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Physiotherapeutische Maßnahmen bei demenzkranken Menschen

Eine Literaturrecherche

Titel: Physiotherapeutische Maßnahmen bei demenzkranken Menschen

Bachelorarbeit , 2013 , 36 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Lukas Kretschmer (Autor:in)

Gesundheit - Physiotherapie, Ergotherapie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Entscheidung, für die Bachelorarbeit eine Literaturstudie zum Thema „Physiotherapeutische Maßnahmen bei demenzkranken Menschen“ anzufertigen,
beruht auf nachhaltigen Eindrücken, die ich schon während der Berufsausbildung sammeln konnte.

1996, im zweiten Ausbildungsjahr zum Physiotherapeuten, absolvierte ich das Praktikum im Fachgebiet Neurologie an der „HELIOS Klinik Schloss Pulsnitz“. Im Rahmen einer Gruppentherapie wurde ich dort zum ersten Mal mit an Demenz erkrankten Menschen konfrontiert. Die Patienten saßen im Kreis auf stabilen Holzhockern. In der Mehrzahl handelte es sich um betagte Menschen. Einige wenige waren aber jüngeren Alters und litten an einer Enzephalopathie, wahrscheinlich als Folge von Alkoholismus. Als fachliche Orientierung erfolgte der Hinweis, eine „unspezifische Hockergymnastik“ selbstständig zu planen und durchzuführen. Die Aufgabe bestand demnach darin, diese Gruppe auf geeignete Weise effektiv therapeutisch zu betreuen, wobei mir bei der Auswahl eines hierfür einzusetzenden Geräts freie Hand gelassen wurde.

Die wichtigste Leitlinie bei der Arbeitsweise in der Physiotherapie ist, unbedingt ein gezieltes, erfolgsorientiertes Handeln zu realisieren. Dies war für uns Auszubildende überzeugend praktisch demonstriert worden während des vorher durchlaufenen Orthopädie-Praktikums.

Im Gegensatz dazu vertrat auch das fachlich geschulte Personal im vorliegenden Fall durchgängig die Auffassung, dass mit Hilfe von physiotherapeutischen Maßnahmen bei diesem Patientenkreis weder kurz- noch langfristig ein erkennbarer Therapiefortschritt erzielbar sei.

Zweimal pro Woche konnten dann jeweils 30 Minuten gestaltet werden mit wenig zufriedenstellenden Ergebnissen. Allerdings wurden dabei oftmals Übungsaufträge und -elemente, selbst wenn sie noch so einfach waren, von den beteiligten Patienten nicht korrekt verstanden und umgesetzt. Als Folge ihrer Erkrankung erhoben sie sich nicht selten und verließen einfach die Gymnastikgruppe.

Aus diesem Grund reifte unterdessen der Entschluss, die neu gewonnenen Erkenntnisse aus dem Bachelorstudium zu nutzen, um zunächst einmal eine solide Literaturrecherche zum Thema „Physiotherapeutische Maßnahmen bei an Demenz leidenden Menschen“ zu erstellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

2 Einleitung

2.1 Problemstellung

2.2 Hypothese

2.3 Definition von Demenz

2.4 Epidemiologie

2.5 Demografische Entwicklung

3 Methodik

3.1 Studiendesign

3.2 Untersuchungsgang

4 Hauptteil / Studienvorstellung und Bewertung

4.1 „Die Wirkung von gruppenbasierten Übungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit und Stimmung in Seniorenresidenzen in Bezug auf die Übergangspflege und Selbstpflege.“ (Brown et al. 2009)

4.2 „Herz-Kreislauf-Fitness, kortikale Plastizität und Alterung.“ (Colcombe et al. 2004)

4.3 „Aerobic-Training erhöht das Hirnvolumen bei älteren Menschen.“ (Colcombe et al. 2006)

4.4 „Verbesserung der kognitiven Funktionen durch psychisches Training und / oder individualisiertes Aerobic-Training bei gesunden älteren Probanden.“ (Fabre et al. 2002)

4.5 „Veränderungen der kognitiven Funktionen innerhalb einer randomisierten Studie durch körperliche Aktivität: Ergebnisse von Lebensstil-Interventionen und Unabhängigkeit für ältere Menschen als Pilotstudie.“ (Williamson et al. 2009)

4.6 „Der Effekt von körperlicher Aktivität auf die kognitiven Funktion bei älteren Erwachsenen mit einem Risiko für die Alzheimer-Krankheit: Eine randomisierte Studie.“ (Lautenschlager et al. 2008)

4.7 „Walking oder Vitamin B für die Kognition bei älteren Erwachsenen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung? Eine randomisierte kontrollierte Studie.“ (van Uffelen, J G Z et al. 2008)

4.8 „Die Auswirkungen eines Walking- / Sprechprogrammes auf die Kommunikation, Gehfähigkeit und den funktionellen Status bei Bewohnern eines Seniorenheimes mit Alzheimer Erkrankung.“ (Cott et al. 2002)

4.9 „Streckenlauf: Eine randomisierte Studie zu den Auswirkungen eines kurzzeitigen Laufprogrammes auf die Kognition bei Demenz.“ (Eggermont, L H P et al. 2009)

4.10 „Mobilität und Demenz: Ist physiotherapeutische Behandlung während der Kurzzeitpflege wirksam?“ (Pomeroy et al. 1999)

4.11 PEDro-Bewertung: Physiotherapie bei Menschen ohne und mit kognitiven Einschränkungen

5 Hauptteil / Training bei Demenz

5.1 Training der „Core stability“ / Rumpfstabilität mit besonderer Berücksichtigung der Beinmuskulatur

5.1.1 Sprunggelenkstraining mit Unterstützung (Festhalten)

5.1.2 Hüftbeugetraining mit Unterstützung (Festhalten)

5.1.3 Transferverbesserung Sitz-Stand und zurück mit Taktgebung

5.2 Training der Kraftausdauer von achsengerechten Bewegungen mit Hilfe von Fußmanschetten

6 Diskussion der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit verfolgt das primäre Ziel, durch eine systematische Literaturrecherche zu untersuchen, ob physiotherapeutische Maßnahmen bei an Demenz leidenden Patienten die kognitive und körperliche Leistungsfähigkeit verbessern oder den gesundheitlichen Verfall verlangsamen können.

  • Wirksamkeit physiotherapeutischer Interventionen bei Demenz
  • Kognitive und körperliche Leistungssteigerung im Alter
  • Sturzprävention und Rumpfstabilität bei demenzkranken Menschen
  • Praktische Übungsbeispiele für die physiotherapeutische Praxis
  • Bewertung aktueller Studien mittels PEDro-Skala

Auszug aus dem Buch

5.1.1 Sprunggelenkstraining mit Unterstützung (Festhalten)

Zur Stabilisierung der Sprunggelenke ist die Wadenmuskulatur über den Zehenstand besonders effektiv zu trainieren. Als angemessenen Übungsauftrag könnte man zu dem Patienten sagen: „Bitte machen Sie sich mal so groß wie es geht!“. Eine Demonstration der Übung sollte vor dem Patientenkommando stehen. Auf gutes Schuhwerk ist ebenso zu achten, wie auf eine sichere Festhaltemöglichkeit (schwererer Stuhl, Fensterbank,…). Aus persönlicher Erfahrung empfehle ich eine Wiederholungszahl von 30 Maximalbewegungen für diese Patienten. Auch sollten die Patienten mit hoher Motivation „angefeuert“ werden, was selbstverständlich auch auf alle folgenden Übungen zutrifft.

Zusammenfassung der Kapitel

2 Einleitung: Die Einleitung erläutert die persönliche Motivation und praktische Erfahrung des Autors bei der Arbeit mit demenzkranken Patienten und führt die Arbeitshypothese ein.

3 Methodik: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen bei der systematischen Literaturrecherche in Datenbanken wie PEDro, PubMed und der Cochrane Library sowie die Anwendung der PEDro-Skala.

4 Hauptteil / Studienvorstellung und Bewertung: Hier werden zehn ausgewählte Studien zu physiotherapeutischen Interventionen bei älteren Menschen und Demenzpatienten detailliert vorgestellt und hinsichtlich ihrer Qualität bewertet.

5 Hauptteil / Training bei Demenz: Dieses Kapitel widmet sich der Sturzproblematik bei Demenz und liefert konkrete, praxisnahe Übungsvorschläge für Physiotherapeuten zur Verbesserung der Stabilität und Kraft.

6 Diskussion der Ergebnisse: Der Autor resümiert, dass die Studienlage zum Thema Physiotherapie bei Demenz noch unzureichend ist und plädiert für eine künftig kreativere und inklusivere Forschung.

Schlüsselwörter

Physiotherapie, Demenz, Literaturrecherche, Krankengymnastik, Sturzprophylaxe, Rumpfstabilität, kognitive Leistungsfähigkeit, Aerobic-Training, Geriatrie, evidenzbasierte Praxis, Bewegungsübungen, Mobilität, Alterung, randomisierte Studie, ADL-Leistungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zur Wirksamkeit physiotherapeutischer Maßnahmen bei Patienten mit Demenz.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Der Fokus liegt auf der Verbindung zwischen körperlichem Training, kognitiver Plastizität, Sturzprävention und der praktischen Anwendbarkeit von Bewegungsübungen in der geriatrischen Physiotherapie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob gezielte Krankengymnastik und Bewegungsübungen einen positiven Einfluss auf die kognitive und körperliche Leistungsfähigkeit von Menschen mit Demenz haben können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor führte eine systematische Literaturrecherche in einschlägigen medizinischen Datenbanken durch und bewertete die gefundenen randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) mittels der PEDro-Skala.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auswertung von zehn relevanten Studien sowie einen praxisorientierten Teil mit konkreten Anleitungen für das Training von Rumpfstabilität und Kraftausdauer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Physiotherapie, Demenz, Sturzprophylaxe, körperliche Aktivität und evidenzbasierte Forschung beschreiben.

Warum spielt die Rumpfstabilität bei Demenz eine so große Rolle?

Da demenzkranke Menschen ein etwa dreifach erhöhtes Sturzrisiko aufweisen, ist das Training der Rumpfstabilität und der Beinmuskulatur essenziell für die Erhaltung der Mobilität und Sicherheit im Alltag.

Welche Rolle spielen Fußmanschetten bei den praktischen Übungen?

Fußmanschetten werden als effektives Hilfsmittel eingesetzt, um durch moderate Gewichtsbelastung die Wahrnehmung und Muskelaktivität der Patienten bei achsengerechten Bewegungen zu steigern.

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Details

Titel
Physiotherapeutische Maßnahmen bei demenzkranken Menschen
Untertitel
Eine Literaturrecherche
Hochschule
Dresden International University
Note
1,7
Autor
Lukas Kretschmer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
36
Katalognummer
V292977
ISBN (eBook)
9783656902782
ISBN (Buch)
9783656902799
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Physiotherapie Demenz Literaturrecherche
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lukas Kretschmer (Autor:in), 2013, Physiotherapeutische Maßnahmen bei demenzkranken Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/292977
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  36  Seiten
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