Gesundheit, Fitness und ein wohlproportionierter Köper. Ein Ideal strömt mit Hilfe medialer Fluten kontinuierlich in die Köpfe der Gesellschaft. Eine Eckdatenstudie des DSSV zeigt am Ende des Jahres 2011 bereits eine Mitgliederzahl von 7,6 Mio. Deutschen in einem Fitnessstudio (ca. 9,3% der Gesamtbevölkerung). Die Branche verzeichnete demnach einen Mitgliederzuwachs von 2,6% im Vergleich zu 2007, in dem die Anzahl der Mitglieder bei 6,7% lag. Man kann daraus schließen, dass der Fitnessboom, ähnlich dem Trend in den 1980er Jahren, in den letzten Jahren ein erneutes Hoch erreicht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Terminologie - Was ist Krafttraining?
2.1 Wirksamkeit von dynamischem Krafttraining im Jugendalter
3 Krafttraining in der Schule
3.1 „Kinder lernen Krafttraining“ - Kraft durch den Baukasten
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die wissenschaftliche Relevanz und gesundheitliche Vertretbarkeit von Krafttraining im Jugendalter zu untersuchen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob Krafttraining in dieser Lebensphase als empfehlenswerte Maßnahme zur Förderung der motorischen Entwicklung dienen kann oder ob es mit einem erhöhten Risiko für dauerhafte Schäden am Bewegungsapparat verbunden ist.
- Wissenschaftliche Fundierung der Auswirkungen von Krafttraining auf den aktiven und passiven Bewegungsapparat.
- Analyse physiologischer Anpassungsprozesse während des Jugendalters.
- Evaluation des Krafttrainings als sinnvolle Ergänzung im schulischen Sportunterricht.
- Diskussion von Baukasten-Modellen für eine strukturierte Vermittlung motorischer Fähigkeiten.
- Überprüfung und Entkräftung verbreiteter Vorurteile bezüglich gesundheitlicher Risiken.
Auszug aus dem Buch
2 Terminologie - Was ist Krafttraining?
Durch die Menge an Begriffen, die benutzt werden, um Krafttraining zu beschreiben, scheint eine Definition auf den ersten Blick kompliziert. Dabei ist es hilfreich zunächst den Begriff der Kraft zu erläutern.
Anders als in der Physik, spricht man im Sport von muskulärer Kraft. Hottenrott & Neumann (2010, S.141) definieren Kraft als „eine motorische (konditionelle) Fähigkeit des Menschen, die es ermöglicht, durch Muskelaktivität Widerstände zu überwinden“. Um verschiedenste Bewegungen auszuführen, bedarf es der Kraftübertragung durch Brems- und Beschleunigungskräfte, statischer Kräfte und Hubkräfte. Kraft sollte also nicht als isolierter Teilaspekt betrachtet werden, sondern vielmehr im direkten Zusammenhang mit Bewegungsschnelligkeit (vgl. Baur et al., 1994, S.129). Daraus ergibt sich, dass Kraft als Grundvoraussetzung von jeglicher sportlichen Technik steht, egal ob Schuss, Wurf, Sprung oder eine andere Sportart betreffend (vgl. Hottenrott & Neumann, 2010, S.140).
Dabei unterscheidet man zwischen fünf verschiedenen Kontraktionsformen von Muskeln: isotonische Kontraktion, isometrische Kontraktion, auxotone Kontraktion, exzentrische Kontraktion, isokinetsiche Kontraktion.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Fitnessboom und die wachsende Bedeutung des Krafttrainings für Jugendliche, wobei kritische Vorurteile der Vergangenheit gegen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse abgewogen werden.
2 Terminologie - Was ist Krafttraining?: Dieses Kapitel definiert den Begriff Kraft aus sportwissenschaftlicher Sicht und differenziert zwischen verschiedenen Kontraktionsformen sowie den physiologischen Auswirkungen auf den Bewegungsapparat.
2.1 Wirksamkeit von dynamischem Krafttraining im Jugendalter: Der Abschnitt fokussiert auf die physiologischen Anpassungen und die motorische Ontogenese im Jugendalter und belegt, dass gezieltes Training positive Effekte auf die Muskelentwicklung und Stoffwechselprozesse hat.
3 Krafttraining in der Schule: Es wird diskutiert, wie Krafttraining in den schulischen Alltag integriert werden kann, um der zunehmenden Bewegungsarmut entgegenzuwirken und Haltungsschwächen bei Schülern präventiv zu begegnen.
3.1 „Kinder lernen Krafttraining“ - Kraft durch den Baukasten: Dieses Kapitel stellt das didaktische Baukastenprinzip von Zawieja und Oltmanns vor, welches eine strukturierte und altersgerechte Vermittlung von Kraft- und Athletikgrundlagen im Unterricht ermöglicht.
4 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Krafttraining bei fachgerechter Anleitung ein gesundheitsförderndes Fundament für das gesamte Leben bildet und keine schädliche Belastung darstellt.
Schlüsselwörter
Krafttraining, Jugendalter, Sportwissenschaft, motorische Entwicklung, dynamisches Krafttraining, Bewegungsapparat, Schulsport, Baukastenprinzip, Hypertrophie, Leistungsfähigkeit, Trainingsreiz, Gesundheit, motorische Ontogenese, Athletiktraining, Muskelfasern
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die gesundheitlichen Aspekte und die pädagogische Sinnhaftigkeit von Krafttraining bei Jugendlichen im Kontext der sportwissenschaftlichen Forschung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die sportphysiologischen Grundlagen der Kraft, die motorische Entwicklung im Jugendalter und didaktische Konzepte zur Implementierung in den Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die verbreitete Ansicht, Krafttraining sei für Jugendliche schädlich, wissenschaftlich zu hinterfragen und den Nutzen für die langfristige Gesundheit aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse aktueller sportwissenschaftlicher Studien und Fachpublikationen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine terminologische Definition von Krafttraining, eine Analyse physiologischer Auswirkungen auf den Körper sowie die praktische Anwendung im schulischen Umfeld mittels didaktischer Konzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Krafttraining, Jugendalter, motorische Entwicklung, Schulsport und sportwissenschaftliche Grundlagen definieren.
Warum wird das "Baukastenprinzip" für den Schulsport als sinnvoll erachtet?
Es ermöglicht Lehrkräften eine strukturierte, modulare Vermittlung, die durch kleinschrittige Bewegungsabläufe individuell auf den Lernstand der Schüler eingeht und Langhanteltraining sicher integriert.
Welche Rolle spielt die hormonelle Entwicklung für das Krafttraining?
Der Autor zeigt auf, dass mit Einsetzen der Pubertät die hormonelle Umstellung, insbesondere der Anstieg von Testosteron, die Trainierbarkeit und das Muskelwachstum bei Jugendlichen erst effektiv ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Sascha Ranke (Autor:in), 2014, Kraftsport im Jugendalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/292789