Einführung
Die Vermutung, dass die Ozonschicht durch menschliche Eingriffe zerstört wird, wurde zum ersten Mal bestätigt, als Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen dem Abbau der Ozonschicht und dem Freisetzen von Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffen (FCKWs) in die Atmosphäre feststellten. Da die fatalen Folgen einer derartigen Zerstörung zeitlich absehbar waren, resultierte die Notwendigkeit auf diese Erkenntnis schnell zu reagieren. Der erste gemeinsame Schritt zur Begrenzung des weiteren Schadens wurde mit dem Protokoll von Montreal getan. Der Vertrag aus dem Jahr 1987, welcher von zahlreichen Staaten unterzeichnet wurde, hatte das Ziel, die Produktion und die Benutzung von FCKWs stark einzuschränken.
Nach einer Erläuterung der wichtigsten Begriffe, werden die Entstehung, die Umsetzung und die Erweiterungen des Montrealer Protokolls näher erläutert. Im Folgenden gehen wir näher auf das grundsätzliche Problem im Umgang mit Öffentlichen Gütern ein. Danach beleuchten wir die Erfolgsfaktoren näher und geben einen Ausblick, warum das Modell von Montreal nicht ohne weiteres auf andere Verträge übertragbar ist.
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Inhaltsverzeichnis
Einführung
1. Allgemeines über Ozon
1.1. Ozon
1.2. Ozonschicht
1.3. Ozonloch
1.4. Folgen der Ozonzerstörung
2. Allgemeines über FCKW
2.1. Hintergrund
2.2. FCKW
2.2.1. Die wichtigsten FCKWs
2.2.2. Eigenschaften der FCKWs
2.3. Einsatzgebiete
2.4. Wirtschaftliche Bedeutung
2.5. Wirkung auf die Ozonschicht
2.6. Maßnahmen zur Senkung der FCKW Emissionen
2.6.1. Verhaltensänderungen
2.6.2. Recycling
2.6.3. Ersatzstoffe
2.7. Problem der Regelung der FCKW Emissionen
3. Grundzüge des Montrealer Protokolls und seiner Ergänzungen
3.1. Einseitige Maßnahmen der Länder
3.2. Wien
3.3. Montreal
3.4. London
3.4.1. Fond
3.5. Kopenhagen
3.6. Weitere Verschärfungen
4. Erklärung des Problems der Öffentlichen Güter anhand der Spieltheorien
4.1. Öffentliche Güter
4.1.1. Begriff der Öffentlichen Güter
4.2. Problem der internationalen Zusammenarbeit
4.2.1. Bestehende Abhängigkeiten zwischen den Ländern
4.2.1.1. Behebung des Dilemmas
4.2.2. Unterschiedliche Interessen der Länder
4.2.2.1. Interessen der Entwicklungsländer
4.3. Phänomen des Gefangenendilemmas
4.3.1. Spieler
4.3.2. Spielregeln
4.3.3. Verhalten der Spieler
4.3.4. Ergebnis
4.4. Problemdarstellung am Beispiel der Kartenspieltheorie
4.4.1. Spielregeln
4.4.2. Problem der roten Karte
4.4.3. Ergebnis
4.4.4. Übertragung auf das Montrealer Protokoll
4.5. Übertragbarkeit auf das tatsächliche Verhalten
4.5.1. Verhalten der Länder
5. Nutzen und Kosten
5.1. Nutzen
5.1.1. Quantitativ
5.1.1.1. Die Kanadische Studie zum 10. Jahrestag
5.1.1.2. Die amerikanische EPA Studie
5.1.2. Qualitativ
5.2. Kosten
6. Erfolg Montreals
6.1. Erfolgsfaktoren
6.1.1. Flexibilität des Vertrag
6.1.2. Unilaterales vs- multilaterales Handeln
6.1.2.1. Internationaler Vertrag
6.1.2.2. Kritische Stimmen
6.1.3. Trade Leckage
6.1.4. Substitute
6.1.5. Quantitative Limits
7. Scheitern Kyotos
7.1. Kurze Darstellung des Inhaltes
7.2. Vorbild Montreal
7.3. Unterschiede
7.4. Weitere Gründe des Scheiterns
7.4.1. Verhandlungen
7.4.2. Inhalte
8. Fazit
Zielsetzung und Themenfelder
Die Arbeit analysiert das Montrealer Protokoll als Instrument zum Schutz der Ozonschicht und bewertet dessen Erfolg unter spieltheoretischen Gesichtspunkten. Ziel ist es, die Gründe für die Effektivität des Protokolls zu identifizieren und zu prüfen, inwieweit dieses Modell als Vorlage für andere Umweltabkommen, insbesondere das Kyoto-Protokoll, dienen kann.
- Grundlagen zur Ozonschicht und den ozonschichtschädigenden Substanzen (FCKW).
- Struktur, Entwicklung und Ergänzungen des Montrealer Protokolls.
- Spieltheoretische Analyse der internationalen Zusammenarbeit bei öffentlichen Gütern (Gefangenendilemma).
- Wirtschaftliche Kosten-Nutzen-Bewertung der Schutzmaßnahmen.
- Vergleichende Untersuchung der Unterschiede zwischen den Problemen Ozonschicht und Klimawandel.
Auszug aus dem Buch
4.3.3 Das Verhalten der Spieler
Der Egoismus jedes Spielers führt dazu, dass jeder Spieler die hohe Zahl der niedrigen vorzieht und sich nicht sonderlich darum kümmert, was der andere bekommt. Für Spieler X ist („P“, „A“) das beste Ergebnis, dies ist allerdings für Y das schlechteste und umgekehrt. Jedoch ziehen sowohl X als auch Y das Ergebnis („A“, „A“) dem Ergebnis („P“, „P“) vor. Um dieses Spiel zu analysieren, ist es von großer Bedeutung zu wissen, was jeder Spieler weiß und was er nicht weiß. Wie schon erwähnt, muss jeder Spieler handeln ohne zu wissen, wie der andere reagieren wird.
Das macht das Dilemma zu einem Spiel von unzureichender Information. Aber jeder Spieler kennt die Möglichkeiten beider Spieler, die damit verbundenen Zahlungen und die Präferenzen des anderen Spielers. Das macht das Dilemma zu einem Spiel vollständiger Information. Man sollte noch hinzufügen, dass all dieses gemeinsames Wissen ist: Jeder Spieler weiß, dass auch der andere Spieler diese Sachen weiß.
Man wird sich nun fragen, wie sich die beiden Spieler verhalten werden: Betrachten wir das Problem von Spieler X. Wegen der bestehenden Abhängigkeit, wird sich X bei der Entscheidung zwischen „A“ und P“ überlegen, wie sein Ergebnis von der Wahl des Y abhängt. Angenommen Y spielt „A“, dann erreicht X entweder 1, wenn er auch „A“ nimmt, oder 2, wenn er “P“ nimmt. Damit wäre „P“ die bessere Wahl. Entscheidet sich Y für „P“, dann erreicht X bei Wahl von „A“ –1 und bei „P“ 0, somit wäre auch hier „P“ die bessere Wahl. Mit anderen Worten: X kann nichts Besseres tun, als „P“ spielen, egal wie Y sich entscheidet. „P“ zu spielen ist also die dominante Strategie für X. Es ist leicht zu bestätigen, dass es für Spieler Y gänzlich symmetrisch ist, die Strategie von Y ist es also auch „P“ zu spielen, egal was X macht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Allgemeines über Ozon: Vermittlung der chemischen Grundlagen zur Entstehung und lebenswichtigen Schutzfunktion der Ozonschicht sowie Beschreibung der Folgen ihrer Zerstörung.
2. Allgemeines über FCKW: Erläuterung der Eigenschaften, wirtschaftlichen Bedeutung und Freisetzung von FCKWs, welche als Hauptverursacher der Ozonzerstörung identifiziert wurden.
3. Grundzüge des Montrealer Protokolls und seiner Ergänzungen: Historische Nachzeichnung der vertraglichen Vereinbarungen von Wien bis Peking und die Etablierung des multilateralen Fonds zur Unterstützung der Entwicklungsländer.
4. Erklärung des Problems der Öffentlichen Güter anhand der Spieltheorien: Theoretische Herleitung des internationalen Umweltproblems mittels Gefangenendilemma und Kartenspieltheorie, um das Spannungsfeld zwischen Eigennutz und kollektivem Handeln zu verdeutlichen.
5. Nutzen und Kosten: Quantitative und qualitative ökonomische Bewertung des Abkommens, die zeigt, dass der gesellschaftliche Nutzen die entstandenen Umstellungskosten deutlich übersteigt.
6. Erfolg Montreals: Analyse der Erfolgsfaktoren des Protokolls, wie Flexibilität und Anreizstrukturen, sowie kritische Auseinandersetzung mit alternativen Erklärungsansätzen für den Rückgang ozonverringernder Gase.
7. Scheitern Kyotos: Vergleich der Klimaschutzverhandlungen mit dem Montreal-Modell und Darlegung der Gründe, warum die Übertragung der Strategien aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen problematisch erscheint.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass das Montrealer Protokoll ein bemerkenswerter Erfolg ist, sich aber aufgrund der Komplexität des Klimawandels nicht eins zu eins auf Kyoto übertragen lässt.
Schlüsselwörter
Montrealer Protokoll, Ozonschicht, FCKW, öffentliches Gut, Gefangenendilemma, Kyoto-Protokoll, Klimawandel, Umweltschutz, internationale Verträge, Kosten-Nutzen-Analyse, Emissionshandel, Umweltökonomie, Spieltheorie, Ozonloch, Anreizstrukturen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Montrealer Protokoll als völkerrechtliches Instrument zum Schutz der Ozonschicht und bewertet dessen ökonomischen und ökologischen Erfolg.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die chemischen Grundlagen der Ozonzerstörung durch FCKWs, die historische Entwicklung der Vertragswerke, spieltheoretische Analysen des Kooperationsverhaltens von Staaten sowie ein Vergleich mit dem Klimaschutzabkommen von Kyoto.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit analysiert, warum das Montrealer Protokoll erfolgreich war und prüft, ob dieses Modell als Blaupause für andere internationale Umweltabkommen, speziell den Klimaschutz, geeignet ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine interdisziplinäre Untersuchung vorgenommen, die ökonomische Theorien (insbesondere die Spieltheorie) mit einer systematischer Literaturanalyse internationaler Umweltabkommen kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Analyse des internationalen Kooperationsproblems (Öffentliche Güter), eine Bewertung der Nutzen-Kosten-Relation des Montrealer Protokolls sowie eine kritische Gegenüberstellung der Erfolgsfaktoren mit der Problematik des Kyoto-Protokolls.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Montrealer Protokoll, Spieltheorie, öffentliches Gut, FCKW, Kyoto-Protokoll und internationale Umweltpolitik.
Warum ist das Gefangenendilemma für den Erfolg des Protokolls relevant?
Es veranschaulicht, warum es für einzelne Länder rational sein kann, sich nicht an Umweltschutzmaßnahmen zu beteiligen (Trittbrettfahrer-Problem), was den Erfolg eines Abkommens ohne koordinierte Anreizstrukturen gefährdet.
Welche Rolle spielen die Entwicklungsländer im Montrealer Protokoll?
Entwicklungsländer wurden durch finanzielle Unterstützung (multilateraler Fonds) und Technologietransfer dazu motiviert, ihre Produktion auf umweltverträgliche Alternativen umzustellen, was für den weltweiten Erfolg entscheidend war.
Inwiefern unterscheidet sich das Klimaschutzproblem von der Ozonzerstörung?
Das Ozonloch war durch FCKWs verursacht und technisch sowie ökonomisch klarer abgrenzbar, während der Klimawandel ein deutlich komplexeres, multilaterales Problem mit weit höheren Unsicherheiten und wirtschaftlichen Auswirkungen darstellt.
- Citar trabajo
- Melanie Kubens (Autor), 2004, Das Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht und dessen Bewertung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29009