Meine Seminararbeit handelt von der dependenten Persönlichkeitsstörung. Ich möchte dabei zunächst auf Persönlichkeitsstörungen im Allgemeinen eingehen und beginne deshalb mit einer kurzen Beschreibung von Persönlichkeitsstörungen und deren Klassifikation nach den Kriterien des DSM-IV und der ICD-10. Auf dieser Grundlage nenne ich die Hauptkriterien von Persönlichkeitsstörungen und grenze sie von den klinischen Störungen ab. Danach gebe ich einen kurzen Überblick über die kategoriale Klassifikation der einzelnen Persönlichkeitsstörungen.
Im weiteren Verlauf beschreibe ich die dependente Persönlichkeitsstörung. Hier erläutere ich zuerst die Diagnosekriterien nach DSM-IV. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf den verschiedenen ätiologischen Ansätzen und schließlich auf den entsprechenden Therapieverfahren. Ich stelle den biologischen, den psychoanalytischen sowie den lerntheoretischen und den kognitiven ätiologischen Ansatz vor.
Bei den Therapieverfahren habe ich mich auf die Verhaltenstherapie beschränkt. Im Abschnitt „Therapie der dependenten Persönlichkeitsstörung“ gebe ich einen Überblick über den möglichen Ablauf einer Verhaltenstherapie und stelle einige ausgewählte Standartmethoden der Verhaltenstherapie dar.
Abschließend werde ich den verhaltenstherapeutischen Ansatz bewerten und auf einige häufige Kritikpunkte eingehen. Ich ende mit einem Fazit, indem schließlich auchdie Leitfrage meiner Arbeit beantwortet wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Persönlichkeitsstörungen - ein Überblick
2.1. Definition und Klassifikation von Persönlichkeitsstörungen
2.2. Abgrenzung zu den klinischen Störungen
2.3. Kategoriale Klassifikation der einzelnen Persönlichkeitsstörungen
3. Die dependente/asthenische Persönlichkeitsstörung
3.1. Kurzbeschreibung und Diagnosekriterien
3.2 Ätiologie
3.2.1. Biologischer und genetischer Ansatz
3.2.2. Psychoanalytischer Ansatz
3.2.3. Ansatz der sozialen Lerntheorie
3.2.4. Kognitiver Ansatz
4. Therapie der dependenten Persönlichkeitsstörung
4.1. Grundannahmen der Verhaltenstherapie damals und heute
4.2. Ziele und Vorgehen in der Verhaltenstherapie
4.3. Ablauf einer Verhaltenstherapie in Bezug auf die dependente Persönlichkeitsstörung
4.3.1 Problembeschreibung
4.3.2. Problemanalyse
4.3.3. Zielanalyse
4.3.4. Veränderungsplanung
4.3.5. Verhaltenstherapeutische Intervention
4.4. Wichtige Methoden der Verhaltenstherapie und deren Anwendung auf die dependente Persönlichkeitsstörung
4.4.1. Operante Verfahren:
4.4.2. Methoden der Reizkonfrontation:
4.4.3. Verfahren der Selbststeuerung bzw. Selbstkontrolle
4.4.4. Das Rollenspiel
4.4.5. Therapiekontrolle
5. Kritik und Bewertung der Verhaltenstherapie
5.1. Symptomverschiebung
5.2. Manipulation und Steuerung des Menschen durch seine Umwelt
5.3. Einsatz von Bestrafungstechniken
5.4. Überforderung des Patienten
6. Zusammenfassung und Fazit
6.1. Zusammenfassung
6.2. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Eignung der Verhaltenstherapie als Behandlungsverfahren für die dependente Persönlichkeitsstörung (DPS), indem sie ätiologische Grundlagen mit verhaltenstherapeutischen Interventionsmöglichkeiten in Beziehung setzt.
- Klassifikation und diagnostische Kriterien der DPS nach DSM-IV und ICD-10
- Ätiologische Ansätze: genetische, psychoanalytische, lerntheoretische und kognitive Faktoren
- Strukturierter Ablauf einer verhaltenstherapeutischen Behandlung bei DPS
- Spezifische Therapiemethoden wie Reizkonfrontation und Selbststeuerung
- Kritische Reflexion der Verhaltenstherapie hinsichtlich Effizienz und potenzieller Risiken
Auszug aus dem Buch
4.4.1. Operante Verfahren:
Diese Verfahren entstammen dem Modell des Operanten Konditionierens nach Skinner. Sie sollen durch positive Verstärkung erwünschte Verhaltensweisen aufbauen. Dafür wird die Problemsituation so verändert, dass positive Konsequenzen unmittelbar auf das erwünschte Verhalten folgen. Es können dabei bereits vorhandene Verstärker oder neue Verstärker in den erstellten Behandlungsplan mit eingegliedert werden. Auch der Einsatz von sozialen Verstärkern kommt in der Verhaltenstherapie zum Tragen. Verhalten von Menschen der sozialen Umgebung des Patienten, und so auch das vom Therapeuten, wirken sich verstärkend auf das Patientenverhalten aus. In der Therapiesitzung können erwünschte Verhaltensweisen des Patienten durch verbale Äußerungen („Sehr gut.“ „Sie haben sich richtig verhalten.“ etc.) und nonverbale Äußerungen (Nicken, Lächeln) des Therapeuten sozial verstärkt werden.
Bei dieser Methode ist es wichtig, relevante Bezugspersonen des Patienten in die Therapie mit einzubeziehen, um das neu erlernte Verhalten auch im Alltag positiv zu verstärken.
Gerade bei der dependenten Persönlichkeit ist die soziale Verstärkung durch die Bezugspersonen sehr wichtig, da sich der Patient sowieso stark auf diese fokussiert. Dies kann sehr gut genutzt werden, z.B. um selbstständige Unternehmungen, Pläne und Entscheidungen des Patienten zu fördern und zu verstärken. Der entscheidende Aspekt ist hier, dass der Patient durch diese Verstärkung zunehmend unabhängig in seinem Handeln wird und sich von den Bezugspersonen lösen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der dependenten Persönlichkeitsstörung ein und definiert den Fokus auf die Verhaltenstherapie als Behandlungsansatz.
2. Persönlichkeitsstörungen - ein Überblick: Dieses Kapitel definiert Persönlichkeitsstörungen, erläutert deren Klassifikation nach DSM-IV/ICD-10 und grenzt sie von klinischen Achse-I-Störungen ab.
3. Die dependente/asthenische Persönlichkeitsstörung: Hier werden die Diagnosekriterien beschrieben und verschiedene ätiologische Modelle zur Entstehung der Störung analysiert.
4. Therapie der dependenten Persönlichkeitsstörung: Das Kapitel erläutert die verhaltenstherapeutischen Grundannahmen, den konkreten Therapieablauf und spezifische Methoden der Intervention.
5. Kritik und Bewertung der Verhaltenstherapie: Es werden gängige Kritikpunkte an der Verhaltenstherapie, wie Symptomverschiebung oder Manipulation, diskutiert und auf ihre heutige Relevanz geprüft.
6. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und beantwortet die Leitfrage zur Eignung der Verhaltenstherapie bei DPS.
Schlüsselwörter
Dependente Persönlichkeitsstörung, Verhaltenstherapie, Persönlichkeitsstörungen, Psychologie, Ätiologie, DSM-IV, ICD-10, Operantes Konditionieren, Reizkonfrontation, Selbststeuerung, Kognitive Verhaltenstherapie, Behandlungsverfahren, Psychische Störungen, Therapeutische Intervention, Lernprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der dependenten Persönlichkeitsstörung und untersucht kritisch, ob die Verhaltenstherapie ein geeignetes Verfahren zur Behandlung dieser Störung darstellt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die diagnostische Einordnung der Störung, deren Ätiologie aus verschiedenen theoretischen Perspektiven sowie die Anwendung und Wirksamkeit verhaltenstherapeutischer Methoden.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Leitfrage nach: "Die dependente Persönlichkeitsstörung - Ist die Verhaltenstherapie das richtige Behandlungsverfahren?"
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die theoretische Ansätze der Psychologie mit klinischen Beobachtungen und verhaltenstherapeutischen Interventionsstrategien vergleicht und bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Ätiologie (genetisch, psychoanalytisch, lerntheoretisch, kognitiv) und die ausführliche Darstellung der verhaltenstherapeutischen Anwendung bei DPS.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Dependente Persönlichkeitsstörung, Verhaltenstherapie, Ätiologie, Diagnose, kognitive Ansätze und Therapieeffizienz.
Wie trägt das soziale Umfeld zur Therapie bei?
In der Verhaltenstherapie bei DPS ist die Einbeziehung des sozialen Umfelds und der Bezugspersonen entscheidend, um positive Verstärkung auch außerhalb der Sitzungen zu gewährleisten.
Warum wird die Reizkonfrontation eingesetzt?
Sie wird genutzt, um Patienten schrittweise an angstauslösende Situationen heranzuführen, damit diese lernen, dass ihre Befürchtungen bezüglich Ablehnung oder Verlust in der Realität meist nicht eintreten.
Welche Rolle spielt die Problemanalyse?
Sie dient als Kernstück der Therapie, um individuelle Verhaltensmuster zu verstehen und daraus konkrete, realistische Therapieziele für den Patienten abzuleiten.
- Arbeit zitieren
- Martina Terhagen (Autor:in), 2013, Die dependente Persönlichkeitsstörung. Ist die Verhaltenstherapie das richtige Behandlungsverfahren?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/292764