Das Erziehungsprogramm des Nationalsozialismus


Hausarbeit, 2001

19 Seiten, Note: ohne


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Begriffsklärung

2. Historische Einordnung

3. Erziehung im Nationalsozialismus – Betrachtungsweisen
3.1 A. Rosenberg: Grundzüge nationalsozialistischer Erziehung
3.2 K. F. Sturm: Erziehung und Gemeinschaft
3.3 E. Krieck: Rasse und Erziehung
3.4 Stellung und Bedeutung der Frau – F. Kade: Das Frauenbild des Nationalsozialismus

4. Vergleichende Betrachtung der vorgestellten Gesichtspunkte

5. Nationalsozialistische Erziehung – Charakteristische Eigen­schaf­ten und Ideen

6. Bedeutung der traditionellen Institution Schule

7. Fazit und Schlusswort

8. Literatur- und Quellenverzeichnis
8.1. Literatur
8.2. Quellen

1. Einleitung

Diese Hausarbeit soll sich mit dem Erziehungsprogramm des National-sozialismus befassen. Dabei wird es vordergründig darum gehen, grund-legende Eigenschaften und Ideen des nationalsozialistischen Erziehungs-programms anhand der vergleichenden Betrachtung verschiedener histo-rischer Texte herauszuarbeiten. Da eine detaillierte Bearbeitung den Rahmen dieser Arbeit übersteigen würde, soll hier nur versucht werden, allgemeine Zielsetzungen und Vorstellungen des nationalsozialistischen Erziehungsprogramms herauszuarbeiten. Wichtig ist diesbezüglich die Klärung der Begriffe ‚Nationalsozialismus’ und ‚Erziehung’, welche im nächsten Punkt erfolgen soll.

Als Quellen liegen dazu ein Studienbuch zum Thema Erziehungs- und Bildungstheorien vor, sowie ein Buch zur Erziehung in den Lagern der Kinderlandverschickung. Für die Begriffsdefinitionen werden Internetartikel herangezogen.

Im Folgenden sollen, wie schon erwähnt, die Begriffe ‚Nationalsozialismus’ und ‚Erziehung’ definiert und der historische Kontext erläutert werden. An- schließend werden die Standpunkte einiger Personen herausgearbeitet, die historisch in die Zeit des Nationalsozialismus einzuordnen sind. Diese Grundlage soll dazu beitragen, die wichtigsten Eigenschaften und Ideen der nationalsozialistischen Erziehung zusammenzufassen und kurz zu erläutern. In bezug zum Thema soll in einem der letzten Punkte die Bedeutung der Institution Schule kurz dargestellt werden. Abgerundet wird die Arbeit durch eine persönliche Stellungnahme.

1.1 Begriffsklärung

Erziehung ist die „soziale Interaktion zwischen Menschen, mit dem Ziel, zu Erziehende (zumeist Kinder und Jugendliche) an gültige gesellschaftliche Normen und Wertvorstellungen heranzuführen und vor allem auch uner-wünschtes Verhalten zu unterbinden. Erziehung zielt somit immer auf Verhaltenssteuerung, die gewährleisten soll, dass sich das Individuum in seinem gesellschaftlichen Bezugssystem sicher bewegt.“[1]

Erziehung soll für das Individuum den Weg zur und in der Gesellschaft erleichtern, indem vorherrschende Richtlinien vermittelt werden. Dem-zufolge unterliegt Erziehung auch dem zeitlich bedingten Wandel und ist abhängig von der gerade vorhandenen Gesellschaftskonstellation. Auch zur Zeit des Nationalsozialismus herrschte eine ganz eigene Vorstellung von dem vor, was Erziehung tatsächlich bewirken und wozu sie dienen sollte.

Nationalsozialismus [ist eine] extrem nationalistische, völkisch-antisemitische, revolutionäre Bewegung in Deutschland, die sich unter der Führung Adolf Hitlers in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter-partei (NSDAP) organisierte und auf deren Basis Hitler 1933 in Deutschland ein faschistisches Regime errichtete.“[2]

Da die Regierungsform des Nationalsozialismus eher diktatorisch orientiert war, musste sich diese Richtung auch zwangsläufig in den Vorstellungen über Erziehung und allem, was damit verbunden war, niederschlagen.

2. Historische Einordnung

Die Epoche des Nationalsozialismus wird zwischen 1919 und 1945 eingeordnet. Die NSDAP, der eigentliche Kern dieses Zeitraumes bzw. dieser Bewegung ging aus der deutschen Arbeiterpartei hervor und wurde 1919 von A. Drexler gegründet. Im September des gleichen Jahres schloss sich Hitler der Partei an. Schon 1920 wurde das von Hitler und Drexler erstellte 25-Punkte-Programm veröffentlicht, welches u. a. die Schaffung eines Großdeutschlands, die Änderung der Staatsbürgerrechte (in Hinsicht auf die jüdische Bevölkerung) und die Einleitung einer Gesetzesstruktur und Politik nach rassistischen Kriterien beinhaltete, um nur einige Punkte zu benennen. Im Herbst 1923 glaubte Hitler politische Konflikte nutzen zu können, um die Errichtung einer Diktatur zu erreichen, jedoch wurde der s. g. Hitlerputsch am 9.11.1923 blutig niedergeschlagen und die NSDAP infolge dessen verboten. Hitler wurde in einem Hoch-verratsverfahren zu fünf Jahren Haft verurteilt, aus der er aber acht Monate später schon wieder entlassen wurde. Nach seiner Haftentlassung wurde Hitler zum Anlaufpunkt beim Wiederaufbau der NSDAP. Die 1925 neu gegründete Partei wurde deutschlandweit angesiedelt und wesentlich straffer organisiert und gegliedert. In den Jahren 1929/30 begann die NSDAP aufgrund der Weltwirtschaftskrise und der deutschen Staatskrise zur Massenpartei aufzusteigen. Bei der Reichstagswahl am 14.09.1930 erhielt sie einen erheblichen Stimmanteil und konnte den Weg zur neuen Machtposition beschreiten. 1932 scheiterten jedoch die Verhandlungen über den Eintritt der Partei in die Regierung. Nach dem Tode Hindenburgs wurde Hitler am 30.01.1933 zum Reichskanzler ernannt und war somit zum ‚Führer’ aufgestiegen. Unweigerlich begann die ‚Machtergreifung’ und der Aufbau der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland. Mittels der ‚Gleichschaltung’ sollten wichtige Positionen des politischen, gesell-schaftlichen und öffentlichen Lebens neubesetzt oder in die Partei integriert werden. Im Sommer 1934 waren die Umstrukturierungen weitgehend abgeschlossen. Anschließend folgte ein Prozess der Vertiefung des nationalsozialistischen Machteinflusses der bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges im September 1939 (Kriegserklärung an Polen) anhielt. Am 8.05.1945 endete der Krieg mit der Kapitulation Deutschlands und damit auch die Zeitepoche des Nationalsozialismus.

3. Erziehung im Nationalsozialismus – Betrach­tungs­weisen

3.1 A. Rosenberg: Grundzüge nationalsozialistischer Erziehung

Alfred Rosenberg war Chefideologe der NSDAP und seit 1934 von Hitler mit der Überwachung sämtlicher Erziehungs- und Schulungsangelegen-heiten[3] beauftragt. In seiner Rede von 1934 stellte er die grundlegenden Ideen des nationalsozialistischen Erziehungsprogramms dar und distanzierte sich gleichermaßen von den erziehungstheoretischen Grund-lagen der vorangegangenen Jahrhunderte.

Er warf diesen alten Erziehungsgrundsätzen vor, dass sie „unbiologisch [seien] und allen inneren Gesetzen der Rassen und Völker entgegen als ein magisches Zaubermittel hingestellt“[4] würden. Er spann diese Vorwürfe weiter und trieb es bis zu der Äußerung, dass Erziehung alles bewirken könne und dass allein durch sie ein Mensch zu dem würde, was er letztlich ist. Dieses Denken aus vorangegangenen Zeiten habe aber bis zum heutigen Tage eine der Natur gerechten und deren Gesetzen entsprechende Erziehung unmöglich gemacht, geschweige denn, den Gedanken in eine andere Richtung zugelassen.

Die Betrachtung vergangener Erziehungsideale und –vorstellungen bewirkte bei Rosenberg aber ein Umdenken und legte gewissermaßen den Grundstein für ein neues deutsches Erziehungsbild. Dieses sollte sich wesentlich vom Vorangegangenen unterscheiden und vor allem Wert auf die „Erziehung des Charakters“[5] legen. Tugenden schienen wieder in den Vordergrund zu treten, wenn Rosenberg von großen Menschen und deren ebenso großen Taten sprach. Das Bekenntnis zur eigenen Nation und das Maß, in dem sich ein Mensch für dieselbe einsetzt, sollte zukünftig ausschlaggebend für seine Wertschätzung sein.[6] Die beschriebene „Rückkehr zur Natur, zu ihren Gesetzen und Schönheiten“[7] sollte scheinbar in jedem Menschen ein neues Empfinden und eine neue Sensibilität für das deutsche Volk wecken.

Rosenberg grenzte sich zwar in seinen Darstellungen deutlich von den alten Erziehungsvorstellungen des 18. und 19. Jahrhunderts ab, aber gleichermaßen kehrte er zu noch älteren Idealen wie Tugend- und Ehr-haftigkeit zurück. Es erfolgte also keine grundlegende Neuerung der Erziehungselemente, sondern lediglich eine Verknüpfung älterer Komponenten mit einem neuen Nationalbewusstsein.

[...]


[1] Hasebrook, Dr. phil. J., www.encarta.msn.de à Erziehung

[2] Weißer, M., www.encarta.msn.de à Nationalsozialismus; Hervorh. S. L..

[3] vgl. Baumgart, F., S.177

[4] Rosenberg, A., S. 183

[5] Rosenberg, A., S. 185

[6] Rosenberg, A., S. 185

[7] Rosenberg, A., S. 186

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Das Erziehungsprogramm des Nationalsozialismus
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Pädagogik)
Veranstaltung
Einführung in des Studium der Erziehungswissenschaft
Note
ohne
Autor
Jahr
2001
Seiten
19
Katalognummer
V29315
ISBN (eBook)
9783638308625
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Mir liegt zu der Arbeit der Schein vor, aber bei uns wurden nur bei besonderen Arbeiten Noten vergeben. Für normale HA nicht, so dass es hierfür keine Note gibt.
Schlagworte
Erziehungsprogramm, Nationalsozialismus, Einführung, Studium, Erziehungswissenschaft
Arbeit zitieren
Stefanie Liebig (Autor:in), 2001, Das Erziehungsprogramm des Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29315

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