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Neologismen in der Zeitungssprache

Title: Neologismen in der Zeitungssprache

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 21 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Johannes Dentler (Author)

German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics
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„Abfindungs-Irrsinn! 1,8 Mio. Euro für Berliner Flughafen-Versager?“ So lautete eine Schlagzeile der Bild-Zeitung vom 09.01.2013. Geübte Zeitungsleser erkennen sofort, dass mit dem Wort „Flughafen-Versager“ der leitende Chef des neuen Flughafen Berlin-Brandenburg Rainer Schwarz gemeint ist. Liest man die Überschrift jedoch ohne den Kontext zu kennen und ohne Vorwissen, bleiben die Assoziationen sehr begrenzt. „Was ist bitte ein Flughafen-Versager?“ wird man sich fragen. Wahrscheinlich eine Person, die im Zusammenhang mit einem Flughafen bei irgendeiner Handlung versagt hat. Beim Thema Flughafen beziehungsweise Flugzeug in Kombination mit einem Versagen kommen einem schnell Bilder einer Katastrophe in den Sinn. Also könnte zum Beispiel im Kopf eines Lesers dieser Schlagzeile dieses Bild entstehen: Ein männlicher Fluglotse verursachte durch einen Fehler einen katastrophalen Unfall eines Flugzeuges in einem Flughafen. So, da lag dieser imaginäre Leser aber mal sehr deutlich daneben. Wieso benutzen dann die Autoren ein solches Wort, wenn so eindeutige Missverständnisse auftreten können? Der Grund dafür muss woanders zu finden sein. Eine mögliche Antwort bietet ein Blick auf den sprachwissenschaftlichen Kontext der Zeitungssprache, denn bei dem Wort „Flughafen-Versager“ handelt es sich um eine Wortneubildung mit dem Wortbildungstyp der Komposition. Kommen solche Wortbildungen oft vor? (Ohne viel vorweg zu nehmen: ja, kommen sie.) Welchen Effekt haben sie auf den Leser? Für welchen Leser sind sie bestimmt? In welchen Textarten sind sie zu finden?
Diese Fragen sind unter anderem Gegenstand einer sprachwissenschaftlichen Untersuchung der Wortneubildungen in der Zeitungssprache von Hilke Elsen aus dem Jahr 2002 und genau diese Untersuchung soll die Grundlage für diese Arbeit darstellen. Im Folgenden soll, auf Elsens Untersuchung aufbauend, eine eigene Untersuchung der Wortneubildungen in der Zeitungssprache stattfinden und daran sollen die Ergebnisse von Elsen überprüft werden und eventuelle neue Ergebnisse festgehalten werden. Dem Ganzen wird ein kurzer theoretischer Teil vorangehen, in dem wichtige terminologische Begriffe und die Charakteristik der Zeitungssprache geklärt werden sollen. Im Hauptteil wird dann das Vorgehen und die Ergebnisse der Forschung von Elsen erläutert und anschließend die eigene Untersuchung präsentiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung der Fragestellung

3. Theoretische Grundlagen

3.1. Terminologie

3.2. Die Zeitungssprache

4. Die Untersuchung der Zeitungssprache

4.1. Erste Untersuchung von Hilke Elsen 2002

4.1.1. Voraussetzungen und Vorgehen

4.1.2. Beispiele und Ergebnisse

4.2. Eigene Untersuchung

4.2.1. Verfahren und Zielsetzung

4.2.2. Darstellung der Ergebnisse

5. Schluss-Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Wortneubildungen (Neologismen) in der Zeitungssprache, wobei sie auf den Vorarbeiten von Hilke Elsen aufbaut und diese durch eine eigene empirische Analyse zweier Tageszeitungen mit unterschiedlichen journalistischen Ansprüchen (BILD und Süddeutsche Zeitung) erweitert und kritisch hinterfragt.

  • Analyse von Wortneubildungstypen in der deutschen Presse.
  • Untersuchung der Funktionen von Neologismen in informativen vs. expressiv-wertenden Textsorten.
  • Vergleich der Sprachdynamik zwischen Boulevard- und Qualitätsjournalismus.
  • Erörterung des Konzepts der "ökonomischen Informationsverdichtung".
  • Identifikation und Kategorisierung von okkasionellen Bildungen ("Augenblickskomposita").

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Voraussetzungen und Vorgehen

Hilke Elsen orientierte sich bei ihrer Untersuchung an früheren Forschungen von Jesensek (1995), Peschel (2002) oder Matussek (1994), deren Korpora allerdings nicht einen solchen großen Umfang aufweisen konnten (vgl. Elsen, 2004, S. 103). Das Korpus umfasst „alle neuen Wörter und Wortgruppenlexeme der ersten vier Seiten der Süddeutschen Zeitung, 8. August 2002, und der ersten drei Seiten der ZEIT, ebenfalls 8. August 2002“ (Elsen, 2004, S. 102). Jedes Wort oder Wortgruppenlexem, welches einen gewissen Neuheitswert aufwies, wurde anhand der Wörterbücher von Wahrig (2002) und dem Duden (2001) auf ihre Lexikalisierung untersucht. Hinzu wurden unauffällige Bildungen im zehnbändigen Duden (1999) nachgeschlagen. Um institutionelle Eigennahmen oder Firmen ausschließen zu können, wurde der Brockhaus (1986ff.) zu Rate gezogen. Insgesamt entstand so eine Liste von 509 Einträgen, die sich auf vier Wortarten verteilten (ein Adverb, drei Verben, 26 Adjektive und 479 Nomen) (vgl. Elsen, 2004, S. 102 ff).

Außerdem unterscheidet Elsen zusätzlich noch verschiedene Textfunktionen in ihrer Arbeit, um den Gebrauch der Neologismen genauer differenzieren zu können. Grob kann man zum einen die informierenden von den meinungsbetonten Texten unterscheiden. Lüger (1995) erläutert noch einige andere Funktionen von Zeitungstexten, jedoch sollen diese außen vor gelassen werden, um einen genauen Überblick zu gewährleisten. Dazu sollen die Textfunktionen nur in einerseits die „sachlich-neutrale, informierende Funktion“ und andererseits in die „expressiv wertende Funktion“ unterteilt werden, wobei die Letztere noch in „primär persuasiv und primär unterhaltend“ unterteilt wird (vgl. Elsen, 2004, S. 102). Da ein Text nur äußerst selten nur eine einzige Textfunktion alleine erfüllt, wurde der Begriff „primär“ bewusst gewählt, der dies verdeutlichen soll (vgl. Elsen&Dzikowicz, 2005, S. 80).

Nun wurden die neuen Wörter und Wortgruppenlexeme auf ihren Wortbildungstyp untersucht und anschließend auf ihr Auftreten und ihre Häufigkeit in den verschiedenen Textfunktionen untersucht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik von Wortneubildungen in der Zeitungssprache am Beispiel aktueller Schlagzeilen ein und definiert den methodischen Rahmen der Untersuchung.

2. Entwicklung der Fragestellung: Dieses Kapitel erläutert die Herleitung der Forschungsfrage aus dem Kontext eines sprachwissenschaftlichen Hauptseminars und stellt die Intention des direkten Vergleichs zweier unterschiedlicher Medientypen dar.

3. Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie Neologismus und Okkasionalismus definiert und die Besonderheiten der Zeitungssprache, insbesondere hinsichtlich ihrer "ökonomischen Informationsverdichtung", erörtert.

4. Die Untersuchung der Zeitungssprache: Dieser Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Referenzstudie von Hilke Elsen sowie die methodische Beschreibung und Auswertung der eigenen empirischen Analyse von BILD und Süddeutscher Zeitung.

5. Schluss-Resümee: Das Schluss-Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Tendenz zu einer originelleren, phantasievolleren Zeitungssprache bei gleichzeitig hoher Relevanz von Komposita.

Schlüsselwörter

Neologismen, Zeitungssprache, Komposition, Wortbildung, Informationsverdichtung, Okkasionalismen, Sprachdynamik, Textfunktion, Boulevardjournalismus, Qualitätszeitung, Sprachwissenschaft, Wortneubildung, Nominalstil, Augenblickskomposita, Medienvergleich

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Dynamik des deutschen Wortschatzes, insbesondere mit der Entstehung und Verwendung von Neologismen in der tagesaktuellen Zeitungssprache.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Wortbildungstypen, die Funktion von Neologismen in verschiedenen journalistischen Textsorten sowie der Einfluss von journalistischem Stil auf die Sprachproduktion.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Ergebnisse einer bestehenden Forschungsarbeit von Hilke Elsen zu evaluieren und durch einen direkten Vergleich zwischen einer Boulevardzeitung und einer Qualitätszeitung zu erweitern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine korpusbasierte Analyse durchgeführt, bei der Begriffe mit Neuheitswert in ausgewählten Zeitungsartikeln identifiziert, kategorisiert und auf ihren Gebrauchskontext hin untersucht werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Erläuterung der Referenzmethode, der Analyse von konkreten Textbeispielen aus der BILD und der Süddeutschen Zeitung sowie der detaillierten Tabellierung und Auswertung der gefundenen Wortbildungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Neologismen, Zeitungssprache, Komposition, Textfunktion und Informationsverdichtung geprägt.

Warum wurde für die eigene Untersuchung ein Vergleich zwischen BILD und Süddeutscher Zeitung gewählt?

Die Wahl fiel bewusst auf Zeitungen mit unterschiedlichem journalistischem Anspruch und Zielpublikum, um Unterschiede in der Frequenz und Art der Wortneubildungen sowie im Grad der Plakativität zu identifizieren.

Welche Rolle spielen "Augenblickskomposita" in der Analyse?

Diese oft kreativ oder ironisch gebildeten Wörter fungieren als stilistische Mittel, die besonders in Kommentar- und Unterhaltungsformaten zur Meinungsbildung oder zur humoristischen Zuspitzung eingesetzt werden.

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Details

Title
Neologismen in der Zeitungssprache
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
2,3
Author
Johannes Dentler (Author)
Publication Year
2012
Pages
21
Catalog Number
V292927
ISBN (eBook)
9783656901419
ISBN (Book)
9783656901426
Language
German
Tags
Zeitungssprache Neologismen Okkasionalismen Semantik zeitung sprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Dentler (Author), 2012, Neologismen in der Zeitungssprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/292927
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