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Magersucht als Verhaltensstörung

Title: Magersucht als Verhaltensstörung

Intermediate Diploma Thesis , 2003 , 35 Pages , Grade: 1

Autor:in: Nadja Tapyuli (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Magersucht ist ein in unserem Kulturkreis weit verbreitetes Phänomen, das von Wissenschaft und Publizistik inzwischen in einer Fülle von Literatur behandelt wird. Oft jedoch scheint es, als fänden die unterschiedlichen Ansätze aus Medizin, Soziologie, Psychologie und Pädagogik kaum mehr eine gemeinsame Sprache. Dies wird deutlich wenn man sich die unterschiedlichen Zuordnungen des Störungsbildes vor Augen führt.

In der Literatur wird Magersucht vornehmlich als eine psychosomatische oder psychische Krankheit dargestellt. Baeck (1994) beschreibt Magersucht als eine „psychosomatische Erkrankung, bei der Körper und Seele aufeinander reagieren und in der Folge zwanghafte mit Körperverlust einhergehende Verhaltensweisen beim Essen bewirken“ (S. 8). Gerlinghoff (1990) ist ebenfalls der Ansicht, Magersucht trete als psychosomatische Erkrankung in Erscheinung, wobei sich die offenbar zugrundeliegenden psychischen Probleme in organischen Symptomen und abweichenden Verhaltensweisen äußern (S. 16). König (1991) dagegen ordnet Magersucht den psychoneurotischen Störungen zu (vgl. Pierro 1995, S. 10). Seltener wird Magersucht als eine Verhaltensstörung definiert. Nach Myschker (1990) beinhalten Verhaltensstörungen auch psychophysische Störungen, zu denen er die Magersucht zählt (S. 352 f.). Auch Vernooij (1987) begreift Magersucht als eine Verhaltensstörung und definiert sie als „eine psychische Störung des Wahrnehmens, Erlebens und Verhaltens, die im Überschneidungsfeld von Sonderpädagogik und Medizin anzusiedeln ist“ (S. 69). Nach dem Klassifikationssystem psychischer Störungen (ICD-10) wird Magersucht unter dem Kapitel „Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung mit körperlichen Störungen und Faktoren“ (F5) aufgelistet (vgl. Dilling et al. 2000, S. 38 und 135). Die Literaturrecherchen ergeben keine eindeutige Antwort auf die Frage der Zuordnung der Magersucht. Ist sich die Wissenschaft nicht einig über eine klare Klassifikation ? Oder teilen die Wissenschaftler doch alle die Meinung, dass es sich bei Magersucht vorrangig um eine psychische Störung handelt, deren Symptome z.T. in einem von der Norm abweichenden Verhalten der Betroffenen zu erkennen sind? Oder kann Magersucht selbst als eine Verhaltensstörung definiert werden?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verhaltensstörungen

2.1 Begriffsklärung

2.2 Definition

2.2.1 Ausmaß

2.3 Erscheinungsformen

2.4 Ursachen und Maßnahmen

2.4.1 Das „Drei-Phasen-Modell“

2.4.2 Das „Ökologische Modell“

3. Magersucht

3.1 Begriffsklärung

3.2 Definition

3.2.1 Ausmaß

3.2.2 Verlauf

3.3 Symptomatik

3.3.1 Somatische Begleiterscheinungen

3.3.2 Psychisches Erscheinungsbild

3.3.3 Verhalten Magersüchtiger

3.4 Ursachen und Maßnahmen

3.4.1 Überlegungen zu einem identitätsorientierten Ansatz

3.4.2 Soziokulturelle und gesellschaftliche Ansätze

4. Diskussion: Magersucht als Verhaltensstörung

4.1 Übereinstimmungen

4.2 Abweichungen

5. Aufgabe der Pädagogen

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die wissenschaftliche Einordnung der Magersucht als Verhaltensstörung, um daraus pädagogische Handlungsoptionen für Prävention und Intervention abzuleiten.

  • Theoretische Grundlagen zu Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen
  • Klinische und pädagogische Merkmalsanalyse der Magersucht
  • Diskussion über die Relevanz der Magersucht innerhalb der Pädagogik
  • Entwicklung pädagogischer Strategien im Kontext eines interdisziplinären Ansatzes

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Somatische Begleiterscheinungen

Als Folge eines extremen Gewichtverlustes und des Hungerzustandes der Betroffenen existiert kaum mehr ein Organ, das nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Untergewicht und Unterernährung ziehen eine Vielzahl von sekundären medizinischen Symptomen und Komplikationen nach sich:

- Amenorrhoe (Ausbleiben bzw. Nichteinsetzen der Menstruation bei weiblichen Jugendlichen)

- Herz- und Kreislaufstörungen (durch Unter- und Mangelernährung kommt es häufig zum Absinken des Blutdrucks und gestörte Herzfunktionen)

- Magen- und Darmbeschwerden

- Frieren (Störung der Temperaturregulation)

- Haut wird trocken und schuppig, Haare werden brüchig und fallen aus

- Muskelschwäche

- Konzentrationsstörungen

Die Fähigkeit, Körpersignale wie z.B. Hungergefühle, Schmerz, Temperaturreize oder Müdigkeit zu empfangen ist nicht mehr vorhanden. Die Körpersignale werden unterdrückt bzw. kaum wahrgenommen (vgl. Stahr et al. 1998, S. 39 f. ).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Problematik der uneinheitlichen Zuordnung von Magersucht und die Formulierung der Forschungsfrage zur pädagogischen Relevanz.

2. Verhaltensstörungen: Klärung des Begriffs der Verhaltensstörung sowie Darstellung der Ursachen und Maßnahmen anhand des Drei-Phasen-Modells und des ökologischen Modells.

3. Magersucht: Umfassende Definition und Analyse der Symptomatik, des Verlaufs und der Ursachen der Magersucht aus medizinischer und soziokultureller Perspektive.

4. Diskussion: Magersucht als Verhaltensstörung: Abgleich der Merkmale der Magersucht mit den Kriterien von Verhaltensstörungen und Erörterung von Übereinstimmungen und Abweichungen.

5. Aufgabe der Pädagogen: Beschreibung des pädagogischen Auftrags und der Notwendigkeit interdisziplinärer Präventions- und Interventionsmaßnahmen.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Plädoyer für eine stärkere Einbeziehung des Phänomens Magersucht in den Bereich der Pädagogik bei Verhaltensstörungen.

Schlüsselwörter

Magersucht, Verhaltensstörung, Essstörungen, Pädagogik, Prävention, Intervention, Jugendliche, Identitätsentwicklung, psychosomatisch, Symptomatik, Interdisziplinarität, Sozialverhalten, Selbstwertgefühl, Umweltbedingungen, Kind-Umwelt-System.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Einordnung der Magersucht als Verhaltensstörung und diskutiert, inwieweit pädagogische Maßnahmen zur Unterstützung der betroffenen Jugendlichen notwendig und sinnvoll sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition von Verhaltensstörungen, die spezifische Symptomatik und Ursachen der Magersucht sowie die Rolle von Pädagogen in interdisziplinären Unterstützungssystemen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, Belege für die Definition der Magersucht als Verhaltensstörung zu erarbeiten und zu diskutieren, wie pädagogische Maßnahmen diesem Krankheitsbild entgegenwirken können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und -diskussion, die verschiedene theoretische Ansätze aus der Medizin, Psychologie und Pädagogik zusammenführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung von Verhaltensstörungen, eine detaillierte Auseinandersetzung mit Magersucht sowie eine kritische Diskussion, die diese beiden Bereiche verbindet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Magersucht, Verhaltensstörung, interdisziplinäre Pädagogik, Präventionskonzepte und multifaktorielle Ursachenmodelle charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die pädagogische Sichtweise von der medizinischen?

Während die Medizin primär körperliche Symptome und organische Ursachen betrachtet, fokussiert sich die Pädagogik auf das sichtbare Verhalten und die Beeinträchtigung der schulischen sowie persönlichen Entwicklung des Kindes.

Warum wird Magersucht oft erst spät als Verhaltensstörung wahrgenommen?

Magersüchtige fallen in der Schule oft durch Fleiß und hohe Motivation auf und zeigen kein störendes oder aggressives Verhalten, wodurch ihre innere Not und ihr auffälliges Essverhalten im pädagogischen Alltag häufig übersehen werden.

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Details

Title
Magersucht als Verhaltensstörung
College
Bielefeld University  (Fakultät für Pädagogik)
Grade
1
Author
Nadja Tapyuli (Author)
Publication Year
2003
Pages
35
Catalog Number
V29020
ISBN (eBook)
9783638306492
Language
German
Tags
Magersucht Verhaltensstörung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadja Tapyuli (Author), 2003, Magersucht als Verhaltensstörung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29020
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