Leasing erfährt eine zunehmende Bedeutung in der deutschen Wirtschaft. So ist die Leasingquote, die den Anteil der Investitionen durch Leasing an den gesamtwirtschaftlichen Investitionen angibt, seit dem Beginn der 70er Jahre deutlich angestiegen, wie das Statistische Bundesamt ermittelte. Betrug sie im Jahr 1971 noch 2,1% so liegt der anhand von Plandaten des Ifo-Instituts errechnete Wert für 2001 bei 16,3%, dies sind über 48 Mrd. €.
Diese Tatsache liefert Grund genug, sich mit Leasing zu beschäftigen.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit liegt der Schwerpunkt natürlich auf der Behandlung im Rahmen des Jahresabschlusses sowohl beim Leasingnehmer als auch beim Leasinggeber. Es soll jedoch auch auf steuerliche Auswirkungen sowie allgemeine Vor- und Nachteile eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Was ist Leasing
1.2 Entwicklung und Markt
1.2.1 Kurzer geschichtlicher Abriss
1.2.2 Überblick über den Leasingmarkt
1.3 Problemstellung
2 Zuordnung von Leasinggegenständen
2.1 Operating Leasing
2.2 Spezial-Leasing
2.3 Finanzierungsleasing
2.3.1 Vollamortisationsverträge
2.3.2 Teilamortisationsverträge
3 Bilanzierung von Leasinggegenständen
3.1 Zuordnung zum Leasinggeber
3.1.1 Jahresabschluss des Leasinggebers
3.1.2 Jahresabschluss des Leasingnehmers
3.2 Zuordnung zum Leasingnehmer
3.2.1 Jahresabschluss des Leasingnehmers
3.2.2 Jahresabschluss des Leasinggebers
3.3 Bilanzierung nach IFRS
4 Sale-and-lease-back als ausgewählte Besonderheit
5 Vor- und Nachteile von Leasing
5.1 Quantitative Aspekte
5.1.1 Steuerliche Aspekte
5.1.2 Anschaffungs- und Herstellungskosten
5.1.3 Marge des Leasinggebers
5.1.4 Refinanzierungskosten
5.1.5 Dienstleistungen des Leasinggebers
5.1.6 Verwertungserlös
5.1.7 Zeitliche Aspekte
5.1.8 § 6b EStG – Rücklage
5.1.9 Fördermittel
5.1.10 Bewertung
5.2 Qualitative Aspekte
5.2.1 Bilanzneutralität
5.2.2 Liquiditätsstruktur
5.2.3 Fremdfinanzierung
5.2.4 Risiko
5.2.5 Kalkulationsgrundlage
5.2.6 Pay-as-you-earn-Effekt
5.3 Fazit
6 Vergleichsrechnungen
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die bilanzielle Behandlung von Leasingverhältnissen im Kontext des Jahresabschlusses und analysiert dabei insbesondere die Zuordnung von Leasinggegenständen zum wirtschaftlichen Eigentümer. Neben der Bilanzierung nach Handelsrecht und IFRS werden steuerliche Konsequenzen sowie quantitative und qualitative Vor- und Nachteile gegenüber dem klassischen Kauf bewertet.
- Grundlagen der Zuordnung von Leasinggegenständen (wirtschaftliches Eigentum)
- Bilanzierungspraxis für Leasinggeber und Leasingnehmer
- Analyse der Leasing-Erlasse und Finanzierungsleasing-Strukturen
- Steuerliche Auswirkungen und Effekte auf die Gewerbesteuer
- Qualitative Aspekte wie Bilanzneutralität und Liquiditätsstruktur
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Jahresabschluss des Leasinggebers
Der Leasinggeber hat den Leasinggegenstand im Anlagevermögen der Steuerbilanz mit Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nach § 6 I Nr. 1 EStG zu bilanzieren und Absetzung für Abnutzung nach § 7 EStG zu bilden. Grundlage für die Afa ist die Nutzungsdauer gem. Afa-Tabelle.39
In der Handelsbilanz erfolgt die Aktivierung nach § 255 HGB, die Nutzungsdauer für die Abschreibung nach § 253 HGB orientiert sich hier jedoch an der Laufzeit des Leasingvertrages.40
Die Leasingraten werden als Betriebseinnahmen erfasst41, wobei die periodengerechte Erfolgsermittlung zu gewährleisten ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die zunehmende Bedeutung von Leasing in der deutschen Wirtschaft und definiert das Ziel der Arbeit, Leasing im Kontext des Jahresabschlusses zu betrachten.
2 Zuordnung von Leasinggegenständen: Dieses Kapitel klärt die Zurechnung von Leasingobjekten zum wirtschaftlichen Eigentümer und stellt die wesentlichen Leasing-Erlasse sowie Vertragstypen dar.
3 Bilanzierung von Leasinggegenständen: Hier wird die detaillierte Bilanzierung bei Leasinggeber und -nehmer unter Einbeziehung steuerrechtlicher sowie handelsrechtlicher Vorschriften und IFRS-Grundlagen analysiert.
4 Sale-and-lease-back als ausgewählte Besonderheit: Das Kapitel beleuchtet die Motive und die bilanzielle Behandlung bei Sale-and-lease-back-Transaktionen.
5 Vor- und Nachteile von Leasing: Es erfolgt eine detaillierte Gegenüberstellung quantitativer (steuerlicher) und qualitativer Aspekte zur Unterstützung der Entscheidung zwischen Kauf und Leasing.
6 Vergleichsrechnungen: Dieses Kapitel zeigt auf, warum allgemeingültige Vergleichsrechnungen schwierig sind und diskutiert die Notwendigkeit einer einzelfallbezogenen Analyse.
Schlüsselwörter
Leasing, Jahresabschluss, wirtschaftliches Eigentum, Finanzierungsleasing, Operating Leasing, Bilanzierung, Steuerbilanz, Handelsbilanz, Afa, Gewerbesteuer, Leasinggeber, Leasingnehmer, Bilanzneutralität, Investitionsrisiko, Sale-and-lease-back
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die komplexe Problematik der bilanziellen Zuordnung von Leasinggegenständen zum wirtschaftlichen Eigentümer und deren Auswirkungen auf den Jahresabschluss.
Welche Themenfelder stehen dabei im Fokus?
Im Fokus stehen die verschiedenen Leasingarten, die bilanzielle Behandlung nach Steuer- und Handelsrecht, steuerliche Vor- und Nachteile sowie qualitative Entscheidungskriterien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Kriterien für die Zuordnung von Leasinggegenständen (wirtschaftliches Eigentum) sowie die daraus resultierenden Bilanzierungspflichten für Leasinggeber und -nehmer zu systematisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Leasing-Erlasse, Gesetzesgrundlagen (HGB, EStG, AO) und betriebswirtschaftlicher Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Zuordnung von Gegenständen, deren Bilanzierung in den jeweiligen Jahresabschlüssen sowie eine detaillierte Analyse der Vor- und Nachteile von Leasing gegenüber dem Kauf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere das wirtschaftliche Eigentum, Bilanzneutralität, Finanzierungsleasing, Leasing-Erlasse und die steuerliche Behandlung von Leasingraten.
Warum ist die Zuordnung zum wirtschaftlichen Eigentümer so entscheidend?
Da der zivilrechtliche Eigentümer nicht immer identisch mit dem wirtschaftlichen Eigentümer ist, entscheidet die Verfügungsmacht über das Wirtschaftsgut darüber, wer den Gegenstand in seiner Bilanz aktivieren muss.
Was unterscheidet das Operating Leasing vom Finanzierungsleasing aus bilanzieller Sicht?
Beim Operating Leasing wird der Gegenstand wie bei einem normalen Mietvertrag beim Leasinggeber aktiviert, während beim Finanzierungsleasing das Investitionsrisiko maßgeblich bestimmt, ob der Leasingnehmer zur Bilanzierung verpflichtet ist.
- Quote paper
- Michael Gebhard (Author), 2004, Leasing als spezielles Problem wirtschaftlichen Eigentums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29202