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Die Probleme der Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen

Title: Die Probleme der Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen

Seminar Paper , 2004 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Georgios Giantsios (Author)

Business economics - Law
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Seit dem 01.01.1999 gelten in der Bundesrepublik Deutschland die Regelungen der neu geschaffenen Insolvenzordnung (InsO). Sie sollte die bis dahin geltende Konkurs-, Vergleichs- sowie die nur in den neuen Bundesländern geltende Gesamtvollstreckungsordnung ablösen.

Auslöser der Insolvenzrechtsreform war die steigende Zahl der Konkurse, bei denen überwiegend eine Abweisung des Verfahrens mangels Masse erfolgte, weil nicht genügend Geld für einen Vergleich mit den Gläubigern vorhanden war. Allein 1992 wurden in Deutschland von den 15.302 Insolvenzverfahren ca. 71 % mangels Masse abgelehnt. Doch auch bei ausreichender Masse wurden Unternehmen unnötig zerschlagen, stillgelegt und Arbeitnehmer entlassen.

Zu den wesentlichen Kerngedanken der neuen InsO gehört das Ziel der Sanierung statt der Liquidation des Unternehmens. Gemäß § 1 InsO sollen Krisen und Finanzprobleme frühzeitig erkannt werden, Insolvenzpläne möglichst schon bei Antragstellung durch den Schuldner selbst oder im Laufe der Verfahrens durch den Insolvenzverwalter vorgelegt werden, um eine bestmögliche Befriedigung aller Gläubiger und die Bewältigung der Insolvenz sicherzustellen. Dies soll aber nicht durch Zerschlagung der Unternehmen und Veräußerung der Wertgegenstände geschehen, sondern viel mehr durch planmäßige Umgestaltung der Geschäftsprozesse, Rationalisierungsmassnahmen und sinnvolle Liquidierung, so dass die Mehrzahl der Arbeitsplätze und das weitere Bestehen des Unternehmens erhalten bleiben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Insolvenzeröffnungsverfahren

2.1 Insolvenzfähigkeit

2.2 Der Insolvenzantrag

2.2.1 Schuldnerantrag

2.2.2 Gläubigerantrag

2.3 Insolvenzgründe

2.3.1 Zahlungsunfähigkeit

2.3.2 Drohende Zahlungsunfähigkeit

2.3.3 Überschuldung

3 Gerichtliche Maßnahmen im Insolvenzeröffnungsverfahren

3.1 Die Anordnung eines allgemeinen Verfügungsverbotes

3.2 Die Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters und seine Aufgaben

3.2.1 Der vorläufige Insolvenzverwalter mit Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis

3.2.2 Der vorläufige Insolvenzverwalter ohne Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis

3.3 Untersagung oder Einstellung von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematiken der Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen im Kontext der deutschen Insolvenzordnung (InsO). Das primäre Ziel besteht darin, die Voraussetzungen für die Verfahrenseröffnung sowie die gerichtlichen Sicherungsmaßnahmen zu analysieren, um aufzuzeigen, wie Unternehmen frühzeitig saniert und Arbeitsplätze erhalten werden können.

  • Rechtliche Grundlagen der Insolvenzfähigkeit und des Insolvenzantrags
  • Kriterien für Insolvenzgründe: Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung
  • Anordnung gerichtlicher Sicherungsmaßnahmen wie Verfügungsverbote
  • Aufgaben und Befugnisse des vorläufigen Insolvenzverwalters
  • Möglichkeiten der Unternehmenssanierung im Rahmen des Insolvenzeröffnungsverfahrens

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Zahlungsunfähigkeit

Wie bereits nach der Konkursordnung ist die eingetretene Zahlungsunfähigkeit auch nach der neuen Insolvenzordnung gem. § 17 I InsO allgemeiner Eröffnungsgrund. Nach § 17 II InsO ist ein Schuldner dann zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. In der Literatur und Rechtssprechung wurde dies folgendermaßen präzisiert: „Zahlungsunfähigkeit ist das auf dem Mangel an Zahlungsmitteln beruhende dauernde Unvermögen des Schuldners, seine sofort zu erfüllenden und ernsthaft angeforderten Geldschulden noch im Wesentlichen zu berichtigen.“ Die bloße Verweigerung der Zahlung durch den Schuldner ist jedoch kein Indiz zur Nichterfüllung seiner Verbindlichkeiten. Allerdings muss genau überprüft werden, ob es sich hierbei wirklich um eine Zahlungsverweigerung handelt, oder, ob eine versteckte Zahlungsunfähigkeit vorliegt und diese nur mit der Begründung, man wolle nicht zahlen, verdeckt werden soll.

Von der Zahlungsunfähigkeit ist die bloße Zahlungsstockung zu unterscheiden. Eine Zahlungsstockung ist kein Eröffnungsgrund. Sie liegt vor, wenn dem Schuldner zwar in einem bestimmten Zeitpunkt liquide Mittel fehlen, er aber in der Lage ist, innerhalb eines vorübergehenden Zeitraums durch den Eingang von Außenständen seine Verbindlichkeiten zu begleichen. Für die Beurteilung der Frage, ob dieser Zeitraum „vorübergehend“ ist, kommt es auf die Wahrnehmung der jeweiligen Verkehrskreise an. Laut Rechtssprechung werden Zeiträume von einer Woche bis hin zu drei Monate als vorübergehend angesehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Reform des deutschen Insolvenzrechts zum 01.01.1999 und den damit verbundenen Paradigmenwechsel hin zur Unternehmenssanierung statt Liquidation.

2 Das Insolvenzeröffnungsverfahren: Hier werden die prozessualen Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, die Antragsberechtigung sowie die spezifischen Insolvenzgründe detailliert dargestellt.

3 Gerichtliche Maßnahmen im Insolvenzeröffnungsverfahren: Das Kapitel behandelt die Sicherungsmöglichkeiten des Gerichts zur Massesicherung, insbesondere durch Verfügungsverbote und die Einsetzung vorläufiger Insolvenzverwalter.

4 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Bedeutung der Insolvenzordnung für die Unternehmenskultur zusammen und betont die Chancen sowie Risiken des neuen Eröffnungsgrundes der drohenden Zahlungsunfähigkeit.

Schlüsselwörter

Insolvenzordnung, InsO, Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung, Insolvenzeröffnungsverfahren, vorläufiger Insolvenzverwalter, Sanierung, Verfügungsverbot, Insolvenzantrag, Zwangsvollstreckung, Unternehmensfortbestand, Liquidität, Insolvenzverschleppung, Unterkapitalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen und Probleme, die bei der Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen nach der geltenden deutschen Insolvenzordnung auftreten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Insolvenzantragsverfahren, den drei Insolvenzgründen sowie den gerichtlichen Möglichkeiten zur Sicherung der Insolvenzmasse vor der eigentlichen Verfahrenseröffnung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Sanierungsgedanken der neuen InsO zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie durch frühzeitiges Eingreifen und professionelle Insolvenzverwaltung Unternehmensfortbestände gesichert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer juristischen Analyse einschlägiger Gesetzesparagrafen der InsO sowie der Auswertung relevanter Fachliteratur und Rechtsprechung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Eröffnungsverfahrens, die Definition der Insolvenzgründe sowie eine detaillierte Aufarbeitung der gerichtlichen Sicherungsinstrumente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Insolvenzordnung, Zahlungsunfähigkeit, Sanierung, vorläufiger Insolvenzverwalter und Verfügungsverbot.

Was unterscheidet die Zahlungsunfähigkeit von einer Zahlungsstockung?

Die Zahlungsunfähigkeit ist ein dauerhafter Zustand des liquiden Unvermögens, während eine Zahlungsstockung nur vorübergehender Natur ist und durch zeitnahe Liquiditätszuflüsse behoben werden kann.

Welche Rolle spielt der vorläufige Insolvenzverwalter?

Er dient als Aufsichtsorgan zur Sicherung des schuldnerischen Vermögens und ist maßgeblich dafür verantwortlich, Sanierungsaussichten zu prüfen und das Unternehmen bis zur Eröffnung des Verfahrens fortzuführen.

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Details

Title
Die Probleme der Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen
College
University of Applied Sciences Essen
Grade
1,0
Author
Georgios Giantsios (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V29062
ISBN (eBook)
9783638306850
Language
German
Tags
Probleme Zahlungsunfähigkeit Unternehmen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Georgios Giantsios (Author), 2004, Die Probleme der Zahlungsunfähigkeit von Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29062
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