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Kreol- und Pidginsprachen. Trennung zwischen Pidgin- und Kreolgenesetheorien

Title: Kreol- und Pidginsprachen. Trennung zwischen Pidgin- und Kreolgenesetheorien

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anna-Maria Feldhege (Author)

French Studies - Linguistics
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Die Arbeit mit Kreol- und Pidgin-Sprachen ist faszinierend, da man hier einen Fall von extremem Sprachwandel beobachten kann, der in den meisten Fällen durch außer-sprachliche Faktoren stark beeinflusst wurde, zum Beispiel die Notwendigkeit der Kommunikation zweier Gruppen mit verschiedenen Muttersprachen. Man kann hier beobachten wie sehr Sprachen von ihrer Umwelt beeinflussbar sind.

Bei der Arbeit mit Genesetheorien von Pidgin- und Kreolsprachen fällt auf, dass in der Fachliteratur oft die Grenzen zwischen Pidgin- und Kreolgenesetheorien nicht klar dargestellt werden. Diese Arbeit hat sich daher zum Ziel gesetzt, kritisch zu hinterfragen, ob es Sinn macht, eine Trennung zwischen Kreol- und Pidgingenesetheorien durchzuführen.

Dieses Thema wurde, wenn überhaupt, nur periphär von Linguisten thematisiert. Man hat beinahe das Gefühl, dass sich fast jeder Kreolistik-Forscher auch zu dem Thema der Kreolgenesetheorien geäußert hat. Leider erscheinen einem diese Beiträge oft wie eine Wiederholung von bereits Gesagtem oder wie ein ständiges Streitgespräch unter Linguisten. Bernd Heine hat mit seinen Untersuchungen über die Pidginsprachen im Bantu-Bereich einen wichtigen Beitrag zur Pidginforschung geleistet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung: Vorhaben der Arbeit

B. Hauptteil

1. Definitionen

a) Pidginsprachen

b) Verschiedene Arten von Pidginsprachen

c) Kreolsprachen

d) Verschiedene Arten von Kreolsprachen

e) Weitere verwandte Termini

2. Allgemeine Annahmen

a) Pidginstadium vor Kreolstadium

b) Gegenbeispiel

c) Eigenschaften von Pidgin- und Kreolsprachen

d) Trennung zwischen Pidgin- und Kreolgenesetheorien

3. Pidgin- und Kreolgenesetheorien

a) Sprachsoziologische Gründe

b) Monogenetische Herkunft

c) Baby talk

d) Entlehnung

e) Mischsprachen

f) Substrat

g) Konvergenz

h) Seemannsjargon

i) integratives Modell

4. Ergebnis der Arbeit

a) Bioprogramm

b) Trennung zwischen Pidgin- und Kreolgenesetheorien

C. Schluss: Diglossie-Situation auf Haiti

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Entstehungstheorien von Pidgin- und Kreolsprachen mit dem Ziel zu hinterfragen, inwiefern eine strikte Trennung zwischen den entsprechenden Genesetheorien wissenschaftlich sinnvoll oder notwendig ist.

  • Definition und Abgrenzung von Pidgin- und Kreolsprachen
  • Analyse der klassischen und modernen Genesetheorien
  • Diskussion der sogenannten Bioprogramm-Theorie nach Derek Bickerton
  • Untersuchung von sozialen und sprachwissenschaftlichen Einflussfaktoren
  • Fallstudie zur Diglossie-Situation auf Haiti

Auszug aus dem Buch

c) Baby talk

Westeuropäer benutzten im Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung oft ein vereinfachtes Französisch, Spanisch oder Portugiesisch um sich mit der einheimischen Bevölkerung schneller verständigen zu können, welche die Sprache der Westeuropäer noch nicht vollständig erlernt hatte. Dieses vereinfachte Französisch, Spanisch oder Portugiesisch war der Sprache die Mütter und Ammen mit ihren kleinen Kindern sprachen sehr ähnlich, daher nennt man diese auch „baby-talk“. Die Versuche der einheimischen Bevölkerung, die Sprache der Westeuropäer zu sprechen, würden den Westeuropäer dazu verleiten zu denken, dass der Einheimische seine Sprache aufgrund mangelnder Intelligenz nicht verstehen könne.

So the European would conclude that it was useless to use „good language“ to the native, and would reply to him in a replica of the latter’s incomplete speech, adding also some of the patterns of baby-talk commonly used by mothers and nurses in his own country. The aboriginal, not knowing any better, would assume that this was the white man’s real language, and would delight in using it.

Der Rückgriff des Muttersprachensprechers auf Sprechgewohnheiten die bei der Beziehung zwischen einem Erwachsenem und einem Kleinkind vorhanden sind, soll also die Herausbildung der allgemein vereinfachten Strukturen einer Pidgin- und Kreolsprache unterstützen.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Vorhaben der Arbeit: Diese Einleitung erläutert die Faszination für extremen Sprachwandel bei Pidgin- und Kreolsprachen und stellt das Ziel der Arbeit vor, die Trennung der Genesetheorien kritisch zu hinterfragen.

B. Hauptteil: Der Hauptteil bietet eine systematische Untersuchung von Definitionen, allgemeinen Annahmen sowie einer Vielzahl von theoretischen Erklärungsmodellen zur Entstehung dieser Sprachen.

1. Definitionen: Hier werden zentrale Fachtermini geklärt und die grundlegenden Unterschiede zwischen Pidgin- und Kreolsprachen hinsichtlich ihrer sozialen Verwendung und Muttersprachlichkeit dargelegt.

2. Allgemeine Annahmen: Dieses Kapitel diskutiert die verbreitete Ansicht einer sequenziellen Entwicklung vom Pidgin- zum Kreolstadium und hinterfragt diese anhand von Gegenbeispielen.

3. Pidgin- und Kreolgenesetheorien: Dieser Abschnitt bietet einen detaillierten Überblick über verschiedene wissenschaftliche Ansätze, von der Relexifizierung über die Substrathypothese bis hin zu integrativen Modellen.

4. Ergebnis der Arbeit: Das Ergebnis resümiert, dass die meisten Theorien auf beide Sprachtypen anwendbar sind, mit Ausnahme von Bickertons Bioprogramm, und plädiert für ein differenzierteres, integratives Verständnis.

C. Schluss: Diglossie-Situation auf Haiti: Das abschließende Kapitel verdeutlicht am Beispiel Haitis die soziolinguistische Komplexität der Diglossie, bei der die Kreolsprache emotional besetzt und die europäische Sprache prestigeträchtig ist.

Schlüsselwörter

Pidginsprachen, Kreolsprachen, Sprachgenese, Genesetheorien, Sprachwandel, Bioprogramm, Diglossie, Relexifizierung, Substrathypothese, Sprachkontakt, Lingua Franca, Nativisierung, Sprachsoziologie, Haiti, Kreolistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Pidgin- und Kreolsprachen und setzt sich intensiv mit den wissenschaftlichen Theorien auseinander, die deren Entstehung erklären sollen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition und Abgrenzung dieser Sprachformen, die verschiedenen Genesetheorien sowie soziolinguistische Aspekte wie die Diglossie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob eine strikte theoretische Trennung zwischen der Entstehung von Pidgin- und Kreolsprachen in der Linguistik sinnvoll ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-linguistische Arbeit, die bestehende Fachliteratur sichtet, Theorien vergleicht und deren Hypothesen auf ihre Plausibilität prüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen, allgemeine Annahmen über den Sprachwandel, eine detaillierte Auflistung und Analyse der Genesetheorien sowie eine abschließende Bewertung der Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kreolistik, Sprachgenese, Bioprogramm, Diglossie, Substrat, Relexifizierung und Sprachkontakt.

Was ist die „Baby talk“-Hypothese im Kontext der Kreolistik?

Diese Hypothese besagt, dass Sprecher einer europäischen Sprache dazu neigten, gegenüber Einheimischen eine vereinfachte Sprache zu verwenden, ähnlich wie bei der Kommunikation mit Kleinkindern, was die Vereinfachungsstrukturen in frühen Pidgins erklären könnte.

Wie definiert die Autorin die „sprachliche Schizophrenie“?

Der Begriff beschreibt eine komplexe soziolinguistische Situation, in der Sprecher zwei Sprachen (z.B. Kreol und Französisch) beherrschen, diese jedoch mit unterschiedlichen emotionalen Beziehungen und gesellschaftlichem Prestige verknüpfen, was zu einer psychologischen Belastung führt.

Was besagt Bickertons Bioprogramm-Theorie?

Bickerton vertritt die Auffassung, dass die Entstehung von Kreolsprachen auf ein genetisch festgelegtes, universales Programm zurückzuführen ist, das insbesondere beim Erstspracherwerb durch Kinder in einer Pidgin-Umgebung aktiviert wird.

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Details

Title
Kreol- und Pidginsprachen. Trennung zwischen Pidgin- und Kreolgenesetheorien
College
LMU Munich  (Romanistik- Linguistik)
Course
HS Kreolsprachen
Grade
1,0
Author
Anna-Maria Feldhege (Author)
Publication Year
2008
Pages
23
Catalog Number
V293092
ISBN (eBook)
9783656904526
ISBN (Book)
9783656904533
Language
German
Tags
kreol- pidginsprachen trennung pidgin- kreolgenesetheorien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna-Maria Feldhege (Author), 2008, Kreol- und Pidginsprachen. Trennung zwischen Pidgin- und Kreolgenesetheorien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293092
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