Die Problemstellung, welchen Beitrag Ökostrom zur Bewältigung des CO2-Problems leistet, kann in mehrere Fragestellungen untergliedert werden.
Zunächst ist zu klären, wie sich eine Substitution von Egalstrom durch Ökostrom grundsätzlich auf die CO -Problematik auswirkt. Aufbauend muss analysiert werden, ob es ökonomische Anreizbedingungen gibt, so dass von rationalen, eigennutzorientierten Nachfragern Entscheidungen zu Gunsten des Ökostroms erwartet werden können. Weiterführend wird thematisiert, wie sich rechtliche Regulierungsmechanismen auswirken, wenn politische Entscheidungen eine Absenkung von durch Ökostrom vorgeben.
Ist die Vermeidung von CO - Emissionen durch Ökostrom effizient?
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Welche Rolle spielt die Stromerzeugung in der CO2- Bilanz?
3 Was ist Ökostrom?
3.1 Der Begriff
3.2 Kann Ökostrom grundsätzlich den CO2-Ausstoß verringern?
4 Ökonomische Anreize zur Substitution von Egalstrom durch Ökostrom
4.1 Marktteilnehmer
4.2 Eigenschaften des Gutes Strom
4.3 Netzeigenschaften
4.4 Substitutionsanreize im unregulierten Markt
4.4.1 Nachfrage des Endverbrauchers nach Ökostrom
4.4.2 Nachfrage des Netzbetreibers nach Ökostrom
4.4.3 Angebot des Erzeugers von Ökostrom
4.4.4 Schlussfolgerung zur Substitution im freien Markt
4.5 Regulierung durch EEG
4.5.1 Zielstellung der Politik
4.5.2 Gesetzgebung
4.5.3 Kommentierung zum EEG-Gesetzes
4.5.4 Kosten, Preise und Mengen im regulierten System EEG
4.5.4.1 Angebot des Erzeugers
4.5.4.2 Kosten
4.5.4.3 Preise
4.5.4.4 Nachfrage des Netzbetreibers
4.5.4.5 Angebot des Netzbetreibers und Nachfrage des Endverbrauchers
4.5.4.6 Erhöht der Ökostromtarif den Anteil an erneuerbarer Energien?
4.5.4.7 Hat der Endverbraucher Anreize den Ökostromtarif zu wählen?
4.5.4.8 Ökostromtarif als politische Entscheidung bzw. aus Imagegründen
4.5.5 Zusammenfassung Vorteile und Nachteile
4.6 Lizenzsystem für CO2-Emissionen
4.7 Koexistenz von EEG und Emissionszertifikatehandel
5 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Beitrag, den Ökostrom zur Bewältigung der CO2-Problematik leisten kann, und analysiert, ob ökonomische Anreizstrukturen existieren, die rationale Akteure zu einer Substitution von herkömmlichem Strom (Egalstrom) durch Ökostrom motivieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Wirkung staatlicher Regulierungsmechanismen wie dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie der Effizienz von Ökostrom im Vergleich zu marktgesteuerten Lizenzsystemen für Emissionen.
- Ökonomische Anreizstrukturen im liberalisierten Strommarkt
- Die Rolle der staatlichen Regulierung und des EEG
- Kosten-Nutzen-Analyse und Ineffizienzen durch Mengen- und Preisvorgaben
- Vergleich zwischen staatlicher Subventionierung und Emissionszertifikatehandel
Auszug aus dem Buch
4.4.4. Schlussfolgerung zur Substitution im freien Markt
Die Endverbraucher fragen Strom unter Berücksichtigung des Preises nach und maximieren dadurch ihren individuellen Nutzen. Netzbetreiber haben Anreize ihre Kosten zu senken. Der Erzeuger wird Ökostrom nur anbieten, wenn die Grenzkosten des Ökostromes unter den Grenzkosten des Egalstromes liegen. Da Ökostrom technologisch bedingt teurer sein kann als Egalstrom, wird dieser wie in den Abschnitten 4.4.1, 4.4.2 und 4.4.3 gezeigt nicht nachgefragt und nicht erzeugt. Die Marktteilnehmer haben letztendlich keinen Anreiz den Egalstrom durch Ökostrom zu substituieren, obwohl gesamtgesellschaftlich alle einen Nutzen davon hätten. Der freie Markt versagt durch die aufgezeigte Eigennutzorientierung der Marktteilnehmer.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Definition der Forschungsfrage zur Effizienz und ökonomischen Sinnhaftigkeit der Substitution von Egalstrom durch Ökostrom.
2 Welche Rolle spielt die Stromerzeugung in der CO2- Bilanz?: Analyse des hohen Anteils der Elektrizitätswirtschaft an den bundesweiten CO2-Emissionen unter Verwendung statistischer Prognosen.
3 Was ist Ökostrom?: Definition des Begriffs Ökostrom und Untersuchung der Frage, ob Strom aus erneuerbaren Energien tatsächlich zwingend emissionsfrei ist.
4 Ökonomische Anreize zur Substitution von Egalstrom durch Ökostrom: Untersuchung der Marktteilnehmer und ihrer Anreizstrukturen im unregulierten Markt sowie die Auswirkungen der staatlichen Regulierung durch das EEG.
5 Zusammenfassung: Abschließendes Fazit zur Ineffizienz des EEG im Vergleich zum Lizenzsystem für Emissionsrechte bei der Erreichung von CO2-Einsparzielen.
Schlüsselwörter
Ökostrom, CO2-Problematik, EEG, Egalstrom, Marktversagen, Strommarktliberalisierung, Emissionszertifikatehandel, Energieerzeugung, Grenzkosten, Nutzenmaximierung, Subventionierung, Regulierung, Energieversorgungsunternehmen, Klimaschutz, Strommix.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob und wie Ökostrom zur Reduzierung der CO2-Emissionen beitragen kann und inwieweit ökonomische Anreize ausreichen, um eine freiwillige Umstellung der Marktteilnehmer auf Ökostrom zu bewirken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die ökonomische Theorie des Strommarktes, die Analyse der Anreizstrukturen für Verbraucher und Erzeuger sowie die kritische Bewertung staatlicher Eingriffe durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Vermeidung von CO2-Emissionen durch Ökostrom effizient ist und ob staatliche Regulierungsmaßnahmen im Vergleich zu marktwirtschaftlichen Instrumenten wie dem Emissionszertifikatehandel sinnvoll sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine ökonomische Analyse, insbesondere durch die formale Nutzenmodellierung für individuelle Marktteilnehmer, um theoretische Entscheidungsbedingungen zur Substitution von Stromarten abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Charakterisierung des Strommarktes, der formalen Herleitung des Substitutionsverhaltens rationaler Akteure sowie einer detaillierten Analyse der Kosten- und Preiswirkungen des EEG auf die Stromerzeugung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Marktversagen, Kosten-Nutzen-Analyse der EEG-Umlage, Grenzkostenvermeidung und das Verhältnis von staatlicher Förderung zur freien Marktlösung.
Warum haben private Endverbraucher laut Autor keinen Anreiz, Ökostromtarife zu wählen?
Da der Strom ein homogenes Gut ist und der einzelne Verbraucher aufgrund der Netzstruktur die positiven externen Effekte seines Konsums nicht direkt wahrnehmen kann, ist ein rationales, eigennutzorientiertes Handeln gegen einen Aufpreis für Ökostrom ökonomisch nicht begründbar.
Wie bewertet der Autor das Zusammenwirken von EEG und Emissionszertifikatehandel?
Der Autor stützt sich auf die Einschätzung des Wissenschaftlichen Beirats, dass das EEG bei gleichzeitig existierendem Emissions-Lizenzmarkt ein höchst ineffizienter und wirkungsloser Versuch der Klimapolitik ist, der ökonomisch betrachtet abgeschafft werden sollte.
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- Marco Fritz (Author), 2004, Was trägt der Ökostrom zur Bewältigung des CO2-Problems bei?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29098