Einführung
Im vorangegangenen Seminar „Ästhetische Konzepte in der mittelalterlichen Textilkunst“ haben wir uns mit den verschiedensten Arten von Textilien aus der Zeit des Mittelalters beschäftigt. Da Textilien gegenüber den Einflüssen der Zeit sehr empfindlich sind und nicht so haltbar wie etwa Bilder, Statuen oder Gebäude, sind die uns erhaltenen Stücke dieser Zeit etwas ganz besonderes. Die meisten erhaltenen Textilien findet man in Kirchen und Klöstern, wo sie wohl behütet gepflegt, restauriert und aufbewahrt wurden. Auch der Teppich von Bayeux hat die Zeit in einer Kathedrale überdauert, wobei ich im folgenden Kapitel auc h der Vermutung nachgehen werde, wo und für welchen Ort der Teppich Ursprünglich hergestellt wurde. Ich werde zunächst eine äußerliche Beschreibung des Teppichs geben (s.a. Anhang). Dabei werde ich auch auf die Bildkomposition und den Einsatz verschiedener stilistischer Mittel eingehen. Danach folgt die Übersetzung der Inschrift, sowie eine genaue Inhaltsangabe der Bildergeschichte. In Kapitel drei gehe ich dann auf den geschichtlichen Hintergrund der Jahre 1065 bis 1066 ein. Im 4. Kapitel werde ich über die Vermutungen zum fehlenden Schlussstück des Teppichs berichten und dann ein Resümee meiner Arbeit wiedergeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Teppich von Bayeux
2. Übersetzung der lateinischen Inschriften
2.1 Harolds Reise in die Normandie
2.2 Der Feldzug in die Bretagne
2.3 Der Eid
2.4 Der Tod König Edwards
2.5 König Harold
2.6 Die Invasion
2.7 Die Schlacht von Hastings
3. Der geschichtliche Hintergrund
3.1 Harolds Reise in die Normandie
3.2 Harold erbt die Krone Englands
3.3 Wilhelm setzt nach England über
3.4 Die Schlacht von Hastings
4. Das fehlende Schlussstück
5. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Teppich von Bayeux als historisches Dokument und Kunstwerk des Mittelalters. Das Hauptziel besteht darin, die bildliche Erzählung des Wandbehangs unter Berücksichtigung der lateinischen Inschriften und des geschichtlichen Kontextes der Jahre 1065 bis 1066 zu analysieren sowie Vermutungen über den Ursprung und das fehlende Ende des Werkes zu diskutieren.
- Ästhetische Gestaltung und Bildkomposition des Teppichs
- Historische Ereignisse rund um den normannischen Eroberungszug
- Übersetzung und Einordnung der lateinischen Bildlegenden
- Untersuchung der Entstehungsgeschichte und des möglichen Auftraggebers
- Spekulationen über das verlorene Schlussstück des Wandbehangs
Auszug aus dem Buch
1. Der Teppich von Bayeux
Der Teppich von Bayeux, entstanden um 1070/80, ist ein Wandbehang von ursprünglich wohl über 70 Metern Länge (erhalten sind 68,38 Meter) und 45,7 bis 53,6 cm Höhe. Die 60 farbigen Stickereibilder sind mit Wollfäden in sieben verschiedenen Farben auf Leinen ausgeführt. Am oberen und unteren Rand ist der Teppich mit Ornamenten verziert:
Der Teppich berichtet, wie Wilhelm, Herzog der Normannen, König von England wurde. „Ein kinderloser König ist immer ein Problem. Im Mittelalter führte ein derartiger Mangel geradewegs in ein nationa les Drama, und der letzte Akt war unausweichlich voller Blutvergießen.“
Sein Thema ist also die Vorgeschichte und der Verlauf der berühmten Schlacht von Hastings 1066. Dabei behandelt er die historischen Ereignisse nicht viel anders, als die Heldenlieder des Mittelalters ihre Stoffe behandeln: Er erzählt eine Saga in Bildern, nämlich die Geschichte zweier Helden, die einander ebenbürtig, gleich adelig und gleich tapfer gegenüberstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Teppich von Bayeux: Dieses Kapitel liefert einen grundlegenden Überblick über die Beschaffenheit, die Maße und die thematische Ausrichtung des Wandbehangs als bildliche Saga.
2. Übersetzung der lateinischen Inschriften: Hier werden die Inschriften der einzelnen Bildszenen chronologisch aufgelistet und ins Deutsche übertragen, um den narrativen Ablauf der Darstellung zu verdeutlichen.
3. Der geschichtliche Hintergrund: Dieses Kapitel ordnet die Ereignisse des Teppichs – von Harolds Reise bis zur Schlacht von Hastings – historisch ein und erläutert die normannische Perspektive auf die Thronfolge.
4. Das fehlende Schlussstück: Der Autor diskutiert hier verschiedene wissenschaftliche Vermutungen darüber, wie das heute unvollständige Ende des Teppichs ursprünglich ausgesehen haben könnte.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Reflektion über die Einzigartigkeit des Werkes und die fortdauernde Faszination, die von den ungelösten Rätseln um seine Entstehung ausgeht.
Schlüsselwörter
Teppich von Bayeux, Mittelalter, Wilhelm der Eroberer, Schlacht von Hastings, Textilkunst, Normandie, England, Historische Textilien, Bildkomposition, König Harold, Bischof Odo, Stickerei, Wandbehang, Thronfolge, Mittelalterliche Kunstgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Teppich von Bayeux als bedeutendes mittelalterliches Textilkunstwerk, das die Ereignisse der normannischen Eroberung Englands im 11. Jahrhundert bildlich dokumentiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die äußere Beschreibung des Teppichs, die Übersetzung der lateinischen Begleittexte, die historische Einbettung der Ereignisse sowie die Debatte um den möglichen Entstehungsort und das fehlende Ende des Wandbehangs.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist eine fundierte inhaltliche und historische Aufarbeitung des Teppichs, um zu verstehen, wie das Werk als narratives Instrument der damaligen Zeit fungierte und welche offenen Fragen zur Herkunft bis heute bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine deskriptive Analyse der bildnerischen Gestaltung mit der Auswertung lateinischer Quellen sowie der Literaturrecherche zum historischen Kontext.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Übersetzung der Bildlegenden, eine detaillierte Erläuterung der geschichtlichen Hintergründe von 1065 bis 1066 und eine kritische Auseinandersetzung mit der Lückenhaftigkeit des Schlussstücks.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Teppich von Bayeux, Schlacht von Hastings, normannische Eroberung, mittelalterliche Textilkunst und historische Bildanalyse charakterisiert.
Welche Rolle spielt Bischof Odo in der Entstehungsgeschichte?
Der Autor führt aus, dass Bischof Odo, der Halbbruder Wilhelms, aufgrund seiner mehrfachen Darstellung auf dem Teppich und seiner Rolle als Hüter der Reliquien von Bayeux als wahrscheinlichster Auftraggeber betrachtet wird.
Welche Theorien gibt es zum fehlenden Schlussstück?
Es wird vermutet, dass das Ende des Teppichs entweder eine Krönungsszene Wilhelms oder triumphale Rückkehrszenen in die Normandie darstellte, wobei die Gesamtlänge des Werkes ursprünglich bis zu 100 Meter betragen haben könnte.
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- Kathrin Dubas (Author), 2004, Ästhetische Konzepte in der mittelalterlichen Textilkunst: Der Teppich von Bayeux, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28933