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Max Frischs Als der Krieg zu Ende war und Wolfgang Borcherts Draußen vor der Tür. Ein Vergleich

Title: Max Frischs Als der Krieg zu Ende war und Wolfgang Borcherts Draußen vor der Tür. Ein Vergleich

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Fabian Otto (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Im Jahre 1947 erschien Wolfgang Borcherts Kriegsheimkehrerdrama Draußen vor der Tür. Das Stück schildert an der Figur des Beckmann das Schicksal eines typischen deutschen Krie gsheimkehrers. Grundlage des Stoffs ist Borcherts eigenes Erleben. Ganz anders ist dies bei dem zwei Jahre später, 1949, erschienenen Stück Als der Krieg zu Ende war von Max Frisch. Frisch - als Schweizer - hat den Krieg nicht unmittelbar miterlebt, er verarbeitet keine eigenen Erfahrungen; sein Drama basiert auf den Erzählungen von Berliner Bekannten. 1 Während die Handlung von Draußen vor der Tür in den Einzelheiten fiktional ist, präsentiert Als der Krieg zu Ende war eine authentische - und keineswegs typ ische - Geschichte. Gemeinsam ist beiden Dramen, daß ihre Handlungen in der unmittelbaren Nachkriegszeit und in stark zerstörten Großstädten - Hamburg beziehungsweise Berlin - angesiedelt sind, außerdem kommt in Gestalt des Horst Anders wie in Draußen vor der Tür auch in Frischs Stück ein Kriegsheimkehrer zu Wort.

Aufgrund der dicht beieinander liegenden Erscheinungsdaten und der ähnlichen Ausgangssituation in bezug auf Zeit und Ort der Handlung einerseits und der völlig unterschiedlichen persönlichen Beziehung der Autoren zum Stoff ihrer Stücke andererseits, erscheint es interessant, die beiden Dramen einander gegenüberzustellen: Auf welche Weise - formal wie inhaltlich - und in welcher Absicht findet eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, der Gege nwart und einer Aussicht für die Zukunft statt? In Hinblick auf diese Fragestellung soll sich eine erste Betrachtung den formalen und stilistischen Eigenheiten der Stücke widmen: Gibt es hier Auffälligkeiten, die die Stücke untereinander oder mit den Umständen der Zeit verbinden? Eine ganz wichtige Frage ist weiter natürlich die, worum es Borchert beziehungsweise Frisch überhaupt geht, d. h. was eigentlich in den beiden Dramen jeweils das Hauptthema ist. Es wird sich zeigen, daß die zwei Dramen sich hierin sehr stark unterscheiden. Im weiteren wird diese Arbeit sich mit ganz bestimmten Bereichen beschäftigen, die als Grundlage für einen Vergleich dienen sollen: Zunächst wird die Darstellung der Nachkriegswirklichkeit, d. h. der Gegenwart bezüglich der dramatischen Handlung beleuchtet werden: Wie stellt sich das alltägliche Leben in der Trümmerwirklichkeit dar?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. (Einleitung)

II. Formales, Stilistisches und Thematik

Darstellung der Alltagswirklichkeit

Darstellung des Krieges, des Rassenhasses

Hoffnung

III. (Resümee)

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit vergleicht die Dramen „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert und „Als der Krieg zu Ende war“ von Max Frisch, um die unterschiedliche Auseinandersetzung der Autoren mit den traumatischen Ereignissen des Zweiten Weltkriegs, der Nachkriegswirklichkeit und der Frage der menschlichen Verantwortung zu beleuchten.

  • Vergleichende Analyse formaler und stilistischer Eigenheiten der beiden Dramen.
  • Untersuchung der Darstellung von Alltag, Krieg und Rassenhass in der Nachkriegszeit.
  • Gegenüberstellung der persönlichen Betroffenheit Borcherts und der distanzierten Beobachterrolle Frischs.
  • Diskussion über die im jeweiligen Werk implizierte oder explizierte Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
  • Reflexion über Konzepte von individueller Schuld und Verantwortung nach dem Krieg.

Auszug aus dem Buch

Die Thematik des Dramas Draußen vor der Tür

Die Thematik des Dramas Draußen vor der Tür faßt der abschließende Monolog Beckmanns noch einmal zusammen: Der typische junge Soldat kommt nach Kriegsende – nachdem er schuldlos schuldig geworden ist – nach Deutschland zurück und wird überall abgewiesen; die anderen Menschen sind entweder mit sich selbst beschäftigt, haben kein Verständnis für sein Schicksal oder werfen ihm seine Schuld vor. Er weiß nicht, wo er hin soll und wofür leben, wird mit der Last seiner Schuld nicht fertig. Weil Borchert – selbst Kriegsheimkehrer – ähnliche Erfahrungen gemacht hat wie die in Draußen vor der Tür dargestellten, wirkt die Thematik absolut authentisch – sie bewegt sich ganz nah an der Realität tausender ehemaliger Soldaten nach dem zweiten Weltkrieg. Der Schmerz darüber, von den „Alten“ zur Verantwortung als Soldat gezwungen worden und damit zum Mörder geworden zu sein, wird direkt herausgeschrien; es findet keine Reflexion darüber statt, weil die dazu nötige Distanz fehlt – das ganze Stück Draußen vor der Tür spiegelt ja die unmittelbare Konfrontation mit extremen Emotionen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. (Einleitung): Das Kapitel führt in die Ausgangssituation beider Dramen ein und stellt die Fragestellung nach der formalen und inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sowie den Perspektiven für die Zukunft vor.

II. Formales, Stilistisches und Thematik: Dieser Hauptteil analysiert die Struktur der Stücke, die unterschiedliche Darstellung der Trümmerwirklichkeit und des Krieges sowie das Motiv der Hoffnung und der persönlichen Verantwortung.

Darstellung der Alltagswirklichkeit: Dieses Unterkapitel kontrastiert die verzweifelte Realität Beckmanns mit der verdrängenden Normalität anderer Figuren bei Borchert und vergleicht dies mit der eher sachlichen Darstellung der Notsituation bei Frisch.

Darstellung des Krieges, des Rassenhasses: Hier wird untersucht, wie Borchert den Krieg hochemotional und Frisch diesen sowie den Rassenhass distanziert und reflektiert thematisiert.

Hoffnung: Dieses Kapitel diskutiert, inwiefern in Borcherts Werk eine implizite Hoffnung durch radikale Fragen steckt, während bei Frisch die Hoffnung in der Überwindung von Vorurteilen liegt.

III. (Resümee): Das Resümee fasst zusammen, dass die Vergleichbarkeit aufgrund der unterschiedlichen Ausgangslagen der Autoren – Borchert als direkt Betroffener und Frisch als distanzierter Beobachter – eingeschränkt ist.

Schlüsselwörter

Draußen vor der Tür, Als der Krieg zu Ende war, Wolfgang Borchert, Max Frisch, Kriegsheimkehrer, Nachkriegsliteratur, Verantwortung, Schuld, Vorurteile, Alltagswirklichkeit, Rassenhass, Hoffnung, Episches Theater, deutsche Dramen, Identitätsverlust

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die zwei bedeutenden Nachkriegsdramen von Wolfgang Borchert und Max Frisch hinsichtlich ihrer formalen Gestaltung und ihrer inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Folgen des Zweiten Weltkriegs.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Darstellung der Nachkriegswirklichkeit, der Umgang mit der eigenen Schuld und Verantwortung sowie die Suche nach Hoffnung in einer zerstörten Welt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Borchert als direkt betroffener Soldat eine unmittelbare, emotionale Darstellung wählt, während Frisch als neutraler Beobachter eine distanzierte, moralisch-philosophische Perspektive einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen literaturwissenschaftlichen Vergleich, der durch Textanalysen, den Einbezug zeitgenössischer Sekundärliteratur und die Gegenüberstellung dramatischer Strukturen erfolgt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine formale und stilistische Analyse sowie in inhaltliche Schwerpunkte wie die Schilderung des Alltags, die Thematisierung von Krieg und Rassenhass sowie die Bedeutung von Hoffnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kriegsheimkehrer, Schuld, Verantwortung, Vorurteile, authentisches Erleben versus distanzierte Reflexion und die Nachkriegswirklichkeit.

Wie unterscheidet sich Borcherts Beckmann von den Figuren bei Frisch?

Beckmann ist ein emotional zerrütteter Kriegsheimkehrer, der direkt an der Welt verzweifelt, während die Figuren bei Frisch eher als Sympathieträger für eine universelle Moral fungieren und Vorurteile intellektuell überwinden.

Warum spielt der „Nullpunkt“ in der Argumentation eine Rolle?

Der Begriff markiert die Hoffnung vieler Intellektueller der Nachkriegszeit auf einen radikalen Neuanfang, wobei der Autor untersucht, wie beide Dramen diesen Anspruch an eine bessere Zukunft in ihre Handlungen integrieren oder verwerfen.

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Details

Title
Max Frischs Als der Krieg zu Ende war und Wolfgang Borcherts Draußen vor der Tür. Ein Vergleich
College
University of Koblenz-Landau
Grade
2,0
Author
Fabian Otto (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V29266
ISBN (eBook)
9783638308250
Language
German
Tags
Frischs Krieg Ende Wolfgang Borcherts Draußen Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Otto (Author), 2002, Max Frischs Als der Krieg zu Ende war und Wolfgang Borcherts Draußen vor der Tür. Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29266
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