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Der Faschismus Italiens als totalitäres Regime? Nach dem Totalitarismusbegriff von Friedrich und Brzezinski

Titel: Der Faschismus Italiens als totalitäres Regime? Nach dem Totalitarismusbegriff von Friedrich und Brzezinski

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 36 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: M. A. Alexander Gajewski (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Neuere Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Aufstieg des italienischen Faschismus nach dem Ersten Weltkrieg ist das Ergebnis tiefgreifender ökonomischer und gesellschaftlicher Krisenerscheinungen gewesen.
Besonders das von vielen Italienern gefürchtete Gespenst einer die Nation überrennenden sozialistischen Revolution hat der faschistischen Bewegung starken Auftrieb gegeben. Aber auch andere Faktoren, wie z. B. das Problem des unvollendeten Nationalstaates, spielten eine gewichtige Rolle. Viele bürgerliche und aristokratische Herrschaftseliten sahen den italienischen Nationalstaat als lediglich fragmentiert an, da bei der Gründung nicht alle beanspruchten Gebiete dem neuen Staat eingegliedert werden konnten. Mit der Zeit entwickelte sich aus dieser Unzufriedenheit ein imperialistisch aufgeladener Nationalismus, der trotz einiger territorialer Zugeständnisse auf der Pariser Friedenskonferenz nicht befriedigt werden konnte. Vielmehr entwickelte sich ein Gefühl ungerechter Behandlung, welches sich in der Wahrnehmung eines „verstümmelten Sieges“ offenbarte.
Zusammen mit der Schwäche des italienischen Liberalismus als auch mit den Problemen des organisierten Kapitalismus, auf die an anderer Stelle genauer verwiesen wird, hatte sich eine umfassende gesamtgesellschaftliche Krise entwickelt.
Das gewaltsame Vorgehen des Faschismus in dieser Krisensituation, vor allem gegen die Sozialisten, die besonders bei den traditionellen Herrschaftseliten des Landes Angst geweckt und diese verunsichert hatten, führte in nicht sozialistischen Kreisen zu der Ansicht, dass die Faschisten als Hüter der bestehenden Ordnung auftraten. Folglich ließen sich besonders konservative Kräfte immer wieder auf ein Zusammengehen mit dem Faschismus ein, was in hohem Maße darauf zurückzuführen ist, dass diese entweder nicht begriffen, dass die Faschisten auch ihre eigene politische Hegemonie bedrohten oder sie daran glaubten die faschistische Bewegung politisch einbinden und so mäßigen zu können. Dass die Faschisten dann 1922 trotzdem die Macht übernehmen und Italien ihr eigenes System aufzwängen konnten, ist hauptsächlich der o. g. politischen Unterschätzung der faschistischen Bewegung geschuldet.
Was aber war der Faschismus für eine Bewegung? Welche Ziele verfolgte er und wodurch ist seine Herrschaft charakterisiert? Diesen Fragen soll in der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Methodisches Vorgehen

1.2. Forschungsstand und Literaturhinweise

2. Begriffsdefinitionen

3. Der Totalitarismusbegriff nach Friedrich und Brzezinski

4. Der italienische Faschismus

4.1. Entstehungsbedingungen der faschistischen Bewegung

4.2. Anfänge der faschistischen Bewegung 1919-1922

4.3. Entwicklung des faschistischen Diktaturregimes 1922-1929

4.4. Konsolidierung und Radikalisierung des Regimes 1929-1943

4.5. Die italienische Sozialrepublik 1943-1945

5. Fazit: War der italienische Faschismus totalitär?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob das faschistische Regime in Italien auf Basis des Totalitarismusmodells von Friedrich und Brzezinski als totalitär klassifiziert werden kann. Dabei wird die historische Entwicklung des Faschismus in verschiedene Phasen unterteilt, um die Ausprägung totalitärer Merkmale über den gesamten Zeitverlauf kritisch zu hinterfragen.

  • Analyse des Totalitarismusmodells nach Friedrich und Brzezinski
  • Untersuchung der Entstehungs- und Krisenbedingungen des italienischen Faschismus
  • Bewertung der Phasen der faschistischen Herrschaft (1919–1945)
  • Diskussion der Machtbefugnisse gegenüber traditionellen Institutionen (Kirche, Monarchie)
  • Einordnung des italienischen Regimes in das Kontinuum zwischen Autoritarismus und Totalitarismus

Auszug aus dem Buch

4.2. Anfänge der faschistischen Bewegung 1919-1922

Mit der Gründung der „fasci die cambattimento“, den faschistischen Kampfverbänden im Jahr 1919 hatte Mussolini zusammen mit ca. 100 weiteren Personen die faschistische Bewegung in Gang gebracht. Die Wurzeln dieser neu gegründeten Verbände reichten allerdings bis in das Jahr 1915 zurück, als sich im Zusammenhang mit der Debatte um den italienischen Kriegsbeitritt die „fasci di azione rivolutionaria“, die stark von revolutionären Syndikalisten geprägt waren, formiert hatten, um durch die Mobilisierung aller Kräfte einen militärischen Sieg zu erringen und den Umsturz der Gesellschaft voranzutreiben. Diese Syndikalisten und einige Sozialisten, die sich ebenso wie Mussolini 1914/1915 mit ihrer alten Partei überworfen hatten, bildeten nun den harten Kern der neuen faschistischen Kampfverbände.

Hinzu kamen einige Studenten, Journalisten, Künstler, außerdem verunsicherte Kleinbürger und eine nicht zu unterschätzende Zahl von demobilisierten Offizieren und Unteroffizieren, die sich an der Regierung und den Parteien für die Misere und die nicht eingehaltenen Versprechen rächen wollten.

Politisch kamen die faschistischen Kampfbünde aber zunächst nur sehr schleppend voran. Ihr eher linkes Programm, in dem sie die u. a. die Einführung des Acht-Stunden-Tages, Mindestlöhne, unbearbeitetes Land für Kooperativen und die Einführung der Republik forderten, reichte bei den Wahlen vom 16. November 1919 nicht, um ins Parlament einzuziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die krisenhaften Ursprünge des italienischen Faschismus nach dem Ersten Weltkrieg und definiert das methodische Vorgehen mittels des Totalitarismusmodells von Friedrich und Brzezinski.

2. Begriffsdefinitionen: Hier werden die theoretischen Grundlagen für die Unterscheidung zwischen demokratischen, autoritären und totalitären Regimen anhand der Definitionen von Dahl und Linz erarbeitet.

3. Der Totalitarismusbegriff nach Friedrich und Brzezinski: Dieses Kapitel legt die sechs Kernmerkmale dar, die laut Friedrich und Brzezinski für die Klassifizierung als totalitäres System zwingend erfüllt sein müssen.

4. Der italienische Faschismus: Dieses umfangreiche Kapitel analysiert systematisch die Entstehung, den Aufstieg, die Radikalisierung und den Untergang des faschistischen Regimes in Italien in verschiedenen zeitlichen Abschnitten.

5. Fazit: War der italienische Faschismus totalitär?: Das Fazit beantwortet die zentrale Forschungsfrage, indem es die Ergebnisse der Phasenanalyse mit dem theoretischen Modell abgleicht und das italienische Regime historisch einordnet.

Schlüsselwörter

Totalitarismus, Faschismus, Italien, Benito Mussolini, Friedrich und Brzezinski, autoritäre Herrschaft, Matteotti-Krise, Parteidiktatur, Faschisierung, Besatzungspolitik, Sozialrepublik, Ideologie, Herrschaftseliten, Machtanspruch, historische Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Charakter des faschistischen Regimes in Italien und prüft dessen Übereinstimmung mit dem klassischen Totalitarismusbegriff von Friedrich und Brzezinski.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Entstehungsbedingungen, die institutionelle Konsolidierung, die politische Radikalisierung und die Grenzen der totalitären Durchdringung in Italien.

Welches ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es zu klären, ob der italienische Faschismus als ein vollkommen totalitäres System bezeichnet werden kann oder ob er eher als ein autoritäres Regime mit totalitärem Anspruch einzuordnen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es wird eine systematische Phasenanalyse vorgenommen, die historische Entwicklungen mit den theoretischen Kriterien von Friedrich und Brzezinski sowie Juan Linz vergleicht.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung und eine detaillierte historische Untersuchung der faschistischen Herrschaft von 1919 bis 1945.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Totalitarismus, italienischer Faschismus, Machtmonopol, politische Mobilisierung und institutionelle Kompromisse definieren.

Inwiefern beeinflusste die "Doppelstrategie" Mussolinis den Machtaufstieg?

Mussolini nutzte die Taktik, einerseits als kompromissbereiter Staatsmann aufzutreten, während er gleichzeitig den gewaltsamen Druck seiner Kampfbünde als Drohkulisse für einen Umsturz instrumentalisierte.

Warum wird der italienische Faschismus im Fazit nicht als vollständig totalitär eingestuft?

Da das Regime zu keinem Zeitpunkt eine vollständige Alleinmacht erlangen konnte und Institutionen wie die Kirche und die Krone als ständige Störfaktoren für eine totale Gleichschaltung bestehen blieben.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Faschismus Italiens als totalitäres Regime? Nach dem Totalitarismusbegriff von Friedrich und Brzezinski
Hochschule
Universität Rostock  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Krisenjahre der Demokratie - Europa in der Zwischenkriegszeit
Note
1,3
Autor
M. A. Alexander Gajewski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
36
Katalognummer
V292932
ISBN (eBook)
9783656901556
ISBN (Buch)
9783656901563
Sprache
Deutsch
Schlagworte
faschismus italiens regime nach totalitarismusbegriff friedrich brzezinski
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M. A. Alexander Gajewski (Autor:in), 2011, Der Faschismus Italiens als totalitäres Regime? Nach dem Totalitarismusbegriff von Friedrich und Brzezinski, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/292932
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Leseprobe aus  36  Seiten
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