Die nachfolgenden Ausführungen verfolgen das Ziel, zu skizzieren, wie die neo-klassische Kapitalmarkttheorie idealtypisch das Verhalten von Anlegern modelliert.
Begonnen wird die Betrachtung mit einer Retrospektive über das mikroökonomische Menschenbild des homo oeconomicus, dessen Gültigkeit traditionell auch für den Anleger auf Kapitalmärkten unterstellt wird.
Daran anschließend werden Kernaussagen der wichtigsten neoklassischen Gedankengebäude innerhalb der traditionellen Kapitalmarkttheorie zusammen-gefasst. Dabei werden parallel stets die Implikationen für das Anlegerverhalten diskutiert.
Aus dem Inhalt:
- Axiome des rationalen Handelns
- Capital Asset Pricing Model (CAPM)
- Die Hypothese der Informationseffizienz
Inhaltsverzeichnis
1 HOMO OECONOMICUS – DER RATIONAL WIRTSCHAFTENDE MENSCH
1.1 Vollkommene Rationalität
1.2 Axiome des rationalen Handelns
1.3 Präferenzen
1.4 Nutzenfunktion
2 KAPITALMARKTTHEORIE (I. E. S.)
2.1 Das Capital Asset Pricing Model (CAPM)
2.2 Die Hypothese der Informationseffizienz
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit skizziert die Modellierung des Anlegerverhaltens innerhalb der neoklassischen Kapitalmarkttheorie. Dabei steht die theoretische Fundierung durch das Menschenbild des "Homo Oeconomicus" und dessen Rationalitätsprämissen im Mittelpunkt, um die Funktionsweise zentraler Kapitalmarktmodelle zu erläutern.
- Das mikroökonomische Menschenbild des rationalen Homo Oeconomicus
- Axiome rationalen Handelns und Erwartungsnutzenmaximierung
- Struktur und Annahmen des Capital Asset Pricing Models (CAPM)
- Die Hypothese der Informationseffizienz und ihre Implikationen
- Zusammenhang von Diversifizierung und Risikoreduktion
Auszug aus dem Buch
1.1 Vollkommene Rationalität
Die vollkommene oder absolute Rationalität des homo oeconomicus zeichnet sich in erster Linie durch den Besitz bestimmter kognitiver Fähigkeiten kombiniert mit der Annahme vollkommener Information aus. Im Detail werden folgende Prämissen angenommen:
• Der homo oeconomicus besitzt komplette Information über alle für eine Entscheidung relevanten Daten. (vgl. Homann/Suchanek, 2005, S. 365)
• Die Reaktionsgeschwindigkeit ist unendlich hoch. Der homo oeconomicus reagiert unverzögert auf alle zugehenden Informationen. (vgl. Scholand, 2004, S. 146; vgl. auch Homann/Suchanek, 2005, S. 365)
• Der homo oeconomicus besitzt keine Emotionen. (vgl. Scholand, 2004, S. 146)
• Die Informationswahrnehmung und -verarbeitung läuft exakt, unverzerrt und fehlerfrei ab, vergleichbar mit der eines Computers. (vgl. Goldberg/Von Nitzsch, 2000, S. 43)
• Wahrscheinlichkeiten für die Erwartungsnutzenmaximierung ermittelt der homo oeconomicus stets unverzerrt und korrekt. (vgl. Goldberg/Von Nitzsch, 2000, S. 43f.)
• Es werden stets statistisch optimale Entscheidungen getroffen. (vgl. Brav/Heaton, 2002, S. 575)
• Der homo oeconomicus zeichnet sich durch Bayesian updating aus. (vgl. De Bondt, 2005, S. 165)
Zusammenfassung der Kapitel
1 HOMO OECONOMICUS – DER RATIONAL WIRTSCHAFTENDE MENSCH: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des rationalen Akteurs, einschließlich seiner kognitiven Fähigkeiten, Entscheidungsaxiome sowie der Bildung von Präferenzen und Nutzenfunktionen.
2 KAPITALMARKTTHEORIE (I. E. S.): Hier werden die neoklassischen Modelle Capital Asset Pricing Model (CAPM) und die Hypothese der Informationseffizienz vorgestellt, die das Verhalten von Anlegern an effizienten Märkten determinieren.
Schlüsselwörter
Homo Oeconomicus, Rationalität, Kapitalmarkttheorie, Erwartungsnutzen, Präferenzen, Nutzenfunktion, CAPM, Informationseffizienz, Diversifizierung, Systematisches Risiko, Unsicherheit, Marktportfolio, Random Walk, Rationale Erwartungen, Preisnehmer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der traditionellen neoklassischen Kapitalmarkttheorie und die darin unterstellten Verhaltensweisen von Anlegern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Menschenbild des Homo Oeconomicus, der Axiomatik rationalen Handelns sowie den Funktionsweisen des CAPM und der Informationseffizienzhypothese.
Welches ist das primäre Ziel der Analyse?
Ziel ist es, idealtypisch aufzuzeigen, wie die neoklassische Lehre Anlegerverhalten modelliert und welche Voraussetzungen für diese rationalen Modelle gelten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretisch-deduktive Auseinandersetzung mit der ökonomischen Literatur, die bestehende Modelle und ihre Annahmen systematisch zusammenfasst.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung des Homo Oeconomicus (inkl. Rationalitätsprämissen) und die Vorstellung zentraler Kapitalmarktmodelle wie das CAPM.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Erwartungsnutzenmaximierung, informationseffiziente Märkte, systematisches Risiko und das Marktportfolio.
Warum wird im CAPM zwischen systematischem und unsystematischem Risiko unterschieden?
Das CAPM geht davon aus, dass Anleger unsystematische Risiken durch Diversifizierung eliminieren können, weshalb der Markt nur das systematische Risiko vergütet.
Was besagt die Hypothese der Informationseffizienz?
Sie postuliert, dass sich alle verfügbaren Informationen vollständig in den Aktienkursen widerspiegeln, wodurch dauerhafte Überrenditen theoretisch unmöglich werden.
Was bedeutet der Begriff "Random Walk" im Kontext dieser Arbeit?
Der Begriff beschreibt den Zufallspfad von Kursänderungen, der daraus resultiert, dass Märkte auf neue, unerwartete Informationen sofort und unvorhersehbar reagieren.
- Arbeit zitieren
- Thomas Kugler (Autor:in), 2005, Homo Oeconomicus. Der rational wirtschaftende Mensch und die Neoklassische Kapitalmarkttheorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/292741