Wasserressourcen-Management ist ein breit gefächertes Thema, das Wissen aus vielen verschiedenen Bereichen fordert und weit über die Geographie hinausgeht. Grundlegendes Wissen aus den Bereichen der Politikwissenschaften, der Biologie und der Volkswirtschaft sind essentiell um Prozesse und Systeme des Wasserressourcen-Managements zu verstehen.
Diese Arbeit vermittelt in erster Linie grundlegendes Wissen aus der Volkswirtschaft und erklärt theoretische Ansätze, die man wissen muss, um sich tiefergehend mit dem Thema Wasserressourcen-Management beschäftigen zu können.
Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den Einflussfaktoren auf das Marktgleichgewicht.
Es wird der Frage nachgegangen: Welche Möglichkeiten gibt es ein Marktversagen zu beseitigen und das Marktgleichgewicht wieder herzustellen? Hier werden zwei unterschiedliche theoretische Ansätze näher erläutert.
Im zweiten Teil geht es um Gemeingüter und die Tragik der Allmende. Hier wird zunächst theoretisch der Begriff des Gemeinguts geklärt und anschließend die Problematik der Gemeinressourcen und deren Ausbeutung. Am Beispiel der Bedrohung der Fischbestände in den Weltmeeren werden Lösungsansätze in Form der acht Gestaltungsprinzipien von Elinor Ostrom erarbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einfluss externer Effekte auf den Markt
2.1 Die Pigou-Steuer
2.2 Das Coase-Theorem
3. Güter
3.1 Abgrenzung der Gemeingüter
3.2 Die Tragik der Allmende
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vermittelt grundlegendes volkswirtschaftliches Wissen, um die komplexen Prozesse und Systeme des Wasserressourcen-Managements besser zu verstehen. Ziel ist es, Möglichkeiten zur Beseitigung von Marktversagen zu analysieren und theoretische Ansätze zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Gemeingütern darzulegen.
- Grundlagen des Marktgleichgewichts und externer Effekte
- Ansätze zur Internalisierung externer Kosten (Pigou-Steuer, Coase-Theorem)
- Systematik der Güterabgrenzung
- Die Problematik der Tragik der Allmende
- Lösungsansätze durch Elinor Ostroms Gestaltungsprinzipien
Auszug aus dem Buch
2.2 Das Coase-Theorem
In seinem bahnbrechenden Artikel „The Problem of Social Cost“ beschreibt Coase (1960) wie externe Effekte auch durch private Verhandlungen beseitigt werden können. Er schildert den Vorgang an dem Beispiel des Viehzüchters und des Bauern, deren Grundstücke unmittelbar nebeneinander liegen. Das Vieh des Viehzüchters zerstört einen Teil der Ernte des Bauern, wobei der Schaden des Bauern mit der Größe der Viehherde ansteigt. Da der Bauer für den verursachten Schaden nicht entschädigt wird, entsteht hier ein negativer externer Effekt (Enderle und Nolte, 1999).
Der Bauer könnte nun gerichtlich auf Schadenersatz klagen und womöglich gewinnen. Ebenso könnten die beiden Beteiligten aber auch versuchen in einem privaten Gespräch das Problem zu lösen. Es wird angenommen, dass es dem Bauer monatlich 500 € (Schaden durch Vieh) wert ist, dass das Vieh von seinem Grundstück fern bleibt. Die größere Fläche mit dem Grundstück des Bauern erbringt dem Viehzüchter aber einen Gewinn von 1.000 € im Monat. Setzt der Bauer nun gerichtlich durch, dass das Vieh eingezäunt wird, steigt sein Erlös durch die Ernte um 500 €. Der Viehzüchter hat davon aber gar nichts, weil sein Grundstück nun kleiner ist und er nicht mehr so viele Tiere halten kann – sein Erlös ist 0 € (Enderle und Nolte, 1999).
Doch die Verhandlung kann wie angenommen auch außergerichtlich geschehen und beide Parteien könnten zu einer effizienteren Lösung kommen, das heißt eine Lösung die beiden etwas bringt. Zum Beispiel könnte der Viehzüchter dem Bauer monatlich 500 € Entschädigung zahlen. Der Viehzüchter würde dann immer noch 500 € (1.000 € Gewinn – 500 € Entschädigung) Gewinn machen. Natürlich kann der Bauer besser verhandeln und eventuell eine Entschädigung von 750 € fordern. Wichtig ist lediglich, dass die Entschädigung irgendwo zwischen 500 € und 1.000 € liegt, andernfalls wäre eine gerichtliche Einigung günstiger, da sonst ein Beteiligter Verlust machen würde (Enderle und Nolte, 1999).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das breite Feld des Wasserressourcen-Managements ein und skizziert die methodische Ausrichtung der Arbeit, welche sich auf volkswirtschaftliche Ansätze stützt.
2. Einfluss externer Effekte auf den Markt: Das Kapitel erläutert, wie externe Effekte das Marktgleichgewicht stören und stellt staatliche sowie private Lösungswege wie die Pigou-Steuer und das Coase-Theorem vor.
3. Güter: Hier erfolgt eine Differenzierung verschiedener Güterkategorien sowie eine tiefere Analyse der spezifischen Problematik von Gemeingütern und der Tragik der Allmende.
4. Fazit: Das Fazit fasst die behandelten theoretischen Ansätze zusammen und betont die Notwendigkeit eines institutionellen Wandels zur nachhaltigen Ressourcenbewirtschaftung gemäß Elinor Ostrom.
Schlüsselwörter
Wasserressourcen-Management, Volkswirtschaftslehre, Marktgleichgewicht, Externer Effekt, Pigou-Steuer, Coase-Theorem, Gemeingüter, Allmende, Tragik der Allmende, Überfischung, Ressourcenmanagement, Elinor Ostrom, Nachhaltigkeit, Polyzentrische Governance.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die ökonomische Perspektive auf das Wasserressourcen-Management und untersucht, wie theoretische volkswirtschaftliche Ansätze zur Lösung von Ressourcenproblemen beitragen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Auswirkungen externer Effekte auf den Markt, die ökonomische Einordnung von Gütern sowie die Herausforderungen bei der Nutzung von Gemeinressourcen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Marktversagen beseitigt und ein stabiles Marktgleichgewicht durch theoretische Modelle wiederhergestellt werden kann.
Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?
Die Arbeit nutzt klassische volkswirtschaftliche Theorien wie die Pigou-Steuer und das Coase-Theorem zur Internalisierung externer Kosten sowie die Ansätze von Elinor Ostrom zur Bewirtschaftung von Allmendegütern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert zunächst die Störung des Marktgleichgewichts durch externe Effekte und behandelt anschließend die Klassifizierung von Gütern sowie das Phänomen der Übernutzung natürlicher Ressourcen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Externer Effekt, Gemeingüter, Allmende, Marktversagen und Ressourcenmanagement geprägt.
Wie unterscheidet sich die Pigou-Steuer vom Coase-Theorem?
Während die Pigou-Steuer einen staatlichen Eingriff zur Internalisierung externer Kosten darstellt, basiert das Coase-Theorem auf privaten Verhandlungen zwischen den betroffenen Parteien, um eine effiziente Lösung zu finden.
Warum ist das Beispiel der Überfischung für diese Arbeit relevant?
Die Überfischung dient als praktisches Fallbeispiel für die "Tragik der Allmende" und verdeutlicht, warum ohne klare Eigentumsrechte oder Regeln eine Ausbeutung natürlicher Ressourcen droht.
- Arbeit zitieren
- Michael Stephan (Autor:in), 2014, Ökonomische Perspektive auf das Thema Wasserressourcen-Management, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293024