Viele Kinder im Grundschulalter hören gerne Geschichten. Sie lauschen aufmerksam ihren Großeltern beim Geschichten erzählen oder wünschen sich abends vor dem Schlafen gehen noch eine Gute-Nacht-Geschichte. Auch Kinderhörspiele sind daher für die Jungen und Mädchen ein sehr attraktives Medium. Bei dem Zuhören der Erzählungen regen die Kinder nicht nur ihre Phantasie an, sondern erweitern auch ihre Sprachkompetenz und lernen das genaue Hinhören. Aus diesem Grund ist das Medium für den Deutschunterricht in der Grundschule sehr interessant. Doch in der Praxis kommt dieses leider häufig zu kurz, da andere Medien wie beispielsweise das Video im Vordergrund stehen. Dabei eignet sich das Hörspiel aufgrund der weniger kostspieligen Anschaffung besonders gut für den Unterricht in der Schule. Außerdem ist es weiniger komplex als andere Medien und vielseitig einsetzbar. Vor dem Einsatz im pädagogischen Bereich sollten Hörspiele analysiert werden, um ihr Potential für den Unterricht beurteilen zu können und eine geeignete, kindgerechte Auswahl treffen zu können.
Im Folgenden möchte die Verfasserin nun zwei Kinderhöspiele unter Zuhilfenahme verschiedener Kriterien nach Böckelmann analysieren und den pädagogischen Nutzen der Medien aufzeigen. Im ersten Teil der Hausarbeit werden zunächst kurz die theoretischen Grundlagen zusammengefasst, die dieser Analyse zugrunde liegen. Im Anschluss daran folgt die Analyse der Hörspiele „Wenn du da bist sieht man nichts“ von Martin Daske sowie „Emil und die Detektive“, geschrieben von Erich Kästner. Auf der Grundlage der Analyse wird in einem abschließenden Fazit das pädagogische Potential der Kinderhörspiele für den Deutschunterricht bewertet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die Geschichte des Hörspiels
2.2 Merkmale eines Kinderhörspiels
2.3 Strukturelemente eines Hörspiels
3 Hörspielanalyse
3.1 Analyse des Hörspiels „Wenn du da bist, sieht man nichts“
3.2 Analysen des Hörspiels „Emil und die Detektive“
3.2.1 Bewertungskriterien
3.2.1.1 Handlung und Aufbau
3.2.1.2 Zeit und Chronologie
3.2.1.3 Orte der Handlung
3.2.1.4 Erzähler
3.2.1.5 Sprecher und Stimmen
3.2.1.6 Sprache
3.2.1.7 Geräusche
3.2.1.8 Musik
3.2.1.9 Stille
3.2.1.10 Montage
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Kinderhörspielen als didaktisches Medium für den Deutschunterricht in der Grundschule. Im Fokus steht die wissenschaftliche Analyse ausgewählter Hörspielproduktionen nach festgelegten Kriterien, um deren pädagogischen Nutzen zu bewerten und Lehrkräften Hilfestellung bei der Auswahl geeigneter Materialien zu geben.
- Historische Entwicklung und Merkmale des Kinderhörspiels
- Strukturelle Analyse von Hörspielproduktionen
- Pädagogischer Einsatz im Grundschulunterricht
- Untersuchung von Geräuscheinsatz, Sprache und Erzählstruktur
Auszug aus dem Buch
3.2.1.7 Geräusche
Es werden eine Reihe verschiedener Geräusche gezielt und kreativ eingesetzt. Das Hörspiel wirkt von Geräuschen nicht überladen, da vor allem in den Phasen des Erzählers eher weniger Geräusche verwendet werden. Verwendete Geräusche sind zum Beispiel das Rauschen des Zuges, das Klappern von Tellern und das Hupen von Gustav. Die Töne werden sehr realistisch eingesetzt und wirken authentisch, auch liegen die meisten Geräusche in dem Erfahrungsbericht der Rezipienten, da sie recht alltäglich sind.
Die Geräusche erfüllen verschiedene Funktionen. Zum einen lassen sie die Szenen sehr lebendig wirken, sodass die Zuhörer sich gut in die Lage der Charaktere hineinversetzten können. Zum anderen kennzeichnen sie Handlungsorte, wie zum Beispiel den Bahnhof. Des Weiteren geben die Geräusche Aufschlüsse über Handlungen. Sie sind eigenständige Elemente, die Erklärungen des Erzählers ersetzten. Dies wird in der Szene am Bahnsteig deutlich, da die Rezipienten lediglich das Abfahren des Zuges hören und es keiner weiteren Erklärung bedarf. Dieses Beispiel zeigt auch, dass die Geräusche in dem Kinderhörspiel aus einer Szene hinausführen und in eine Neue einleiten. Um das Gehörte zu reflektieren werden Geräusche und Musik gezielt eingesetzt und durch Tonmalereien ergänzt. Einen Moment der Reflexion bekommen die Rezipienten nach der Szene, in der Dienstag am Telefon einschläft. An diesem Beispiel zeigt sich auch, dass in dem Hörspiel Mischformen von Musik und Geräuschen verwendet werden.
Besondere Aufmerksamkeit erregen die verfremdeten Geräusche des Kinderhörspiels. Sie sind ungewöhnlich und stellen Träume oder das Verstreichen der Zeit dar. Die Stimme des Erzählers im Zugabteil wird zum Beispiel durch ein Echo und Verzerrung verfremdet und in ein rhythmisches Zuggeräusch übertragen.
Meist überschneiden sich Geräusche und Stimmen nicht, dies erleichtert das Zuhören und verhindert eine Daueruntermalung durch Geräusche.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Bedeutung des Mediums Hörspiel für den Deutschunterricht und skizziert das Ziel der Analyse zweier ausgewählter Kinderhörspiele.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Hörspiels, definiert das Kinderhörspiel als akustische Kunstform und erläutert relevante Strukturelemente für die Analyse.
3 Hörspielanalyse: Der Hauptteil umfasst die detaillierte Untersuchung der Hörspiele „Wenn du da bist, sieht man nichts“ und „Emil und die Detektive“ anhand spezifischer Bewertungskriterien wie Handlung, Zeit, Sprache und Montage.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und bewertet das pädagogische Potenzial der untersuchten Hörspiele für den Einsatz in der Grundschule.
Schlüsselwörter
Kinderhörspiel, Deutschunterricht, Medienpädagogik, Hörspielanalyse, Böckelmann, Geräusche, Erzählstruktur, Emil und die Detektive, Grundschule, akustische Kunstform, Tonmalereien, Pädagogik, Sprachkompetenz, Audiomedien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Einordnung des Kinderhörspiels und dessen praktischer Analyse unter pädagogischen Gesichtspunkten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des Hörspiels, die Definition von Qualitätsmerkmalen für Kinderhörspiele und die didaktische Eignung für den Deutschunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hörspiele als Unterrichtsmedien analysiert werden können, um ihren pädagogischen Wert zu beurteilen und eine gezielte Auswahl für den Unterricht zu treffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin orientiert sich bei der Untersuchung der Tonträger primär an den Bewertungskriterien von Angelika Böckelmann.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Hörspiele „Wenn du da bist, sieht man nichts“ und „Emil und die Detektive“ anhand verschiedener Kategorien wie Handlung, Zeit, Geräuscheinsatz und Sprache analysiert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Kinderhörspiel, Deutschunterricht, Medienpädagogik und Hörspielanalyse.
Warum wird „Emil und die Detektive“ als besonders gelungenes Beispiel hervorgehoben?
Das Hörspiel bietet laut der Verfasserin viele Anknüpfungspunkte für den Unterricht und ermöglicht eine kreative Einbindung der Schülerinnen und Schüler.
Welche Rolle spielen Geräusche laut der Analyse in den untersuchten Werken?
Geräusche fungieren als wichtige Gestaltungsmittel, die Handlungsorte markieren, Szenen lebendig machen und den Erzähler teilweise ersetzen, indem sie Handlungen für den Zuhörer nachvollziehbar machen.
- Quote paper
- Marlen Walz (Author), 2014, Das Kinderhörspiel. Theoretische Grundlagen und die Analyse der Hörspiele „Wenn du da bist, sieht man nichts“ und „Emil und die Detektive“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/292796