Emerenz Meier wird am 3. Oktober 1874 als sechste Tochter des
Land- und Gastwirts Josef Meier und seiner Frau Emerenz in
Schiefweg bei Waldkirchen geboren.
Sie besucht die Volksschule Waldkirchen und liest bereits mit zehn
Jahren Werke von Schiller, Goethe und andren hochrangigen
Autoren.
Schon während ihrer Schulzeit schreibt sie kleinere Gedichte und
Verse, zugleich arbeitet sie am elterlichen Hof und in der Gastwirtschaft mit.
1893 erscheint in der Passauer Zeitung Donau Zeitung zum ersten
Mal eine Erzählung von Emerenz Meier, „Der Juhschroa“.
1895 wird auch in der Augsburger Abendzeitung eine Erzählung, „Die Madlhüttler“,
abgedruckt.
1896 beginnt die Freundschaft zu Auguste Unertl, die sie sowohl geistig als auch materiell
unterstützt. In diesem Jahr wird auch Prof. Karl Weiß-Schrattenthal, Lehrer Deutscher
Literaturgeschichte in Pressburg, auf Emerenz Meier aufmerksam. Nach einer Sommerfrische
in Waldkirchen verlegt er 1897 vier ihrer Erzählungen in seiner Reihe „Dichterstimmen aus
dem Volk“. Ihre Erzählungen bekommen durchaus positive Kritiken, vor allem ihre Frische,
Natürlichkeit und ihre Realistik werden gelobt. Sogar in deutschsprachigen amerikanischen
Zeitschriften wird über sie berichtet. Lediglich der finanzielle erfolg blieb mit diesem Buch
aus. In der Folgezeit veröffentlichen wieder Zeitschriften ihre Werke.
1899 verschafft ihr Guste Unertl Audienzen bei Prinzessin Therese von Bayern und Prinz
Dr. Ludwig Ferdinand von Bayern in München, doch die Hoffnung auf ein Stipendium wird
nicht erfüllt.
Im Jahre 1900 lernt Emerenz Meier den Würzburger Seminarlehrer Albert Miller und dessen
Familie kennen. Er lädt sie nach Würzburg ein und Emerenz verbringt dort drei Monate
während derer sie Vorträge hört, Kurse absolviert und Studien in Literatur, Philosophie und
Theologie betreibt. Kurz nach ihrer Rückkehr wird ihre Erzählung „Aus dem Elend“ im
Passauer Stadttheater mit großem Erfolg aufgeführt. Auch ihre Erzählung „Der
G’schlößlbauer“ wird, wenn auch mit Abänderungen, im Theater in Passau 1902 aufgeführt.
Im selben Jahr übernimmt Emerenz die Schifferkneipe „Zum Koppenjäger“ in der Passauer
Altstadt, die sie 1903 aber wieder aufgeben muss. [...]
Gliederung
1. Leben der Emerenz Meier
2. Inhalthaltsangabe „Aus dem Elend“ und Analyse des Textes
2.1 Inhalt
2.2 Sprachprägung
2.3 Analyse des Textes
2.3.1 Lexik
2.3.2 Morphologie
2.3.3 Phonetik
2.3.4 Syntax
3. Der Text als Ausdruck von Zeit und Umstand
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Hausarbeit verfolgt das Ziel, die Erzählung „Aus dem Elend“ der Schriftstellerin Emerenz Meier einer sprachwissenschaftlichen Untersuchung zu unterziehen, um den Grad der dialektalen und hochsprachlichen Prägung des Textes zu bestimmen. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Erzählpassagen unter Berücksichtigung historischer und regionaler Einflussfaktoren.
- Biografischer Hintergrund von Emerenz Meier
- Inhaltliche Zusammenfassung der Erzählung „Aus dem Elend“
- Sprachwissenschaftliche Analyse der Lexik, Morphologie und Phonetik
- Syntaktische Untersuchung des Erzähltextes
- Einordnung des Textes in den zeitlichen und umständlichen Kontext um 1900
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Lexik:
Außer den österreichisch geprägten Wörtern, die bereits oben angeführt sind, finden sich noch einige, typisch bairische Wörter im Text, die nun angeführt werden sollen.
- Reutbauern (S.37, Z.3): reuten bedeutet eigentlich roden, eigentl. Rodungsbaue rn
- Wäldlerland (S.37, Z.6): Wäldler sind Bewohner des Waldes, vor allem aber des Bayerischen Waldes, somit kann Wäldlerland als der Bayerische Wald angesehen werden.
- Seelwecken (S.37, Z.14): Am Allerseelentag gehen ärmere Erwachsene und besonders Kinder, die sonst nicht betteln, zu den Häusern der Wohlhabenden und erhalten dort speziell für diesen Tag gebackene Brote, die Seelwecken (Süd – und Ostbayern)
- Birkenreisern (S.37, Z.27): Plural im Standarddeutschen die Reis oder Reiser, hier Reisern; im bayerischen vorzugsweise für Laubholz verwendet
Zusammenfassung der Kapitel
1. Leben der Emerenz Meier: Dieses Kapitel gibt einen chronologischen Überblick über das Leben, die literarische Karriere und die persönlichen Lebensumstände der Schriftstellerin Emerenz Meier.
2. Inhalthaltsangabe „Aus dem Elend“ und Analyse des Textes: Hier erfolgt eine detaillierte Inhaltsangabe der zwölf Kapitel der Erzählung sowie eine systematische sprachwissenschaftliche Analyse nach den Kriterien Lexik, Morphologie, Phonetik und Syntax.
2.1 Inhalt: Dieses Unterkapitel bietet eine Zusammenfassung der Handlung der Geschichte „Aus dem Elend“, unterteilt in zwölf erzählerische Kapitel.
2.2 Sprachprägung: Hier wird der Einfluss des österreichischen Sprachraums auf das Niederbairische und die lexikalischen Besonderheiten in der Erzählung untersucht.
2.3 Analyse des Textes: Dies ist der methodische Hauptteil, der den Erzähltext unter Verwendung sprachwissenschaftlicher Kriterien in seine Einzelbereiche zerlegt.
2.3.1 Lexik: Untersuchung spezifisch bairischer Wortbildungen und Begrifflichkeiten im Text.
2.3.2 Morphologie: Untersuchung der Wortbildung, insbesondere hinsichtlich Präfixen, Substantivierungen und Namensgebungen.
2.3.3 Phonetik: Analyse der lautlichen Besonderheiten, insbesondere anhand der im Text abgedruckten Lieder des Knechts und des Hirten.
2.3.4 Syntax: Analyse des Satzbaus im Hinblick auf den Gebrauch des Präteritums, Einschübe und Genitivkonstruktionen.
3. Der Text als Ausdruck von Zeit und Umstand: Dieses Kapitel kontextualisiert die sprachliche Form der Erzählung im Hinblick auf ihre Entstehungszeit um 1900 und die ökonomischen Abhängigkeiten der Autorin.
Schlüsselwörter
Emerenz Meier, Aus dem Elend, Niederbairisch, Sprachwissenschaft, Lexik, Morphologie, Phonetik, Syntax, Dialekt, Hochsprache, Literaturgeschichte, Sprachprägung, Reutbauern, Mundart, Sprachanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer sprachwissenschaftlichen Untersuchung der Erzählung „Aus dem Elend“ der bayerischen Schriftstellerin Emerenz Meier.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Herkunft der Autorin, die Inhaltsangabe der Erzählung sowie die detaillierte sprachliche Analyse des Textes hinsichtlich bairischer und hochsprachlicher Elemente.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu analysieren, inwiefern der Erzähltext dialektale Merkmale aufweist und warum die Autorin trotz ihrer Herkunft eine überwiegend hochsprachliche Ausdrucksweise wählte.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Es wird eine deskriptive sprachwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die die Bereiche Lexik, Morphologie, Phonetik und Syntax abdeckt, ergänzt durch einen historischen Kontextvergleich.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben einer chronologischen Zusammenfassung der Geschichte eine strukturierte sprachliche Untersuchung und eine zeitgeschichtliche Einordnung der Erzählung vorgenommen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Emerenz Meier, Bairisch, Literaturgeschichte, Sprachanalyse, Morphologie, Syntax und Hochsprache.
Warum spielt das Präteritum in der Erzählung eine so auffällige Rolle?
Die Autorin verwendet untypisch für den bayerischen Dialekt das Präteritum im Erzähltext, was auf eine bewusste Entscheidung für eine gehobene, hochsprachliche Stilistik zur Zeit der Entstehung um 1900 hindeutet.
Welchen Einfluss hatten die „Gönner“ auf den Schreibstil von Emerenz Meier?
Da Emerenz Meier auf die Gunst von Gönnern und den Verkauf ihrer Werke angewiesen war, wählte sie wahrscheinlich eine vorwiegend hochsprachliche Prägung, um ein breiteres deutschsprachiges Publikum anzusprechen.
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- Andrea Fischer (Author), 2004, Emerenz Meier - Sprachwissenschaftliche Analyse der Geschichte "Aus dem Elend", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29083