[...] Des Weiteren werden die Auswirkungen auf die Finanzierungsmöglichkeiten des deutschen Mittelstandes dargestellt sowie
Handlungsalternativen für die Finanzierung aufgezeigt. Nach einer Begriffsklärung der kleinen und mittelständischen Unternehmen und der Darstellung der Relevanz des Mittelstandes für die Deutsche Wirtschaft wird auf dessen Finanzierungssituation eingegangen, um die Bedeutung des Baseler Akkords und dessen Auswirkungen auf die Kreditvergabe der Banken zu verdeutlichen. Nachfolgend wird der Baseler Ausschuss, welcher die Neue Eigenkapitalverordnung erlässt dargestellt und zugeordnet sowie dessen Zielsetzung angegeben. Der nachstehende Abschnitt beschäftigt sich mit der Baseler Eigenkapitalvereinbarung, heute Basel 1 genannt. Dabei wird auf die Definition, die Zielsetzung sowie auf die Ermittlung des zu hinterlegenden Eigenkapitals eingegangen. Daraufhin wird Problematik des „alten“ Akkords dem Leser näher gebracht. Den folgenden Abschnitt bilden die Kernelemente der Neuen Eigenkapitalverordnung. Dabei wird der Neue Baseler Akkord aufbauend auf den drei Säulen der Mindestkapitalanforderungen, den aufsichtlichen Überprüfungsverfahren und der Marktdisziplin erläutert. Das nächste Kapitel „Der Vorbereitungsstand deutscher Unternehmen auf ein Rating“ dient als Übergang zum zweiten Abschnitt dieser Ausarbeitung, die sich mit dem Rating beschäftigt. Vorerst wird ein kleiner Überblick über die Geschichte des Ratings verschafft, um danach die zwei nach dem Baseler Akkord möglichen Ratingverfahren, Internes- und Externes Rating zu beschreiben. Nachfolgend werden Beispiele zu den einzelnen Ratingverfahren gebracht, wobei einerseits das interne Rating einer Großbank und andererseits das einer Kleineren aufgeführt wird. Gleichermaßen wird darauf folgend auf den Prozess des externen Ratings am Beispiel einer großen Ratingagentur und nachstehend einer Kleineren eingegangen. Das nachstehende Kapitel behandelt die Vorbereitung und die Optimierung des Ratings, was unabdingbar für eine gute Bonitätseinstufung ist. Vorgeführtes Instrument dabei ist der Rating- Check, der auf einem Vier- Säulen Konzept basiert. Abschließend werden einige Handlungsalternativen zur Unternehmensfinanzierung aufgeführt und erläutert. Der Abschluss dieser Hausarbeit formt einen Ausblick auf den Einfluss des Baseler Akkords auf den Deutschen Mittelstand.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 DER BEGRIFF DES KLEINEN UND MITTLEREN UNTERNEHMENS
1.2 ZUR LAGE DES MITTELSTANDES
1.3 ZUR FINANZIERUNGSSITUATION DES MITTELSTANDES IN DEUTSCHLAND
2. DER BASELER AUSSCHUSS
3. VON BASEL 1 NACH BASEL 2
3.1 BEWERTUNG VON UNTERNEHMEN NACH BASEL 1
3.2 KERNELEMENTE DER NEUEN EIGENKAPITALVERORDNUNG
3.2.1 Die Mindestkapitalanforderungen
3.2.2 Das Aufsichtliche Überprüfungsverfahren
3.2.3 Die Marktdisziplin
3.3 DER VORBEREITUNGSSTAND DEUTSCHER UNTERNEHMEN AUF EIN RATING
4. DIE GESCHICHTE DES RATINGS
4.1 INTERNES VERSUS EXTERNES RATING
4.2 INTERNES RATING: DAS RATING DER DEUTSCHEN BANK
4.3 INTERNES RATING: DAS RATING DER VOLKSBANKEN UND RAIFFEISENBANKEN
4.4 EXTERNES RATING: DAS BONITÄTSRATING VON STANDARD & POORS
4.5 URA UNTERNEHMENS RATINGAGENTUR AG
5. VORBEREITUNG AUF DAS RATING
5.1 ZU DEN QUANTITATIVEN FAKTEN
5.2 ZU DEN QUALITATIVEN FAKTEN
5.3. ANSÄTZE ZUR OPTIMIERUNG DES RATINGS
5.4 DER RATING- CHECK
5.4.1 Die Verbesserung der Transparenz
5.4.2 Die Reduzierung unternehmenseigener Risiken
5.4.3 Die Steigerung des Unternehmenswertes
5.4.4 Die Verbesserung der Finanzplanung
6. HANDLUNGSALTERNATIVEN FÜR UNTERNEHMEN
6.1 LEASING
6.2 FACTORING
6.3 ASSET BACKED SECURITIES (ABS)
6.4 BETEILIGUNGSFINANZIERUNG
6.4.1 VENTURE KAPITAL
6.4.2 Venture Kapital Gesellschaften
6.5 MEZZANINE FINANZIERUNG
6.6 PRIVATE PLACEMENTS
7. AUSBLICK
Zielsetzung und zentrale Themen
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der neuen Eigenkapitalvereinbarungen (Basel 2) auf den deutschen Mittelstand. Ziel ist es, den Ratingprozess zu durchleuchten, Handlungsalternativen zur Unternehmensfinanzierung aufzuzeigen und Strategien zur Optimierung der Bonitätseinstufung zu identifizieren.
- Grundlagen von Basel 1 und die Änderungen durch Basel 2
- Methodik und Durchführung interner vs. externer Ratings
- Bedeutung der Rating-Vorbereitung für die Kreditkosten
- Finanzierungsalternativen (Leasing, Factoring, Private Equity)
- Optimierung der Finanzplanung und Transparenz gegenüber Banken
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Die Mindestkapitalanforderungen
Die Mindestkapitalanforderungen der Neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung basieren auf den grundlegenden Elementen der Eigenkapitalvereinbarung von 1988. Aufgrund der Tatsache, dass die geltenden Bestimmungen bei der Ermittlung des zu hinterlegenden Eigenkapitals nur das Kredit- und Marktrisiko (seit 1998) abdecken, ist der Baseler Ausschuss der Auffassung, dass die gültigen Bestimmungen nicht mehr der Komplexität des Finanzmarktes und den damit verstrickten Risiken Rechnung tragen.
Um der Vielschichtigkeit der derzeitigen Bankgeschäfte gerecht zu werden, sieht der Ausschuss für Bankenaufsicht bei der Ermittlung des zu hinterlegenden Eigenkapitals einerseits die explizite Berücksichtigung der operationellen Risiken und andererseits grundlegende Änderungen bei der Behandlung des Kreditrisikos vor.
Das operationelle Risiko soll die Gefahr von unmittelbaren oder mittelbaren Verlusten eingrenzen, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen oder Systemen oder von externen Ereignissen eintreten.
Wie schon im vorherigen Gliederungspunkt beschrieben, müssen die Banken jeden gewährten Kredit an Unternehmen zu 100% als Risikoaktiva behandeln und mit 8% Eigenkapital hinterlegen. Ein mögliches Resultat dieser Bewertungssystematik ist die Quersubventionierung innerhalb einer Kategorie, was bedeutet, dass die Risiken schlecht wirtschaftenden Unternehmen durch die geringen Risiken von besser wirtschaftenden Unternehmen getragen werden.
Nach Basel 2 sollen Kredite an Unternehmen, die eine hohe Bonität aufweisen mit weniger und Kredite an Unternehmen mit schlechter Bonität mit mehr Eigenkapital untermauert werden. Dies führt zu einer Spreizung der Kreditvergabekonditionen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der neuen Eigenkapitalvereinbarungen und deren Relevanz für den deutschen Mittelstand.
2. DER BASELER AUSSCHUSS: Vorstellung des unabhängigen Gremiums, das 1975 institutionalisiert wurde und die Richtlinien für das Finanzsystem erlässt.
3. VON BASEL 1 NACH BASEL 2: Gegenüberstellung der pauschalen Anforderungen aus 1988 und der neuen risikosensitiven Drei-Säulen-Struktur.
4. DIE GESCHICHTE DES RATINGS: Überblick über die Entwicklung von Ratingagenturen und die Unterschiede zwischen internen Bankratings und externen Ratings.
5. VORBEREITUNG AUF DAS RATING: Darstellung notwendiger Maßnahmen für Unternehmen, um durch Transparenz und Optimierung der Finanzkennzahlen eine bessere Bonitätseinstufung zu erreichen.
6. HANDLUNGSALTERNATIVEN FÜR UNTERNEHMEN: Aufzählung alternativer Finanzierungsmöglichkeiten wie Leasing, Factoring und Mezzanine-Kapital zur Reduzierung der Abhängigkeit von Bankkrediten.
7. AUSBLICK: Fazit zur wachsenden Bedeutung des Ratings als Standardinstrument in der Unternehmensfinanzierung.
Schlüsselwörter
Basel 2, Rating, Mittelstand, Eigenkapital, Bonität, Kreditrisiko, Finanzplanung, Leasing, Factoring, Mezzanine-Finanzierung, Risikomanagement, Unternehmenswert, Bankbeziehung, Offenlegungspflichten, Unternehmensfinanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen, die sich für den deutschen Mittelstand durch die Einführung der neuen Eigenkapitalregeln (Basel 2) ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Funktionsweise von Bankratings, die Vorbereitung auf Bonitätsprüfungen durch Unternehmen und alternative Finanzierungsmöglichkeiten abseits klassischer Bankkredite.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, dem Leser einen Überblick über den Ratingprozess zu verschaffen und aufzuzeigen, wie Unternehmen ihre Bonität durch professionelle Vorbereitung und alternative Finanzierungsinstrumente positiv beeinflussen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Fachpublikationen, Studien und bankinterner Dokumente sowie der Auswertung von Standardwerken zur Unternehmensfinanzierung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Baseler Akkords, die verschiedenen Ratingverfahren, die praktische Vorbereitung auf das Rating und konkrete Handlungsalternativen bei der Unternehmensfinanzierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Basel 2, Rating, Mittelstand, Bonität, Finanzplanung und alternative Finanzierungsinstrumente geprägt.
Was versteht man unter dem Rating-Check?
Der Rating-Check ist ein Konzept, bei dem Unternehmen ihre internen Prozesse und Kennzahlen analysieren und verbessern, um eine optimale Grundlage für das tatsächliche Ratinggespräch mit der Hausbank zu schaffen.
Warum ist eine gute Kommunikation mit der Hausbank wichtig?
Offene Kommunikation reduziert Informationsasymmetrien, stärkt das Vertrauensverhältnis und ermöglicht es der Bank, die zukunftsorientierten Erfolgspotenziale eines Unternehmens besser einzuschätzen, was das Rating positiv beeinflussen kann.
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- Michael Ohmann (Author), 2004, Basel 2 und Rating: Chancen und Handlungsalternativen für den Deutschen Mittelstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29302