehre geblieben? Hier wird das Fehlen der expliziten Ideenlehre im Dialog thematisiert und die Frage erörtert, ob dies als bloßes Schweigen oder als strategischer Hinweis zu deuten ist.

5. Die Makrostruktur des Dialogs. Wissen vom Wissen: Untersucht wird das Paradoxon, über Wissen zu sprechen, ohne dieses definiert zu haben, und wie ein Vorverständnis den Diskurs ermöglicht.

6. Ein vorsichtiges Fazit – Wissen und λόγος: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass trotz der Aporie positive Bestimmungen zum Wissensbegriff abgeleitet werden können, insbesondere in Bezug auf die strukturelle Relation des Wissens zum λόγος.

Schlüsselwörter

Platon, Theaitetos, Epistemologie, Wissen, Aporie, Definition, Logos, Ideenlehre, Wahrnehmung, Wahre Meinung, Dialog, Metaphysik, Erkenntnistheorie, Sokrates, Sprachphilosophie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Interpretation des platonischen Dialogs Theaitetos und der Frage, ob dessen aporetisches Ende eine endgültige Absage an Wissensdefinitionen darstellt oder ob konstruktive Ansätze vorliegen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Untersuchung des Wissensbegriffs, die Analyse der dramatischen Struktur des Werkes sowie das Verhältnis des Dialogs zur metaphysischen Ideenlehre Platons.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu klären, warum der Dialog trotz seiner thematischen Relevanz keine abschließende Definition von Wissen liefert und welche methodischen Zugänge helfen, den Sinn dieses "Scheiterns" zu deuten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine hermeneutische Analyse des Textes unter Einbeziehung der dramatischen Komposition und kontrastierender Forschungsmeinungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die drei Definitionsversuche, die Rolle der Exkurse, das Schweigen bezüglich der Ideenlehre und die Makrostruktur des Dialogs als Wissensdiskurs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Erkenntnistheorie, Theaitetos, Logos, Aporie, Wahre Meinung und die methodische Einordnung in Platons Spätwerk.

Warum wird im Dialog so wenig über die Ideen gesprochen?

Dies ist eines der zentralen Rätsel des Dialogs; die Arbeit diskutiert, ob dies ein bewusstes Aussparen zur Vermeidung einer metaphysischen Themenverfehlung ist oder auf eine Revision der Ideenlehre hindeutet.

Ist der Theaitetos für den Autor nun ein positives oder negatives Werk?

Die Arbeit vertritt eine vermittelnde Position: Sie erkennt das aporetische Ende an, sieht aber in der strukturellen Untersuchung des Wissensbegriffs und der Rolle des λόγος signifikante inhaltliche Erkenntnisse.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hat Platons "Theaitetos" am Schluß eine Lösung?
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Klassische Philologie)
Veranstaltung
Seminar (Prosa) Platon - Theaitetos
Note
1,0
Autor
Karsten Kleber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V289301
ISBN (eBook)
9783656895657
ISBN (Buch)
9783656895664
Sprache
Deutsch
Schlagworte
platons theaitetos schluß lösung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karsten Kleber (Autor:in), 2013, Hat Platons "Theaitetos" am Schluß eine Lösung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289301
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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