Mangels Literatur behandelt die vorliegende Arbeit hauptsächlich das Radiohörspiel in Deutschland und lässt das Hörspiel auf Tonträgern außen vor. Auch muss meist auf Onlinequellen und ältere Literatur zurückgegriffen werden. Zum Einstieg handelt das zweite Kapitel von der Geschichte des Hörspiels im Radio. Der historische Abriss geht vom ersten Erscheinen bis zur heutigen Popularität und soll den Leserinnen und Lesern ein Hintergrundwissen geben. Im Weiteren ist ein Schwerpunkt auf die Geschichte und die Bedeutung des Hörspiels für Kinder gelegt worden. Die Bedeutung des Kinderhörspiels ist jedoch kaum erforscht. Eine ältere wissenschaftliche Literatur beschäftigt sich mit dem Kinderhörspiel zur Weimarer Zeit. Lediglich Weber selbst brachte eine Arbeit heraus, in der sie ihre Untersuchung zu den Kinderhörspielen im Radio von 1970 bis 1990 vorstellt. Aus ihrem Buch wird in dieser Arbeit hauptsächlich zitiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Hörspiel im Radio
3. Die Geschichte und Bedeutung des Kinderhörspiels
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung sowie die medienpädagogische Bedeutung des deutschen Kinderhörspiels. Ziel ist es, den Wandel vom frühen Radiohörspiel bis hin zur heutigen digitalen Hörspielkultur zu analysieren und die Funktion des Hörspiels als Medium zur Förderung der kindlichen Lernbiographie und auditiven Kompetenz zu beleuchten.
- Historischer Abriss der Entwicklung des Hörspiels im Rundfunk
- Einfluss technischer Innovationen auf die Hörspielproduktion
- Bedeutung des Kinderhörspiels im pädagogischen Kontext
- Vergleich zwischen traditionellen Radiohörspielen und modernen Audio-Medien
- Die Rolle der Phantasieanregung durch auditive Medien
Auszug aus dem Buch
Die Geschichte und Bedeutung des Kinderhörspiels
Das Hörspiel hat bei Kindern eine enorme Bedeutung. „2001 wurden im Kinderkassetten-Markt 200 Millionen DM Umsatz gemacht“ (ebd.). Seit der ersten Hörspielsendung 1924 produziert der öffentliche Rundfunk auch Kinderhörspiele und gilt als deren Entstehungsort (vgl. Weber 1997, S. 9). In der Weimarer Republik konnten die Kinder Märchen- und Kasperlegeschichten im Radio hören (vgl. ebd.). Es scheint sogar, als wären Hörspiele nur für Kinder gemacht worden. Die ersten Schallplattenhersteller überspielten Hörspiele für Kinder auf Schallplatten (vgl. ebd.).
Das Kinderhörspiel gestaltete sich damals aus Theaterstücken, hauptsächlich Märchen der Gebrüder Grimm (vgl. ebd., S. 18). Sie entstanden aus einem Zusammenschluss von Märchen und Musik, in dem vor allem Tiere vermenschlicht wurden (vgl. ebd., S. 19). Wie schon erwähnt, gab es für die kleineren Zuhörer des Radios nicht nur die Märchen, sondern auch Kasperlegeschichten. Diese wurden tatsächlich wie in einer Theateraufführung gespielt. Elfert (1985) schreibt, dass die Kinder „vor dem Lautsprecher auf die Hörszenen wie bei einer Theateraufführung“ reagierten (ebd.: 260f. zitiert nach Weber 1997: 19).
Ab den zwanziger Jahren wurde sich mehr an der gängigen Literatur orientiert und es wurde zum Beispiel „Der Schatz im Silbersee“ von Karl May vertont (vgl. Weber 1997, S. 19). Dieses Hörspiel kann eher zu den Jugendhörspielen gezählt werden. Als Kinderhörspiele können „Emil und die Detektive“ oder „Tom Sawyers Abenteuer“ erwähnt werden (vgl. ebd.). Die Hörspiele fanden unter ihren Zuhörern großen Anklang, nicht zuletzt auch deswegen, da hauptsächlich Geschichten vertont wurden, in denen Kinder die Hauptrollen übernahmen (vgl. ebd.). Themen der damaligen Hörgeschichten spiegelten meist das Leben der Menschen in der Wirtschaftskrise wider (vgl. ebd.). Beispiel hierfür ist das Kinderhörspiel „Schrotplatz“, bei dem Kinder selbst als Autoren und Produzenten mitwirken konnten (vgl. ebd., S. 20).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Status des Hörspiels als Nischenkunst im heutigen Radio und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Quellenlage der Arbeit.
2. Das Hörspiel im Radio: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Radiohörspiels nach, von seinen Anfängen in den 1920er Jahren bis hin zur modernen, multimedialen Nutzung durch neue Audiotechnologien.
3. Die Geschichte und Bedeutung des Kinderhörspiels: Hier wird der Fokus spezifisch auf die Genese des Kinderhörspiels gelegt, inklusive pädagogischer Ansätze und des Wandels der Hörgewohnheiten von der Weimarer Republik bis zur heutigen Medienkindheit.
4. Schluss: Der Schlussteil reflektiert die heutige Multimedialität des Hörspiels und betont die anhaltende Relevanz des Mediums für die Phantasieförderung und Unterhaltung von Kindern und Erwachsenen.
Schlüsselwörter
Kinderhörspiel, Radio, Medienpädagogik, Hörbuch, Rundfunk, Audiomedien, Geschichte, Weimarer Republik, Bertolt Brecht, Phantasie, Medienkindheit, Tonträger, Internet, Hörkultur, Lernbiographie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem deutschen Kinderhörspiel, seiner historischen Entwicklung im öffentlichen Rundfunk und seiner heutigen Bedeutung als Medium im Aufwachsen von Kindern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des Radios als Medium, die pädagogischen Ansätze (z.B. durch Brecht), den Einfluss von Technik auf die Erzählweise und die heutige Rezeption von Hörspielen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Leser über die Historie des Kinderhörspiels zu informieren und aufzuzeigen, welchen Stellenwert auditive Medien für die kindliche Entwicklung und Kommunikation besitzen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf wissenschaftlichen Standardwerken (insbesondere von Weber) sowie auf ergänzenden Onlinequellen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die allgemeine Geschichte des Radiohörspiels und eine vertiefende Analyse der spezifischen Entwicklung, Rezeption und pädagogischen Einordnung des Kinderhörspiels über verschiedene Jahrzehnte hinweg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kinderhörspiel, Rundfunk, Medienpädagogik, Audiomedien, Hörkultur und Phantasieförderung.
Wie unterscheidet sich das Kinderhörspiel der Weimarer Zeit von heutigen Produktionen?
Während in der Weimarer Zeit häufig Märchen und Kasperlegeschichten im Vordergrund standen und das Radio oft als didaktisches Instrument genutzt wurde, zeichnen sich heutige Hörspiele durch eine enorme thematische Vielfalt und multimediale Zugänglichkeit aus.
Welche Rolle spielt die Phantasie beim Hören von Hörspielen?
Das Hörspiel regt den Hörer dazu an, eigene Bilder im Kopf entstehen zu lassen, da das Medium primär auf das Wort und akustische Hinweise statt auf visuelle Reize setzt.
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- Alisa Mareen Stork (Autor), 2014, Die Geschichte des deutschen Kinderhörspiels, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/292924