Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Über Rolf Dieter Brinkmanns Roman "Keiner weiß mehr und das Jahr 1968"

Title: Über Rolf Dieter Brinkmanns Roman "Keiner weiß mehr und das Jahr 1968"

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 14 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Fabian Otto (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im Zentrum dieser Hausarbeit steht Rolf Dieter Brinkmanns Roman „Keiner weiß mehr“. Er erschien im Jahre 1968 zu einer Zeit der Studentenunruhen und gesellschaftlichen Umbrüche. Die Frage, die sich diese Arbeit nun stellt lautet: Wie paßt Rolf Dieter Brinkmanns Roman in das Erscheinungsjahr 1968 - ist er ein typischer Vertreter der Literatur dieser Zeit, und wenn ja, inwiefern? Kindlers neues Literatur-Lexikon spricht von einem „Protest ohne Rückhalt der Studentenbewegung“, von einer „Rebellion ohne Gegner“ 1 , aber worin äußert sich diese Rebellion? Die Beantwortung der Fragen wird darauf hinauslaufen, daß „Keiner weiß mehr“ viele typische Merkmale der Zeit widerspiegelt, wenngleich der Roman nicht politisch Stellung bezieht. Aber Gegenstand der Kritik waren Ende der 1960er Jahre neben dem politischen System eben beispielsweise auch gesellschaftliche Strukturen und die Bewußtseinsmanipulation durch die Massenmedien.

Aber auch die konventionellen Verständnis- und Denkweisen wurden kritisiert und sollten durch das Spiel mit sprachlichen Strukturen verändert werden. So entstanden Ende der 1960er Jahre viele völlig neue Darstellungsformen. Man suchte das Alltägliche, das Normale und Durchschnittliche auf, um es in seiner Struktur sichtbar zu machen und zu verändern. Dabei erhoffte man sich auch neue Erfahrungen und eine neue, nicht durch das „System“ festgelegte Identität. 2 Um die Fragen der Hausarbeit beantworten zu können, soll im anschließenden Teil der Arbeit der Roman charakterisiert und auf seine inhaltliche und sprachliche Form mit den diesbezüglichen Besonderheiten untersucht werden. Dabei soll darauf geachtet werden, welche Intentionen Rolf Dieter Brinkmann verfolgt hat. Merkmale des Romans, die für die Fragestellung der Arbeit keine Bedeutung haben, werden hier nicht betrachtet. Im dritten und letzten Teil wird dann schließlich eine Antwort auf die Fragen versucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. (Einleitung)

II. (Die Besonderheiten von „Keiner weiß mehr“)

III. (Verbindung zwischen dem Roman und seinem Erscheinungsjahr)

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit analysiert Rolf Dieter Brinkmanns Roman „Keiner weiß mehr“ im Kontext des Jahres 1968, um zu untersuchen, inwieweit das Werk als typischer Vertreter der literarischen Strömungen jener Zeit gelten kann.

  • Charakterisierung des inneren Aufbaus und der Erzählstruktur des Romans.
  • Untersuchung der inhaltlichen und sprachlichen Besonderheiten im Hinblick auf Bewusstsein und Wahrnehmung.
  • Analyse der kritischen Auseinandersetzung mit der medienbeherrschten Gesellschaft und gesellschaftlichen Konventionen.
  • Einordnung des Romans in den zeitgeschichtlichen Kontext der Studentenunruhen und gesellschaftlichen Umbrüche.

Auszug aus dem Buch

Die Hauptfigur in „Keiner weiß mehr“ ist auf der Suche nach sich selbst, nach ihrem Platz in der Welt.

Zu diesem Zweck versucht der junge Mann ständig, der Realität seiner Umwelt habhaft zu werden, das Wahre in den Erscheinungen, Personen und Dingen zu erkennen. Er ist so auf das Wahrnehmen und das Reflektieren darüber fixiert, daß er kaum noch am Leben seiner Umgebung teilnimmt. Er hat sich in starkem Maße auf die Rolle des stillen Beobachters zurückgezogen. Zu seinem kleinen Kind hat er keine Beziehung, er ist nicht imstande zu begreifen, daß es real ist, dauerhaft gegenwärtig, daß er eine Verantwortung für diesen Menschen hat.

Statt dessen war es auf einmal bei ihnen im Hinterzimmer, an einem bestimmten Platz, der vorher leer gewesen war und immer weiter hätte leer bleiben können, eine Ecke in einem Hinterzimmer, die nie aufgefallen wäre, wo nun dieser wannenförmige geflochtene Korb auf einem hölzernen Fahrgestell aufgebockt stand, vor dem er sich hilflos vorkam, wenn die anderen, seine Bekannten, ihn danach fragten, wie es so sei, so, mit dem Kind und so, da, in dem Korb, an der Stelle in dem Hinterzimmer bei ihnen, das Kind, das Kind, das Kind, das er sich ansah, dumm, mit herunterhängenden schlaffen Armen davorstehend, ein wenig beiseite gerückt mit im voraus auf die Fragen zurechtgelegten Erklärungen wie: was habe ich mit dem allem zu tun, was zu einem Teil doch auch stimmte, was hatte er mit allem wirklich zu tun, was konnte er überhaupt damit zu tun haben, oder: wo soll schon das Kind hin, an welche Stelle, nicht hierhin, dahin, zu niemandem, nirgendwohin, es gehört sich selbst, oder: die Frau mit dem Kind zusammen, ohne ihn.

Zusammenfassung der Kapitel

I. (Einleitung): Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie Rolf Dieter Brinkmanns Roman das Jahr 1968 widerspiegelt und ob er als typischer Vertreter der Literatur dieser Zeit zu betrachten ist.

II. (Die Besonderheiten von „Keiner weiß mehr“): Dieser Abschnitt untersucht den fragmentarischen Aufbau des Romans, die Fokussierung auf die Innenwelt des Protagonisten sowie die radikale Abkehr von traditionellen Sprachnormen.

III. (Verbindung zwischen dem Roman und seinem Erscheinungsjahr): Das Kapitel fasst zusammen, wie der Roman durch seine Medienkritik und das Streben nach individueller Befreiung den Zeitgeist von 1968 verkörpert.

Schlüsselwörter

Rolf Dieter Brinkmann, Keiner weiß mehr, Literatur 1968, Bewusstseinserweiterung, Wahrnehmung, Medienkritik, Subjektivität, Gesellschaftskritik, Sprachliche Innovation, Studentenbewegung, Romananalyse, Individuelle Befreiung, Identitätssuche, Moderne Literatur, Bundesrepublik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Rolf Dieter Brinkmanns Roman „Keiner weiß mehr“ aus dem Jahr 1968 hinsichtlich seiner inhaltlichen und formalen Merkmale und setzt diese in Bezug zum historischen Zeitgeist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die literarische Darstellung von Wahrnehmung, die Kritik an der mediengeprägten Gesellschaft, das Streben nach individueller Freiheit und die Aufhebung traditioneller Erzählstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel besteht darin zu klären, inwieweit der Roman ein typischer Vertreter der Literatur um 1968 ist, insbesondere unter dem Aspekt der gesellschaftlichen und sprachlichen Umbrüche jener Ära.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext unter Einbeziehung zeitgenössischer Fachliteratur und theoretischer Konzepte zur Subjektivität und Sprachkritik untersucht.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert den inneren Aufbau des Romans, die Rolle des Protagonisten als Beobachter sowie den Versuch des Autors, durch die Zerstörung konventioneller Sprachmuster eine neue Qualität der Wahrnehmung zu erreichen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Bewusstseinserweiterung, Medienkritik, Subjektivität, Sprachliche Innovation und das Lebensgefühl der späten 1960er Jahre in der Bundesrepublik.

Wie bewertet die Arbeit Brinkmanns Versuch, sprachliche Konventionen zu durchbrechen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Brinkmanns Vorhaben, die Mitteilbarkeit von Wahrnehmungen durch den Verzicht auf logische Strukturen zu erhöhen, teilweise scheitert, da sprachliche Kommunikation einen gemeinsamen Code erfordert.

Welche Bedeutung kommt dem „Akt des Onanierens“ im Roman zu?

Die Arbeit interpretiert diese Szene als Höhepunkt der sinnlichen Erfahrung und als Symbol für die angestrebte individuelle und sexuelle Befreiung des Protagonisten von gesellschaftlichen Zwängen.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Über Rolf Dieter Brinkmanns Roman "Keiner weiß mehr und das Jahr 1968"
College
University of Koblenz-Landau
Grade
2.0
Author
Fabian Otto (Author)
Publication Year
2001
Pages
14
Catalog Number
V29267
ISBN (eBook)
9783638308267
Language
German
Tags
Rolf Dieter Brinkmanns Roman Keiner 1968
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Otto (Author), 2001, Über Rolf Dieter Brinkmanns Roman "Keiner weiß mehr und das Jahr 1968", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29267
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint