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Deutsche Kolonialpolitik in der Ära des Wilhelminismus: Asien und der Boxeraufstand

Title: Deutsche Kolonialpolitik in der Ära des Wilhelminismus: Asien und der Boxeraufstand

Seminar Paper , 2003 , 23 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Holger Hufer (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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In den folgenden Kapiteln der Arbeit zum Thema "Deutsche Kolonialpolitik in der Ära des Wilhelminismus: Asien und der Boxeraufstand" widmet sich der Autor in erster Linie den deutschen Kolonialgebieten in Ostasien zu Zeiten des Kaiserreichs, wobei sich das besondere Augenmerk auf das "Pachtgebiet" Kiautschou an der chinesischen Küste richtet sowie der Fragestellung, welche Entwicklungen dieser vertraglich festgehaltenen Verpachtung voraus gingen. Der Verlauf der Boxerunruhen - ein Aufstand der sich gegen die Anwesenheit westlicher Kolonialmächte in China richtete – wird ebenso zur Sprache gebracht wie deren immanente Ursachen, über die unter Wissenschaftlern erst in jüngster Zeit ein Disput entbrannte. Im Kontext des Eingreifens deutscher Truppen in China 1900 wird auch die so genannte "Hunnenrede" Kaiser Wilhelms II. einer kritischeren Betrachtung unterzogen. Daneben wird in kurzer Form der Friedensschluss zur Beendigung der Boxerunruhen beleuchtet bzw. der Anspruch der deutschen Administration, mit dem Schritt nach Ostasien auch gleichzeitig einen selbigen in eine eigenständige deutsche Weltpolitik machen zu können. Darüberhinaus wird auch die Entwicklung des Gebiets mithilfe von Eisenbahnlinien und Bergwerken thematisiert bzw. der Standort Kiautschous unter dem Gesichtspunkt militärischer Strategieszenarien. Das Ende des Aufsatzes bildet ein kurzer Abriss über die deutschen Koloniegebiete im Südsee- sowie im pazifischen Raum, worauf das Hauptaugenmerk dahingehend gerichtet ist, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung dieser Region unter dem Einfluss der deutschen Kolonisatoren zu beleuchten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Die Folgen des Vertrags von Shimonoseki bis hin zur deutschen Besetzung Kiautschous (1895-1898)

II.1. Die Ermordung deutscher Missionare als Vorwand für die geplante Landnahme

II.2. Die militärische Besetzung und der offizielle Pachtvertrag

III Die Entwicklung des Boxeraufstandes um 1899/1900 bis hin zum „Boxerprotokoll“ 1901

III.1. Beginn der Boxerunruhen in Shandong und deutsche Strafexpeditionen

III.2. Wertung der „Hunnenrede“ Kaiser Wilhelms II. im Kontext der deutschen Intervention 1900

III.3. Der Friedensschluss und die Regelungen des Boxerprotokolls

III.4. Die Ursachen des Boxeraufstandes im Forschungsstreit

III.5. Der Einfall Japans in Kiautschou 1914

IV Die deutschen Kolonien im Südpazifik : Papua-Neuguinea, Kaiser Wilhelmland, Deutsch-Samoa, Palau etc.

V Zusammenfassung und Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die deutsche Kolonialpolitik im Kaiserreich unter Wilhelm II. mit einem spezifischen Fokus auf Asien. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit den Hintergründen der deutschen Interessen in China, den Auslösern sowie dem Verlauf des Boxeraufstandes und der anschließenden Intervention des Deutschen Reiches.

  • Analyse der Besetzung des Pachtgebietes Kiautschou (1895-1898)
  • Untersuchung der Ursachen und Folgen des Boxeraufstandes
  • Kritische Beleuchtung der „Hunnenrede“ Kaiser Wilhelms II.
  • Betrachtung der Rolle Deutschlands in der chinesischen Politik um 1900
  • Kurzer Abriss der deutschen Kolonialgebiete im pazifischen Raum

Auszug aus dem Buch

II.2. Die militärische Besetzung und der offizielle Pachtvertrag

Innerhalb der deutschen Administration richteten sich jedoch auch skeptische Stimmen gegen die geplante Landnahme, so fürchteten z. B. Staatssekretär Tirpitz und Reichskanzler Hohenlohe, es könne angesichts der sich verändernden Lage zu Konflikten mit England und Russland kommen, zudem befürchteten sie ernsthafte Auseinandersetzungen mit China. Diederichs hatte zu dem Zeitpunkt, als ihn aus Berlin auf Druck der genannten Politiker ein Telegramm erreichen sollte, wonach die Besetzung im Falle eines Einlenkens Chinas zu unterbleiben hätte, den chinesischen Hafen Wudong mit drei Schiffen bereits verlassen. Der Kronrat beschloss am 15. November, ohne zu wissen, ob Diederichs nicht schon in Kiautschou an Land gegangen sei, das Gebiet in Form eines Pachtvertrages, der völkerrechtlich abgedeckt sei, zu besetzen. Gegenüber der deutschen Öffentlichkeit zeigte sich die Regierung in der Folgezeit äußerst verschlossen, durch eine Art Nachrichtensperre war die Mehrheit der Bürger über die Ereignisse in Asien kaum unterrichtet.

Am 14. November bereits wurde die Kiautschou-Bucht unter der Führung Diederichs okkupiert, die Aktion verlief letztendlich ohne Blutvergießen, da sich die chinesischen Verbände unter ihrem General Zhang Gaoyuan vorher aus der Bucht zurückgezogen hatten. In Form einer Proklamation wurde die chinesische Bevölkerung davon in Kenntnis gesetzt, dass ein genau definiertes Gebiet rund um die Bucht von Kiautschou von nun an unter deutscher Schutzherrschaft stand.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der deutschen Kolonialgeschichte im kollektiven Gedächtnis und definiert das Ziel der Arbeit, die Gebiete des Kaiserreichs in Asien sowie deren Entwicklung zu analysieren.

II Die Folgen des Vertrags von Shimonoseki bis hin zur deutschen Besetzung Kiautschous (1895-1898): Dieses Kapitel analysiert das wachsende Interesse der europäischen Großmächte an China und die strategischen Überlegungen, die zur Inbesitznahme der Kiautschou-Bucht führten.

II.1. Die Ermordung deutscher Missionare als Vorwand für die geplante Landnahme: Es wird dargestellt, wie die Ermordung der Steyler Missionare als diplomatischer Vorwand genutzt wurde, um den militärischen Zugriff auf chinesisches Territorium zu rechtfertigen.

II.2. Die militärische Besetzung und der offizielle Pachtvertrag: Das Kapitel beschreibt den tatsächlichen militärischen Ablauf der Besetzung und den anschließenden völkerrechtlichen Pachtvertrag von 1898.

III Die Entwicklung des Boxeraufstandes um 1899/1900 bis hin zum „Boxerprotokoll“ 1901: Hier wird der Aufstieg der Boxerbewegung vor dem Hintergrund zunehmender ausländischer Einflüsse in Shandong behandelt.

III.1. Beginn der Boxerunruhen in Shandong und deutsche Strafexpeditionen: Das Kapitel untersucht die Eskalation durch deutsche Strafexpeditionen und den wachsenden Widerstand der chinesischen Bevölkerung gegen die Kolonialmächte.

III.2. Wertung der „Hunnenrede“ Kaiser Wilhelms II. im Kontext der deutschen Intervention 1900: Eine Analyse der kontroversen Rede des Kaisers und deren Funktion innerhalb der damaligen imperialistischen Weltpolitik.

III.3. Der Friedensschluss und die Regelungen des Boxerprotokolls: Hier wird die militärische Niederschlagung des Aufstandes durch ein internationales Expeditionskorps und die Bedingungen des Friedensvertrages dargestellt.

III.4. Die Ursachen des Boxeraufstandes im Forschungsstreit: Dieses Kapitel fasst unterschiedliche wissenschaftliche Ansätze zur Erklärung des Boxeraufstandes zusammen.

III.5. Der Einfall Japans in Kiautschou 1914: Es wird der Zusammenbruch der deutschen Herrschaft in Kiautschou zu Beginn des Ersten Weltkrieges durch den japanischen Angriff beschrieben.

IV Die deutschen Kolonien im Südpazifik : Papua-Neuguinea, Kaiser Wilhelmland, Deutsch-Samoa, Palau etc.: Dieser Abriss behandelt die Verwaltung und Entwicklung der deutschen Pazifikgebiete unter Gouverneur Albert Hahl.

V Zusammenfassung und Schlussbemerkung: Die Arbeit endet mit einem Resümee über die deutschen Kolonialmotive und reflektiert die langfristigen Auswirkungen der Kolonialzeit sowie die historische Aufarbeitung.

Schlüsselwörter

Deutsches Kaiserreich, Kiautschou, Boxeraufstand, Kolonialpolitik, Wilhelm II., Hunnenrede, China, Missionierung, Weltpolitik, Schutzgebiet, Pachtvertrag, Pazifik, Boxerprotokoll, Imperialismus, Strafexpeditionen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die deutsche Kolonialpolitik in Asien und dem Pazifik während der Ära des Wilhelminismus (1888-1918), wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Pachtgebiet Kiautschou und dem Boxeraufstand liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit gliedert sich in die Analyse der deutschen Besatzungspläne, die Rolle von Missionen, die militärische Intervention gegen den Boxeraufstand sowie eine vergleichende Betrachtung der kolonialen Entwicklung im pazifischen Raum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die vertraglichen und militärischen Hintergründe der deutschen Expansion in China sowie die Ursachen des Boxeraufstandes aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse, bei der auf diplomatische Akten, zeitgenössische Publikationen und die moderne geschichtswissenschaftliche Sekundärliteratur zurückgegriffen wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich chronologisch der Pachtnahme von Kiautschou, dem Verlauf des Boxeraufstandes, der Analyse der "Hunnenrede" sowie der administrativen Entwicklung der deutschen Südseekolonien unter Gouverneur Hahl.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen das Deutsche Kaiserreich, Kiautschou, den Boxeraufstand, den deutschen Imperialismus, die Missionierung in China und die Weltpolitik unter Kaiser Wilhelm II.

Welche Rolle spielten die Missionen bei der Besetzung von Kiautschou?

Die Missionen waren in das Landesinnere vorgedrungen, was zu sozialen Spannungen führte. Die Ermordung zweier Missionare im Jahr 1897 diente der deutschen Führung schließlich als geplanter Vorwand, um militärisch gegen China vorzugehen.

Wie wurde die „Hunnenrede“ Kaiser Wilhelms II. historisch gewertet?

Die Rede wird als Ausdruck einer militaristischen Grundeinstellung gewertet, die nationalistische Gefühle instrumentalisierte, um den imperialistischen Anspruch auf eine deutsche "Weltpolitik" ideologisch zu rechtfertigen.

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Details

Title
Deutsche Kolonialpolitik in der Ära des Wilhelminismus: Asien und der Boxeraufstand
College
University of Regensburg  (Philosophische Fakultät (Geschichte))
Grade
2,3
Author
Holger Hufer (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V29053
ISBN (eBook)
9783638306799
ISBN (Book)
9783638650090
Language
German
Tags
Deutsche Kolonialpolitik Wilhelminismus Asien Boxeraufstand
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Holger Hufer (Author), 2003, Deutsche Kolonialpolitik in der Ära des Wilhelminismus: Asien und der Boxeraufstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29053
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